MonatMai 2017

STOLZ STELZEN / HOLZSTELZEN FÜR DIE KLEINEN SELBER MACHEN (DIY)

Ich kann ganz schlecht an gefällten Bäumen vorbei gehen, ohne stehen zu bleiben, zu gucken, Ringe zu zählen, über die Baumrinde zu streichen und ohne ein bisschen ein schweres Herz zu bekommen. Und ab und zu nehme ich mir ein Stück Baum als Erinnerungsgeschichte mit. Als ein Baum vor dem Kindergarten des Grossen gefällt wurde und viele dicke Äste auf dem Boden lagen, haben wir uns ein Stück davon mit nach Hause genommen. Mein Grosser liebt Schnitzarbeiten und so haben wir begonnen, den Ast nach und nach zu schälen. Irgendwann, zwischen Rindenspänen und Schnitzmesser kam mir die Idee, dass aus dem wunderschönen Holz, das vor uns lag, vielleicht Stelzen für die Kleine entstehen könnten. Gesagt, getan:

Für ein Paar Kinderstelzen braucht ihr:
– Ein Stück Ast mit ca. 10 cm Durchmesser und mindestens 12 cm Länge.
– Ein Schnitzmesser (falls ihr mit Kindern schnitzen wollt, dann bitte nur unter Aufsicht schnitzen, und benutzt am besten ein Kinderschnitzmesser mit abgerundeter Spitze).
– Säge und Schleifpapier
– Bohraufsätze (10mm und 12mm) und eine Bohrmaschine.
– Seil, ca. 3 Meter lang
– Wenn ihr mögt, dann schält mit dem Schnitzmesser die Rinde vom Ast. Schön sind die Stelzen auch mit der Rinde…
– Den Ast in zwei gleich dicke Scheiben sägen (ca. 6 cm dick). Für uns hat dies unser lieber Hausmeister übernommen. Er hat nämlich eine Sägemaschine… Dann gehts ganz schnell und ganz einfach.
– Die Kanten und Schnittflächen schleifen
– Mit dem 10mm Bohrer je zwei Löcher durch die Stelzen bohren. Achtet darauf, dass ihr nicht zu nah am Rand bohrt, nicht dass euch das Holz absplittert.
– Auf der Stelzen-Unterseite haben wir die Löcher bis ca. in die Hälfte des Holzes noch etwas vergrössert, damit das Seil dann gut versteckt werden kann.

– Das Seil zwei Mal auf die passende länge schneiden, die Seilenden mit Alleskleber bestreichen und dann mit Schnur ein paarmal umwickeln. Das Schnurende soll so dick sein, dass es unten im grossen Loch verschwinden, aber nicht durch die dünne Öffnung oben durchschlüpfen kann. 
– Danach kann das Seilende in das Loch gezogen werden. Wir haben zuletzt noch etwas Alleskleber in die Löcher gefüllt… Sicher ist sicher. Fertig!
– Ich fand noch ein paar Bommeln und Glöckchen im Fundus… Tja, da sind sie.
Und wenn alles getrocknet ist, kann es schon losgehen: Fröhlich mit den Stelzen stöckeln, mit riesengrossen Schritten in die Welt! 
Viel Freude beim Tun!
   
Dieser Beitrag ist verlinkt mit den NATURKINDERN (www.naturkinder.com), http://www.creadienstag.de und http://handmadeontuesday.blogspot.co.at. Vielen Dank dafür.

KATZENBÜCHER FÜR LESERATTEN

… hier sind unsere Lieblingskatzenbücher für euch:
Wenn für Ludwig Schlafenszeit ist, wird die Katze erst richtig wach und macht sich auf, um ihre Freunde zu treffen. Ein nächtliches Entdecker-Bilderbuch voller kleiner Abenteuer für alle, die schon immer wissen wollten, was passiert, während sie träumen. Wunderschön und witzig gezeichnet von der großartigen Katrin Wiehle. Auch nach dem hundertsten Mal noch immer lustig und interessant… 
„Pitschi“ von Hans Fischer
Pitschi, das kleinste von den fünf Kätzchen der alten Lisette, ist anders als seine Geschwister: es will ein Hahn sein. Oder eine Ziege, dann doch lieber eine Ente, ein Hase… Als Pitschi in Not gerät, kommt Lisette im letzten Moment zu Hilfe, und Pitschi merkt, dass Kätzchensein doch das Beste ist. Wieder so ein Schweizer Klassiker, wieder so liebevoll und wunderschön erzählt. Hält für ein Leben lang!

 
„Ginger“ von Charlotte Vokal
Ginger hat es gut. Denn Ginger ist ein Kater. Und seine kleine Halterin, die aufmerksame Annkatrin, achtet immerzu darauf, dass im nichts fehlt. Doch eines Tages hält Annkatrin für Ginger eine kleine Überraschung bereit, die sein Leben völlig durcheinander bringt… Mit viel Charme und liebevollen Bildern wird hier eine alte, immer wiederkehrende Geschichte neu erzählt. 
Eine wunderschönes Bilderbuch für Kinder, die Geschwisterchen bekommen, oder aber auch für Kinder in Kindergruppen, die nach der Sommerpause mit neuen, „kleinen“ Kindern belebt werden.
„Zilly, die Zauberin“ von Korky Paul und Valerie Thomas
Zilly, die Zauberin, lebt in einem schwarzen Haus. Das Haus ist aussen schwarz und innen schwarz, die Sessel sind schwarz, das Bett ist schwarz, das Badezimmer, die Decken und Wände. Und auch ihr Kater Zingaro ist schwarz. Das schafft Probleme, denn wenn er seine grünen Augen geschlossen hält, wird er schon mal übersehen… Auch als Zilly ihren Kater grasgrün zaubert, ist die perfekte Lösung noch nicht gefunden.
Die Zeichnungen sind zwar sehr comichaft, trotzdem ist die Geschichte witzig und mit vielen Details bebildert. Lustig auch in Kindergruppen, da die Geschichte unglaublich viel her gibt. Ich glaube, man könnte damit ein ganzes halbes Jahr arbeiten.
„Ich bin die kleine Katze“ von Helmut Spanner 
Ein wunderschönes Pappbilderbuch für die Kleinen! Auf ihrem Ausflug in den Garten gibt es für die kleine Katze viel zu erleben: Eine aufregende Begegnung mit dem Igel, eine Maus, die sich nicht fangen lässt, eine fröhliche Balgerei mit der Nachbarkatze… Am Abend ist sie froh, wieder im Haus zu sein und umsorgt zu werden.
Eine ruhige und unspektakuläre Geschichte, und gerade deshalb immer wieder schön anzuschauen und zu erzählen. Bei uns seit einer Ewigkeit.

UND TÄGLICH GRÜSST DAS MUTTERTIER

 

Die Morgenroutine bei uns zu Hause ist ein Chaos. Ich weiss, wenn ich selber entspannt durch die Routine flowen würde, wärs halb so schlimm. Ooohhhmmm! Stattdessen stehe ich in einem Flohzirkus und verfalle tagtäglich meiner ewig gleichen Morgen-Leier. Es ist, als würde ich jeden Tag von Neuem das gleiche Tape einlegen. Ich brauche ganz dringend einen Plan.

Das Stück beginnt um Sieben in der Früh. Hier unser Schlamassel in vier Akten.

1. Akt: DAS FRÜHSTÜCK 
Der Grosse wacht auf und ist gleich schon sehr umtriebig. Einen ganzen Stapel Bücher will er sich anschauen, in den Garten gehen, die Becherlupe suchen, und er braucht eine Gummilitze für seine Steinschleuder… und er hat Hunger.
Ich umarme ihn, küsse ihn auf die Stirn und fahre ihm durch das zerzauste Haar. Er sucht ganz dringend die klitzekleine Spiralfeder. Leider habe ich keine Ahnung, wo die hinverschwunden ist.
Die Kleine schläft noch wie ein Murmeltier… Würde sie das am Wochenende tun, hach, das wäre toll.
Mein Liebster hat Frühstück gemacht, Honigstullen gestrichen, Mili für die Kleine vorbereitet und KÄFFCHEN für Muddi gemacht. Kaffee; schon der Geruch ist ein Trost! Endlich, die Kleine wacht auf, tappt schlaftrunken in die Küche, muss erst noch bissl wachgekuschelt werden. Wir sitzen alle am Frühstückstisch. Immerhin.
…der Schein trühügt!
Es ist halb Acht, wir sind gut dran und ich traue mich zu glauben, dass alles wie am Schnürchen läuft… 
2. Akt: DAS ANZIEHEN
Die Kinder sind lustig. Sie erfinden Rätsel und lachen und ich freue mich. So, jetzt gehts ans Anziehen. Und ich, vorausschauend wie ein Adler, habe die Klamotten für die Kinder schon am Vorabend generalstabsmässig griffbereit hingelegt. Man müsste theoretisch „nur“ noch reinschlüpfen…
Mama Motivator heizt der Bande ein, los gehts, anziehen.
Grosser: Wo sind meine Kleider?
Ich: „Da, wo sie immer sind…“
Grosser: „Aber da liegt keine Unterhose.“
Ich: „Oh ja, da liegt eine Unterhose.“
Grosser lacht: „Ach ja, die hat sich unter der Hose versteckt. Lustig, guck, ich kann die Unterhose in die Hose stecken, dann kann die keiner finden…“
Das Unterhosen-Versteckspiel beginnt… Alle finden es lustig, ich höre die Kinder lachen und die Uhr ticken. Die Kleine will den Pulli, den ich ihr vorschlage, nicht anziehen. Gut, ich lasse sie auswählen: den oder den. Super Plan. Noch bin ich gut dran, mit Energie. Kaffee sei Dank. Sie sucht aus, ist zufrieden, zieht den Pullover ihrer Wahl dennoch nicht an. Und sie will ohne Hosen raus.
Ich: „Es ist noch viel zu kalt für ohne Hosen. Bald ist Sommer, dann können wir bluttfuss (barfuss) und in kurzer Hose raus. Das wird schön, ich freue mich schon.“
Ich stimme ein Liedchen vom Sommer an und hoffe sehr, dass ich die Kleine dabei „unbemerkt“ anziehen kann… „La, la, la, der Sommer ist bald da…“ Schwups, Unterhemd übergezogen. Überlisten. Das gilt ja eigentlich nicht, ich weiss, ich weiss, pädagogisches No-go. Aber ich erlaube mir das trotzdem. Das Liedchen ist zu kurz, die Strumpfhose fliegt in weitem Bogen durchs Zimmer. Und die Kleine ist weg. Noch eine Runde turnen auf Mama-Papa Bett. Das lässt sich auch der Grosse nicht entgehen. Juhu, eine Rolle vorwärts, eine Rolle rück… AUA! MAAAAMAAAAA! 
Ich bin schon leicht angenervt. „Ach, muss das sein? Ich möchte, dass ihr euch jetzt anzieht, wir müssen los!“
  

Der Grosse flucht über den Reissverschluss der Hose, Papa kommt zur Hilfe. Der Grosse ist angezogen. Juhu!
3. Akt: DAS ZÄHNEPUTZEN
Die Kleine rennt ohne Strumpfhose rum, singt lauthals, tanzt und packt tausend Sachen in ihren Rucksack. Im Wohnzimmer hat sie eben Teile von vier verschiedenen Puzzles miteinander gemischt. Alles für mich!!!
Der Grosse ist im Bad angekommen, fummelt an der Pinzette rum und nölt, dass er ein T-Shirt unterm Pulli anziehen will.
Ich: „Es ist nicht warm heute (und ich habe noch mehr Wäsche, wenn noch eine Lage dazu kommt…). Komm, Zähne putzen, gleich müssen wir los. Kleine, du auch, komm, wir putzen alle zusammen die Zähne“. 
Grosser: „Bei uns im Kindergarten schwitze ich immer.“
Ich: „Ok, dann nimm dir eins aus dem Schrank. Aber jetzt ein bisschen schwuppdiwupp. Und büütte nicht das, was zuunterst liegt.“
Das mit dem „nicht das was zuunterst liegt“ schicke ich leider zu spät nach. Schade um die zusammengefaltete Wäsche, die jetzt zerknittert in der Lade liegt…
Papa hat die Kleine eingefangen und ins Badezimmer gebracht. Sie will nicht Zähne putzen, lässt sich nach hinten fallen, nach unten fallen, nach vorne fallen. Phuuu. 
Ich gebe mein Bestes: „Komm, ich helfe dir, wir putzen die Zähne gemeinsam, komm her. Bitte komm jetzt zu mir, du kannst dich zu mir setzen. Mach mal n Tigermaul… AAAaaaa. Singen wir das Zahnputzlied? Bitte, jetzt musst du zu mir kommen.“
Klar kommt sie nicht. Sie kommt erst, wenn sie kommt. Also später. 
Ich überlege mir kurz, ob wir den Teil mit dem Zänneputzen für heute einfach mal überspringen sollen. Energiesparentscheidung. Aber dann doch: nö! Wir putzen die Zähne! Fertig, aus!
Im Badezimmer treffe ich auf meinen Liebsten: „Wir müssen reden, so geht das nicht. Nach der Sommerpause muss der Grosse vor acht in der Schule sein… das schaffen wir NIE. Ich brauche einen Plan.“ 
Er nickt bissl bedrückt und meint: „Oh ja, das wird hart. Aber bis dann ist noch ein halbes Jahr… Da geht noch was.“ 
Meine Zuversicht schrumpelt zu einem Nichts. 
Ich höre die Stimme meines Vaters aus dem Off: „Das ist alles nur eine Frage der Organisation…“ 
Ja, das nützt mir jetzt auch nichts.
Die Kleine ist nun im Bad angekommen. Die Zahnpasta auf der Bürste ist schon abgegessen, nun knabbert sie lustlos auf den Borsten rum. ABER sie ist da. Ich ziehe ihr die Strumpfhose an, den Rock will sie selber anziehen. Gut, auch wenn dies dauert… Tick, tack, tick, tack…
Wo ist der Grosse? Ich rufe: „Kommst du? Wir müssen lohos! Hast du die Zähne geputzt?“ 
Schelmisch lachend guckt er durch die Türe ins Bad und meint: „Ich hab mir n Schnauzer aufgemalt.“ 
Mit rotem Filzer! Um viertel nach Acht! Ich hab Anzeichen von Schnappatmung, nehme einen Lappen und versuche, das kreative Morgen-Make-up meines Sohnes zu beheben. Mir ist plötzlich höllisch warm und ich spiele mit dem Gedanken, auszuwandern. Nordpol wäre schön. Dabei erhasche ich leider einen kurzen Blick meines Gesichtes im Badezimmerspiegel: oh Gott. So seh ich also aus, in Momenten wie diesen. Ein bisschen wie gefriergetrocknet. So kann ich nicht raus, so wird das nichts. Wo gehts hier zum Nordpol? Ich atme ein, atme aus und – greife zu Wimperntusche, das muss für jetzt reichen. Für grössere Renovationen ist keine Zeit.
4. AKT: AUS DEM HAUS GEHEN
Wir könnten entschleunigen, denn wir sind eh schon zu spät. Es ist halb neun und den Bus haben wir soeben verpasst. Aber ich bin zu ungemütlich, um runterzufahren. Und ich bin genervt.

Meine Morgenleier geht weiter mit: schnell, schnell, Gummistiefel und Jacken anziehen. 

Die Kleine will nicht: „Nein Gummistiefel.“ Klar, alles andere hätte mich heute Morgen überrascht.
Immerhin, Käptn Rotschnauzer ist fertig angezogen. 
Meine Stimme wird lauter und um eine Oktave höher. Und ich höre mich reden und weiss: Du kannst aufhören damit, das bringt rein gar nichts. 
„Du ziehst dir jetzt die Stiefel an! Wir müssen los, zacki, zacki, in die Stiefel!“
Die Kleine umarmt mich und will küssen. Ich küsse so gerne mit ihr… Ok, die Zeit muss sein.
Dem Grossen ist warm und die Katze kratzt an der Türe.
Papa, mit Geduld a discretion, zieht der Kleinen die Stiefel an, die Jacke und Schal. Obwohl sie schreit, dass Mama das machen soll.
Jetzt aber, los gehts. Haben wir den Apfel für den Grossen? Ich nicht. Du? Hast nicht du…?
Wie, um Himmelswillen, machen das andere Familien… Mit noch mehr Kindern? Um vier Uhr aufstehen? Schon in den Schulklamotten ins Bett? Frühstück to go?
Kurz vor neun haben wir es geschafft. Alle aus dem Haus, Mama aus dem Häuschen. Der nächste Bus kommt erst in einer Ewigkeit, aber die frische, kühle Luft tut gut. Ich brauche einen Moment um anzukommen, da draussen in der Welt. Mein Grosser klettert an mir hoch. Ich schaue ihm in die Augen und kraule seinen Rotbart. Er sieht aus, als hätte er ne fiese Allergie im Gesicht. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen. Dann springt er weit voraus, blickt lachend zurück und ruft: Fang mich doch, du Eierloch! Eierloch. Die Kleine stiefelt zufrieden an Papas Hand, auf dem Rücken einen super schweren Rucksack mit… ach, weiss ich was. Und so gehen wir los. 
Der Vorhang fällt und für heute ist das Spiel aus. Aber Morgen, gleiche Zeit, gleiches Theater und ich fürchte leider, genau das gleiche Stück. Wenigstens kann ich den Text schon auswendig.

Bis dann. Liebe Grüsse vom Nordpol, euer Eierloch

BLUMENKINDER

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.
Dante Alighieri


Am Samstag sind wir über den Markt gebummelt. Diese Farben, diese Düfte… Der dargebotene Flieder hat so opulent gerochen, dass ich nicht vorbei gehen konnte, ohne mir davon ein paar Zweige mitzunehmen. 
Unsere Kinder suchen gerne Blumen für sich aus. Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als mit Farben und Blütenformen zu liebäugeln, an den Blüten zu riechen, dann abzuwägen und sich für das Allerschönste zu entscheiden. Und manchmal entstehen überaus interessante Sträusse… Während unseres letzten Bummels hat sich die Kleine für eine rosarote Gerbera entschieden und diese glücklich und stolz nach Hause getragen. Nun gut, der Weg war lang und aufregend und wie das so ist; als wir zu Hause ankamen, war der Stiel der Blume, na ja, sehr kurz halt. Zudem bestand die Kleine darauf, den Blumenstiel noch anzuschneiden, wie man das halt macht. Gut, mit ihrer Schere hat sie den kurzen Stiel noch etwas gekürzt und danach haben wir die ganz kleinen Vasen aus dem Schrank geholt. Vorsichtig hat die Lütte Wasser eingefüllt, dann konnte die Blume endlich trinken. 
Ich betrachte meine Kinder so gerne, wenn sie geschäftig sind. Die Art, wie sie sich kümmern, wie behutsam die kleinen Finger mit den Blumen umgehen können, wie sie neugierig die Blüten betrachten, sie ertasten und schweigsam erfassen, was da ist.
In dieser Versunkenheit der Kinder kann man beinahe sehen, wie das Gehirn die Botschaft der kleinen Hände aufnimmt. Die Hingabe und Konzentration im Tun von Alltäglichem zu beobachten erfüllt mich immer wieder mit Wohlsein und Zufriedenheit (und es bestätigt mich, als Mama, die ab und zu zweifelt…). Dabei scheint es manchmal, als bliebe die Zeit für einen kurzen Moment einfach stehen. 
Den ganzen Nachmittag hat die Kleine ihr Väschen mit der Gerbera mit sich rumgetragen. Ihr Blumenglück wollte sie stets bei sich haben. 
Der Flieder ist inzwischen verwelkt, doch die Gerbera steht noch stolz und schön im Wasser. Das Wochenende steht schon wieder vor der Türe. Dann drehen wir unsere Bummelrunde auf dem Markt, gucken dort und schauen da und gönnen uns einen frischen Strauss Blumen. Blumen für die Kinder.
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NOUVELLE CUISINE

Es war einmal… Grosspapas Nachttisch. Irgendwann gehörte das Kästchen meiner Mutter, als sie noch Kind war, dann zog es nach vielen Jahren in mein Kinderzimmer. Der Lack wurde abgeschliffen und alles weiss gestrichen, rote Griffe drangeschraubt… 80-er Style, I like! Dann stand es eine ganze Weile einfach nur rum, bis ich daraus eine Kinderküche für mein Patenkind werkelte. Ich hatte zufälligerweise noch einen dunkelblauen Lackspray und jede Menge Energie! Aus der unteren Lade habe ich ein Stück rausgesägt und einen Backofen daraus gemacht, Herdplatten aufgeklebt und Knöpfe angeschraubt! 
Ein paar Jahre später war dann irgendwie ausgekocht. Der Kochherd stand einsam im Freien, roch nach gruselig und sah dementsprechend aus. Dann hab ich das klapprige Teil nach Wien mitgeschleppt und ihm (tatsächlich habe ich noch lange hin und her überlegt, ob ich soll oder nicht…) nochmals Leben eingehaucht. Ich kann es einfach nicht lassen.

 
Aus unserem Berlinerzuhause hatten wir noch zwei Regale über, aus denen wir einen Anbau erstellten. Ein Ceranfeld ersetzte die Herdplatten, Tatschskreen die aufgeschraubten Knöpfe. Der Ofen ist beleuchtet, damit man sieht, was gebacken wird… Und eine kleine Emailleschüssel wurde zum Waschbecken. Die Kinder haben gestrichen und geschraubt und nach vielen Stunden stand sie da, die schnieke „nouvelle cuisine“.
Unsere kleine Köchin ist sehr glücklich über ihre Kochstelle und zaubert tolle Menüs für uns alle. Ihr Appiccino ist traumhaft und der Kuch ein Gedicht. Die Kekse sind ein Muss und falls man etwas gutlenfreies (glutenfreies) bestellt, ist es ihr nie zu viel, in der Küche mal schell nachzusehen, ob was da ist. Gerne serviert sie ausgefallene Menücreationen wie die Fusion von Pommes mit Banane, kombiniert mit Apfelsaft und Spinat. Molekulargastronomie; mmmmh, wie lecker. 
Am liebsten kocht sie für grosse Anlässe, oder auch Caterings, ÜBERALL in der ganzen Wohnung. Sie richtet Feste und Paatis aus, zu denen alle unbedingt eingeladen sind. Sie hat immer was am kochen, der Tisch ist für alle gedeckt und… was denn? Ach so, tut mir leid… Ich muss los… Essen ist fertig!

SCHOKOSCHOCK // REZEPT

Ich werfe heute gerne mal ein Geheimrezept in die Runde. Einfach so und weil Sonntag eh Kuchentag UND Muttertag ist und die Mamas eventuell einen Wochenend-Kuchenwunsch frei haben? Unser allseits geliebter Schoggikuchen kommt ganz ohne Mehl daher, ist glutenfrei und schokoladig und deshalb so „gesund“ für die Seele, ein Fest für die Geschmacksknospen, und Nervennahrung vom Feinsten. Denn, wie schon meine Grossmutter zu sagen pflegte: Schokolade müssen sie einem geben… Weiterlesen„SCHOKOSCHOCK // REZEPT“

KREN DE LA KREN

Unser Grosser durfte sich auf dem Biomarkt einen Bienenhonig aussuchen. Er entschied sich für den „crème de la crème“, mit dem goldgelben Etikett. Heute morgen, als wir den Honig das erste mal kosteten fragte er: „Mama, was steht denn da auf dem Etikett?“ 
Ich: „Naturreiner Bio-Honig, crème de la crème.“ 
Er: „Was soll denn das heissen?“ 
Ich: „Na ja, crème de la crème bedeutet: das Beste vom Besten.“ 
Sichtlich zufrieden ass er seine Honigstulle. 
Am Abend dann umarmte er mich und sagte zu mir: „Ach Mama, du bist auch so Kren de la Kren.“ 
Ich glaube, das war ein Kompliment.
Für alle Nicht-Österreicher: Kren ist Meerrettich.

POP UP SCHAUKEL / LIEBLINGSPLATZ GEFUNDEN

Eigentlich wollten wir einen Waldspielplatz in Wien erkunden, mal wieder Neuland ergründen. Aber dann kam der Regen und wir standen ohne Regenjacken da, denn eben wars doch noch warm und sonnig und der Himmel blau…
Also mussten wir flix umdisponieren und uns was in unserem Einzugsgebiet aushecken. Und als der Regen durch war, landeten wir irgendwo auf der Pötzleinsdorfer Höhe. So ohne Grund war ich noch nie da, aber weil wir es lieben, auf Entdeckungsreise zu gehen, zogen wir los. Und siehe da, ganz weit oben, am Hang, mitten in der Blumenwiese steht ein Baum mit einer Schaukel. Was aussieht wie eine Installation oder eine Filmkulisse mitten in der Natur, stellte sich schnell als Traumschaukelplatz heraus. Wir alle haben geschaukelt bis zum Himmel, haben uns durch die Lüfte schwingen lassen, weit über den Wienerwald und die Blumenwiese und waren voller Schaukelglück. Wir haben gejauchzt und gelacht. Was für eine Freude. Und als wir genug hatten vom hin und her, spazierten wir durch die Wiese zurück, pflückten Blumen und es fühlte sich an wie früher. Ausgeschaukelt, glücklich, unbeschwert und leicht, geerdet und voller Lebenslust.
Zu gerne möchte ich wissen, wer die Schaukel an diesem wunderschönen Baum festgemacht hat, um danke zu sagen, für diese Idee, diesen idyllischen Platz und dieses unvergessliche Erlebnis. Und vielleicht werde ich irgendwann losziehen, mit meiner Lieblingsbande, und da und dort ein paar Schaukeln anbringen. Für ein bisschen mehr Schaukelglück.
  
   

STAND DER DINGE: AUGENRINGE

Die letzten Jahre fielen für mich schlaftechnisch eher ungünstig aus. Also eigentlich total ungünstig bis sauschlecht. Unsere Kleine ist nämlich eine Nachteule; ich aber so gar nicht. Umso glücklicher bin ich, wenn mal eine Nacht einfach durchgeschlafen wird. Ha, ha, wenn ich dann überhaupt schlafen kann und nicht vor lauter Überraschung schlaflos neben schnarchenden Kindern liege und verzweifelt in die Dunkelheit starre.

Letzte Nacht war mal wieder eine Nacht der „Frau der Ringe“… Der Augenringe! Das geht so:
22.30 Uhr: Die Kleine hustet. So ein Husten, ihr wisst schon… Ich hänge nasse Tücher auf im Kinderzimmer.

23.00 Uhr: Wir nehmen die arme Hustenmaus zu uns ins Bett. Hier, zwischen Mama und Papa, hustet sie vor sich hin. Ich nehme sie in den Arm und streichle sie, bis sie sich beruhigt.

23.11 Uhr: Ich stehe auf, wärme den Bienenwachswickel und lege ihn der Kleinen auf die Brust. Sie hustet und mir bricht das Herz. Ich taste das Bett nach ihrem Schnulli ab. Spurlos verschwunden. 

Ich stelle mich auf eine lange Nacht ein. 

23.45 Uhr: Ihre Nase ist total zu. Ich suche den Nasenspray… der war doch irgendwo. Verflixt und zugenäht, warum um Himmelswillen legen wir die Dinge, die wir brauchen, immer nicht zurück an ihren Ort? Ich dreh durch. Ab morgen werde ich IMMER alles wieder zurück an seinen Platz schaffen… Ehrenwort! Uff, Nasenspray gefunden. Jetzt aber schnell ins Bett. 

01.19 Uhr: Ich bin eben abgetaucht, in meinen Schlaf… Die Kleine liegt quer. Ich habe abwechselnd einen Fuss im Gesicht oder einen Ellbogen am Kopf. So wird das nichts… Sie ist so unruhig. Ich stehe auf und hole ein Glas Wasser für sie. Auf dem Weg in die Küche springt mir eine fröhliche Katze entgegen. Spielen, spielen, mauzt sie und ist guter Dinge. Nö, Süsse, jetzt nicht.

03.27 Uhr: Der Grosse ist durstig und stampft ins Badezimmer. Licht an, Wasser an, Wasser ab, stampft zurück. Licht bleibt an. Ich stehe auf, drehe das Licht ab und als ich zurück ins Bett möchte, liegt da bereits der Grosse, lang und breit ausgestreckt neben der Kleinen. Ich lege mich unauffällig zwischen die beiden. Seit ich Kinder habe, bin ich Elastygirl, kann mich verbretzelt um meine Kinder legen, pas de problème.

03.40 Uhr: Mein Liebster packt seine Decke und sein Kissen und wandert aus, schleicht Richtung Kinderzimmer. Gute Idee und ich bin ein bisschen neidisch.

04.45 Uhr: Die Kleine hustet und der Grosse erwacht… Die wohl ungünstigste Zeit, wach zu werden. Drei Uhr in der Früh ist doof, aber man hat ne Chance, dass alle nochmals einschlafen… Aber knapp vor fünf? Nein!!! Ganz schlecht. Leicht verzweifelt gehe ich im Kopf durch, wie ich es wohl schaffen kann, den Rest des Tages über die Runden zu bringen und rechne aus, wie viele Stunden ich irgendwie überstehen muss, bis wieder 20 Uhr ist und ich mich wieder hinlegen kann (theoretisch hinlegen könnte…).

Draussen bricht der Tag an und ich könnte im Stehen schlafen.

04.47 Uhr: Die Kleine ist hellwach. Sie schaut sich um und freut sich so, dass wir zu dritt im Bett liegen. Laut und fröhlich sagt sie: Fast ganze Familie im Bett. Der Grosse schaut mich an und lacht. Ihr zwei Spassvögel… sehr lustig.

04.50 Uhr: Ich gebe auf und frage: Kinder, mögt ihr ein Vogelkonzert hören? Beide nicken. Gut, dann deckt euch bis zur Nasenspitze zu und seid ganz still. Ich öffne das Fenster einen Spalt. Wir spüren, wie die kühle Luft ins Zimmer schleicht und hören, wie die Vögel singen. Wunderschön pfeifen sie ihre Lieder in den neuen Tag, und weil die Welt noch so leise ist, hört man das Gezwitscher um so intensiver. Der Grosse flüstert: Das sind die Vögel, die wir im Winter gefüttert haben. Jetzt singen sie DANKE. Ja, wie schön. Mucksmäuschenstill liegen wir drei aneinandergekuschelt unter den warmen Decken und folgen den zauberhaften Melodien. Ich bin hundemüde nach dieser Nacht, aber so gerührt vom Moment und diesen heilsamen Klängen. Ein Vogelkonzert nur für uns. 
Und als ich ein wenig später das Fenster wieder schliesse, sind die Kinder doch noch einmal eingeschlafen.
Was für ein Glück. Schnell schlüpfe ich zurück zu den zweien. Und jetzt aber husch, noch ein bisschen Schlaf einsammeln, bis dann wirklich Aufstehzeit ist. 

Der frühe Vogel mit den tiefschwarzen Augenringen findet bestimmt auch später noch n Wurm.

Müde Grüsse nach da draussen.
Sandra

PFLANZTAG IM HOCHBEET // DIY

Ein kleiner Garten, ein paar Blumen, ein bisschen Gemüse – das wäre traumhaft. 
Selbstversorger mega-light. Und weil es Träume gibt, die man unbedingt wahr machen sollte, habe ich angefangen, das Internet nach Hochbeeten zu durchforsten, habe in Gartenbüchern geblättert, verschiedenste Pflanzkübel begutachtet und hin und her überlegt. Schlussendlich kam dann aber alles ganz anders als gedacht. Wie so oft, wenn man anderen Menschen von seinen Träumen erzählt. 
Meine Nachbarin, die Anna, hatte sich alte Holzkisten zum Bepflanzen organisiert. Und uns kurzerhand eine ausgediente Holztruhe geliehen! So kamen wir am Wochenende zu unserem eigenen, wunderhübschen Minigarten. Genau richtig, um in unserem Gemeinschaftsgarten ein Gemüse- und Blumenbeet einzurichten.
Die Gartenutensilien geschnappt und fröhlich pfeifend in den Garten spaziert.

Erst haben wir für unseren zukünftigen Garten ein sonniges Plätzchen gesucht. 

Nicht einfach, in unserem Garten, ein Schattenloch mit Moos und Schnecken. Dazu kommt, dass da schon ein Trampolin steht, der Kletterbaum unbedingt zugänglich bleiben sollte und die Buddelkiste einen grossen und wichtigen Platz einnimmt. 
Als der geeignete Hochbeet-Ort gefunden war, haben wir die Truhe auf Backsteine gestellt, das Innenleben mit einer Folie ausgekleidet und dann Holzspäne  eingefüllt. Darauf kam tüchtig viel Kompost und zum Schluss feine Erde. Die einzelnen Schichten wurden von den Kindern mit den Schuhen gut angedrückt und verteilt.
Sonnenblumen, Tomatenpflänzchen, Ringelblumen und die Paprika, die die  Kinder schon von ein paar Wochen ausgesät hatten (hier gehts zum Link), haben wir liebevoll in den „Garten“ ausgepflanzt und dann alles lange und sehr gut gewässert.

Gut Ding will eben Weile haben…

Ständig gucken die Kinder nach, ob schon was Leckeres reif ist, ob die Pflänzchen schon gewachsen sind oder ob vielleicht noch mehr gewässert werden sollte? Der Grosse würde so gerne ganz bald ernten und Gemüse knabbern. Tja, das mit der Geduld ist wohl das Herausforderndste an unserem ganzen Hochbeet-Projekt. Auf jeden Fall ist es eindrücklich und spannend mitzuerleben, wie aus dem kleinen Samenkorn ein grünes Pflänzchen wächst, wie es anfängt zu blühen und wie aus dessen zarten Blüten irgendwann ein rotes Tomätchen heranreift! Die erste kleine Tomate werden wir uns ehr und redlich teilen. Und es wird ein Festessen werden!
Oh, apropos: Salatgurke würde dazu passen… und Kürbis wäre fein. Und Karotten und Salat mmmhhh… Es hat da nämlich noch eine Ecke, in der etwas Platz ist.

Den ganzen Nachmittag haben wir es uns und unseren Pflänzchen schön gemacht, gegraben und gewässert und darüber fabuliert, wie alles wächst und gedeiht. Nun hoffen wir auf viel Sonne, Wärme, ab und zu ein paar Regentropfen. Und darauf, dass die Schnecken bitte zum Nachbarn gehen!

Ein Leben mit Gartenerde unter den Fingernägeln ist einfach ein gutes Leben!
Ich wünsche euch und euren Liebsten viel Freude, da draussen im Frühling.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra
Übrigens: Alles Material für unser Hochbeet (ausgenommen die Pflanzkiste) haben wir bei uns im Baumarkt bekommen. 
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vielen Dank