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FEUERANZÜNDER ZU WEIHNACHTEN (DIY)

Auf dem Nachhauseweg von der Kita fragt die Kleine: „Mama, wo sind meine Bokal?“ Bokal? Ich verstehe kein Wort und frage: „Was suchst du?“ Sie, ein bisschen ungeduldig: „Meine Bokal.“ Ich tu so, als ob ich überlegen würde, schaue nach links und nach rechts, aber in Wahrheit habe ich keine Ahnung, was Bokal sind… Bokal, Bokal… Dann zieht sie aus ihrer Jackentasche zwei kleine Tannenzapfen und sagt freudig. „Hier, schau, so schöne Bokal!“ Ach so… DIE (eigentlich Pockerln, Föhrenzapfen).  Österreichisch für Dummies Mamis…

Der Novemberwind war stürmisch. Er hat Äste von den Bäumen gerissen, den Garten mit Laub zugedeckt und uns mit vielen Föhrenzapfen/Pockerln beschenkt. In einem grossen Korb haben wir diese gesammelt und getrocknet, damit gespielt, gebastelt und unseren Jahreszeitentisch geschmückt. Es sind heuer so viele, dass uns einige von ihnen als hübsche Feueranzünder dienen werden. Eingegossen in Sojawachs und mit einem Kerzendocht versehen, sind sie wunderschöne Anzünder für das Kamin- oder das Lagerfeuer im Garten.

Sie sind einfach gemacht, und wie immer ist es eine Arbeit, bei der Kinder viel mithelfen können. Bei der Herstellung und dann natürlich beim Entfachen des Feuers

Um eure eigenen Feueranzünder herzustellen braucht ihr: 

– gut getrocknete Föhrenzapfen
– kleine Kuchenformen oder Giessformen, in denen die Zapfen Platz haben
– Kerzendocht
– (Bio-) Sojawachs
– Zeitungspapier als Arbeitsunterlage
– einen Topf mit Wasser
– Einen feuerfesten Topf/Krug in dem ihr das Sojawachs schmelzt
– etwas Olivenöl
– einen Backpinsel
– ein altes Tuch (einfach so, für den Fall…)
– eine Schere

Und so wird’s gemacht:

Schmelzt das Sojawachs nach Anleitung des Herstellers.
(Füllt einen Krug oder einen Topf mit den Sojawachsflocken und stellt diesen dann in einen zweiten Topf mit Wasser auf den Herd. Erwärmt das Wasser, sodass das Wachs langsam schmelzen kann. Das Wasser soll bitte nicht kochen. Es brauch einen Moment, bis das ganze Wachs geschmolzen ist. Die Kinder beobachten gerne, wie das Wachs schmilzt. Bitte beaufsichtigt die Kinder dabei immer, denn das Wasserbad wird doch sehr heiss.)
 
In der Zwischenzeit bereitet ihr euren Arbeitsplatz vor. Deckt eine hitzebeständige Oberfläche mit reichlich Zeitungspapier ab und lasst eure Kinder schöne Zapfen aussuchen, die gut in die Formen passen und drinnen stehen können. 

Dann bepinselt ihr die Formen mit Hilfe des Backpinseln sparsam mit Olivenöl. Auch dabei können die Kinder sehr gut mithelfen. 

Schneidet die Kerzendochten 3cm länger zu als die Höhe der Formen und gebt in jede Form einen Docht.
  
Dann giesst ihr das flüssige Wachs vorsichtig in die Formen. Lasst zum Rand einen kleinen Abstand, sodass das Wachs nicht über die From schwappt, wenn ihr die Zapfen hinein setzt. 

Wichtig: Das flüssige Wachs ist sehr heiss und nichts für Kinder!!!
Sobald das Wachs ein bisschen erkaltet ist (bevor das Wachs undurchsichtig wird!) könnt ihr die Tannenzapfen in die Formen stellen. Mit eurer Unterstützung können die Kinder dabei gut mithelfen.

Lasst das Wachs in den Formen ganz aushärten. Das braucht ein bisschen Geduld, aber es lohnt sich, zu warten…
Wenn ihr die Formen ein bisschen biegt, könnt ihr das Wachs nun sehr leicht daraus lösen. 

Fasziniert und voller Freude haben wir ganz viele Feueranzünder hergestellt und waren angetan von den vielen kleinen Tannenbäumchen im Winterwald, die aussehen wie Weihnachtspatisserie aus dem Märchenland. So haben wir nun für dieses Weihnachtsfest reichlich Wärme und Gemütlichkeit zu verschenken und freuen uns jetzt schon, unsere Familie und all unsere lieben Freunde damit zu überraschen.
Euch wünsche ich von Herzen eine freuderfüllte, innige Zeit.
Alles Liebe, Sandra
Die Idee zu diesen Tannenzapfen-Feueranzündern habe ich im wunderschönen Buch „Natürlich selbstgemacht“ von Nicola Gouldsmith und Jacqueline Mann gefunden. Ein tolles Buch voller Inspirationen!

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Vielen Dank

BIENENWACHSKERZEN ROLLEN (DIY)

Alle Jahre wieder… 
…freue ich mich auf das Bienenwachskerzen-Drehen mit den Kindern. Weil es ur gemütlich ist, umhüllt von diesem zauberhaften Duft zusammenzusitzen und die Wachsplatten zu Kerzen zu drehen. Zu den schönsten Kerzen, mit dem wärmsten Schein überhaupt, wie ich finde.

Bienenwachskerzen fertigen ist ein feines, sinnliches Handwerk mit einem grossartigen Naturprodukt, welches uns verregnete Herbstnachmittage vergessen oder die Kinder nach einem Nachmittag draussen zur Ruhe kommen lässt. UND: wir haben ganz entspannt und voller Freude unsere ersten wunderschönen Weihnachtsgeschenke gefertigt.
Es ist, wie immer, ganz einfach: Die Bienenwachsplatten (ich mag die mit 100% Bienenwachs)  müssen Zimmertemperatur haben. Sind sie zu kühl, lassen sie sich nicht rollen und brechen stattdessen. Ihr könnt sie auch mit dem Föhn ein bisschen erwämen, sodass sie sich besser verarbeiten lassen.
Falls ihr auf einer unebenen oder heiklen Arbeitsplatte werkelt, benutzt bitte eine Unterlage. Schneidet die Wachplatten zuerst in die gewünschte Grösse. 
Legt den Docht auf den Plattenrand, an der Seite 1,5 cm über den Rand stehend und achtet dabei darauf, dass der richtige Teil des Dochtes unten ist. Teilweise sind die Dochte mit einem farbigen Punkt markiert (farbiger Punkt muss unten sein) oder mit einem Knopf (Knopf wäre oben, wo die Kerze angezündet wird). Drückt den Docht leicht in die Wachsplatte und legt das Wachs dann um den Docht. Dabei brauchen kleinere Kindern noch etwas Unterstützung. 

Sobald der Docht im Wachs eingepackt ist, kann die Kerze langsam gerollt werden. Bei langen Kerzen kann man auch schon mal vierhändig rollen. Ist die Platte aufgerollt, drückt ihr die „Naht“ leicht an.

     
Ihr könnt die Wachsplatten natürlich auch diagonal schneiden und dann die lange Seite zur kurzen rollen. So entstehen verschiedene Kerzenformen.

Bei uns entstanden lange Stabkerzen, Zwischengrössen und natürlich auch noch die süssen Zwergenkerzen für Tomte Tummetott…

Gemeinsam haben wir die Kerzen „gebündelt“. Die Kinder haben sie mit selbstgemachten Etiketten versehen und so noch viel, viel hübscher gemacht. Nun warten die goldenen Schätze noch ein bisschen, bis sie dann an Weihnachten unter den Weihnachtsbaum gelegt werden. Ich freu mich jetzt schon.
Von Herzen wünsche ich euch eine friedliche, herzenswarme Novemberzeit mit vielen gemütlichen Momenten und Augenblicken der Kreativität und Freude. 
Alles Liebe, Sandra

Wunderschöne Bienenwachsplatten mit Dochten habe ich am Bienenfest am Himmel bei einem Imker gekauft. Es lohnt sich auf jeden Fall, Platten vom Imker in der Nähe zu besorgen. Falls das schwierig ist, bekommt ihr auch hier welche mit 100% Bienenwachs, die, wie ich finde, gut zu verarbeiten sind.

ST. MARTIN – EINE GESCHICHTE FÜR DIE KINDER

St. Martin steht vor der Türe und die Kinder sind aufgeregt. Sie freuen sich riesig darauf, mit den Lichtern durch die Dunkelheit zu gehen, gemeinsam Laternenlieder zu singen und sich danach ein Martinsgänschen zu teilen. Es ist ein zauberhafter Brauch und es bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, weshalb man am 11. November mit den Lichtern durch die Nacht zieht.  Aber manchmal kann so ein Anlass noch inniger erlebbar gemacht werden, wenn man die Kinder ein paar Tage vorher schon auf das Fest vorbereitet. Gemeinsames Laternen basteln, lecker Martinsgänschen backen und eben auch die Geschichte von St. Martin hören und den Kindern davon erzählen, wie es sich vor ganz langer Zeit begeben hat. 

Wenn ihr euren Kindern Geschichten erzählt, kann es leicht geschehen, dass ihr ihre Seele berührt. 
Und auch wenn sie nicht immer alle Worte einer Erzählung verstehen, ist es doch das Gefühl des Zusammenseins, das Spüren der Stimmung beim gemeinsamen Erleben, das was den Sinn einer Geschichte spürbar macht und das Kind nährt und berührt. Und das ist ja überhaupt das aller, aller Wichtigste. 

Hier findest du die Legende von St. Martin, so frei, wie ich sie meinen Kindern erzähle. 

Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann. Er hiess Martin und er war ein tapferer Ritter. Wie alle Ritter zu dieser Zeit trug Martin ein silbernes Schwert, einen Ritterhelm und einen roten, samtenen Mantel über seinen Schultern. 

Einmal, es war ein düsterer Novembernachmittag, war Martin mit seinem lieben Pferd auf dem Weg in eine ferne Stadt. Da kam der listige Nordwind und wollte die zwei Reisenden foppen. Er brachte Eiseskälte und Schneegestöber, liess die Wege gefrieren und pfiff Mensch und Tier durch Mark und Bein. Martins Pferd jedoch stapfte tapfer weiter und immer weiter. Es wollte Martin sicher in die Stadt bringen, bevor es dunkle Nacht wurde. Martin aber spürte, dass sein Pferd angestrengt war und liess es einen Moment ausruhen. Er strich ihm liebevoll über den Hals und sagte ruhig: „Na, wir gehen ganz langsam vorwärts. Keine Eile, wir werden ankommen und alles wird gut. Mein allerliebster Freund.“ Das Pferd wieherte und schnaubte, was so viel bedeutete wie: „Danke.“ 
Langsam wurde es Nacht und Pferd und Reiter trabten durch den Schnee. Der Wind pfiff und liess die Schneeflocken über die Welt sausen. Da erblickte Martin von weither ein Licht, die Lichter der Stadt. Das Pferd wurde schneller und schneller, jetzt wusste es, es ist nicht mehr weit. Es galoppierte durch den Schnee doch kurz bevor die zwei das Stadttor erreichten, blieb es plötzlich einfach stehen. „Was ist los? Wir sind gleich da. Nur noch ein kurzer Weg, komm, Pferdchen, komm.“ sagte Martin. Doch sein Pferd blieb stehen und tat keinen Schritt. So stieg Martin aus dem Sattel, strich seinem Pferd über den Kopf und da sah er plötzlich vor sich auf dem Boden, dicht bei den Wurzeln eines alten Baumes, etwas im Schnee liegen. Als er näher kam, erblickte er in der Dunkelheit einen Bettler sitzen. Der war in Lumpen gewickelt und fror ganz fürchterlich. „Was tust du hier?“ fragte Martin. „Ich versuche mich aufzuwämen, es ist so kalt“, erwiderte der Bettler. Martin nahm die Hände des Bettlers in die seinen und wärmte die kalten Finger. Dann zog er seinen roten Mantel aus, schwang sein Schwert und teilte damit den Mantel in zwei Teile. Den einen Teil legte er dem Bettler wärmend über die Schulter, den anderen Teil zog er sich selber über. Der Bettler war voller Glück. Und als er dann endlich „Danke“ murmeln konnte, sass Martin schon wieder auf dem Pferd und ritt geschwind durch das Stadttor. 
In dieser Nacht hatte Martin einen Traum. Er träumte von Christus, der die Hälfte seines Mantels trug und zu den Engeln sagte: „Martin hat heute mit mir seinen Mantel geteilt und mir in dieser kalten Nacht Wärme geschenkt.“
Martin konnte diesen Traum nicht mehr vergessen. Er beschloss, von nun an nicht mehr als Ritter durch die Welt zu ziehen und stattdessen als Mönch im Kloster zu leben. Er half den Armen und war da für die Menschen, die einsam waren. Die Menschen spürten, dass Martin ein guter Mensch war, und sie alle mochten ihn sehr gerne. Sie wünschten sich, dass er zum Bischof gewählt würde. Ein Bischof zu sein ist eine grosse Anerkennung. Es ist ein bisschen so, wie wenn man Chef ist. Martin aber hatte Angst vor dieser grossen Aufgabe. Er wollte ein ganz einfacher, bescheidener Mönch bleiben. Da sprang er weit weg und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänschen aber schnatterten so laut vor Freude, dass es natürlich sehr einfach war, ihn in seinem Versteck zu finden. So wurde aus Martin, dem Rittersmann, St. Martin, der Bischof. Und er lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage. Sein Pferd? Ach so ja, das liebe Pferd durfte von nun an natürlich im Klostergarten weiden und wenn Martin ihm Hafer brachte, dann wieherte es voller Freude.

Euch allen wünsche ich eine wunderschöne St. Martinsnacht, mit goldenen Lichtern, roten Kinderwangen, feinen Martinsgänschen, und einem Nordwind, der nur von ganz weit her zuschaut. 
Alles Liebe, Sandra

Im Jahreszeitenbuch von Christiane Kubik und Eva-Maria Ott-Heilmann findet ihr die St.Martins-Legende, Lieder, Rezepte und viele Ideen. Ein grossartiges Buch, welches einem durch das ganze Jahr begleitet.
In meinem Pinterest-Ordner findest du viele wunderschöne Inspirationen rund um St. Martin.

Mit liebem Dank verlinkt mit naturkinder

RÄBELIECHTLIUMZUG ODER EIN LICHTERDANK AN DIE NATUR (DIY)

  
Lueg mis Räbeliechtli aa
ich hans sälber gmacht
und jetzt lüchteds hell und schön
dur die dunkli Nacht
Ruhig trägä, nöd umäfägä und nöd aafaa rännä
somä Liecht muess glueged sii, wänns söll richtig brännä
(Gerda Bächli)

Wenn sich der November anschleicht, dann kommt diese stille Freude auf den Räbeliechtliumzug, eines der schönsten Feste im Jahr überhaupt. In den deutschsprachigen Kantonen der Schweiz ist der Räbeliechtliumzug eine Tradition, die jedes Kind kennt. Anfang November ziehen sie mit ihren selbstgeschnitzten Räbeliechtli singend durch die Dunkelheit. 
Obschon ich seit vielen Jahren im Ausland lebe, kann ich die Stimmung ganz genau spüren, den Herbstwald und die angebrutzelten Räbeliechtlis riechen, und  ich sehe die erleuchteten Kindergesichter vor mir. Es ist wunderschön mystisch, wenn man mit Kindern durch die dunkle Natur zieht, die beleuchteten Räben vor sich hertragend, Licht bringend in die Dunkelheit, zu den Tieren, den Bäumen, und all den anderen zauberhaften Wesen, die da auf uns warten. Wenn unsere Lieder die Stille erfüllen und wir mit langsamen Schritten in die Nacht hinaus gehen, sich an den Händen haltend, weil es doch links und rechts seeeehr dunkel ist, spürt man das grosse Glück der Einfachheit.

Im Mittelalter zählte die Räbe zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen. Die Rübe war die letzte Feldfrucht, die vor dem Winter geerntet wurde, und schon damals haben die Frauen und Kinder nach dem Einbringen der Ernte aus den Rüben zauberhafte Lichter geschnitzt. Diese Lichter erhellten den Familien den Weg, wenn sie in die Kirchen zum Erntedank-Gottesdienst wanderten. Heute noch ziehen im November Schweizer Kinder in Gruppen hinaus in die Nacht und tragen, beim gemeinsamen Singen, die kerzenbeleuchteten Räben (Rüben) durch die Nacht. 

Falls ihr nun Lust bekommen habt, ebenfalls eine Räbe zu schnitzen, findet ihr hier die Anleitung dazu.

Ihr braucht:

– Räbe (bedenke; je grösser die Räbe, desto schwerer ist sie zum Tragen…)
– ein grosses und ein kleines Messer (ev. Taschenmesser)
– Schneidebrett
– Apfelaushöhler, Apfelentkerner oder Löffel
– Schnitzwerkzeug (Rüstmesser oder Linolschnitzwerkzeug)
– Schüssel (für das Räbenfleisch)
– ev. Keksausstecher
– Stabkerze

   

Und so wird’s gemacht:

– Den Deckel (da wo die Wurzeln sind) der Räbe mit einem grossen Messer abschneiden. (ca. 3-5cm)

– Nun beginnt ihr, mit dem Aushöhler oder dem Löffel, die Räbe auszuhöhlen. Die Wand sollte ca 1/2 cm dick sein. Am einfachsten geht dies, wenn ihr von der Mitte aus zum Rand aushöhlt. Achtet darauf, dass die Räbenwände nicht zu dünn werden, ansonsten fällt die Räbe in sich zusammen. Falls ihr unsicher seid, ob die Räbe schon genug gehöhlt ist, haltet sie gegen eine Lichtquelle. Schimmert das Licht durch, hat das Aushöhlen ein Ende.

– Jetzt kann die Räbe geschnitzt werden. Am Schönsten ist es wohl, wenn die Kinder ihre Formen mit einem spitzen Bleistift vorzeichnen, man dann gemeinsam mit der Messerspitze  oder dem Schnitzwerkzeug die Formen einritzt und dann nur die dunkle Räbenhaut abzieht. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch Keksformen nehmen, diese leicht in die Räbe drücken, sodass die Räbenhaut eingeritzt ist, und dann mit dem Messer die Haut abschälen.
Achtet darauf, dass ihr mit dem Ausstecher nicht durch die Räbenwand durchstecht. 
Um das Schnitzmesser kindersicher zu machen, könnt ihr die Klinge, bis ca. 1cm vor die Spizte mit Klebeband umwickeln. 

– nun bohrt ihr in der Mitte der Räbenunterseite ein Loch, durch das die Stabkerze gestossen wird. 

GANZ WICHTIG: DAS LOCH MUSS GANZ KNAPP AUSFALLEN. DIE STABKERZE MUSS SCHWER DURCH DAS LOCH DURCHGEDREHT WERDEN, ANSONSTEN WACKELT DIE RÄBE AN DER KERZE.

Dieser Schritt ist der kniffligste von allen, und es kann tatsächlich passieren, dass das Loch mal zu gross gerät. Dann umwickelt ihr die Stabkerze so oft mit Aluminiumfolie, bis sie dick genug ist und wackelfrei in die Räbe passt. Sieht nicht superschön aus, aber erfüllt den Zweck… Und niemand sieht das in der Nacht!

Achtet darauf, dass die Flamme der Kerze nicht über den Räbenrand züngelt. Sobald die Kerze bis zur Räbe abgebrannt ist, könnt ihr die Kerze wie eine Schraube wieder ein kleines Stück nach oben drehen.

Nun ist euer Räbenliechtli fertig. Bevor ihr auf den Weg geht, beachtet bitte noch folgendes:

-Es hilft, wenn man mit den Kindern eine Proberunde bei Tageslicht macht und ihnen zeigt, wie man die Kerze mit der Räbe gerade hält, genug Entfernung zur Nasenspitze hält und mit dem Kerzenlicht in Händen nicht hastet. Besser ist es, zu stolzieren. 

– Zieht Kindern mit langen Haaren eine Mütze auf oder bindet ihre Haare gut zurück. 

– In der Nacht tendieren wir dazu, schnell zu gehen, statt langsam zu schreiten. Mit dem Räbenliechtli in der Hand soll man jedoch langsam gehen, Schritt für Schritt. Dabei hilft es, wenn ihr die Lieder bewusst langsam singt und euer Schritttempo dem Rhythmus der Gesänge anpasst.

– Bitte begleitet und beaufsichtigt euer Kind, wenn es mit dem Räbenliechtli herumgeht. Helft dem Kind auch draussen, die Räbe aufrecht und in genügend Abstand zum Gesicht zu halten und führt es an der Hand, damit es in der Dunkelheit nicht hinfällt. In der Nacht draussen zu sein, selber ein Kerzenlicht in den Händen zu halten, die eigene Stimme in der Stille zu hören, die Geräusche und Düfte wahrzunehmen ist so stimmungs- und geheimnisvoll, dass die Kinder manchmal einfach vergessen, auf ihr Licht zu achten. 
– Nach dem Umzug stellen die Familien ihre Räbenliechtlis vor die Haustüre, auf den Balkon, in die Gärten oder auf die Fensterbretter. Entfernt dazu die Stabkerze und stellt stattdessen ein Teelicht in die Räbe. Die Räbe kann so lange beleuchtet werden, bis sie schrumpelig ist. Dann übergibt man sie dankbar dem Kompost.

– Übrigens: Ganz traditionell sind an den geschnitzten Lichtern Schüre befestigt, an denen die Kinder die Räbe tragen. Ich fand diese Art ungünstig, weil die Lichter beim hin und her schaukeln immer an die Kinderbeine schlugen und auslöschten und weil die Kinder ihre eigenen Schnitzereien so nicht sehen können. Zudem mag ich es so gerne, wenn das warme Licht die Kindergesichter erleuchtet. Ich finde, dass sich die Variante mit der Stabkerze sehr bewährt hat.

Ich bin mit miim Räbeliechtli
underwägs hüt Znacht
und ich lüüchtä wie das Liecht
wo alles heller macht
(Andrew Bond)
Ich geh mit dem Rübenlichtlein
auf den Weg heut Nacht
und ich leuchte wie das Licht
das alles heller macht 
Ich wünsche euch viel Freude, viel Licht und stimmungsvolle Momente mit euren Kindern. 
Alles Liebe, Sandra
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GESPENSTERDEKO SCHWUPDIWUP (DIY)

   
HERE COMES HALLOWEEN

Halloween kommt meist überraschend. Letztes Jahr hat der Grosse am Nachmittag des 31. bemerkt, dass am Abend Halloween ist und nein, wir haben uns nicht lumpen lassen. Her mit den Papiertaschentüchern und dem schwarzen Filzer und los gings mit der Türschmuckdeko und den „verkleideten“ Lollies für die Hexen, Vampire und Monster vor der Türe. 

Zum Glück habe ich ein Handwerkerkind und so ging es heiter, lustig und flott an die Gespensterschar. Heuer haben wir vorgesorgt: Wir lesen zusammen „das kleine Gespenst “ von Otfried Preussler und haben aus Stoffresten, Wolle und ein paar Ringschrauben kleine Gespenstermarionetten gewerkelt. Wie immer einfach, um mit Kindern anzufertigen und toll zum Spielen. So gehen bei uns also schon seit einigen Tagen die Gespenster um und rasseln mit ihren Schlüsseln. Boohoo!
Anleitung für die Marionetten: 
– Ihr braucht ein Stück Stoff (Gardine, Mullwindel, auch ein altes, dünnes Küchentuch oder Duvet passt perfekt), mehr oder weniger in ein Quadrat geschnitten 
– Garn
– Wollnadel
– Schafwolle oder etwas Watte
– ein kleiner Schlüsselring
– ein paar kleine Ringschrauben als Schlüssel
– eine Schere
– ein Schaschlik-Spiess, die Spitze bitte unbedingt abgeschnitten, dass sich niemand verletzt!
– Filzer, wenn möglich wasserfest 
– Schneidet aus dem Stoff ein quadratisches (ungefähr quadratisch… wir sprechen hier von Gespenstern, da darf es auch ein bisschen schief sein, würd ich meinen) Stück.
– Macht aus der Schafwolle, der Watte oder Stoffrestchen eine „Kugel“ für den Kopf, legt diese in die Mitte des Stoffes und umwickelt sie mit dem Garn. Die Kopfform könnt ihr später noch zurechtdrücken.
– Legt das Gespenst in einem Dreieck vor euch hin. Nun werden an den beiden äusseren Enden mit der Schafwolle die Hände abgebunden.
– Ein Gespenst! Kleine Kinder können jetzt bereits damit spielen, für die Grösseren können nun die Schnüre für die Marionette durch Kopf (ja, AUA! Geht aber vorbei, der Schmerz…) und die beiden Hände gezogen werden.
  
– Gebt die kleinen Ringschrauben auf den Schlüsselring und fädelt diesen dann auf den Garnfaden der einen Hand
– Bindet alle drei Fäden in gewünschter Länge auf den Holz-Spiess und verknotet diese fest. Wenn ihr wollt, könnt ihr an die Enden des Spiesses noch Holzperlen aufstecken und ankleben, damit die Enden schön „versäubert“ sind. 
– Zeichnet eurem Gespenst ein Gesicht auf. Mit den Malblöcken haben wir noch Wangen aufgemalt. 
Und schon ist das kleine Gespenst bereit zum Ausfliegen. Viel Spass BOOHOO!
Die 10 Minuten Gespenster-Türdeko: 
Für alle, die eben erst erfahren haben, dass Halloween stattfindet…
Ihr braucht dafür:
– Kleenex, Papiertaschentücher, oder weisse Stoffreste.
– Faden
– dünner Filzer
– Schafwolle oder Watte, um die Köpfe zu stopfen.
Die Gespenster werden genau so gemacht, wie die Marionetten, einfach ohne Hände. 
Schafwolle zu einer kleinen Kugel formen, in die Mitte des Taschentuches legen und „einpacken“. Mit dem Faden umwickeln, dann Gesichter aufmalen und den Faden von unten durch den Kopf ziehen. Aufhängen. Fertig.

Süsses für die Rabauken:
Die ganze Süsskrameinsammelei an Halloween finde ich überflüssig und geht mir auf den Nerv. Das muss hier einfach auch mal gesagt sein. Losziehen und sackweise Zuckertrash nach Hause zu schleppen finde ich so überflüssig wie die süsskramgefüllten Mitgebsel-Säckchen an den Kindergeburtstagen. Aber gut, würde ich den Kindern an Halloween Karotten- und Gurkensticks anbieten, wäre mir die Auszeichnung der „greatest Partybremse ever“ sicher. 
So habe ich letztes Jahr Lutscher gekauft und diese mit meinen Kindern zu Gespenstern „verpackt“. Die Hexen und Vampire vor unserer Türe waren überrascht und erfreut über die süssen Gespenster und zogen zufrieden weiter. Und der schwache Trost für mich: das Zuckerzeug war wenigstens liebevoll verpackt.
Die Lutscher sind einfach und schnell aufgehübscht. Ihr braucht:
– Taschentücher
– ein schwarzer Filzer
– Faden
– wenn möglich runde Schleckstengel, Lollies, Lutscher oder Schleckis
    
Papiertaschentuch um den Schlecki binden, mit dem schwarzen Filzer die Gespenstergesichter aufzeichnen, fertig.
Na dann, auf ein lustiges, gruseliges Halloween. Alles Liebe und passt auf euch auf, wenn die Gespenster kommen…

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BLÄTTERKRANZ (DIY)

Durch den Herbst zu spazieren, ohne dabei Blätter zu sammeln, gelingt uns nie und nimmer. Der Kindergarten-Nachhauseweg führt uns durch den Park, in dem uralte Bäume stehen, die uns tagtäglich einen raschelnden Blätterteppich unter unsere Füsse zaubern. Blätterstrauss um Blätterstrauss tragen wir nach Hause. Und dann? Aus den grossen Blättern fertigen wir Herbstkronen oder legen diese auf unseren Jahreszeitentisch. Bleiben noch viele übrig für unseren Herbstkranz.
Für einen Kranz baucht ihr Schnur und eine dicke Nadel, ein bisschen Geduld und Zeit. 
Fädelt die Schnur in die Nadel, macht am Ende der Schnur einen dicken Knoten. Beginnt dann, jedes einzelne Herbstblatt aufzuziehen. 
Auffädeln, mit dem warmen Duft der Herbstblätter in der Nase, ist eine wunderschöne Tätigkeit, die gerne von Kindern ausgeübt wird. Sie ist eine sinnvolle, sinnliche Erfahrung für die Feinmotorik und bietet Gelegenheit, in der Ruhe des Tuns zu plaudern, zu singen, Geschichten zu erzählen und Zeit zusammen zu verbringen.

Das ist alles. Und mehr braucht es nicht.
Geniesst den Herbst, er ist ganz wundervoll.

HERBSTLICHES MARRONIMUFFIN-REZEPT (GLUTENFREI)


Herbstzeit ist Marronizeit und Lieblingszeit!
Der Geschmack der Marronis erinnert mich immer an meine Kindheit. Im Süden der Schweiz, im Tessin, findet man nämlich ganz viele Edelkastanien-Bäume. Viele Jahre galt dort die Kastanie als Grundnahrungsmittel, und die Familien waren im Winter auf eine gute Ernte angewiesen. Werden die Marronis getrocknet, können sie haltbar gemacht oder zu Mehl weiterverarbeitet werden. Eine Tessiner Marroniverkäuferin in Berlin hat mir einmal versichert, dass man ganz gesund bleibt, wenn man jeden Tag Marronis isst (und ein bisschen bin ich froh, hat sie keine Fitnessabos verkauft…).

Längst ist die Baumfrucht nicht mehr das „Brot der Armen“. Für mich, als Zöliakistin, ist sie ein wunderbar schmackhafter und gesunder Ersatz zu glutenhaltigen Nahrungsmitteln. Weiterlesen„HERBSTLICHES MARRONIMUFFIN-REZEPT (GLUTENFREI)“

HERBSTMÄUSCHEN FILZEN DIY

   

Zehn kleine Mäusekinder lauern im Versteck
(Hände hinter dem Rücken verstecken)
Zehn kleine Mäusekinder werden plötzlich keck
(Hände kommen hinter dem Rücken vor, Finger bewegen sich)
Zehn kleine Mäusekinder springen hin und her
(Hände mit zappelnden Fingern hin und her bewegen)
Zehn kleine Mäusekinder finden das nicht schwer
(„)
Zehn kleine Mäusekinder tanzen ringsherum
(mit den Zappelfingerhänden einen grossen Kreis machen)
Zehn kleine Mäusekinder finden das nicht dumm
(„)
Da kommt die Katz, was für ein Schreck
und alle Mäuschen laufen weg.
(Beide Hände ganz schnell wieder hinter dem Rücken verstecken)

Unserer Nachbarin hatte Mäusebesuch bei sich zu Hause. Hungriger Mäusebesuch, der eigentlich nicht geladen war. Und es war eine grosse Aufregung, bis sie die ganze Mausfamilie wieder da hingebracht hatte, wo sie eigentlich hingehören. Nach draussen. Meine Kinder haben sich die Mäusebande in der Wohnung süss und lustig vorgestellt, so dass sie nicht mehr aufhören konnten, von eigenen Mäuschen zu träumen. Das wärs gewesen, ein Haus voller Mäuse. Auch für unsere Katze eine wahrlich traumhafte Vorstellung. Nur ich wollte lieber nicht… Und so musste halt eine gefilzte Alternative her. Und die sind auch sehr süss und nicht so hungrig. Die perfekten Haustiere, eigentlich.

Nass-Filzen mit Kindern ist sinnlich und lustig und gemütlich und schön. Das Werkeln mit der Wolle im warmen Seifenwasser hat etwas Beruhigendes, fast schon Meditatives und ist doch sehr anregend. Eine wunderschöne Tätigkeit, genau richtig für einen gemeinsamen Herbstnachmittag draussen im Garten oder einen verregneten Nachmittag drinnen in der warmen Küche.

Alles was ihr braucht, um ein Mäuschen zu filzen:

– Eine Handvoll Filzwolle/Vlieswolle in der Farbe eurer Wahl

– Becken
– Krug mit warmem Wasser
– eine Handseife (Schafmilch- oder Olivenölseife)
– ein altes Handtuch
– ein Stein (in Mäuschengrösse)
– ein Becher, gefüllt mit einem Schluck Essig und Wasser

Für die „Feinarbeit“:
– Nadel und Faden
– zwei kleine Perlen für die Augen (alternativ könnt ihr die Augen auch aufsticken)
– ein Stückchen Filz in der Farbe eurer Wahl
– eine Schere

Zupft die Schafwolle in fünf Stränge und umwickelt euren Stein mit vier davon. Bitte schaut darauf, dass ihr jeden Strang im Kreuz wickelt. Das heisst, jeder Wollstrang wird in einer anderen Richtung gewickelt; längs, quer und an der kurzen Seite… (der fünfte Strang wird das Mäuseschwänzchen, muss also noch warten.)

Ist der Stein weich eingehüllt, gehts ab mit ihm zum warmen Wasser. Gerne könnt ihr mit einer Reibe ein bisschen Seife in das Wasserbad reiben, oder aber ihr lasst die Kinder mit den Händen ein Seifenbad machen. Achtet darauf, dass das Wasser immer warm ist. So warm wie möglich, aber nicht zu heiss für die Kinderhände. 

Zu Beginn des Filzens achtet darauf, dass der Wollstein nicht zu nass wird. Dabei brauchen kleinere Kinder eventuell eure Hilfe, denn zu Beginn darf der Stein nur mit nassen, seifigen Händen gedrückt werden. Ähnlich, wie wenn ihr einen Schneeball formt. Die Seife und das warme Wasser lassen die Wollfasern langsam ineinander verfilzen und ihr spürt, wenn die Wolle fester und kompakter wird. Ist dem so, können die Kinder beginnen, ihre Mäuschensteine zu reiben, zu streicheln und zu drücken. Natürlich immer mit viel warmem Wasser und viel Seife, wie es sich gehört! Ihr könnt die Wollsteine zum verfilzen auch über eine Luftpolsterfolie reiben. 

Ja, gut Ding will Weile haben, denn nun muss der Mäusepelz richtig gut festgefilzt werden. Singt dazu, erzählt euch Mäusegeschichten, macht Schaum und spielt mit den Mäusen im Mäuseschaumbad.
Währenddem eure Kinder die Steine umfilzen, könnt ihr schon mal mit dem letzten Wollstrang den Mäuseschwanz herstellen. Schaut dabei darauf, dass der Schwanz nicht zu dünn wird. Nehmt den Wollstrang und zieht ihn etwas auseinander. Wässert die Wolle mit dem Seifenwasser nun leicht und rollt die Form so aus. Wenn der Strang zu nass ist, ist es schwierig, eine Rolle zu formen. Wenn der Mäuseschwanz seine Form angenommen hat, reibt sie zwischen euren seifigen Händen. Ist die Wolle fest geworden, können die Kinder diese auf der Noppenfolie noch gut von der Mitte aus ausrollen. So, wie bei einem Brotteig. Dann ist der Mäuseschwanz fertig. 
Sind Maus und Schwanz gefilzt, spült ihr sie mit reichlich klarem Wasser aus, legt sie dann ins Essigbad, um die Seifenreste zu neutralisieren und danach auf ein Tuch zum trocknen.

Wir haben aus grauem und rosa Filz je zwei Ohren ausgeschnitten und diese, zwei Perlenaugen und den Schwanz, an den Mäusekörper genäht. 
Und nun sitzen die zwei gemütlich auf unserem Jahreszeitentisch, werden immer wieder zum Spielen abgeholt oder erzählen unserer Katze ein paar Mäusewitze. Kennste den: Sitzt ne alte Katze aufm Sofa… 

 
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KÖNIGSKRONE FÜR HERBSTKINDER (DIY)

Der Herbst ist golden und reich und er beschenkt uns jeden Tag mit seinen Gaben. Nie kommen wir mit leeren Händen nach Hause, was für ein Glück. Gestern haben wir auf unserem Spaziergang Platanenblätter gesammelt und uns gleich damit geschmückt. 
Und so gehts:

Sammelt Blätter von Platanen oder vom Ahornbaum. 
Schneidet die Stängel schräg von den Blättern ab. Die Stängel werden die „Nadeln“, mit denen die Herbstblätter zusammengesteckt werden.
Faltet die Blätter im unteren Drittel um und steckt sie ineinander.
Mit den Stängeln heftet ihr die ineinandergesteckten Blätter zusammen. 
Wenn die Herbstkrone lang genug ist, verschliesst ihr das erste und das letzte Blatt ebenfalls mit einer Stängelnadel.
Fertig ist die Königskrone und das Herbstglück ist vollkommen. 
Tanz mein Blättchen tanz,
dein Kleidchen ist noch ganz
der Herbst zieht in die Welt hinein 
komm tanz im warmen Sonnenschein
im warmen Sonnenschein
Ich wünsche allen Königinnen und Königen einen wunderschönen, sammelfreudigen und bunten Herbst. Alles Liebe, Sandra

PFIRSICHMARMELADE (DIY)

Den Sommer konservieren

Der Herbst schleicht sich an, ganz leise, und ein bisschen habe ich getan, als würde ich ihn nicht bemerken. Ich freue mich jedes Jahr auf den Herbst, der so reich und bunt daher kommt. Mit ihm ist immer etwas los, und eigentlich gehört er zu meinen Lieblingskindern des Jahres. Und doch macht sich jedes Jahr, wenn der Sommer sich verabschiedet, auch ein bisschen Melancholie breit. Und mit ihr erwacht in mir das Eichhörnchen, das, noch immer mit reichlich Sommereis auf den Hüften im Bauch, sich plötzlich flink sammelnd auf die Suche macht. Auf die Suche nach Sommer-Leckereien, die ich einmachen, einfrieren, dörren oder trocknen könnte, um über den Winter zukommen. Den Sommer konservieren, so wie Frederik das gemacht hat. Klar, wir hier in Österreich haben ja das grosse Glück, dass wir immer über den Winter kommen.

ABER es ist ein anderes über den Winter kommen, wenn der Küchenschrank mit Sonne gefüllt ist.

Sonne im Glas, auf die man zugreifen kann, wenn der November mal so richtig fies auf die Stimmung drückt. 
In unserem Gemeinschaftsgarten steht ein Pfirsichbaum. Zugegeben, seine Früchte ähneln nicht annähernd seinen Kumpels aus Spanien, die gross, prall, süss und saftig rotbäckig rufen: „HOLA CHICA; DISFRUTA ME!“ Unser Baum trägt Früchte, die eher ein bisschen bleich und klein daher kommen, deren Häute dicker sind und das Fleisch trockener und saurer, und die bescheiden flüstern: „Griess di. Probier doch mal. Gar nicht so übel.“

Und dieses Jahr konnte ich nicht widerstehen und habe die Früchte zu Marmelade eingekocht. Mit bisschen Vanille und Thymian von der Fensterbank. UND: Bescheiden ist, wie so oft, super leiwand!

Hier das Rezept für die Marmelade, die ruck zuck gemacht ist (etwa 30 Minuten):
1 kg Pfirsiche (geschält und entsteint) 
1 Zitrone, nur den Saft
3 Zweige Thymian, nur die Blättchen (ohne Stil)
1 TL Vanille 
500 g Bio-Gelierzucker 2:1

Und so wird’s gemacht: 

Pfirsiche waschen, ein Kreuz einschneiden und mit kochendem Wasser übergiessen. Dann kalt abschrecken, schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Thymian waschen und die Blättchen zusammen mit den Pfirsichen, der Vanille und dem Zitronensaft fein pürieren.
Dann das Fruchtmus mit dem Gelierzucker aufkochen und nach Anleitung auf der Zuckerpackung einkochen. 
Marmelade in saubere, vorgewärmte Gläser füllen und sofort verschliessen. Fertig. Lecker.

Hinweis für das Einkochen mit Kindern:

Marmelade kochen mit Kindern finde ich toll, aber auch immer etwas schwierig, weil die Frucht-Zuckermasse super heiss ist und gerne auch mal über den Topf blubbert. Aber beim Einschneiden und Zerkleinern der Früchte, beim Auspressen der Zitrone und beim Blättchen-Zupfen des Thymians können Kinder sehr gut mithelfen. Während ein Erwachsener die Marmelade einkocht, können die Kinder schon mal Etiketten gestalten, die Stoffstücke für den Deckel zuschneiden, bemalen oder bedrucken. Und ein bisschen Sonne im Glas ist auch ein wunderschönes Geschenk zu Weihnachten… (oh menno, eben waren wir noch im Freibad und jetzt das. Entschuldigt.)
Kommt fein durch den Herbst.

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