IM NOTFALL SALZTEIG // REZEPT

Momente der Ideenlosigkeit sind selten, aber es gibt sie. Momente, in denen ganz dringend ein Plan her müsste, mir aber partout nichts einfallen will. Momente, in denen ich spüre, dass es fein wäre, wenn die Kinder ins Tun kommen könnten, sie es von sich aus aber irgendwie einfach nicht schaffen. In der Ferienwohnung beispielsweise, wenn das Wetter einem einen fiesen Strich durch die Rechnung macht, der Sommerurlaub unerwartet winterlich wird, die Gesellschaftsspiele irgendwann ausgespielt sind und man sich schon Sorgen um das Mobiliar machen muss. Oder die Kinder nach der Grippe noch zu schlapp sind, um wieder in den Kindergarten zu gehen, aber zu fit, um gemütlich zu sein… Oder wenn ich weder grosse Sprünge machen, noch den 300sten Pfeilbogen schnitzen und auch nicht das kranke Pony spielen mag (obschon, die Option “krankes Pony” ist nicht mal die allerschlechteste… wenigstens darf ich mich dabei hinlegen…).
Dann kommt Plan Salzteig. Ist uralt und, zugegeben, etwas flach. Und ganz sicher gäbe es Alternativen (wenn einem dann was einfallen würde), aber manchmal ist Plan “S” einfach wunderbar.

Hier unser Rezept, mit dem wir, wenn es sein muss, überall unsere Pizzen, Brötchen, Schnecken, Fingerringe und Tassen fertigen!

Ihr braucht
– eine Rührschüssel
– 2 Tassen Mehl
– 1 Tasse Salz (ich nehme gerne feines Salz)
– 1 Tasse heisses Wasser
– ev. 1 Teelöffel Speiseöl (macht den Teig noch etwas geschmeidiger)

Mischt erst das heisse Wasser mit dem Salz und dem Öl. Das Salz wird sich nicht vollends auflösen, aber der Salzteig wird dadurch noch ein bisschen feiner, finde ich.
Dann das Mehl ins Salzwasser geben und alles gut umrühren, durchmischen und kneten. Falls der Teig zu trocken ist, gebt ihr noch ein wenig Wasser dazu. Falls er zu feucht ist, dann schüttet etwas Mehl nach.
Danach kann damit geformt, gespielt und gestaltet werden.
Falls ihr mögt, könnt ihr eure Figuren trocknen lassen und danach noch mit Wasserfarbe bemalen.
Der Salzteig ist, in einem geschlossenen Behältnis im Kühlschrank, ein paar Tage haltbar. Wir verwerten die Reste jeweils, indem wir Anhänger für Geschenke oder zum Schmücken des Jahreszeitentisches fertigen und diese ein paar Tage lufttrocknen lassen. Aus den letzten Teigresten haben wir uns schon mal ein bisschen österlich gestimmt. Aber das zeige ich euch dann später (spürt ihr die Spannung???).

Über das Tun
Auch wenn “salzteiglä” unser Notfallplan ist, ist er dennoch voller Sinn-voller Erfahrungen.
– Da die Mengen der Zutaten in Tassen abgemessen werden, können die Kinder (mit Hilfestellung) den Salzteig ganz selber herstellen.
– Das Einfüllen von Mehl in die Tasse fühlt sich anders an, als das Einfüllen von Salz oder Wasser.
– Wie schmecken die Zutaten auf der Zunge*? Wie fühlen sich die Lebensmittel auf der Haut an?
– Beim Rühren und Kneten braucht es Kraft in den Fingern, in den Händen und den Armen und der Teig darf ruhig auch ein bisschen getriezt werden… Der hält das aus, wenns denn sein muss. Der ganze Körper ist aktiviert, wenn ein Teig gut durchgeknetet wird.
– Vielleicht dürfen die Kinder mit dem Nudelholz den Teig ausrollen. Das finden meine Kinder besonders spannend. Je mehr Druck, desto dünner und grösser wird die Fläche…
– Beim Formen sind die Finger aktiv, die Feinmotorik, wie auch die Kreativität und die Phantasie. Letzteres wird auch angesprochen, wenn die Kinder mit den getrockneten Formen spielen.
– Auch wenn es noch viel schöner ist, mit Ton oder Lehm (selbstgestochenem) zu arbeiten, so fällt doch das Hantieren mit dem Salzteig manchen Kindern erstmal einfacher. Es ist ein idealer Einstieg, um später auch mit den anderen Materialien lustvoll umzugehen.

Ob ihr nun für den Kaufladen Äpfel und Brezen formt, Kekse ausstecht, oder ob die Kinder eine Pizzeria eröffnen, Abdrücke von Händen, Füssen, Nasen oder Naturmaterialien fertigen, ob Kackas von verschiedenen Tieren hergestellt werden oder sich eine Salzteigschlange durch die ganze Küche schlängelt. Salzteig ist ein ganz wunderbares Mittel für die taktile Wahrnehmung und bestens geeignet, um schnell freudig und lebendig ins Tun zu kommen… Bis man wieder raus gehen kann oder einem Kind (oder der Mama) was Neues einfällt.

Übrigens waren wir während der Salzteigsession noch schnell im Nagelstudio… Wenn ihr hören könntet, wie nun meine Salz-Gelnägel auf der Computertastatur klipsen und klapsen… wie ein Regenwetter.

Von Herzen wünsche ich euch ein sonniges, gesundes, gemütliches und gschaffiges Wochenende.
Habts fein und schön und ganz wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

→ *Salzteig ist für Kinder unter drei Jahren, wegen dem hohen Salzgehalt, nicht geeignet! Obschon ich noch nie ein Kind hatte, welches den Teig gegessen hat, möchte ich doch darauf hinweisen, dass es für ganz kleine Kinder eine Alternative mit Kartoffelpulver gibt. Dieser Teig kann jedoch nur einmalig verwendet werden und härtet auch nicht aus. Schreibt mir einfach eine Nachricht, falls ihr Interesse am Rezept habt.

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