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SCHNEEBALLBOMMELN (DIY)

Schnee von morgen…

Die halbe Welt ist eingeschneit. Nur wir hier in Wien wurden mit einem lächerlichen Fläumchen abgespeist. 5 mm Schnee und alle Kinder voller Glück, schnell raus, Schneemänner bauen, Schlitten fahren, toben, johlen, juhu! Am nächsten Tag war der Zauber auch schon wieder vorbei. Weil verzweifeln in diesem Fall keine Option ist, haben wir uns Indoschneebälle gemacht und tun einfach bis auf Weiteres mal so als ob…

Für unsere Schneebälle haben wir Pompons oder Bommeln gewickelt. Das ist einfach und die Kinder lieben es, diese Wollbommeln herzustellen. Da wir passionierte Bommelmacher sind, haben wir vor längerer Zeit dieses Pompon-Set* gekauft. Eine gute Investition für uns, weil wir es wirklich oft brauchen und die Bommeln schneller gewickelt sind. Aber natürlich kann man die Pompons auch um zwei runde Kartonscheiben wickeln. Ganz einfach, genau so wie früher. Gute alte Zeit.

Ihr braucht dazu:
– Kartonreste
– Zwei Gläser für die Form
– Bleistift
– Schere
– dicke weisse Wolle, auch verschiedene Wollreste könnt ihr dazu benutzen
– dünnes, stabiles Baumwollgarn

Und dann so:
Zeichnet erst zwei grosse Kreise auf den Karton. Ich habe dazu ein Glas benutzt, damit das Runde auch rund wird. Dann zeichnet ihr in die Mitte der grossen Kreise je einen kleinen Kreis. (Mein grosses Glas hatte einen Umfang von 8.5 cm, das kleine 3,5 cm.)
Schneidet eure Bommelmacher aus. Damit ihr die Kartonreifen nach dem Wickeln gut von der Wolle lösen und wieder verwenden könnt, macht ihr einen Schnitt von der äusseren Kante nach innen. So fällt es auch einfacher, die Mitte auszuschneiden.

Dann legt ihr die Kartonreifen aufeinander. Achtet darauf, dass die Einschnitte dabei nicht aufeinanderliegen.
Beginnt nun mit dem Umwickeln der Kartonschneiben. Benutzt dazu bitte dicke Wolle, ihr könnt den Wollfaden gerne auch doppelt oder sogar vierfach nehmen, falls ihr nur dünne Wolle zu Hause habt. Schneebälle sehen auch sehr schön aus, wenn Wolle in verschiedenen Weisstönen gewickelt wird. Wir haben sogar einen Schneeball, der ein bisschen silbern glitzert… Elsa, eben.
Wickelt so lange, bis das Loch in der Mitte winzig klein geworden ist.

Mit einer spitzen Schere schlüpft ihr durch die Wolle zwischen die zwei Kartonscheiben. Da schneidet ihr nun die Wolle auf. Rundrum.
Nehmt einen dünnen, starken Wollfaden, fädelt ihn doppelt zwischen die Kartonringe und verknüpft ihn mit ein paar festen Knoten. Der Faden soll stark sein, weil er alle Wollfäden und somit euren Pompon zusammenhält. 

Erst wenn ihr gut verkntotet habt, löst ihr vorsichtig die Kartonscheiben vom Wollball. Ihr könnt die Scheiben immer wieder verwenden.
Zu guter Letzt wird der Wollball frisiert. Damit der Pompon schön regelmässig  und dicht wird, muss alles Zerzauste abgeschnitten werden. Das macht ihr am Besten mit einer kleinen Schere… und unbedingt über einem Eimer, denn das Trimmen ist wie ein Besuch beim Friseur. Fusseln überall.
Fertig! Die Schneeballschlacht kann beginnen! 

Die Schneebälle können geworfen, gerollt, auf dem Kopf balanciert, unter dem Pullover versteckt, auf den Handflächen über einen Parcours getragen, mit den Zehen gefasst, mit den Füssen transportiert, im Bett gekuschelt, geformt und geknetet werden. Ihr könnt jonglieren oder euren Kindern die Bälle auf dem Rücken rollen (eine Schneeballmassage), zuwerfen oder ein bestimmtes Ziel treffen, den Jahreszeitentisch schmücken oder ein kleines Bällebad für die Puppen einrichten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn, wider erwarten, mal ausgespielt ist, dann wird die Bommel mit ein paar Stichen ganz einfach an der Wollmütze befestigt.

Wir haben ein Schneemannspiel ausgetüftelt und haben so den Winter ins Wohnzimmer gezaubert. Auch wenn es toll ist: Schnee, kannst trotzdem kommen!

Ich wünsche euch viele Schneebälle und allen, die im Winterparadies zu Hause sind, lustige Schneeballschlachten. Wir sind ein bisschen neidisch.
Alles Liebe, Sandra

Danke.   

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EIN NIGELNAGELNEUES JAHR / FRAU HOLLE, BITTE KOMMEN

  
Euch allen ein sonniges, glückerfülltes, purlimunteres funkelnigelnagelneues Jahr voller zauberhaften Augenblicken, herzlichen Begegnungen und Ideen, die eure Augen zum leuchten bringen.
Wir haben unsere Feiertage in Wien verbracht (mit zwischenzeitlich nicht so feierlicher Magen-Darm… ach, ihr wisst schon…), zusammen mit Familie und lieben Freunden. Gemütlich, fröhlich, aufregend und doch wunderbar unspektakulär. Jetzt, wo alle Feierlichkeiten vorbei sind und uns der Alltag von Weitem wieder zuzwinkert, merke ich erst, wie ruhig und gelassen wir in dieses völlig unverplante, neue Jahr aufgebrochen sind. 
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 

Die Ruhe und Leere nach der aufregenden Zeit sind es auch, die einem wieder näher zusammenrücken lassen und die „Langeweile“ kostbar und zauberhaft machen. Es scheint, als würden die Sinne, nach dieser Zeit der Fülle, wieder neu geschärft und als hätten sie wieder die Möglichkeit, sich neu zu entfalten. Der Blick auf das Wesentliche, das Ursprüngliche und wirklich Wichtige wird klarer, und es fällt mir nach den reichen Dezembertagen leichter, Altes gehen zu lassen, um Platz zu schaffen für das, was kommt, oder einfach Platz zu schaffen für die Leere, die mich manchmal so inspiriert. 
Die Kinder haben noch Schulferien und so geniessen wir die Vormittage im Schlafanzug beim Spielen und Lümmeln, Pläne schmieden und schöne Sachen aushecken, währenddem wir sehnsüchtig auf Schnee warten. Leider will der einfach überhaupt nicht kommen. Da hilft auch das Flehen und aus dem Fenstergegucken nichts. Auch ich wünschte mir ein paar Flocken, die das Braun-Dunkelgrün mit Weiss und Stille bedecken und uns hinaus locken würden, in den leuchtenden Glitzerschnee. Ja, das wäre wunderbar. Es scheint aber gerade, als hätte hier in Wien die megafaule Marie die tüchtige Goldmarie abgelöst.
Und weil es grade ist, wie es ist, erwische ich mich immer wieder, wie ich an Tulpen auf dem Küchentisch denke, und hätte ich einen Jahreszeitenregler, ich würde ihn gleich hier und jetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, auf Frühling drehen. Mit dem neuen Jahr und dem schneefreien Januar ist die Lust gekommen, alles wieder wachsen und gedeihen zu sehen…
Ja, ich werde geduldig warten, Geschichten vom Schnee erzählen und das Märchen von Frau Holle vorlesen. Denn der Januar war und ist auch immer ein Märchenmonat. Ganz nah beieinander, so, wie schon vor vielen Jahren während der Rauhnächte, ist es am allerschönsten, Märchen zu lauschen und von verschneiten Welten zu träumen. 
Wenn bei euch auch kein Schnee liegt und ihr euch danach sehnt, oder ihr euch tagtäglich im Schnee vergnügt, euch mit roten Wangen und eisiger Nasenspitze  bei einem Märchen wieder aufwärmen wollt, habe ich für euch das Märchen von Frau Holle hier angefügt.

  
Frau Holle
Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleissig, und die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die hässliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die grosse Strasse bei einem Brunnen setzen, und musste so viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang.
Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen; sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, dass sie sprach „hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.“
Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte: und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viel tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief : „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich – ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es herzu, und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Äpfel und rief ihm zu: „Ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter.
Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so grosse Zähne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: „Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll dir’s gut gehn. Du musst nur acht geben, dass du mein Bett gut machst und es fleissig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.“
Weil die Alte ihm so gut zusprach, so fasste sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit, und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf, dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort, und alle Tage Gesottenes und Gebratenes.
Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wusste anfangs selbst nicht, was ihm fehlte, endlich merkte es, dass es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser ging als zu Hause, so hatte es doch Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr: „Ich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muss wieder hinauf zu den Meinigen.“
Die Frau Holle sagte: „Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst, und weil du nur so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“
Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein grosses Tor. Das Tor ward aufgetan, und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen. so dass es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleissig gewesen bist“, sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf ward das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus; und als es in den Hof kam, sass der Hahn auf dem Brunnen und rief:

„Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“
Da ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen.
Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu dem grossen Reichtum gekommen war, wollte sie der andern hässlichen und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen. Sie musste sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stiess sich die Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Pfad weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder: „Ach zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber antwortete: „Da hätt ich Lust, mich schmutzig zu machen“, und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: „Ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Sie antwortete aber: „Du kommst mir recht, es könnte nur einer auf den Kopf fallen“, und ging damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren grossen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr.
Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleissig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon zu faulenzen an, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich’s gebührte, und schüttelte es nicht, dass die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf.’ Die Faule war das wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen; die Frau Holle führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein grosser Kessel voll Pech ausgeschüttet. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste“, sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu.
Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief:
„Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“
Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen. 

(Kinder- und Hausmärchen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm))

Übrigens: Falls ihr beim Erzählen immer mal wieder zum Weihnachtsbaum schielt und ihr euch im Geheimen denkt: Was wird wohl aus dir werden… So habe ich eine feine Weihnachtsbaum-Upcycling-Idee, die perfekt zu Frau Holle passt und die ich euch nächste Woche gerne vorstellen möchte.

Bis dann wünsche ich euch, dass euch euer Anfang in Ruhe und Gelassenheit gelingen mag, sodass auch der kleinste Alltags-Zauber spürbar wird.
Alles Liebe, Sandra 

Über Schnee- und Winterbilderbücher habe ich hier bereits geschrieben. Schaut rein, falls ihr mehr literarischen Schnee braucht.

Das zauberhafte Märchenbuch „Die 100 schönsten Märchen der Gebrüder Grimm“ mit den Bildern von Daniela Drescher findet ihr hier.*

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SCHNEESTURM – GESCHENKTÜTEN (DIY)

Das letzte Wochenende war lang. Einerseits war Freitag ein Feiertag hier in Österreich, andererseits war die Kleine krank. Nicht schlimm zum Glück, aber doch so, dass wir die Tage drinnen verbringen mussten. Es war also genug Zeit, gemeinsam unsere Weihnachtsbücher vom obersten Regal zu kramen und eines nach dem anderen durchzublättern (ich werde später davon berichten). Und wir hatten Zeit zum Werkeln…

Eigentlich wollte ich im Sommer mit den Kindern Pinsel aus verschiedenen Naturmaterialien herstellen und dann mit selbstgemachten Farben malen. Zu diesem Experiment ist es jedoch nicht (noch nicht) gekommen. Als aber mein Sohn einen abgebrochenen Ast einer Föhre mit nach Hause schleppte, war klar, dass wir das Sommerprojekt kurzerhand ein bisschen abgespeckt in den Winter verlegen. So entstand aus braunem Kraftpapier, weisser Farbe und zwei Wedeln einer Föhre unser selbstgemachtes Geschenkpapier. „Schneesturm“ heisst übrigens das gut 3 Meter lange Gesamtkunstwerk, das nun Stück für Stück zerkleinert wird und mit dem wir nach und nach unsere gebastelten Weihnachts-Schätze verpacken. 

Einen Schneesturm zu gestalten ist lustvoll, kurzweilig und auch für kleine Kinder eine beglückende Tätigkeit. Vor allem, weil die Kinder sich sehnlichst Schnee herbei wünschen, aber Frau Holle gerade gar nicht vor hat, über Wien ihre Kissen zu schütteln. Für mich wäre es noch ein bisschen beglückender gewesen, hätten wir draussen im Garten „schneien“ können, dann wäre das Saubermachen des „Sturmes“ für mich etwas kurzweiliger ausgefallen… Aber gut, die Wasserfarbe lässt sich schnell wieder abwischen, und die „Pinsel“ haben wir ganz einfach trocknen lassen.

Dann habe ich ein paar Geschenktüten gestaltet, diese möchte ich euch gerne hier zeigen: 

Ihr braucht dazu, wie immer, gar kein Hokuspokus… Ich bin sicher, ihr findet alles, was ihr dazu braucht, eh bei euch zu Hause.
– Papier
– Schere
– Klebestift
– Klebeband
Und für die Deko
– Locher oder eine Lochzange
– Schnur 
– ein Stück weisses Papier, gestanzt oder in Form geschnitten
– Naturmaterialen
 
Schneidet euer Papier in die gewünschte Grösse und legt einen kleinen Rest davon zur Seite. Dieser wird zum Schluss gebraucht, um den Tütenboden etwas zu verstärken.

Bestimme die Mitte des Papiers, in dem du es in die Mitte faltest, aber die Falte nur am oberen Rand andrückst (nicht dass du die Falte schlussendlich über die ganze Mitte deiner Tüte hast… deshalb). Dann faltest du den rechten Rand 1 cm über die Mitte, und den linken Rand ebenfalls. Klebe die Naht zusammen.
Der Tütenboden wird wie folgt gemacht: 
Je nachdem, wie tief der Boden sein soll, faltest du das untere Stück der Tüte mehr oder weniger breit um. Öffne dann den Boden und lege die Seitenteile nach Innen. Dann faltest du das untere Bodenstück 5 mm über die Mitte und das obere Bodenstück ebenfalls, so dass diese übereinanderliegen.
Ich habe die Naht mit einem Klebeband fixiert und dann ein Reststück des Papiers zugeschnitten und darüber geklebt. Sieht schöner aus und macht den Boden auch noch etwas stabiler. Und schon ist die Tüte fertig und kann gefüllt werden. 
Wir haben unsere selbstgebastelten Sachen eingepackt und dann gleich noch die Reste der gesammelten Tannenzapfen und die Föhrenwedel verwertet, um die Säckchen noch ein bisschen aufzupeppen… 

Natürlich werden wir heuer auch all unsere anderen Geschenke ins Schneesturmpapier einwickeln und diese dann mit unseren gesammelten Herbstschätzen schmücken. Wir haben noch Eicheln, Hagebutten, Nüsse, und ein paar Äste werden wir im Garten noch finden. Keep it simple, mal schauen, zu was das alles noch führt…

Weil ein paar unserer Präsente doch einen weiten Weg vor sich haben, waren wir schon fleissig und haben einige schon auf den Weg geschickt…
Wir freuen uns jetzt schon, unsere Liebsten mit den einfachen, aber liebevoll angefertigten Gaben zu überraschen, ihnen einen Herzensgruss zukommen und sie wissen zu lassen, dass sie in unseren Gedanken sind. Hach, schenken ist fast das Schönste, finde ich.
„Es ist nicht das Geschenk, sondern der Gedanke, der zählt.“
Henry von Dyke
…und die Liebe, die in das Geschenk fliesst, wenn man es gestaltet.
Von Herzen wünsche ich euch eine gute Woche, mit Schnee und Zeit, Gemütlichkeit, feinen Ideen und liebevollen Gedanken.
Herzlich, Sandra
danke vielmals

Wenn der Berg ruft…

    

Ich bin ja eher so der Meer-Typ. Klar, als Schweizerin. ABER, wenn wir schon mal hier in Wien sind, wollen wir natürlich die wunderschöne Bergwelt Österreichs nicht missen und suchen uns für ein paar Tage ein Plätzchen im Salzburgerland. Vier Stunden Autofahrt, und wir sind mittendrin, in den Bergen, im Schnee, an der Sonne, an der gesunden Luft und unter liebenswürdigen Menschen, die tagein tagaus Dirndls und Skischuhe tragen.
Wir übernachten in einem alten Haus aus Holz, und unsere Kinder schlafen  nach den Tagen an der frischen Luft und dem allabendlichen Schwimmen im Hallenbad durch wie die Mungge… jede Nacht. Sogar ich schlafe! Ich fühle mich wie neu geboren.

Mit der Kleinen fahre ich Schlitten, spaziere durch die verschneiten Wälder und baue Schneemädchen. Der Grosse besucht vormittags die Skischule bei der lieben Traudy, die seit Jahren mit „absolut beginners“ am Ab-Hang steht und geduldig ist wie ein Berg. Tiefenentspannt lotst sie die Kleinen über den Schnee. Traudy ruft: grooooossse Pizzzza, groooosssse Pizzzzaaaa (Stemmbogen). Alle Kinder holpern im Pflug über die Piste. Und Traudy: super, toll gemacht Kinder, bravo, ihr Rennfahrer! Dann ruft sie: Pommes, jetzt Pommes (nicht das was ihr jetzt alle denkt. Mittagessen ist später. „Pommes“ ist Ski parallel stellen. Klar, oder?). Alle richten ihre Ski von Pizza zu Pommes und Traudy: toll, ganz gut, super gemacht, ja, genau, grossartig, ihr seid die Besten! 
Ich stehe da und bin voller Bewunderung. Ich hätte wohl nach einer Stunde mit fünf dick eingepackten Kindern – mit angelaufenen Skibrillen, zu engen Skischuhen, Helmen die jucken, Handschuhen die rutschen und Nasen die triefen, Hunger, Durst, Pippi und aus dem Lift gefallen – weder Kraft, Lust noch ein Fünkchen Hoffnung für die Lütten und würde fluchend abbrechen… Traudy hingegen bleibt liebevoll dran und am Ende der Skiwoche fahren alle Kinder ein Skirennen,  alle fahren ne Spitzenzeit, alle sind sie auf dem ersten Platz und alle bekommen die Goldmedaille umgelegt! Genau so soll es doch sein. Unser Grosser ist glücklich, stolz, zufrieden und trägt seine Medaille sogar im Bett wie ein König um den Hals. 
Es ist wie wenn ein Baby sich das erste Mal aufrichtet, beim Gehen- dem Schwimmen- oder dem Radfahren lernen. Dieses Erleuchten, wenn man etwas aus eigener Kraft und mit Durchsetzungswillen geschafft hat und sich alle darüber freuen. Unser Grosser ist wieder ein ganzes Stück gewachsen, die Tage. Und wir gönnen ihm sein grosses Glück und seine gewonnene Selbstsicherheit von Herzen.
Danke an alle Traudys dieser Skiwelt für die Erlebnisse, für die Freude, die Lust am Skifahren, das Wohlwollen und den Humor.

Väterchen Raureif

Nichts vorzuhaben ist grossartig! Wir geniessen die Zeit in der Natur, stapfen über die gefrorenen Schneefelder, spüren den eisigen Wind auf den Wangen und  wandern, immer der (triefenden) Nase nach, durch das Grau-Schwarz-Weiss, das ich eigentlich sehr mag. Und dabei vergesse ich ganz, dass wir die Sonne tatsächlich seit Tagen nicht mehr gesehen haben und ich deshalb ab und an auch schon vor hatte, alles ein bisschen blöd zu finden…
Am Waldesrand finden wir Kunstwerke, die uns Väterchen Raureif beschert hat. Zart hat er die Natur in kristallene, glitzernde Kunstwerke gezaubert und den Wald in eine fragile Märchenlandschaft verwandelt. Staunend stehen wir da, berühren hie und da ganz vorsichtig die feinen Objekte, und prompt rieselt  Väterchen Raureifs Winterhauch in unsere Finger. Lange bewundern wir den Märchenwald, erblicken immer wieder noch Eindrücklicheres. 
Nichts vorzuhaben ist toll, weil man ganz frei ist, die Welt neu zu entdecken.   

BILDERBÜCHER ZUM ÜBERWINTERN

  
Après Schlitteln für die Kleinen: Sich wieder aufwärmen bei Kakao und Geschichten. 
Hier unsere Winterbücher, heissgeliebt:


„Es klopft bei Wanja in der Nacht“*, von Tilde Michels und Reinhard Michl
In einer kalten Winternacht klopft ein Hase an Wanjas Türe und bittet um Unterschlupf. Bald darauf folgen ihm auch noch Fuchs und Bär. Die Tiere versprechen Wanja, Frieden zu halten und schlafen alle im warmen Haus. Als Wanja am Morgen erwacht, denkt er, dass er alles nur geträumt hätte. Wären da nur nicht die Spuren im Schnee vor seiner Hütte…
Ein so reiches Bilderbuch, auch im Kindergarten geliebt und immer wieder gerne erzählt. Ein Herzwärmer, sozusagen.

„Der grosse Schnee“ *von Alois Carigiet und Selina Chönz
Ein jedes Schweizer Kind wächst mit dieser Geschichte und den wunderschönen Bildern auf. Selina Chönz hat die Geschehnisse von Flurina und Ursli bereits 1953 aufgeschrieben, und noch immer schlagen unsere Herzen heftig, wenn wir uns das Buch anschauen und mit Flurina und Ursli mitfiebern. Flurina wird von einem fürchterlichen Schneesturm überrascht. Schellen Ursli, ihr Bruder, findet sie nach langer Suche bei der Wettertanne und bringt seine Schwester schliesslich wohlbehalten nach Hause.
Uff, ist ja nochmal gut gegangen…

„Rotschwänzchen was machst du hier im Schnee?“ *von Anne Möller
Rotschwänzchens Flügel ist verletzt und es kann nicht mit seinen Geschwistern in den Süden fliegen. Aber wie soll das Vögelein es anstellen, im kalten Winter zu überleben? Amsel, Meisen, Igel und die Maus bieten dem hungrigen Rotschwänzchen ihr Essen an. Aber erst beim Reh und dem Wildschwein findet es schließlich was zu picken.
Ein Geschichten-Bilder-Sachbuch, das erzählt, wie die Tiere im Winter überleben. Entstanden in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Vogelwarte Sempach.

„Ein Apfel für alle“ *von Feridun Oral
Der Hase liegt in seinem warmen Hasenbau und es wäre alles gut, würde ihm nicht der Magen knurren… So geht er halt hinaus, um was Essbares zu suchen. Als er einen roten Apfel an einem Baum entdeckt, kann er sein Glück kaum fassen. Leider ist der Apfel unerreichbar… Zum Glück kommen Maus, Fuchs und Bär vorbei und alles wird gut.
Ohne liebe Freunde kommt man nicht fein durch den Winter. Und auch nicht durch den Frühling, den Sommer oder durch den Herbst.

„Frosch im Winter“* von Max Velthuijs
Es ist Winter und Frosch friert. Er hat weder Fell, wie sein Freund Hase, noch Fett, wie sein Freund Schweinchen, noch Federn, wie seine Freundin Ente… Aber er hat Freunde! Die retten ihn, als er verloren im Schnee liegt und überwintern mit ihm in aller Gemütlichkeit, am Feuer, mit Geschichten und viel Wärme. Was braucht man mehr?
Ach ja, dann kommt der Frühling und es ist gut, wenn der dann kommt. Finde ich auch! 

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JANUARTAGE OHNE SCHNEE

Die Januartage sind für mich besondere Tage. Nach dem Dezember-Trubel, den Feierlichkeiten und dieser Fülle von allem, fängt für mich eine Zeit der Besonnenheit an. Tage, in denen ich mich und alles wieder ganz gemächlich ordne, Altes gehen lasse und Neuem Platz einräume. Es ist die Zeit, in der ich mich gerne auf Altbewährtes, Ursprüngliches besinne, und es ist der Augenblick, in dem ich mich mit meinen Kindern einkuschle und Märchen erzähle. Märchen erzählen heisst auch, sich ganz nah und innig sein, sich der Stimme der Erzählerin oder des Erzählers hingeben und diese archaischen Geschichten immer und immer wieder hören wollen. So, wies unsere Urgrossmütter an den kalten Wintertagen mit ihren Kindern gemacht haben. 

Und weil halb Europa eingeschneit ist, wir hier in Wien aber nur mit einem Flaum abgespeist wurden, erzählen wir von Frau Holle, in der Hoffnung, dass sie auch bei uns bald ihre Kissen richtig doll schütteln lässt. Bis dahin hören wir Märchen und machen unser Schneegestöber eben selber. Mit Schafwolle, einem Stück Faden an einer Nadel und einer Wunschperle… Schneeflöckchen, Weissröckchen, komm zu uns!
Hier noch weitere „Wintermärchen“: Schneewittchen und die sieben Zwerge, Schneeweisschen und Rosenrot, Sterntaler, Die Schneekönigin (Hans Christian Andersen)