
Draussen lässt der Nordwind feine Schneeflocken wirbeln. Der Garten hat ein weisses Kleid bekommen und unsere Kinder spielen wie jungen Hunde innig und ausgelassen im Schnee – es gibt Dinge, die ändern sich hoffentlich nie.
Wie schön, dass uns diese Pracht jedes Jahr von Neuem verzaubert, wenn sie unsere Welt mit glitzernder Stille zudeckt. Wenn wir inne halten, staunen und immer mal wieder anknüpfen, an unvergesslich schöne Winter-Kindheitserinnerungen.
Und so freue ich mich noch ein bisschen mehr auf den nächsten Sonntag, den Lichtersonntag, an dem wir in unserem Zuhause die ersten Sterne aufhängen und Kerzen entzünden für all die lieben Menschen, die nicht mehr bei uns sind und die wir doch immer in unseren Herzen tragen.

Die selbstgemachten Sterne sind mir die Liebsten, deshalb stelle ich euch heute eine neue Variante vor, die ich letztes Jahr bei Amaryllis von ohohdeco entdeckt habe und die wir mit Freude nachgewerkelt haben.
Ihr braucht dazu:
– Pappkartonrollen (Klopapierrollen)
– Gouache oder Wasserfarben (nicht zu dünn)
– Pinsel
– Unterlage
– Massstab
– Bleistift
– Schere
– Faden, um die Sterne aufzuhängen

Und so werden die Sterne gefertigt:
Bepinselt die Papprollen innen und aussen mit Farbe. Es lohnt sich, erst die Innenseiten und dann die Aussenseiten zu bemalen.
Lasst die Rollen dann gut durchtrocknen.

Bestimmt mit Hilfe des Massstabes die Mitte eurer Papprolle und bezeichnet diese rundum mit einem Bleistiftstrich.
Schneidet mit der Schere von beiden Rollenenden ca 1-1,5cm breite Streifen zur Mitte zu, achtet dabei darauf, dass ihr nicht bis zur Mittellinie schneidet, sondern ca. 1cm vor der Linie stoppt, und dass die Einschnitte von der einen zur anderen Seite verschoben sind. Das heisst, dass ein Einschnitt der einen Seite in die Mitte eines Streifens der gegenüberliegenden Seite kommt (siehe Bild).
→ Falls ihr die Sterne mit kleinen Kindern werken wollt, zeichnet ihnen die Streifen versetzt ein, und auch, wie weit sie einschneiden dürfen.

Wenn ihr die Streifen rund um die Rolle auf beiden Seiten eingeschnitten habt, werden die Streifen zu Spitzen geschnitten.
Setzt die Schere in der Mitte eine Streifens an und schneidet dann bis zu den Enden der Einschnitte, die ihr zuvor gemacht habt.
Kleine Kinder brauchten dafür Unterstützung. Bitte zeichnet ihnen die Mitte der Streifen und das „Ziel“ an, damit sie wissen, wohin sie schneiden müssen, um eine Spitze zu bekommen. Haben sie 2, 3 Spitzen geschnitten, haben sie meist den Dreh raus und können ohne Hilfe weiterschneiden.

So sehen die Rollen aus, wenn beide Seiten fertig eingeschnitten sind: zwei gegenüberliegende Kronen, deren Zacken verschoben sind.

Klappt die Spitzen erst auf der einen Rollenseite nach aussen, dann auf der anderen Seite…

… und so sehen sie aus, die Rollen-Sterne.

Obacht, macht süchtig, denn jeder von ihnen ist so wunderschön geworden, dass wir gar nicht aufhören konnten, verschiedenste Farbvarianten auszuprobieren. Wir haben gemischt und gepinselt, eingeschnitten und umgefaltet und es war so eine Freude, dieses Spiel mit den Farben.
Leider waren irgendwann die Rollen alle, ansonsten hätten wir hier, mir-nichts-dir-nichts, eine Klorollen-Sterne-Manufaktur eröffnet.
Abends haben wir damit unseren Tisch dekoriert, sie beleuchtet und festlich getafelt. Das Licht-Schattenspiel ist grandios.
Aber bitte: Beleuchtet die Pappsterne mit LEDs. Teelichter werden zu heiss.

Und so wünsche ich euch und euren Liebsten ein inniges, warmes Schneegestöber-Wochendene und einen friedlichen und freudigen Lichtersonntag… vielleicht mit dem ersten Stern, der aufgehängt wird, als Zeichen, dass man sich auf macht, in die goldene Adventszeit, die bald kommen wird.
Habt’s fein, und schön, und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra
