DA WAREN’S PLÖTZLICH ZWEI // TIPPS FÜR’S QUARANTÄNIG SEIN

Monatelang haben wir gepult, getropft und auf das olle Plastikteil schielend gewartet, ob es bitte hoffentlich bei dem einem Strich bleiben wird.
Ich hab mich zwischenzeitlich gefragt, ob diese Selbst-Tests überhaupt was taugen, ob da wirklich noch was anderes angezeigt wird, als nur die eine Kontrolllinie…

Jetzt weiss ich: es kommt häufiger vor, als einem beliebt… Uns hat es hier, einer nach dem anderen, erwischt. Erst die Kleine, dann der Grosse, dann mein Liebster und last but not least auch noch mich (trotz Impfung, just saying). So viel positiv war hier schon lange nichts mehr!

Krank sein ist blöd. Glücklicherweise sind wir alle mit einem leichten Verlauf davongekommen, und ich war froh, waren die Kinder wieder fit und der Mann auf dem Weg zur Besserung, als ich mich schlussendlich lahmend ins Bett legen musste.

Mein Mann und ich hatten ab und zu darüber gesprochen, wie wir es organisieren würden, würde es uns blöderweise beide gleichzeitig erwischen und uns nicht gut gehen. Haben beratschlagt, wie das mit den Kindern ginge, wenn niemand von ausserhalb zu uns nach Hause kommen könnte/würde/wollte, um sich um die zwei zu kümmern oder uns zu entlasten. Wahnsinnig aufschlussreich waren unsere Brainstormings jeweils nicht. Alles was dabei herauskam war:
– die Nachbarn fragen wegen Einkaufen 
– Netflix und Spotify 

Unsere Kinder waren bereits wieder fit, als wir zwei Erwachsenen kränkelten, was natürlich ein grosser Vorteil ist. Ausserdem sind sie schon gross, können sich Brote streichen, Popcorn machen, eine Brühe kochen oder Piratengold (Rührei) brutzeln und bedienen sich selbstverständlich aus dem Vorratsschrank. Zudem spielen sie stundenlang friedlich zusammen. Das alles ist ungemein entlastend.

Dennoch gab es das eine oder andere, was hilfreich war für uns als Coronafamilie. Ein paar Dinge, die sich während der letzten Tage bei uns zu Hause bewährt haben (da energieschonend und dennoch golden), habe ich euch hier zusammengetragen. In der Hoffnung, dass ihr sie nicht braucht! 

Entschleunigen
Als die Kleine im Testcenter positiv getestet wurde, kamen mir, obwohl ichs eh wusste, die Tränen. Mir war in dem Moment gleich alles zu viel. Sie jedoch sass tapfer auf dem Sessel, liess ihre Beine lustig baumeln, blinzelte mich über ihre Maske an und meinte dann keck: “Dann hab ich’s wenigstens durch.”
Genau. Man muss den Spucktest einfach auch mal halbvoll statt immer nur halbleer sehen. Also, gleich mal alle Termine gecancelt, Lehrpersonen und die Schule informiert und dann zu Hause eingemummelt. Es ist, wie es ist und durch ist durch.

Nachbarn und Freunde involvieren
Klar, wenn man Corona hat, kommt kein Mensch zu Besuch. Dennoch haben Freunde gefragt, ob sie für uns einkaufen dürfen, haben Blumen vorbeigebracht, was Süsses vor die Türe gelegt oder auch einfach mal geklingelt, und wir haben in sicherem Abstand einen kurzen Schwatz gehalten. Hach.
Es tut gut, wenn die Kinder mit ihren Freunden per Facetime quatschen können, wenn ihnen jemand die Hausübungen vor die Türe legt und schnell zuwinkt und gute Besserung ruft, es ist fein, mit den Grosseltern über Skype zu lachen, und wenn man auch mal per SMS gefragt wird, wie es geht, ob man was braucht und wie die Stimmung so ist… Es fällt mir manchmal schwer, mich anderen zuzumuten, aber es macht diese spezielle Situation um so vieles leichter, wenn man weiss, dass man nicht alleine ist und der Kontakt zur Aussenwelt nicht ganz flöten geht. 

Bücher
In allerletzter Minute und stiller Vorahnung auf das, was kommen wird, war ich noch in der Bücherei und habe mich da hamstermässig bedient. Denn mit guten Geschichten in der Seele kann man die Quarantäne in Gedanken jederzeit verlassen.
Was ich gehamstert habe:
– Comics und Guinnes-Rekord-Bücher für den Grossen
– Bastelbücher für die Kleine, mit einfachen Bastelprojekten, in denen sie gerne blätterte, sich inspirieren liess und dies und das sogar selbständig umsetzen konnte.  
– Bücher mit einfachen aber spannenden Experimenten, die mit gewöhnlichen Dingen aus dem Haushalt funktionieren

Zu Beginn der Quarantäne (als ich noch fit war) habe ich den Kindern “Herr der Diebe” von Cornelia Funke vorgelesen. So spannend! Nachdem die Kleine wieder ganz gesund zur Schule gehen durfte, ich im Bett lag, mein Liebster sich noch erholte, und der Grosse zwar fit war, aber noch zu Hause bleiben musste, hat er “In 80 Tagen um die Welt” von Jules Verne gelesen. Mein Kind war begeistert!

Filme
Gerne schauen wir uns als Familie einen Film an, denn auch so schaffen wir gemeinsame Erlebnisse, können die Kinder während aufregenden Szenen unterstützen, den Film auch mal anhalten und danach gemeinsam über das Gesehene reden und lachen. Filmabende oder -nachmittage sind bei uns immer etwas besonderes. So soll das gerne auch bleiben.  
Während der Quarantänezeit aber haben wir mehr Filme geschaut als sonst… Die Kinder haben sich auf die abwechslungsreichen Filmabende gefreut, und für mich war es immer auch eine Gelegenheit, einfach mal nur auf dem Sofa zu sitzen.

Filme, die wir uns während der Quarantäne angeschaut haben:
– Rattatouille 
– Ice Age (der erste Teil)
– Herr der Diebe (aber erst, nachdem wir das Buch gelesen hatten!)

– Die Kinderdetektei (Serie auf Netflix, die die Kinder auch gut ohne Erwachsene anschauen können. Eine Folge dauert 30 Minuten, ist also absehbar)

Köstlichkeiten
Leckereien haben die Kinder ebenfalls gezaubert, denn sich und den anderen was extra Feines zuzubereiten, tut in Zeiten wie diesen ganz besonders gut.
– einfachste Bananenmuffins (das Rezept ist hier)
– Marmorkuchen geht immer
– Brötchen für das Frühstück (hier gehts zum Rezept)
– gebrannte Mandeln (hier)

Spiele
…denn wir hatten viel Zeit…
– Vier gewinnt
– Heckmeck am Bratwurmeck  (Rechenspiel, geeignet für Unterstufe und meine grauen Hirnzellen)
– gemeinsam puzzeln (da kann man auch fein liegen und einfach bissl rumgucken…)
– Halligalli (zählen und schnell sein, tja)
– Ubongo (Tetris analog)

Selbständig werkeln
Ich sammle ja so gerne! Unter anderem grosse und kleine Kartonboxen, bis unter die Kellerdecke. Auch wenn mein Mann heimlich immer wieder welche entsorgt (huch, du bist erkannt!!!).
In den Tagen zu Hause haben die Kinder den Keller geplündert und super coole Roboter zum selber reinschlüpfen gewerkelt. Mit eingebauten Taschenlampen, die leuchten und blinken, eingearbeiteten Vorratsnischen, iPad Halterung und, und, und. 
Solche Projekte beflügeln, bringen so viel Freude, gemeinsames Spiel und etwas Raum für die, die Ruhe brauchen.

Wunderbarstes Quarantänematerial, das man hinstellen und sich und den Kindern selber überlassen kann:
– Kartonboxen / Klebeband
– Wassermalkasten
– Papier in verschiedenen Grössen, auch gebrauchtes Geschenkpapier, Zeitungspapier…
– Salzteig (Rezept ist hier)
– verschiedene Verpackungsmaterialien (Müsliboxen, Tetrapaks…)
– eventuell eine Faltanleitung, die man ausdrucken und dem Kind hinlegen kann (Schatullen für dies und das gibt es hier, Frösche fürs ein Froschspiel findet ihr hier, hier gibt es gefaltete Herzen als Buchzeichen und hier eine Anleitung für eine gefaltete Geldbörse.)
Falls ihr weitere Werkideen und passende Anleitungen sucht, werdet ihr vielleicht fündig, wenn ihr unter dem Tag “Werken mit Kindern” nachschaut.

Ich bin froh, sind wir gut durch dieses Schlamassel gekommen und dankbar, dass wir es als Familie die letzen Tage trotzdem fein und innig hatten, dass wir viel lachten, Lust hatten, zusammen zu spielen, Bücher lasen, und dass immer mindestens jemand in der Lieblingsbande Freude und Energie hatte, es sich und den anderen auch in unlustigen Momenten fein zu machen.

Alles wird gut.
Von Herzen wünsche ich euch und euren Liebsten einen wunderbaren Start in den Februar. Tage mit Schneeflockentreiben, frischer Winterluft und innigen Momenten. Bleibt gesund und guter Dinge.

Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

Ps: Unsere Regenbogencollagen haben wir im ersten Lockdown in Wien gewerkelt. Damals, als die Kinder die Regenbogen in die Fenster gestellt haben, als Zeichen dafür, dass wir zu Hause bleiben. 

6 thoughts on “DA WAREN’S PLÖTZLICH ZWEI // TIPPS FÜR’S QUARANTÄNIG SEIN

  1. Danke für deine wunderbare Sammlung ♡︎! Ich hoffe, ihr habt euch alle restlos erholt und gleichzeitig wünsche ich mir, dass es bei möglichst wenig Familien zum „Ernstfall“ kommt. Irgendwann müsste es doch auch einmal gut sein …

    1. Liebe Regina
      Lieben Dank für deine Nachricht. Ich freue mich sehr darüber. Ja, wir sind alle wieder wohlauf… Nun brennt die Welt.
      Ich hoffe, dass es euch ganz gut geht und sende eisig-kalte, aber sonnige Grüsse aus der Schweiz.
      Herzlich, Sandra

    1. Liebe Janine
      Ich hoffe, dass der Kelch an euch vorbeigegangen ist und es “nur” den Papa erwischt hat.
      Bleibt gesund und seid lieb gegrüsst!
      Herzlich, Sandra

  2. Liebe Sandra
    Da lieg ich lümmlig im Bett rum und schaue mal wieder bei der Liebingsbande vorbei- der Beitrag könnte passender nicht sein… Nachdem es uns Ende November mit Delta erwischt hat- einen nach dem andern, sind wir nun mit Omicron in der 2. Runde
    vorsorgend war auch ich noch in der Bücherei und habe die „Eisreise“ gekauft, in der Hoffnung der Quarantäne auf einer Eisscholle zu entfliehen und zumindest ein paar Momente das Nordlicht sehen zu können.
    Herr der Diebe, klingt sehr spannend, ab welchem Alter würdest du dies empfehlen? (Meine werden im Sommer 6und 9)
    Ich hoffe wir kommen auch diesmal glimpflich davon.
    Danke für die Tipps und die „positiven“ Impulse, (wenn man dem noch so sagen darf) ich bin ebenfalls eine leidenschaftliche Kartonkistensammlerin (so auch Tetra, Gläser und weitere Verpackungsutensilien sind bei mir gut aufgehoben und warten-zum teil sehr lange- auf eine neue Zwecksverwendung) Vielleicht gerade als Kulisse der ersten Staffel der Geschichte, welche die Kinder nun mit Playmo spielen. Heute folgt das zweite Kapitel, sagte die Kleine gestern verheissungsvoll.
    Ich bin gespannt, langweilig wird es jedenfalls (auch so..) nicht.

    Alles Liebe und einen guten Winter

    Herzlich Meret

    1. Liebe Meret, endlich komme ich dazu, dir zu antworten. Ich hoffe, dass ihr alle wieder gesund und bei Kräften seid und die Tage gut überstanden habt. Bei uns schon der nächste Infekt, ja, langweilig wird es nie.
      Für Herr der Diebe sind deine Kinder vielleicht noch bissl jung. Ich finde, das das Buch in die Mittelstufe gehört. Ich werde es demnächst mit meinen 5. und 6. Klässlern lesen. Obschon: meine Tochter hat natürlich auch zugehört, und sie fand es super spannend.
      Danke dir, für dein liebes Feedback, das hat mich sehr gefreut.
      Habt einen schönen Tag und seid lieb gegrüsst.
      Herzlich, Sandra

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