RAUS IN DEN REGEN ! // COOLE SPIELE IM REGENWETTER

Wir kennen sie, die Oberschlauberger, die einem auf die Schulter kumpeln und jovial posaunen: “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung!”
“Sehr lustig”, denkt sich dann der eine oder andere, braut sich in Gedanken schon mal das nächste Käffchen und sieht sich in der warmen Küche sitzend, hinaus blickend, in die graue, nasse Welt. #vollhygge 

Kinder müssen raus. Erst recht bei Regen, denn man verpasst echt vieles, wenn man sich das entgehen lässt. Und weil wir Draussenkinder sind und es hier grad viele Tage hintereinander geregnet hat, habe ich euch ein paar inspirierende, lustige und faszinierende Spiele für euch und eure Kinder aufgeschrieben. Denn geteilte Regenfreude ist doppelte Regenfreude! 
Ab nach draussen!

1. Pfützen springen, der Klassiker
Oldie but goldie! Es gibt nichts Feineres, als bei Regenwetter mit Anlauf voll Karacho in eine Lache zu springen und alles rund um einem nass zu machen. So viel Gelächter und so viel begeistertes “Boahhh eh, das mach ich gleich nochmal”.
Es gibt kein Regenwetter ohne von Pfütze zu Pfütze zu hüpfen, ohne zu gucken, wie tief die Pfütze ist und dabei zu hoffen, dass das Wasser nicht in die Stiefel läuft… ohne die Wasserkuhlen im Boden mit den Füssen noch tiefer zu buddeln, oder genüsslich langsam durchzuwaten. Pfützenspringen ist Wellness.

2. Spaziergang im Regenwald
Wohl nirgendwo sonst werden all unsere Sinne auf so vielfältige, kostbare und natürliche Art und Weise angesprochen und angeregt wie im Wald. Wenn man mit Kindern regelmässige Waldbesuche macht, dann kann man die Veränderungen in der Natur miterleben, beobachten und Teil davon werden. 

Bei Regen zeigt der Wald ein ganz anderes Gesicht als bei Sonnenschein. Es ist noch  mystischer als sonst, die Geräusche sind anders, die Gerüche, die Wege unter den Füssen fühlen sich anders an, man kann andere Tiere beobachten als bei Sonnenschein, erlebt, wie aus Rinnsalen Bäche werden und aus Wegen Sümpfe. 
Ein Nachmittag im Regenwald ist ein bisschen wie eine Entdeckungsreise in eine andere Welt. Abenteuerlich, spannend, wohltuend und durch und durch erdend.

3. Alle unter einem Schirm 
Auch wenn Schirme für Kinder was Unpraktisches haben, so finde ich es doch wunderbar, wie viele Spiele damit entstehen können. Es ist fein, wenn man die Regentropfen auf das Schirmdach prasseln hört und dabei gemütlich trocken bleibt.
Dufte ist es, wenn man einen grossen, wasserdichten Sonnenschirm mit nach draussen nehmen darf, unter den man seine Freundinnen und Freunde einladen kann. Es sich im Regensturm im trockenen Unterschlupf häuslich zu machen, ist meist ein Beginn für viele gemeinsame Rollenspiele. Und wenn es mehrere Schirme gibt, dann kann auf der Strasse vor dem Haus sogar ein ganzes Dorf entstehen. 

4. Regen-“Forsungsstation”
Ausgerüstet mit ein paar Töpfen und dem grossen Wäschezuber meiner Grossmutter, sind wir in den Garten gestiefelt und haben kurzerhand eine Regen-Forschunggsstation eingerichtet. Wir wollten den Regen messen und täglich nachgucken, wie viel Regenwasser sich in den verschiedensten Gefässen gesammelt hatte. Welches wird wohl am schnellsten gefüllt sein? Wieviel Regen wird in der Nacht fallen, wenn wir schlafen? Wie sieht gesammeltes Regenwasser überhaupt aus?
Mit einem wasserfesten Stift kann man die tägliche Regenration kennzeichnen. Wir haben gestaunt, dass bei gefühlt “Millionen” Regenschauern schlussendlich doch nicht so viel Wasser zusammengekommen ist…

Während eines Kontrollganges zur Regen-Forschungsstation haben wir dann, im Wäschezuber, eine Schwimm-Versuchsreihe durchgeführt. Im Zuber landete alles, was der Garten so hergab und nicht niet und nagelfest war.
– Steine
– Nussschalen
– Blüten
– Blätter
– Stöcke
– ein Fussball
– ein Stück Papier 
– Sandspielsachen
– Gras
– leeres Schneckenhaus
– …

Was schwimmt, was nicht? Lange haben die Kinder am Zuber hantiert und ausprobiert. Warum schwimmt eine Strassenkreide, solange sie trocken ist, aber wenn sie nass ist, sinkt sie? Und weshalb schwimmt eine Sandkuchenform, aber wenn sie mit Wasser gefüllt wird, sinkt sie ab?
Spannend, interessant und sehr lustig!

5. Den Regen mit allen Sinnen erleben
Riechen:
Regenwasser ist geruchlos. Und dennoch kann man den Regen, noch bevor die ersten Regentropfen gefallen sind, riechen. Der Duft hat sogar einen Namen: Petrichor, gebildet aus den griechischen Wörtern “petra” für Stein und “ichor” für Flüssigkeit, oder auch das Blut, das in den Adern der Götter fliesst. Der Duft entsteht durch ein Öl, das in bestimmten Pflanzen während der Trockenheit an die Erde abgesondert wird. Wenn es also regnet, wird das Öl im Boden in die Luft freigesetzt… Diesen unverwechselbaren Geruch verbinde ich mit vielen wunderschönen Erinnerungen.

Schmecken:
Ich kann mich an einen Waldmorgen mit der Kindergartengruppe erinnern. Es hat geschüttet, den ganzen Vormittag. Trotzdem haben wir unter dem schützenden Blätterdach ein Feuer gemacht und einen richtig guten Morgen zusammen erlebt. Als es Zeit war, nach Hause zu gehen und wir aus dem Wald kamen, da merkten wir erst, dass es wie aus Kübeln goss. Ein Mädchen schaute zum Himmel und rief: “Das ist mein Lieblingswetter!” Und dann begann sie, mit ihrem Mund die frischen, kühlen Regentropfen aufzufangen und die anderen Kinder taten es ihr nach. 20 tropfende, gutgelaunte Kinder standen da, mit offenen Mündern, die Zungen weit hinaus gestreckt und schmeckten den Regen! So muss es sein!

Hören:
Regen klingt anders auf der Strasse, wie auf einer Wiese. Er klingt anders in einem Holzunterstand als unter einem Blechdach oder im Zelt und nochmal anders klingt er am See oder im Wald unter dem Blätterdach. Wenn ein grosser Regentropf einem auf die Stirne klatscht, dann klingt es anders, als wenn man unter dem Schirm steht. Regen ist wie Musik. Mal ganz sachte und fein und dann auch wieder laut und wild. Aber wenn man hinhört, klingt es immer schön.

Fühlen:
Kinder sammeln gerne Regentropfen mit ihren Händen. Dabei formen sie ihre Handflächen zu Schüsselchen und lassen die Tropfen reinfallen. Aber auch mit den Füssen ist (Sommer-) Regen spür- und erlebbar. Barfuss über eine nasse Wiese zu gehen ist sinnliche Wahrnehmung pur. Vielleicht seid ihr auch schon mal von einem Platzregen überrascht worden. Sich verregnen zu lassen, braucht ein bisschen Überwindung, aber wenn es einem dann erst mal egal ist, dann ist dieses durch-und-durch-vom-Regen-durchnässt-sein wunderbar und unvergesslich!

Sehen:
Regen hat viele Gesichter. Der Nieselregen ist eher spür- als sichtbar, aber wenn es wie Bindfäden regnet oder grosse Tropfen vom Himmel fallen, dann sind manchmal sogar die einzelnen Regentropfen sichtbar. 

6. Mit dem Regen gestalten
Eine “durchnässte” Landschaft bietet sich regelrecht zum Gestalten an. Wo’s Schlamm, Matsch und Wasser gibt, kommen Kinder gleich ins Tun. Wenn’s richtig giesst, kann ein Weg zu einem Bach werden und ein Rinnsal zu einem kleinen Fluss. Mit Stöcken, Steinen und anderen Naturmaterialien werden diese gerne zu Pfützen und kleinen Seen gestaut, aus denen dann wiederum Bachumleitungen und Kanäle gebaut und so ganze Wasserlandschaften gestaltet werden. Es entstehen zauberhafte Umgebungen, die stets verändert werden können und so perfekt zum Spielen, Experimentieren, Erleben und Verweilen einladen. 

Es ist fein, mit einem Kaffee in der Hand aus dem warmen Wohnzimmer raus in den Regen zu gucken und froh zu sein, dass man nicht raus gehen muss. Aber noch feiner ist es, vom Regen geküsst und winddurchwoben nach Hause zu kommen, um viele unvergessliche Sinneseindrücken reicher, sich dann ein Käffchen zu brauen und über all die Erlebnisse zu reden, die diesen Tag zu einem Glückstag gemacht haben.
Na, sehnt ihr euch nach Schmuddelwetter, aber es ist grad gar kein Regen in Sicht? Ein Regentanz könnte helfen…

Ich wünsche euch Licht und Wärme und viel Freude beim Tun.
Habts fein und schön und wunderbar spannend.
Alles Liebe, Sandra

 

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