GEBURTSTAGSMONAT MAI // HÄUPTLING GROSSER ADLER LÄDT ZUR INDIANERFETE

“Pfeil und Bogen, Mama, das ist wichtig beim Indianerfest. Wir brauchen vor allem viele Stöcke und Federn und Schnur und das Taschenmesser! Und ein Feuer brauchts.” Gut, Häuptling grosser Adler stand mit einem durchdachten Plan in der Hand vor mir. Über die wichtigsten Dinge hatte er sich anscheinend schon Gedanken gemacht. Er wollte zu seinem 6. Geburtstag mit seinen Freunden ein Indianerfest feiern. Gesagt, getan.

Der Monat Mai ist unser Festemonat. Beide Kinder feiern ihren grossen Tag mit nur einem Tag Feierpause dazwischen… und weil ich in meinem Leben bisher so etwa 280 Kindergeburtstage im Kindergarten und dazu noch ein paar wenige zu Hause mit meinen eigenen Kindern gefeiert hab, schreibe ich euch hier ein paar Ideen auf. Ideen und Anregungen, die gut und einfach umzusetzen sind, funktionieren und die vor allem lustig und stimmungsvoll sind.

Wir haben uns also zusammengesetzt und mal gebrainstormt. Wir wollten im Garten feiern, damit wir Feuer und Rauchzeichen machen konnten, wollten Pfeile schiessen  und ich hatte die Idee eines Barfusspfades… “Steckenpferde!” rief ich freudig. Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen und so verwarf ich den Pferdchenplan (erstmal).

Die Einladung kommt mit dem Flitzepfeil
Wir hatten noch ein paar Stäbe dünnes Rundholz. Diese beklebten wir mit buntem Tape und fertigten damit am einen Stockende eine Feder, indem wir das Tape längs übereinander kleben und dann mit der Schere zu einer Feder einschnitten.
Für die Pfeilspitzen schnitt ich Filz zu und klebte diese Filzspitzen ans andere Pfeilende. Sicher ist sicher, schliesslich sollte mein Sohn die Pfeile mit der geheimen Nachricht verteilen, ohne jemanden aufzuspiessen. 
Auf ein kleines Zettelchen haben wir geschrieben, wann und wo das Indianerfest stattfinden wird, und haben dieses mit einer Schnur an den Pfeil gebunden.

Material für die Pfeileinladung
– dünnes Rundholz
– verschiedenes Washitape
– Schere
– Kleber (ich habe Heisskleber verwendet)
– Filz
– Papier, Stift und Schnur

Indianerfest 
Wie immer haben wir im Garten ein paar “Stationen” aufgebaut, an denen die geladenen Kinder spielen, eine Aufgabe lösen, was erspüren oder werkeln konnten. Zudem wollten wir, dass die Kinder irgendwann in ein eigenes Spiel kommen und wir Erwachsenen einfach da sind, wenn es uns braucht.

Federschmuck (ankommen am Ort und in der Kindergruppe, sich einstimmen auf das was kommt, sich ein Verkleidungsstück selber machen)
Als alle Kinder im Garten versammelt waren, haben wir uns auf der Picknickdecke am Schatten getroffen. Zum Indianerkreis. Alle wurden begrüsst und wir haben erzählt, was der Häuptling grosser Adler alles vor hat mit seinen Gästen. 
Jedes Kind bekam ein langes Stück Wellpappe, auf welches jedes Kind seinen Namen oder Indianerzeichen zeichnen durfte. Dann habe ich das Pappband den einzelnen Kinderköpfen angepasst und zusammengemacht. Viele bunte Federn hatte ich in einem Glas vorbereitet. Nach jedem gemeinsamen Indianererlebnis durften sich die Kinder eine Feder aussuchen und diese in das Wellpappband stecken. So entstand nach und nach ein kunterbunter Federschmuck.

Material
– Wellpappbänder in Kinderkopfgrösse
– Stifte
– Schere
– Bostitch
– viele verschiedene Federn

Howgh! 
Die Kriegsbemalung wurde bei uns zur Festbemalung. Wer wollte, durfte seine Finger in die Schminke stecken und sich mit “Howgh!” eine Bemalung auf die Wangen zaubern. 
Nicht jedes Kind mag es, im Gesicht bemalt zu werden, das kann ich sehr gut verstehen. Die meisten fanden das sehr lustig, andere wollten das nicht, das ist in Ordnung so. So oder so durfte sich jedes Kind schon mal eine Feder in den Federschmuck stecken, als Festbeginn.

Material
– Kinderschminke (bitte achtet dabei auf gute Qualität)
– Wasser
– Lappen

Barfusspfad (spüren, erleben, benennen können, Mut haben)
Indianerkinder sind Naturkinder. Sie sind draussen zu Hause und kennen sich in der Natur bestens aus. Sie sind Meister im Spüren, Deuten und Fährtenlesen, und sie bewegen sich äusserst geschickt.
So habe ich ein paar Tage vor dem Fest einen Barfusspfad aufgebaut: mit Moos, Steinen, Tannenzapfen, Sand und Heu. Das Material haben meine Kinder und ich gesammelt und so war der Barfusspfad schnell vorbereitet. Die Gäste durften barfuss über den Pfad gehen. Die, die sich trauten, gingen mit geschlossenen Augen darüber, währenddem ein anderes Kind sie an der Hand führte. Blinzeln war erlaubt.
Dann wurde gespürt und gefühlt. Wie fühlt es sich unter meinen Füssen an? Nass, trocken, hart, weich, stachelig? Manche wussten gleich, auf welchem Material ihre Füsse stehen, manche Zehen mussten ganz schön doll spüren. Die Kinder gingen den ganzen Nachmittag immer wieder freudig über den Pfad, die Füsse haben diese Sinnes-Reise sehr genossen.
Alle, die sich über den Pfad trauten, steckten sich erneut eine Feder auf den Kopf.

Wie wir unseren Barfusspfad gemacht haben erfahrt ihr hier.

Pfeil und Bogen (gemeinsames Werkeln, sägen, spannen, knüpfen und schliesslich einen Pfeil abschiessen können)
Dann ENDLICH machten wir uns ans Bogenwerken. Ich hatte frische Stöcke geschnitten, die sich gut bearbeiten liessen. Mit unserer Hilfe sägten die Kinder Kerben in ihre Stöcke und bespannten diese mit der Schnur. Die Pfeile hatte ich ein paar Tage vor dem Fest mit Filzspitzen versehen… Sicher ist sicher!
Es ist gar nicht einfach, einen Pfeil vom Bogen abzuschiessen. Wir haben mit den Kindern geübt, ihnen mit dem Festhalten und Spannen geholfen, bis es jedes Indianerkind selbständig tun konnte.
WICHTIG: Wir hatten einen Pfeilplatz eingerichtet, bei dem die Pfeile im Gebüsch landen und niemanden und nichts treffen konnten. Wir machten aus, dass alle Kinder in die gleiche Richtung zielen und schiessen. Auch wenn die Pfeilspitzen aus Filz sind, braucht es doch eine erwachsene Person, die die Übersicht behält, wenn Pfeile durch die Luft fliegen.

Material
– Holzstöcke
– Schnur
– Schere
– Taschenmesser oder kleine Metallsäge, um oben und unten vom Stock eine Kerbe zu schnitzen
– kleine Stöcke für die Pfeile
– Filzspitzen
– Kleber (Heissleim)

Indianerpause (ausruhen, spielen und wieder zu Kräften kommen)
Eine Geburtstagsparty ist immer aufregend. Nicht nur für das Geburtstagskind, auch für die Gäste. Wir haben in unserem Bohnentipi (noch bissl nackig war’s da…) einen Platz geschaffen, an dem Musik gemacht (verschiedene Trommeln) und Indianerbücher durchgeblättert wurden oder man einfach sein durfte. Zudem war es auch sehr schön, dass das Tipi gleich in die Rollenspiele der Kinder integriert wurde.

Falls ihr ein Bohnentipi in eurem Garten anbauen wollt, findet ihr die “Anleitung” und Tipps dazu gleich hier. Es ist aber auch sehr fein, vor allem wenn ihr Indoor feiert, mit ein paar Holzstangen aus dem Baumarkt und ein paar alten Bettlaken ein Zelt selber zu bauen oder es sich unter einen Sonnenschirm (ein Dach) gemütlich zu machen.

Material
– Picknickdecke
– verschiedene Rhythmusinstrumente
– Indianerbilderbücher
– Kissen und Decken 

Rauchzeichen und geheime Wünsche (zusammenkommen, Feuer machen, beobachten, Wünsche äussern)
In Gemeinschaft Feuer zu entfachen ist immer Magie und Zusammenhalt. Ein Feuerchen lässt einem ruhig werden, erdet und fasziniert. Immer. Vielleicht macht ihr mit euren Kindern gerne und oft Feuer. Falls nicht, dann gibt es beim Feuer machen mit Kindern einiges zu beachten. Ihr könnt hier ein paar Anregungen und Tipps nachlesen: Feuer machen mit Kindern.
Am Indianergeburtstag durfte jedes Kind Feuer entfachen. Jedes durfte ein Streichholz entzünden und auf das trockene Reisig werfen. Manche Kinder trauen sich das noch nicht so ganz. Vielleicht hilft es dann, wenn man dem Kind die Hände führt. Ansonsten ist gut beobachten auch schon fast wie selber machen : )
Als die Flammen züngelten und alle um das Feuer sassen, habe ich den Kindern ein Indianerlied vorgesungen. Echt indianisch. Zugegeben, das hätte voll in die Hose gehen können, aber “no risk, no fun”!
Dann hat grosser Adler getrocknete Salbeisträusschen verteilt. Jedes Kind durfte sich einen Wunsch überlegen, und, als die ersten Flammen sich gelegt hatten, den Salbei in die Feuerschale werfen und dazu seinen Wunsch äussern. Wir haben darüber gesprochen, was sich wohl Indianerkinder wünschen könnten. Und dann ging es los. Grosser Adler war der erste, der seinen Salbei ins Feuer warf und sagte: “Ich wünsche mir, dass ich mutig und kräftig werde, wie ein Bär.” Und so stiegen die Wünsche durch das Feuer hinaus in die Welt und die Stimmung dabei war wirklich magisch. Alle Kinder waren so wahrhaftig dabei, für mich bleibt das unvergessen.

Material
– Feuerschale oder Feuerstelle, so eingerichtet, dass es sicher ist, wenn Kinder mit dabei sind
– getrocknetes Holz
– Zündhölzer, lange Streichhölzer sind ideal
– ein Eimer mit Wasser, der griffbereit steht, im Falle…
– kleine Sträusse mit getrocknetem Salbei (aus dem Garten)

Kochen vom Feuer oder wer hat die Popcorn erfunden? (zusammen kochen und essen)
Also als ich den Kindern sagte, dass wir nun vom Feuer ein echt indianisches Mahl kochen, guckten einige ein bissl verwundert unter ihrem Federschmuck hervor. “Büffel? Iiiii, bäck, igittigitt.”
Stattdessen liessen wir Popcornmais in der Pfanne über dem Feuer brutzeln. Popcorn ist immer lecker… aber Popcorn vom Feuer, ich sags euch, ist eine Delikatesse. Natürlich haben wir sehr viel Popcorn springen lassen, so viel, dass jedes Kind in einer Papiertüte welches als Erinnerung mit nach Hause nehmen durfte. 

Material
– einen Rost, den ihr über das Feuer legen, oder ein dicker Ast, an dem ihr die Pfanne über das Feuer hängen könnt. 
– eine Pfanne, die für offenes Feuer geeignet ist und einen passenden Deckel
– etwas Pflanzenöl
– Popcornmais
– einen Backhandschuh
– eine Holzkelle 
– Papiertüten

Ein Geschenk für grosser Adler
Schenken ist was wunderschönes. Von Herzen jemandem eine Freude zu machen und was herzugeben ist grossartig und wichtig. Weil aber in unserem Kinderzimmer schon so viele schöne Dinge vorhanden sind, haben wir uns für ein Gemeinschaftsgeschenk entschieden. Ich finde das eine sehr schöne Idee, von allen geladenen Kinder eine Erinnerung an das gemeinsame Fest zu erhalten. So haben dem Geburtstagskind alle zusammen ein Schnitzmesser und ein dazu passendes Schnitzbuch geschenkt. Und grosser Adler war voller Freude!

Noch ein paar weitere indianische Geburtstagsideen
– Steckenpferde werkeln
– alte Bettlaken mit Stofffarben bemalen und damit ein gemeinsames Tipi bauen
– Aus Blumentöpfen Trommeln gestalten
– Traumfänger selber machen
– Indianerschmuck aus selbstgeformten Tonkugeln, bunten Federn und Lederbändern auffädeln oder Amulette basteln mit den Indianernamen der Kinder
– eine Indianertasche nähen
– aus Stöcken und Stoffresten kleine Tipis basteln und ein Indianerdorf aufbauen
– Fährten lesen
– …

Als es Zeit war für die Indianerkinder, nach Hause zu gehen, roch es nach Feuer und Popcorn, Abenteuer und Geschichten, Wünschen und ErlebnissenSchön war es und grosser Adler und seine Freunde waren glücklich und erfüllt. Ein paar Mamas setzten sich beim Abholen auch noch schnell ums Feuer, probierten die Popcorn, atmeten den Hauch der grossen, weiten Prärie und gingen barfuss über den Barfusspfad, geführt von ihren Kindern. Schön.
Vom Einfachen das Gute… gelingt eigentlich immer.

Von Herzen wünsche ich euch eine sonnige Woche.
Habts fein und schön und wunderbar
Alles Liebe, Sandra

Falls ihr einen Piratengeburtstag planen möchtet, guckt mal hier.
Sonstige Tipps rundum Kindergeburtstage gibt es hier.
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