
Mit einigen Schulkindern verbringe ich seit ein paar Monaten jede Woche Zeit an der Nähmaschine. Die Königsdisziplin – denke ich – so cool.
Vor ein paar Wochen haben wir weisse Stoffe in der japanischen Shibori-Technik eingefärbt und sind nun daran, diese zu Kinchaku, japanischen Stoffbeuteln, zu verarbeiten. Ich finde die Stoffe so schön und bin begeistert von den Arbeiten, aber mehr dazu ein anderes Mal.
Fact ist, dass es bei diesem Projekt eben ist wie immer, wenn man mit einer Gruppe arbeitet: Die einen Kinder sind mega schnell mit allen Arbeitsschritten fertig, andere brauchen mehr Zeit.

Und so sind wir, kurz vor Ostern, auf die Idee gekommen, dass die Turbo-Näherinnen noch ein Zwischenarbeits-Hühnchen fertigen könnten.
Die Hühnchen nähen sie selbständig, so bleiben die Mädels auch bei längeren Wartezeiten bei bester Laune, und die anderen Kindern haben nicht das Gefühl, dass sie sich beeilen müssen.
Win win.
Diese Art Hühner habe ich vor vielen Jahren in Berlin für meinen Osterstrauch gekauft. Damals kam meine Freundin Grit vorbei und meinte: „Ach, die Süssen könnte man doch auch selber machen.“ Ich, 13 Jahre später: „Voilà!“

Für die Hühner braucht ihr:
- Stoffreste
- ein bisschen Filz
- Nähmaschine
- Stecknadeln
- Stoffschere
- zwei kleine Holzperlen oder Knöpfe für die Augen, zwei Holzperlen für die Füsse
- Nadel und Faden
- eine dicke Schnur oder schmale Satinbänder für die Beinchen
- Stopfwatte, Schafwolle oder Reis (wenn das Tier sitzen möchte), um die Tierchen zu befüllen
- Ev. ein Bändchen, wenn ihr das Huhn aufhängen wollt
Und so werden die Hühner gemacht:
Schneidet aus den Stoffresten zwei quadratische Stücke. Die Stücke unseres Huhnes haben eine Seitenlänge von etwa 7cm.

Aus dem Filz schneidet ihr einen Kamm und einen Schnabel. Schneidet die beiden Teile genug tief, damit sie, wenn ihr sie in den Stoff näht, nicht zu kurz werden.

Legt Schnabel und Kamm „umgedreht“ auf die Stoffkante der schönen Stoffseite. Den Kamm legt ihr an die obere Kante, den Schnabel an die linke oder rechte Kante daneben. Ich habe Schnabel und Kamm etwas über die Stoffkante gegeben, damit ich beim Absteppen mit der Nähmaschine die zwei Filzteile sicher erwische…

Das Aufhängebändchen, falls ihr das Huhn aufhängen möchtet, verknüpft ihr an den Enden und legt es mittig ebenfalls an die obere Kante, da wo der Kamm liegt. Der Knopf des Bändchens liegt ausserhalb, die Lasche liegt auf der schönen Stoffseite.

Gebt dann das andere Stoffstück, mit der schönen Seite nach innen (schöne auf schöne Seite, oder rechts auf rechts…), darauf und steckt die drei Seiten mit Stecknadeln fest. Die untere Seite, gegenüber der Kammseite, bleibt offen.

Steppt die drei Seiten füsschenbreit ab, vergesst nicht, am Anfang und am Ende vor und zurück zu nähen.

Wendet das Hühnchen und gebt nun Stopfwatte, Schafwolle oder, falls euer Hühnchen sitzen möchte, Reis hinein.

Wenn ihr gestopft habt, dann „faltet“ die Öffnung unten so, dass die beiden Nähte, die ihr eben genäht habt, aufeinanderliegen. So bekommt das Huhn seine Figur.
Bevor ihr die Naht knappkantig absteppt, legt ihr die Beinchen in die Öffnung.
Damit die Beine später nicht aus der Naht fallen, haben wir an den Enden, oben und unten, Knöpfe gemacht. Meine Schulkinder haben für die Beine Satinbändchen genommen und Perlenfüsse aufgefädelt. Sehr süss.

Steckt mit den Stecknadeln die Öffnung zusammen. Wenn die Beinchen die richtige Länge haben, dann steppt ihr die Kante klappkantig ab, oder verschliesst sie von Hand mit einem Matratzenstich.

Befestigt mit ein paar Stichen die Hühneraugen, und fertig sind die Damen.
Sie hängen bei uns am Osterstrauch, sitzen mit uns am Ostertisch und machen einfach gute Laune. Eine Blitzarbeit, die süchtig macht. Denn ein Huhn bleibt selten allein…

Nun wünsche ich euch sonnige, warme und federleichte Ostertage.
Habt’s fein und schön und wunderbar.
Herzlich, Sandra
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Superniedlich!! Hatte auch mal gekaufte, wird Zeit selbst welche zu nähen 🙂 Und sag mal, dieser Blumenstoff im Hintergrund mit den kleineren Prilblumen auf blau – der ist uralt oder? Daraus hab ich mir vor 20 Jahren oder so mal einen Rock genäht. Wo ist der eigentlich abgeblieben, halleluja!?!?
Liebe Grüße und eine schöne Osterzeit!
Dörte
Liebe Dörte
Ja, unbedingt nähen, es macht so eine Freude!
Du, der Stoff ist wirklich sehr, sehr alt. Habe ich zu meinen Berlinerzeiten gekauft – nur ein kleines Stück – wie immer. Und nun ist ein Teil davon ein Hühnchen :).
Ganz schöne Ostertage dir und deinen Liebsten und herzlichste Grüsse von mir.
Sandra
Oh, wie toll, danke für die Anleitung! Ich hab mir jetzt schon so oft gedacht, dass es fein wäre, solche Hühnchen zu nähen…
Viele liebe Grüße aus Wien!
Liebe Miriam
Ja, gell, manchmal denkt man zu viel… Musst du unbedingt mit Alma machen, es ist so eine Freude. Geht es euch ganz gut?
Allerliebste Grüsse nach Wien und hoffentlich bis bald.
Herzlich, Sandra
So eine tolle Idee und so lustige Hühner Die Kinder sind sicher voller Freude wenn diese hübschen Hühner am Osterbaum gackern dürfen. ❤️
So eine originelle DIY-Idee – man merkt sofort, wie viel Spaß hinter dem Projekt steckt