EISZEIT! SPIELE UND EXPERIMENTE MIT WASSER UND KÄLTE

Schnell raus! Denn wenn’s kalt ist, ist es draussen ganz besonders wunderbar. Auch ohne Schnee lassen sich bei eisiger Kälte tolle Dinge erleben. Es gibt wohl keine bessere Zeit und keinen besseren Ort, um mit Wasser und Eis, mit Kälte und Wärme, mit Gefrieren und Schmelzen zu experimentieren als im hier und jetzt. Wenn man mit den Kindern draussen im Garten, auf dem Balkon oder auf der Strasse vor dem Haus eine Polar-Forschungsstation einrichtet, sind die Kinder eifrig und begeistert am Tun. Dabei erfahren und lernen sie viel Spannendes über das Wasser und seine Eigenschaften und – sind an der frischen Luft…
Hier eine Sammlung unserer liebsten Polarforscher-Aktivitäten: 

Es braucht nicht viel, um eine Outdoor-Winter-Forschungsstation einzurichten. Ein kleiner Tisch, ein Mauervorsprung oder eine Treppenstufe als Werkplatz, Gefäße mit Wasser, verschiedene Behälter und ein paar Naturmaterialien. Und schon kann es losgehen.

Eisbilder


Eisbilder anfertigen ist sinnliches Tun und auch für die Kleinsten sehr gut geeignet. Sucht in eurer Küche verschiedene Behälter zusammen, je verschiedener die Formen, desto spannender. Glas eignet sich dafür nicht.


Dann streift ihr durch den Garten, den Wald oder durch den Park und sammelt Naturmaterialien, mit denen ihr die Behälter befüllt. Zum Schluss giesst ihr die Gefässe mit Wasser auf und legt eine Schnur mit rein, falls ihr die Eisbilder später aufhängen mögt. Und dann kommt das schwierigste: WARTEN. Eine Nacht darüber schlafen und hoffen, dass es eisig kalt wird. Dann schnurstracks aus dem Bett springen, die zauberhaften Eisbilder aus den Gefässen lösen und staunen. Eis ist so wunderschön!

Eislichter


Auf die (fast) gleiche Art und Weise könnt ihr Eislichter anfertigen. Ihr braucht dazu zwei Gefässe, die ihr ineinander stellen könnt. Füllt in das grosse Gefäss ein bisschen Wasser, sodass der Boden bedeckt ist und stellt es über Nacht hinaus in die Kälte. Wenn sich Eis am Boden gebildet hat, stellt ihr das kleinere Gefäss ins grosse hinein, achtet darauf, dass die Wände (Zwischenraum zwischen dem grossen und dem kleinen Becken) nicht zu dünn werden. Beschwert das kleine Becken mit Steinen, legt euer gesammeltes Naturmaterial zwischen die beiden Gefässe und füllt dann Wasser auf. Warten bis alles eisig geworden ist, die Gefässe entfernen und ein Eislicht entzünden… Draussen auf dem Fenstersims beleuchten oder drinnen im Wohnzimmer zusehen, wie der Eiszauber schmilzt.

Eiszapfen lutschen

Das darf man ja einheitlich fast nie, Eiszapfen lutschen. Weil das Eis in der Stadt wirklich grauslig ist, “bäck”, und weil die meisten Mamas das ganz selten erlauben… oder? Dafür ist es wirklich ein traumhaftes Erlebnis, und kaum ein Eis schmeckt so lecker wie das aus der Natur…
Wenn man aber sauberes Wasser und ein sauberes, verschliessbares Gefäss nimmt – also dann steht dem Eisgenuss nichts mehr im Wege. Und Natureis mit Zitronen oder Orangengeschmack, ich sags euch, ist VORZÜGLICH!
Klar kann man Eis auch im Gefrierfach machen. Aber viel besser schmeckt es nach einer Nacht draussen, vom Mond und den Sternen beleuchtet, vom Eiswind besungen und vom Sonnenaufgang beobachtet.

Ausgrabungen


Als Polarforscher haben wir in den letzten Jahren so einiges eingefroren, wieder aufgetaut, nochmals eingefroren und sogar aufgepickelt. Auch wenn man die Gegenstände selber zu Eis erstarren lassen hat, war es doch immer spannend, die Sachen wieder auszugraben.

Wir haben Naturmaterialien, Goldsteine und auch schon Plastiktiere eingefroren. Die Kinder fanden das super, das mit den Tieren, ich fand’s auch ein bisschen makaber, ehrlich gesagt.

Zum Pickeln haben wir kleine Hammer genommen oder auch Steine aus dem Garten. Die Kinder trugen dabei Handschuhe und Skibrillen (Schutzbrillen, weil das Eis auf alle Seiten spritzte!). Bitte Vorsicht, wenn viele Kinder an einem Eis pickeln.
Auch spannend: Heisses Wasser auf das Eis giessen und beobachten, was passiert… Wann darf man denn schon so tolle Erfahrungen machen!

Seifenblasen tiefgekühlt


Ehrlich, dazu muss es schon schweinekalt sein. Aber wenn es dann funktioniert, dass eine Seifenblase gefriert, dann ist dies umso schöner anzusehen, wie sich die Eiskristalle um die Blase ranken. Wirklich wie im Palast des Winterkönigs!
Ihr braucht Seifenblasen-Seife (ich habe die meiner Kinder benutzt), einen Strohalm und Polartemperaturen. Am besten ist es, wenn ihr das Seifenwasser, schon bevor ihr damit Blasen gefrieren wollt, an die Kälte stellt. Zudem ist es wichtig, ein windgeschütztes Plätzchen für die Blasen zu finden. Die Blasen platzen weniger, wenn ihr den Strohalm nach dem Aufpusten von oben aus der Blase zieht.
Im Netz findet ihr viele wunderschöne Bilder von gefrorenen Seifenblasen. Richtige Kunstwerke aus Wasser, Seife und Kälte. Das Tun aber, auch wenn die Blasen nicht immer so fotogen rauskommen, ist faszinierend und einfach zauberhaft.

Ab auf den See

Hand in Hand über Natureis zu schlittern ist lustig und eine eindrückliche Erfahrung, auch ohne Eislaufschuhe. Schon eine gefrorene Pfütze draussen auf der Strasse lädt zum Rutschen und Pirouettendrehen, zum Polieren, Pickeln, zum Zerkratzen mit Steinen und Stöcken und zum Zerschlagen ein. Vielleicht aber habt ihr die Möglichkeit, mit euren Kindern auf einen gefrorenen See oder Teich zu gehen. Das “über den Teich spazieren” ist faszinierend und spannend. Hinüber zu gleiten, da, wo man erst noch seine Füsse drinnen gebadet hat, ist schon auch ein Wunder, das uns der Winter beschert. Ab und zu, wenn das Eis sehr glatt gefroren und nicht zu zerkratzt ist, kann man darunter sogar noch die Fische entdecken.

Nicht weit von Wien ist der Neusiedlersee. Ein riesiger See, dessen tiefste Stelle nur 1,8m beträgt und der deshalb auch schnell zugefroren ist. Man kann darauf bis nach Ungarn Eistanzen. Ein grandioses Naturspektakel, unvergesslich und fast unglaublich, wenn man zurück an den Sommer denkt, als man schwitzend am Seeufer gesessen ist!

→ Bitte lasst eure Kinder nie eine Natureisfläche betreten, die nicht offiziell zum Eislaufen freigegeben ist!

Eiszeit! Schnell raus… Denn wenn’s kalt ist, ist es draussen ganz besonders wunderbar. Und das Reinkommen danach… mmmh, ist noch viel wunderbarer!
Ich wünsche euch und euren Kindern eisige Nächte, sonnige Tage, rote Wangen und viel Freude beim Ausprobieren, Hantieren, Werken und Staunen. Die Natur ist eine Werkstatt, in der man so unglaublich viel erleben, erfahren und lernen kann.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

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