LOVE IS FOUND.

Ihr Lieben. Sonnengewärmt, winddurchwoben und wellenumspült melde mich aus unserer letzten Sommerferienwoche. Schön war es, abzutauchen ins kühle Blau, in diese Ruhe einer anderen Welt, um sich dann vom kühlen Grund wieder abzustossen, an die Wasseroberfläche zu schiessen, nach Luft zu schnappen und sich und sein Seelengewand zu schütteln, bis dass der letzte Tropfen Schwere abfällt.

Ich habe ganz viel Schönes geplant, zum neuen Schuljahr, zur Einschulung, dem grossen, spannenden, freudigen Schritt hinaus. Ein Potpourri aus Schultüten, Mutsteinen, Wegbereitern, Bilderbüchern und Gedanken liegt vor mir, bereit hinausgeschickt zu werden.

Aber nun sitze ich hier und die Welt brennt, überall! Die furchtbaren Geschichten und entsetzlichen Bilder schwirren in meinem Kopf, hilflos fühle ich mich, ich tigere, mache mal dies ein bisschen und dann mal das ein wenig und tu schliesslich doch nichts.
“Jetzt kann ich doch nicht ein Schultüten-Gedöns posten, wie schrecklich profan ist dass denn”, dachte ich, und tatsächlich habe ich mir überlegt, ob ich auf dem Blog die Einschulung sausen lasse, wenigstens für dieses Jahr, und es stattdessen einfach still bleibt hier. Still, sodass unsere Gedanken bei den Menschen sein können, die um ihr Leben bangen, und nicht von irgendwelchem Krimskrams abgelenkt werden.

In Winterthur sind Musikfestwochen. Musik in der ganzen Stadt. Es ist unglaublich schön, nach all den Monaten, dass der Wind die Klänge der verschiedenen Bühnen in die Welt trägt, so dass alle daran teilhaben können. Als ich gestern Abend durch die Stadt geradelt bin, hörte ich die Stimme einer Sängerin, so warm und tief, dass ich stehen blieb und zuhörte. “Love is found”. Keine einzige Sekunde fragte ich mich, ob es in Ordnung ist, Musik zu hören oder über Liebe zu singen, in einer Zeit wie dieser, in der kein Stein auf dem anderen zu bleiben scheint. Keinen Augenblick lang empfand ich all das Schöne und Warme zuwider, fehl am Platz oder geschmacklos. Im Gegenteil. Ich fühlte mich umhüllt und leicht, getragen von einer wunderschönen Stimmung und dem Leben.

Musik, die aus der Seele kommt, Worte aus dem Herzen und Gedanken der Liebe sind nie deplatziert. Wir dürfen auch nicht aus Mitgefühl darauf verzichten, das Schöne zu sehen, innig zu fühlen, zu erleben, liebevoll zu handeln, uns zu freuen, wohlwollend in die Welt hinaus zu gehen und unser Leben zu umarmen. Vielleicht sollte man gerade jetzt einen Schritt nach vorn wagen und schöne Musik auflegen, tanzen, voller Dankbarkeit mit Freunden essen, in den Wald gehen und nah sein mit denen, die man liebt. 

So wie ein Lied in der Nacht ist eben auch der liebevolle (selbstgemachte) “Krimskrams” für den ersten Schultag unserer Kinder wichtig. Geschichten, Kleinigkeiten, Zeit. Weil das alles von Herzen kommt, etwas Besonderes ist, weil es die Kinderseele nährt, sie erfreut, und weil auch scheinbar unwichtiges “Gedöns” diesen einmaligen, wunderschönen, riesengrossen Schritt unserer Kinder zu etwas ganz besonderem macht.
Es ist wunderbar, wenn unsere Kinder spüren, dass wir da sind, dass wir uns für sie freuen, dass wir an sie glauben, mit ihnen glücklich sind und gespannt in einen neuen Lebensabschnitt blinzeln. Es sind Erinnerungen, die bleiben, vielleicht für immer.

Erstmal nur das. Mehr dann die Tage.

Ich hoffe von Herzen, dass es euch und euren Liebsten ganz gut geht. Einen goldenen Sommerabend euch.
Habt’s fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

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