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KÖNIGSKRONE FÜR HERBSTKINDER // DIY

Jedes Jahr, wenn der Herbst golden wird und die Welt in diese warmen, weichen Farben hüllt, denke ich: so schön war der Herbst noch nie! Er zieht einem hinaus, raus in die Natur, zum Staunen und Sammeln, Entdecken und Spüren. Alle Jahre wieder, gehen wir freudig durchs raschelnde Laub, springen in die Laubhaufen, werfen die Blätter in die Luft und tanzen im Blätterregen voller Glück. Alle Jahre wieder sammeln wir alles, was uns der Herbst “vor die Füsse legt”. Gestern haben wir goldene und feuerrote Blätter gefunden und ein paar grosse unter der Platane gesammelt. Und alle Jahre wieder werden daraus unsere liebsten Herbstkronen… Weiterlesen“KÖNIGSKRONE FÜR HERBSTKINDER // DIY”

SCHULTÜTE OHNE KLIMBIM // 30 IDEEN, UM DIE SCHULTÜTE ZU BEFÜLLEN

*Mein Schülerinnenleben hat ganz ohne Schultüte begonnen: mit dem roten Ranzen am Rücken, stolz und voller Vorfreude. Schultüten gabs damals bei uns in der Schweiz nämlich nicht, das war so ein deutsches Dings. 
Auch der Lehrer meines Sohnes meinte am Informationsabend, dass Schultüten nicht nötig sind, weil ja der Schulbeginn mit allem drum und dran genug Erlebnis ist. Und ja, er hat vollkommen recht, finde ich.
Aber was, wenn sich das Kind hauptsächlich wegen dieser Tüte auf den Schulbeginn freut? Eben. Weiterlesen“SCHULTÜTE OHNE KLIMBIM // 30 IDEEN, UM DIE SCHULTÜTE ZU BEFÜLLEN”

MUTTERTAG // 5 IDEEN FÜR KINDER UND PAPAS DIE WAS VORHABEN

Mal ganz ehrlich? Es ist mit dem Muttertag wie mit allem anderen auch: Es sind die kleinen Dinge, die so aus dem Herzen springen und in Liebe geschehen, die den Menschen am allermeisten berühren und glücklich machen. Mehr braucht es nicht. Weiterlesen“MUTTERTAG // 5 IDEEN FÜR KINDER UND PAPAS DIE WAS VORHABEN”

WAS MAN IN JUNGE HERZEN PFLANZT // NATURBEWUSSTSEIN

Oder wie geht eigentlich Umwelterziehung?

Wir waren die Tage in der Schweiz. Haben staunend beobachtet, wie ein Kälbchen das Licht der Welt erblickt hat, wie die Meisen am Nistkasten ein- und ausgeflogen sind. Haben am Flussufer Feuer entfacht und darauf lecker Essen gekocht, Steine gesammelt und diese stundenlang über das Wasser gleitend in den Fluss geworfen. Wir haben Stöcke gesammelt, sind durch Wälder und über Wiesen getobt und haben Schmetterlingen beim Tanzen zugesehen. Gemeinsam in die Natur einzutauchen ist traumhaft. Mehr braucht ein Menschenkind eigentlich nicht. Meine ich. Bullerbü für alle!

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KLEISTER-EIER // REZEPT & DIY

Kleistern ist sinnlich und toll und man kann damit wahnsinnig schön gestalten. Also schnell in die Küche gehupft, Kleister gekocht, Wasserballone für unsere Kleister-Eier aufgepustet (saustreng!) und ein paar Zeitungen in Stücke gerissen. Letzteres ist übrigens auch eine spannende Erfahrung, denn Papier hat eine Lauf-/Reissrichtung. Merkt man auch erst, wenn man genüsslich viiiiiele Streifen reissen darf…

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OSTERSTRICK-HÄSCHEN // DIY

“Knit happens”

Mein Strickhäschen – Post vom letzten Jahr, frisch überarbeitet und euch nun nochmals brühwarm aufgetischt. Mein Beitrag hat sich nämlich einfach selber gelöscht! Sowas passiert (mir) in dieser virtuellen Welt. Aber auch, weil sich bei den aktuellen Aussentemperaturen noch viel lieber stricken lässt. Weiterlesen“OSTERSTRICK-HÄSCHEN // DIY”

DIE KRAFT DES GESANGES // ODER WARUM WIR NOCH MEHR SINGEN DÜRFEN MIT UNSEREN KINDERN

Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen

(Yehudi Menuhin)

Wenn meine Kinder singen, dann geht mir das Herz auf. Ich könnte stundenlang zuhören, mich einlullen in diese Klänge, die aus der Seele kommen. Dann legt sich ein Gefühl über mich, das mir sagt: alles ist gut. Das Kind ist bei sich und im Einklang mit sich und der Welt. Sehr schön ist das.

Das Singen mit Kindern ist ein unterschätztes, aber ganz dringendes “must have”. Denn mit Gesang wird das Leben mit Kindern nicht nur schöner, sondern auch einfacher:

Die Stimme als erstes Instrument
Der Gesang ist vermutlich Ursprung der musikalischen Ausdrucksform des Menschen. Der Körper ist Klanginstrument und nichts trennt ihn von der Musik. Das Lied schlummert im Menschen drinnen. Seit jeher und hoffentlich für immer.

Singen macht glücklich

Ja, und das ist nicht so ein Eso-Dahergerede. Das ist jahrzehntelange eigene Erfahrung, und ganz nebenbei ist es sogar wissenschaftlich belegt. Denn beim Singen werden Hormone und Botenstoffe (wenn ihr es ganz genau wissen wollt: Serotonin, Noradrenalin und Beta-Endorphine) produziert, die uns glücklich machen. Jetzt wisst ihr auch, weshalb nach dem Singen von “Oh Tannenbaum” und der “Stillen Nacht” alle so berührt und zufrieden den Weihnachtsbaum angucken. Glück, so einfach ist das.
Musik macht das Herz weich. Ganz still und ohne Gewalt macht sie die Tür zu Seele auf.
(Sophie Scholl)
Singen verbindet und schafft Beziehung

Wenn wir zusammen sprechen, tut dies, optimalerweise, einer nach dem anderen. Singen aber tun wir gemeinsam. Zu zweit oder mit hundert anderen. Gemeinsames Singen schafft Beziehung, weil wir aufeinander hören, uns dazu gemeinsam bewegen, weil wir kommunizieren, weil wir dabei alle gleich sind. Singen verbindet und diese Verbindung schafft Vertrauen, den respektvollen Umgang miteinander und Akzeptanz.
Für jemanden ein Lied zu singen ist wie eine Liebeserklärung, auch ohne Leier, unterm Balkon des/der Angebeteten. Ein Geschenk aus der Seele und ein grosses Kompliment.

Singen gibt Halt
Wenn man als Kindergärtnerin eine Gruppe von über zwanzig Kinder begleitet, bedient man sich verständlicherweise der besten Tools, die es gibt. Für mich war und ist eines davon der Gesang. War es in der Gruppe unruhig und unrund, half ein Lied, die Kinder zu sammeln. Wenn gesprochene Worte nicht gehört wurden, halfen leise gesungene Worte garantiert. Denn nach und nach blickten die Kinder um sich, suchend, woher die Musik kam, traten heran, hörten zu. Immer (ok, zu 90%) haben sie gelauscht, und wenn ein Moment der Ruhe entstanden war, bot sich mir die Möglichkeit, zu sammeln, etwas Neues aufzugleisen, zu klären, zu unterstützen. 
Schwierige Übergänge vom Gruppenraum in die Garderobe, vom Aufräumen zurück in den Kreis, vom Kreis zum Tisch, waren immer mit Unruhe verbunden. Als hätten die Kinder für einen kurzen Augenblick den Halt verloren. Den aber konnte man ihnen gewähren mit einem Lied. 

Ein Lied hat die Kraft und den Zauber, einer ganzen Kindergruppe Rückhalt und Sicherheit zu geben. 

Eine gesungene Anweisung war oftmals wirkungsvoller als all das Gesagte, was die Kinder eh schon den ganzen Tag zu hören bekamen.

Singen nimmt die Angst
Ja, davon kann ich ein Lied singen. Musste ich als Kind alleine in den Keller, um eine Flasche Pepita zu holen, sang ich. Ich sang, weil es dunkel war und müffelte, weil der Keller im Mehrfamilienhaus voller zugestellter Holzverschläge war, hinter denen Wesen und Gestalten auf mich lauerten, kicherten, knackten, raschelten und knarzten. Aber wenn ich aus Leibeskräften um mein Leben sang, dann packte ich mich ein in einen Schutz aus Klang und zeigte all den Kellergestalten: “Hey, ich komme mit Gebrüll, ihr passt besser auf.”

Singen macht mutig und nimmt die Angst. Die Angst, im Dunkeln das Licht anzumachen, die Angst, alleine durchs Treppenhaus zu steigen oder auch die Nervosität vor einer Prüfung oder einem schwierigen Gespräch. Denn auch hier helfen die ausgeschütteten Botenstoffe und Hormone. Probiert es unbedingt aus.

Wer singt, verscheucht sein Unglück
(Spanisches Sprichwort)
Singen bringt den Körper in Bewegung
Singen geschieht mit dem ganzen Körper. Er ist Resonanz- und Klangkörper und noch viel mehr. Wenn wir singen, dann verändert sich unsere Körperhaltung. Wir richten uns auf, öffnen uns, um den Atem in uns aufzunehmen und um die Klänge aus dem Körper zu schicken. Wir klatschen den Takt mit den Händen oder klopfen ihn mit den Füssen, wir schnippen mit den Fingern, tanzen im Kreis, wir bewegen uns im Rhythmus oder untermalen das Gesungene mit passenden Bewegungen (eine tolle Möglichkeit übrigens, um sich Liedtexte zu merken!). Gerade auch weil das Singen unseren ganzen Körper berührt, macht es uns so sehr zufrieden, glaube ich.

 
Singen ist Musizin
Kein Pflaster, kein Coldpack auf dieser Welt heilt so sehr, wie ein leises Lied 
“Heilä, heilä Sägä, drüü Tag Rääge.” 
Die Wärme der Stimme, die Hingabe und die liebevollen Berührungen dabei lassen die Seele und das aufgeschlagene Knie viel schneller heilen als alles andere.
Singen heisst atmen, atmen heisst leben
Als mein Sohn ein Baby war, war er abends oft ulidig. Am liebsten wolle er getragen werden, und wenn ich dabei sang, war die Welt in Ordnung, er wurde ganz ruhig und war ganz bei sich. So legte ich Kilometer um Kilometer in der Berliner Wohnung zurück, mein Baby am Herzen tragend und singend. Und nicht nur ihm, auch mir hat es gut getan zu singen, denn meine Gesangsmeditation hat mich gelehrt, zu atmen, mich zu beatmen, Sauerstoff und somit Kraft zu tanken statt vor Müdigkeit zusammenzubrechen.
Ein Lied ist wie ein warmer Frühlingwind, der einem durch den Tag tanzen lässt, obwohl man eigentlich beschlossen hat, kommatös müde zu sein. 
Singen fördert die Sprachentwicklung
Lieder sind eine Form gesungener Sprache. Wenn wir Lieder singen, dann geschieht dies sehr viel langsamer, als wenn wir sprechen, auch weil wir das Tempo eines Liedes dem Kind anpassen. Wir bewegen den Mund mehr und betonen die einzelnen Silben stärker. Singen ist eine lusvtolle Art, die Sprachentwickling zu unterstützen.

Singen in den Alltag integrieren
Ich bin mir sicher, dass viele von euch singen, wenn ihr eure Kinder zu Bett bringt. Mit einem Lied den Tag abzuschliessen ist wohl die beruhigendste, innigste und allerschönste Art, ein Kind in die Nacht zu begleiten. 
Aber nicht nur abends, auch durch den ganzen Tag kann euch das Singen unterstützen. 
– Die Kinder mit einem Lied aufwecken
Es ist schön, den Tag mit einem Lied abzuschliessen, aber es ist auch wunderschön, den Tag mit einem Lied zu beginnen. Guckt mal, wie es sich für eure Kinder anfühlt, wenn ihr sie morgens mit einem leisen Lied aufweckt.
– Zähneputzen
Ja, das ist manchmal so eine Sache… eine üble Sache, weil Zähneputzen ist blöd. Aber (bei uns zu Hause) muss sein. Es gibt zahlreiche Zahnputzlieder, die ihr beim Zähneputzen singen könnt. Meine Kinder lieben Quatschlieder am allerliebsten. Wie ein Löwe eine Oper singt? Ha, nichts leichter als das und schwuppdiwupp ist die obere Zahnreihe schon geputzt… Es klappt auch bei uns nicht immer, aber ab und zu.
– Vor dem Essen ein Lied singen
Das “Sich-an-den-Händen-halten” und zusammen ein Lied vor dem gemeinsamen Essen singen, ist nicht jedermanns Sache (haha, ich seh meinen Schwager vor mir,  grosse Augen, als er uns an den Händen halten soll und denkt: Oh Scheisse, in welche Sekte bin ich hier geraten…). Aber ein kurzes Lied oder auch ein Spruch vor dem Essen hat was Verbindendes und zeigt klar an, wann das Schmausen beginnt.
– Aufräumen…
Ohjehmine, das Aufräumen, eine leidige Sache, die den Kindern manchmal echt schwer fällt. Aber auch dabei gilt: Das gemeinsame Singen währenddem gibt Halt und lässt die Kinder leichter dabei bleiben. Es lenkt ab von dieser “Tortur” und macht das Ganze einfach lustiger.
Nutzt die Kraft eurer Stimme, um euer Tun zu unterstützen.
– Sich Anziehen
Auch so ne Sache, vor allem im Winter, mit den tausend Schichten. Wie wäre es, das Anziehen mit dem Hampelmannlied zu untermalen? Ist einen Versuch wert. Vor allem, wenn man daraus auch wieder ein Quatschlied macht. Immer lustig bleiben!
– Singend auf den Weg gehen
Nörgelig auf dem Sonntagsspaziergang? Oder schon bissl müde vom Wandern? Ein Lied hilft, denn gemeinsames Singen verleiht Bärenkräfte.
– Stimmung am Nullpunkt
Ich weiss, gerade dann ist es schwierig zu singen. Aber auch ein gesungener Katzenjammer ist Gesang, und wenn man dann noch heult wie ein Wolf bei Vollmond oder singt wie der Esel von den Stadtmusikanten, dann kann der Kummer vielleicht ein bisschen weichen. Wenn selbsterfundene Quatschlieder und umgetextete Kinderklassiker gesungen werden, dann wird gelacht und es wächst Glück. Einfach so, mit nichts als einem Lied.
– Gute Nacht
Ohne Gute-Nacht-Lied gehts nicht. Wie soll ein Kind in die Nacht gehen, wenn wir nicht noch singen? Unmöglich.

 
Bei manchen Völkern wird der Reichtum eines Menschen daran bemessen, wieviele Lieder er im Herzen trägt.
(unbekannter Autor)
Wenn Kinder singen, verzaubern sie die Welt, und ich behaupte, dass jeder Erwachsene gesungen hat, als Kind. Viele tun das noch immer, aber leider gibt es auch jene, denen irgendwann mal gesagt wurde, dass sie nicht singen können. Und deshalb lassen sie es lieber sein. Schade, man sollte wirklich nicht alles glauben, was so dahergeredet wird. Denn, ganz egal, ob man singt wie eine Nachtigall, oder ob man das Gefühl hat, eher im Team Krähe zu trällern, lasst euch bloss nichts einreden. Singen ist wie Tanzen oder Träumen, man kann es einfach.  Schlussendlich, so glaube ich, kommt es, wie so oft im Leben, auf das Gefühl an, welches ihr durch euren Gesang transportiert. Ich bin mir sicher, wenn ihr für eure Kinder singt, werden sie selig, glücklich und verzaubert, weil ein Lied die Gabe hat, einem einzulullen, wie eine warme Decke während einer kalten Winternacht. 
Ich wünsche euch alles Liebe, immer wieder ein fröhliches Lied auf den Lippen und ein feines Wochenende.
Sandra

BESEELTE WOLLSCHÄFCHEN DIY

Seit vielen Jahrhunderten wickeln die Menschen Wolle. Vom Strang der Spindel zu handlichen Wollknäueln, die verstrickt werden. Seit immer schon sitzt man zusammen, redet und wickelt Wolle. Versunken in den Bewegungen der Hände gleitet die Wolle durch die Finger. Auch Kinder wickeln. Als wäre es in den Zellen, wickeln sie Wollfäden um ihre eigenen Hände, Schnüre um Stuhlbeine, Verbandszeug tausendmal um ihr Kuscheltier, wickeln ihre Schneckenbänder um Arme und Beine, und als ich letztens den Gürtel meines Bademantels vermisste, fand ich ihn zu einem Strang gewickelt im Kinderzimmer. Darin ein wunderschöner Schatz… 

Als wir für das Kinderlädchen des Waldorfbazars nach geeigneten Produkten Ausschau hielten, stiess Sofia auf die Idee der zauberhaften Wollschafe. Diese fertigten wir dann auch gleich mit der ganzen ersten Klasse an und waren begeistert von der wollenen Schafherde, die in so kurzer Zeit auf einfache und lustvolle Art und Weise entstanden ist.
Die Herde ist so hübsch geworden, dass ich euch gerne daran teilhaben lassen möchte.

Ihr braucht: 
– ein Stück Wellkarton einer Kartonkiste 
– einen Stift
– eine Schere
dicke Wolle
– einen Klebestift
– ev. Klebesterne 

So wird’s gemacht:
Zeichnet auf dem Karton euer Schaf vor. Falls eure Kinder die Schafe vorzeichnen, dann zeichnet die Kontouren so nach, dass Hals und Beine dick genug sind, dass die Schafe gut ausgeschnitten werden und, wenn sie umwickelt sind, gut stehen können.
Schneidet die Schäfchen doppelt aus und benutzt einen Kartonrest, um einen Distanzhalter für den Bauch zu falten:
Damit die Schafbeine beim Wickeln nicht zu nah zusammen kommen, braucht ihr ein Stück Karton, den ihr ein paar mal faltet und dem Schäfchen in den Bauch (zwischen die beiden Bäuche) klebt. Das gibt ein bisschen Luft und lässt die Schäfchen nach dem Umwickeln besser stehen.
Ein Gedanke, bevor ihr nun das Schaf in die feine Wolle wickelt:  Es ist ein sehr schönes Ritual, einem selbstgebastelten Tier, einer genähten Puppe oder einem selbstgemachten Wesen eine Seele einzuhauchen. Ein Wesen zu beseelen heisst, es lebendig zu machen. Für die Kinder bedeutet das auch, sich noch mehr zu verbinden mit dem was sie fertigen. Ihre Werkarbeit wird dadurch noch wertvoller, individueller und noch einzigartiger.
Ein Wesen zu beseelen heisst, in Verbindung zu treten, ihm Leben einzuhauchen und es ganz seins werden zu lassen. Ein gedanklicher Herzschlag.
Für einen kurzen Moment halten wir inne. Das Kind sucht sich einen goldenen Stern aus und gemeinsam überlegen wir uns einen Wunsch, einen Gedanken, ein Gefühl. Manchmal ist es nicht möglich oder nötig, dies in Worte zu fassen. Es geht alleine um die Stimmung, in die die Kostbarkeit und die Kraft der Beseelung eingepackt wird.
Dann kleben wir den Stern, mit dem Anfangsstück des Wollfadens auf den Bauch oder auf das Herz des Schafes und besiegeln unsere Gedanken.  
Die Kleine liess ihren Blick vom nackten Kartonschaf auf die warme Wolle gleiten. Dann nahm sie einen goldenen Stern und sagte: “Ich wünsche dir, dass dir ganz warm ist.” 
Dann beginnen wir mit dem Umwickeln. Zuerst werden die Schafe von der Brust zum Po umwickelt, dann vom Bauch zum Rücken bis um den Hals und zum Kopf. Das Gesicht des Schafes bleibt frei. Wickeln und reden, wickeln und entstehen lassen, so lange, bis das Schaf wollig und wohlig ist. Schön ist es auch, wenn wir mit Gesang oder mit einem Vers das rhythmische Wickeln unterstützen. Dabei wird die Feinmotorik und die Hand- Hand- Augenkoordination auf lustvolle und sinnliche Art und Weise geübt. 
Am Schluss stecken wir das Ende des Wollfadens unter das Gewickelte, biegen die Beinchen etwas auseinander und dann kann es los gehen, auf die Schafweide, in den Stall zu Maria und Josef und auf Entdeckungsreise.
In ein paar Tagen ist Weihnachten. Die Zeit rennt… 
Ich wünsche euch bis dahin entspannte, warme und wohlige Tage und immer wieder ein bisschen Zeit um durchzuatmen und den Boden unter den Füssen zu spüren.
Habts fein. Sandra
     
Lieben Dank.           

HERZEN FÜLLEN – GEDANKEN ZUR VORWEIHNACHTSZEIT

 

Kekse knuspern, Kerzen anzünden, Geschichten erzählen und ab und zu was werkeln. 
Mehr braucht kein Mensch.

Mein Herz ist Beschützer wunderschöner Erinnerungen. In gewissen Zeiten halte ich mich an diese, weil sie mir helfen, zu erspüren, was wirklich zählt. Gedanken an warme, stimmungsvolle Adventstage meiner Kindheit, zum Beispiel. Wie einfach es war, voller Glück und Aufregung zu sein, aufgehoben in einem Zauber, der damals aus wenig bestand und doch jede Zelle meines Ichs berührte.

Ich erinnere  mich, wie ich ganz früh an einem Weihnachtsmorgen neben dem Christbaum am grossen Fenster stand, in die Schneelandschaft blickte, und wie ich tief in meinem Innern fühlte, dass es wohl nichts Schöneres auf der Welt geben kann wie dieser Schnee, dieser geschmückte Baum und ich in dieser Stille.

Viele Jahre später wünsche ich mir diese Empfindungen immer wieder zurück. In einer Zeit, in der alles anders ist (mal abgesehen davon, dass hier seit Jahren kein Schnee mehr liegt an Weihnachten….), mein Herz jedoch immer noch meinen Puls bestimmt.

Seit Jahren nehme ich mir jeden November vor, noch langsamer zu werden,  noch viel weniger im Aussen, stattdessen mehr im Innern zu weilen.
Und trotz guter Vorbereitung und einer Alltagsgestaltung in SloMo meinerseits, ist es doch eine ganz schöne Herausforderung, den Rhythmus der Welt mit meinen Bedürfnissen zu verbinden und die Zeit meiner Kinder mit dem Notwendigen zu füllen, nämlich: gemeinsame Zeit, eine Stimmung des Wohlbefindens, der Wärme und sonst nichts.
Klingt einfach, aber eben.
Als Kindergärtnerin habe ich die Tage im Dezember ganz, ganz einfach gehalten, weil mir bewusst war, welchem Stress und Überfluss manche Kinder ausgesetzt waren. Schon der Gang in den Supermarkt, wo bereits ab September Tausende Schokokläuse stramm stehen, ist ja eigentlich eine Herausforderung, die man den Kindern gerne ersparen würde. Wenn ich also meine Vorbereitungen dann so vor mir liegen sah, kam schon dann und wann das Gefühl auf, dass doch alles sehr Minimalistisch daher kam. Doch spätestens am ersten Dezember, wenn die Kinder das erste “Türchen” ihrer Adventskalender geöffnet hatten, Pferdehaargummi, Feuerwehrpflaster, das Schokoherz und das Bild mit der brennenden Kerze bestaunt hatten und sich schon auf die Geschenke vom nächsten Tag freuten, wusste ich: “Meine Planung ist genau richtig.”
Und ich wusste es allerspätestens am 7. Dezember, wenn der Kindergarten-Samichlaus (Nikolaus aus der Schweiz) mit seinen Geschichten aus dem Wald wieder gemütlich in sein Häuschen zurückgekehrt war (der Glückspilz!!!) und die Kinder in einem Eldorado aus Erdnüssen, Schokolade, Lebkuchen und kleinen Spielzeugen versanken, weil…
– auch der Nikolaus zu Hause die DVD von Rudolf das Rentier gebracht hatte…
– Oma einen Nikolausgruss per Post schickte…
– die Nachbarin von oben ein paar Leckereien, ein Bilderbuch und eine CD mit leider total prekär arrangierten Weihnachtsliedern im Namen von Nikolo an die Türklinke hängte…
– die Nachbarin von unten ein synthetisches Plüschrentier vorbeibrachte…
Allerallerspätestens ab dann war sichtbar, in was für einen Irrsinn manche Kinder katapultiert werden. 

Natürlich ging es weiter mit Basarbesuchen am Wochenende, Adventskaffee-Einladungen hier, vorweihnachtliches Kekse backen mit Kindern dort, gemeinsames Singen für die Weihnachtsstimmung in der Nachbarschaft, Besuch des Weihnachtspuppentheaters in der Stadt. Alles gut gemeint. Alles stimmungsvoll inszeniert. Alles untermalt mit Musik. Und Duft. Und Licht. Und Glitzer.
Ein Kind ist immer ein Kind. Mit allen Sinnen aufnehmend, Eindrücke sammelnd, Stimmungen empfindend, voller Neugierde. Alle Fühler sind ausgestreckt, bereit Neues zu erfahren. Das ist wunderschön und soll bitte unbedingt genährt werden. Aber man darf nicht vergessen, dass alles sinnlich Erfahrene Zeit und Ruhe braucht, um sich zu setzen, um geordnet und verarbeitet zu werden um dann internalisiert werden zu können. 
Sinnesüberforderung, diese aufgedrückte “Weihnachtsstimmung”, die doch so weit entfernt von der Stimmung ist, mit der ein kindliches Gemüt umgeben werden sollte, nährt jedoch die Seele niemals. Und auch nicht der Überfluss und die Masslosigkeit, die eine grosse Leere inmitten dieser Fülle hinterlässt.
Es ist eine grosse Aufgabe und braucht ein bisschen Mut, finde ich, das Draußen manchmal einfach draussen zu lassen und sein eigenes Ding zu machen. 
Liebevoll einen Schutzraum für die Familie zu gestalten, im Wissen, dass es lebensnotwendig ist, zur Ruhe kommen zu dürfen, weil es nur mit Musse möglich ist, hin zu spüren, zu fühlen, zu schauen, zu staunen, auszuprobieren, einfach nichts zu tun. Die Seele in Friede und Beschaulichkeit nähren. Vögel füttern, kuscheln, in den Wald gehen, singen, heimlich Keksteig naschen, einander Geschichten erzählen, zusammen sein, malen und werkeln, lümmeln und spielen. Zurück zu dem, was wirklich zählt. Zurück gehen von der leeren Fülle zu gefüllten Herzen.

Manchmal, wenn es mir schwer fällt, hilft es, mich zurück zu spüren, an früher. Zurück an den Weihnachtsmorgen, neben dem Christbaum am grossen Fenster. Wie ich in die Schneelandschaft blicke. Der Schnee, die geschmückte Tanne und ich in dieser Stille und dem grossen Glück.

Eine friedvolle, lebendige, glückliche und innige Adventszeit, euch allen.
Alles Liebe, Sandra

HÄNDE HOCH! WENN KINDER MIT WAFFEN SPIELEN

  

PIFF, PAFF, PUFF

Oder was, wenn manchmal mehr Räuberhöhle als Puppenecke ist?
“Also wenn ich mal gross bin, dann werde ich James Bond. Einfach ohne küssen!” meinte damals ein Kindergartenkind zu mir. Anscheinend habe ich ihn entgeistert angeschaut, denn er fügte, so unter uns, noch hinzu: “Küsse, bäähhh.” Ich verstand. Mit ohne Küssen, dafür mit viel Knarre und Kampf. Gut.

Ehrlich gesagt, ich war als junge Kindergärterin unsicher im Umgang mit Waffen in der Kindergruppe. Kinder und Waffen passt nicht. Krieg, Gewalt, Kindersoldaten. Furchtbar. Schwerter gingen noch grad so, fand ich. Aber wenn die Kinder mit Pistolen und Gewehren hantierten, war bei mir aus die Maus. Kein gutes Gefühl, also habe ich mit den Kindern darüber gesprochen: Waffen sind nicht gut, sich erschiessen ist furchtbar und kämpfen nicht schön (piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb). “Spielt miteinander, baut eine Hütte zusammen, oder malt mit den Wasserfarben”, schlug ich ihnen stattdessen vor. Die Kinder aber haben mich angeschaut, als ob ich vom Mond käme. Sie hatten eben toll zusammen gespielt und konnten nicht verstehen, was mich daran störte. Und so untersagte ich ihnen das Spiel mit den Waffen im Kindergarten. Punkt. Klingt einfach, hat aber auch nicht geklappt.

Gefühlt jedes Stöckchen aus dem Wald, die Banane am Jausetisch, die gestreckten Zeige- und Mittelfinger und sogar Kartonreste wurden zu Pistolen, Schwertern oder Gewehren. 
Denn die Bilder in meinem Kopf sind eben meine Bilder. Und die Kinder gaben sich grosse Mühe, wollten mir zuliebe so sehr nicht mehr mit Waffen spielen und doch kam 007 irgendwie immer wieder ums Eck geschlichen…
Wenn also die Jungs mit einem Stöckchen Pistole spielten und ich an sie herantrat, sagten sie charmant und mich beruhigend: “Guck mal, n Akkubohrer… brrrrrrrr.” Und alle nickten wie die Wackeldackel. Dagegen kann man ja nichts sagen, denn Akkubohrer sind top! Oder, als sie bemerkten, wie ich sie beim Spielen mit den zum Gewehr zusammengesteckten Wäscheklammern beobachtete, sagten sie verschmitzt: “Schau, ein Haarföhn, extra für dich!” Und dann hab ich aus tiefstem Herzen gelacht. Gelacht ob der Kreativität und Gewitztheit und ob meiner Naivität. Und dann entschied ich mich, mich mit weisser, wehender Flagge zu ergeben und statt meine Ablehnung zu pflegen meine Vorstellungen und Bilder zu überdenken und einen Umgang damit zu finden. Widerstand zwecklos.

Räuber Hotzenplotz hat sieben Messer und seine Pfefferpistole, ein Indianer kommt mit Pfeil und Bogen daher, ein Cowboy hat eine Pistole bei sich und Michel aus Lönneberga liebt sein Gewehr. Genau. So. Ist. Es. 

Dann haben wir Regeln (immer wieder Regeln) ausgehandelt:

– Kämpfen nur mit selbstgemachten Waffen (kein gekaufter Plasitkschaass) oder Stöcken aus dem Wald. Und ja, sie durften sich an der Werkbank im Kindergarten eine Waffe (Pistole, Gewehr, Schwert, Messer) zimmern. Gleiche Chancen für alle.
– Nur mit den Kindern kämpfen, die beim Spiel mitmachen (nicht zielen auf andere Menschen und auch nicht auf Tiere).
– Sobald es ein Kind mit der Angst zu tun bekommt, ist der Kampf zu Ende.
– Beim Kämpfen gilt die Bauch-Beine-Po Regel (eine geniale Beschreibung der “Zielpunkte” meiner lieben Freundin Carmela). Es wird weder mit der Pistole noch sonst einer Waffengattung im Gesicht rumgefuchtelt.
– Keine zerstörerische Gewalt, heisst: es darf niemand verletzt werden und nichts darf mutwillig kaputt gehen.
– Wer die Regeln nicht einhält, gibt seine Waffe ins Waffenlager ab. Aber sicher.
Die Kinder waren zufrieden, sehr kooperativ und voller Freude, sich eine Waffe zu zimmern. Sie standen stundenlang an der Werkbank, geduldig sägten sie Holz, schliffen die Kanten, tüftelten, zeichneten Pläne auf Papier, diskutierten und halfen einander.

Das Anfertigen alleine fordert und fördert die Phantasie, die Feinmotorik, Geschicklichkeit, Durchhaltewillen, Teamgeist, Geduld und Experimentierfreude. Nur so, um auch mal die positiven Seiten der Waffenherstellung zu erläutern… 

Dann spielten sie Ritter, Indianer und zogen zusammen als Räuberbande los. Sie besiegten die fiesesten Ungeheuer und schrecklichsten Halunken. Sie fochten, schlichen sich an, zielten mit der Pfefferpistole und PENG! Gut gegen Böse. Und sie fühlten sich stark und mutig und selbstbewusst, mit ihren zusammengestiefelten Flinten und Messer. Selbst ängstliche Kinder konnten, mit einem Stöckchen in der Hand, mutige Kämpfer sein, die sich trauten, es mit dem schlimmsten Schuft aufzunehmen. Mutig blickten sie der Angst ins Gesicht.
Natürlich habe ich die Spiele beobachtet und begleitet, und manchmal musste ich schlichten und helfen, das Spiel neu aufzugleisen… Wenn ich nicht zwischenzeitlich ausgeraubt wurde. Sie spielten und es war ihnen allen klar, dass wenn die Spielzeit aus ist, die Waffen ins Waffenlager verräumt werden und die Kämpfe zu Ende sind. Und ich spürte weder mehr Aggressivität noch Unruhe oder gewalttätige Energie. Es war ausgespielt. Dann kamen auch wieder Zeiten, in denen die Räuberbande Bilderbücher anschaute oder in der Puppenecke Mittagessen kochte. Die Cowboys bauten sich eine Eisenbahn durch den Kindergarten, und die Indianer plastizierten sich aus Ton einen Berg bis unter die Zimmerdecke. 
Ausprobiert. Voll lässig war’s. Und gut ist. 

Nun, seit sechs Jahren bin ich Mama eines Jungen, und glaubt mir, das Ding mit den Waffen habe ich ihm bestimmt nicht auf die Nase gebunden. Im Sommer haben wir Wasser jeweils aus diesen süssen Wassertierchen gespritzt, weil ich  keine Pistole kaufen wollte. 
Aber dann waren wir mal für ein Wochenende in einer wunderhübschen Airbnb- Wohnung… Und da gab es ein Kinderzimmer, in dem normalerweise zwei Jungs hausen. Puhuhu, da lagen Schätze rum… Dem Grossen sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Nerf-Pistolen mit unendlich viel Munition, Plastikschwerter mit Totenköpfen, Cowboypistolen, für jeden Finger eine. PARADIESISCH! Fasziniert nahm unser Kind eine Pistole nach der anderen in die Hand und konnte sein Riesenglück kaum fassen. Ein Wochenende lang schwelgte er im Helden-Waffenparadies, und als wir wieder nach Hause kamen, wurde gleich aufgerüstet. Unsere Werkbank ist Produktionsstätte unzähliger Waffen, vom Schwert zur Pistole, vom Gewehr zur Armbrust (Wilhelm Tell, eben) und wieder zurück zum Pfeilbogen. Alles da. Und kaum konnte die Kleine sprechen, ging auch sie mit dem Säbel in der Wohnung umher und behauptete mit fiesem Blick, sie sei Räuber Hotzenplotz mit “Stoole” (Pistole). 

Ich will es nicht verherrlichen, ich mag es viel, viel lieber, wenn die Kinder Hütten bauen, als Hasen und Eichhörnchen durch den “Wald” springen und Abenteuer erleben. Aber das eine schliesst das andere nicht aus, es ist nun mal nicht jeder Tag ein Eichhörnchentag. Manchmal ist halt eher Räuberhöhle und dann, finde ich, soll das Kind wissen, dass das auch ok ist. Ich glaube, dass alles, was interessant ist und unterbunden wird, sich zu etwas noch viel Spannenderem aufbauscht. Auch wenn ich das Herumhantieren mit den Waffen manchmal anstrengend finde, gehört es doch irgendwie dazu, und bin ich froh, dass ich die Kinder beim Spiel mit den Waffen begleiten kann. Das ist eben nur dann möglich, wenn ich es erlaube und sie nicht hinter meinem Rücken oder im Geheimen fechten und schiessen. 

Ich habe sogar das Glück, dass ich meistens zu den Guten gehöre. Immerhin.

Irgendwo habe ich mal von einer Mutter gelesen, die erzählte, dass ihre drei kleinen Jungs nie ohne Waffen durch die Gegend gezogen seien. Jahre später waren alle drei Wehrdienstverweigerer… Gut. Dann entspanne ich mich mal, im Land der sieben Messer und dem Gewehr. 

Es ist eben manchmal, wie es ist. Und wenn wir liebevoll in Verbindung sind, ist alles gut. Ich wünsche euch und euren Liebsten eine feine, friedliche Zeit. Herzlich, Sandra 

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