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WEIHNACHTEN IM WALD

Ich gebe zu, ich gehörte früher zu den klassischen Weihnachtsmüffelern. Ich hab zwar mitgemacht – dem Frieden zuliebe – aber gemocht habe ich Weihnachten viele Jahre lang nicht wirklich. Zu viel Konsum, zu viel Gesinge wo sonst nie Gesinge war, zu viel Lametta und für meinen Geschmack zu wenig Fleisch am Knochen (schweizerische Redewendung für substanziell). Heute glaube ich, dass mein Unbehagen ein Glück war. Denn, wie sonst hätte ich mein eigenes Weihnachtsding finden können? 

Spätestens, wenn man Eltern wird, kommt man ins Nachdenken, wie man mit sich und dem Dezember ins Reine kommt. 

Entweder man lässt die Feierlichkeiten und ignoriert das ganze Trallalla oder man findet einen Weg zu Traditionen, die stimmig sind und zu einem passen. Tja, und da ich Kinder habe, habe ich mich entschieden, geliebte Bräuche beizubehalten und überdies neue zu finden, die ich gerne zu meinen werden lasse. So sind daraus meine Lieblingsbande-Traditionen entstanden. Eine davon ist das Verbringen der Weihnachtstage rumlümmelnd im Schlafanzug… Eine ganz besonders schöne aber ist die Waldweihnacht: 

Schon mit meinen Kindergartenkindern habe ich jeweils im Wald gefeiert und diese Abenteuer als so glücksbringend, natürlich und unvergesslich erlebt, dass ich es einfach nicht mehr missen will.

Wenn man, wie wir, verliebt, versunken und immer auftankend durch den Wald streicht, ist es klar, dass man auch Weihnachten im Wald verbringt. Es ist feierlich, in Ruhe und Stille die mitgebrachten Gaben auszubreiten. Die Kinder haben Vogelfutter vorbereitet, welches wir an die Äste hängen und natürlich auch welches für die gefiederten Naschkatzen, die gerne vom Waldboden picken. Nüsse für das Eichhörnchen, Heu für die Rehe, Äpfel für die Amseln, die Rotkehlchen und die Hasen. Der Grosse hätte gerne noch Speck und Wurst für den Fuchs und Käse für die Krähe mitgebracht… Ein Weihnachtsbuffet, sozusagen. Nun gut, in diesem Jahr werden sich die zwei mit dem begnügen müssen, was wir hergerichtet haben.
Wenn alles bereit ist, rufen wir die Tiere: Kommt, ihr Hasen, Rehe und Vögel, komm Fuchs und Eichhörnchen. Wir lauschen in die Stille. War da nicht ein Rascheln? Ein Knacken? 

Wir stimmen Weihnachtslieder an und es ist feierlich, an diesem bescheidenen Ort, der so vollkommen ist, zu singen.

Dann essen wir selber ein Plätzchen, verspeisen es mit roten Wangen, trinken einen Schluck Tee, und sehr zufrieden machen wir uns dann wieder auf den Heimweg. Es dunkelt schon, und als wir aus dem Wald kommen sehen wir die Lichter der Stadt. Von der Waldluft erfrischt und geerdet kommen wir nach Hause. “Das war die beste Waldweihnacht”, meint der Grosse. Ja, das war Weihnachten.

Übrigens: Wenn kein Wald weit und breit bei euch in der Nähe ist, kann man auch im Park oder im Garten ein kleines Weihnachtsfest abhalten. Es sind die Natur, die frische Luft, der Wind, das geheimnisvolle Eindunklen und das gemeinsame Erleben, die so massgeblich zu dieser feierlichen Stimmung beitragen. Und im Garten dürfen die Kinder sogar den Strauch oder die Tanne mit Kerzen schmücken und diese entzünden. Das ist das Allerschönste überhaupt. 

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich in meine weihnachtliche Blogpause.

Von Herzen wünsche ich euch und euren Liebsten warme, lichterfüllte, glückliche und gemütliche Weihnachtstage. Dass die Augen und die Herzen leuchten.
Alles Liebe und bis bald.
Sandra

Mehr zum Waldbesuch in der Vorweihnachtszeit gibt es hier.

Verlinkt mit freutag / naturkinder
Danke.

KINDERTAGE IM WALD / GEDANKEN UND TIPPS


Erlaubt euren Kindern, sich in den Wald zu verlieben.

Jeder Tag ist ein Waldtag. Ok, ausser bei Sturm. Dann besser nicht. Aber sonst ist Wald das Beste überhaupt. Als Kindergärtnerin war ich einmal die Woche einen Vormittag im Wald. Bei Regen, bei Schnee, im Nebel, bei Sonnenschein, wenn es bewölkt war, wenn es hochsommerlich heiss und auch wenn es saukalt war, sind wir losgezogen, haben IMMER Feuer gemacht, Suppe oder Tee gekocht und sind im Gehölz rumgestreunt. Und es war jedes einzelne Mal ein wunderschönes Erlebnis. 

Der Wald ist nicht gemacht und deshalb gemacht für unsere Kinder. Man muss die Füsse heben, wenn man durch den Wald geht, denn hier ist nicht Parkett. Wenn man klettert, muss man bei jedem Schritt spüren, ob die Äste dick und stark genug sind, und man muss sich auf jeden Fall festhalten, denn kein Baum ist die Kletterspinne vom Spielplatz, die auf 1000kg getestet wurde, eingebettet in Fallschutzplatten. Der Waldboden ist weich, manchmal rutschig, ab und zu verwurzelt, das Dickicht ist stachelig und düster, und an vielen Stellen braucht man geschickte Füsse und starke Hände, um weiter zu kommen. Der Wald ist wild, zauberhaft und geheimnisvoll. Und er ist sehr ehrlich. In ihm finden wir Ruhe, aber still, nein still ist es nie, denn er ist voller Konzerte. Der Wald als Lebens- und Erfahrungsraum bietet uns alles, was wir brauchen. Er ist Spielplatz, Erholungszone, Atelier, Frischluft- und Energiespender, Turnhalle, Beobachtungsplatz, Mitmachmuseum, Klangwelt, Vorratskammer, ein weiches Bett, ein Platz für alle. Die Spiele, die die Kinder im Wald spielen sind voller Phantasie und Kreativität, sie nähren den Sinn für die Gemeinschaft und jede einzelne Kinderseele.

Und obschon man perfekt ohne nichts im Wald spielen kann, habe ich doch, wenn ich mit Kindern länger unterwegs bin, gerne einen Rucksack mit dabei. Hier also ein paar Tipps für das Packen des Waldrucksackes, wenn ihr mit den Lütten loszieht:

  

Kleidung
Auch wenn ein Waldbesuch keine Expedition zum Nordpol ist, ist es doch wichtig, dass die Kinder zweckmässig gekleidet sind.

In Flipflops und Tutu lässt es sich einfach sehr schlecht entspannt durch den Wald tigern und auf Entdeckungsreise gehen. 

Bitte zieht euren Kinder gutes Schuhwerk an, Turnschuhe, Wanderschuhe, Gummistiefel wenn es sehr matschig ist oder warme Winterstiefel bei Kälte. Eine lange Hose ist Schutz vor Kratzern und Zecken. Auf Bäume klettern oder sich im Dickicht zu verstecken ist gemütlicher, wenn die Beine eingepackt sind. Zudem kann die Hose in die Socken gesteckt werden. Sieht bescheuert aus, hält aber Zecken fern.
Weil ein Waldbesuch bei Regenwetter großartig ist, sollte euer Kind eine Regenhose und eine Regenjacke haben. Bitte schaut darauf, dass ihr diese Gummijacken besorgt, deren Nähte verschweisst sind und die trocken halten, auch wenn man ein paar Stunden draussen verbringt. Eine Schirmmütze unter der Kapuze schützt das Gesicht und die Augen vor dem Regen, vor allem für Brillenträger ist das eine Wohltat. 
Habt immer noch eine Fleecejacke mit dabei, welche ihr drunter oder drüber ziehen könnt, je nachdem. Zwiebeltechnik ist für den Wald optimal.

Wasser

In Flaschen abgefüllt, zum trinken und zum Hände waschen. Da ich jeweils mit den Kindern im Wald gegessen habe, wollte ich, dass sie vorher ihre Hände waschen. Nicht wegen dem Wald, der an den Händen haftet, aber wegen dem Fuchsbandwurm. Im Winter hatte ich eine PET Flasche mit heissem Wasser mit dabei. Wenn Händewaschzeit war, was das Wasser immer noch angenehm warm und die Kinder konnten ihre kalten Finger reinigen und gleich auch aufwärmen. Die Flasche habe ich in ein altes Handtuch eingewickelt, das Wasser blieb dadurch länger warm und die Kinder konnten ihre gewaschenen Hände trocknen. 

Sitzunterlage

Eine isolierende Sitzunterlage ist wichtig und sinnvoll, wenn man im Herbst/Winter in den Wald geht. Wir haben unsere immer mit dabei. Sie markieren die Sitzplätze der Kinder beim Jausnen am Feuer und bieten Wärme, auch wenn die Kinder in ihren Hütten sitzen.

 

Taschenmesser

Ein Taschenmesser ist eine feine Sache für einen Ausflug in den Wald. Auch mein Sohn trägt sein Kindertaschenmesser (mit abgerundeter Spitze) stets bei sich, um  Stöcke zu schnitzen und/oder zu schälen. In der Kindergruppe wollte ich nicht, dass die Kinder Messer mit in den Wald bringen. Die Kinder durften jedoch jederzeit, unter Aufsicht, mit meinem Messer schnitzen. Dann habe ich mich dazu gesetzt und war zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde. Wenn ihr für euer Kind ein Taschenmesser besorgt, schaut darauf, dass es eine abgerundete Spitze hat und dass es gut scharf ist. Ein stumpfes Messer braucht Druck beim Schnitzen und erhöht die Gefahr, dass man dabei ungünstig abrutscht und sich verletzt. Ein Taschenmesser mit Säge ist nicht notwendig, aber halt eben schon sehr lässig.

Toilettenpapier / Plastiktüte

Genau. Ihr kennt das. Kaum ist man draussen… Und die Plastiktüte dient dazu, um das Geschäft bitte aufzunehmen und auf dem Heimweg im nächsten Müll zu entsorgen.
 

Seil

Unsere Kinder lieben es, das Seil mit in den Wald zu nehmen. Unseres ist 5 Meter lang, das ist eine gute Länge für Kinder. Ein Seil im Wald ergibt unzählige Spielvarianten für das gemeinsame Spiel: Man kann das Seil von Baum zu Baum zu einem Parcours spannen und mit geschlossenen Augen daran gehen. Meine Kinder bauen sich gerne eine Baumschaukel, seilen sich an einem Waldhang ab oder ziehen sich daran hoch. Mit dem Seil kann man Wege legen oder Äste zusammenknüpfen, um Hütten zu bauen, man kann Gegenstände auf Bäume ziehen oder runterlassen, dicke Baumstämme gemeinsam transportieren und, und, und. 

Und auf dem Nachhauseweg, wenn alle schon ein bisschen müde sind, ist es hilfreich eine Seilschaft zu bilden, um all die müden Lütten nach Hause zu bringen…


Bitte: Wenn ihr ein Seil mit habt, dann muss ein Erwachsener das Spiel der Kinder im Auge behalten, damit kein Kind dabei verletzt wird!

 

Säge

Kinder sitzen gerne im Wald und sägen. Und ich finde, dass es eigentlich keinen besseren Ort dafür gibt. Sich einen Wanderstock, einen Stockbrot-Stock oder einen Säbel abzusägen, ist toll, und die Kinder lernen mit der Säge umzugehen und merken, ob ein Holz zu dick, zu hart oder schon morsch ist. Machmal ist ein Ast so dick, dass sich die Kinder abwechselnd an die Arbeit machen. Auch diese Erfahrungen sind wichtig für die Sinneswahrnehmung und die Gemeinschaftsbildung. Geeignet sind die Sägen der Taschenmesser, kleine Holzsägen, oder bei kleinen Kindern tut es auch eine Metallsäge. 
Wichtig: Nie an lebenden Ästen und auch nicht an Bäumen sägen. 

Natur aus dem Buch / Naturführer

Der Wald ist voller Schätze. Pilze wachsen, Tiere krabbeln, man findet Nüsse, Beeren, hört die Vögel singen. Ein Paradies für unsere Sinne. Oft reicht es, zu hören, zu beobachten, zu spüren, zu riechen und zu tasten und es braucht keine Erklärungen dazu. Doch ab und zu gibt es Momente, in denen die Kinder das Naturbuch aus dem Rucksack kramen und gemeinsam darin blättern, um zu erfahren, welcher Vogel da sitzt und Konzert für uns macht, oder welches hübsche Blümchen neben dem Zwergenhäuschen hervorlugt.

Verbandszeug

Immer mit dabei: Pflaster, eine Pinzette, eine Zeckenpinzette, etwas zum desinfizieren, ein Gel bei Verbrennungen, Taschentücher, Arnikasalbe, Zucker gegen Bienen- und Wespenstiche, Notfalldrops.

Sonstiges

Bitte kontrolliert euer Kind nach dem Besuch im Wald auf Zecken. 

Regeln
Ja, stellt euch vor, auch im Wald gibt es Regeln. Diese sind den Kindern schnell klar und helfen dabei, dass die Kinder ganz eintauchen können in ihren Wald.   
– Wir sammeln unseren Müll ein und nehmen ihn mit nach Hause. Nichts davon bleibt irgendwo im Wald liegen. 
– Wenn ich mit Kindergruppen in den Wald gehe, bin ich ganz streng, was das Naschen von Waldköstlichkeiten angeht. Schnell mal steckt sich wer was in den Mund, was ähnlich aussieht, wie das, was Mama erlaubt hat…. Wir essen weder Beeren noch Blüten, kosten keine Pflanzen und schon gar keine Pilze. Wie ihr das in der Familie handhabt, ist natürlich euch überlassen.
– Wenn ihr euren Kinder im Wald freies Spiel gewährt, dann ist es wichtig, den Waldplatz zuerst auszukundschaften, um sicher zu sein, dass das Kind nicht in Gefahr gerät. Ist da eine Schlucht, eine steile Böschung oder ein Steinbruch in der Nähe? Gibt es einen Teich oder einen Fluss? Wenn ihr den Waldplatz ergründet habt, ist es wichtig, mit den Kindern auszumachen, wie weit sie alleine gehen dürfen. Bis zu dem umgefallenen Baum, bis zum Busch mit den Beeren, bis zur kleinen Tanne, bis zum Ameisenhaufen. Legt gemeinsam ein paar Eckpunkte fest, innerhalb dieser sich das Kind gefahrlos frei bewegen kann. 

Es lohnt sich, sich einen feinen Waldplatz auszusuchen und immer wieder an den Platz zurück zu kehren. So erleben die Kinder die Jahreszeiten, die Veränderung der Natur, und ihr könnt eure Jahreszeitenfeste, Waldweihnachten oder Nikolaus an eurem bekannten Ort feiern.

-Falls ihr Feuer im Wald macht (Achtung, nicht erlaubt in Österreich!), gibt es dazu noch einiges zu beachten. Ich habe hier ausführlich darüber geschrieben. 

Es ist wichtig und notwendig, dass wir mit unseren Kindern hinausziehen, in den Wald, in die Natur. Mit Kindern diese grossartigen Welten zu entdecken, macht Freude, macht die Kinder zufrieden, lässt sie staunen und geniessen, ausprobieren, achtsam, mutig und ganz Kind sein. Der Wald ist Lehrmeister. Nirgendwo anders werden die Sinne der Kinder so vielfältig und lustvoll angesprochen wie im Wald. Erlaubt euren Kindern, sich in den Wald zu verlieben, denn das ist das schönste, was überhaupt passieren kann. 

Was wir lieben, behandeln wir mit Respekt. Wenn wir mit der Natur verbunden sind, tragen wir Sorge. Das Wertschätzen, Kümmern und Achtgeben nährt und wärmt die Kinderseele, in der so ein ganz kostbarer Schatz wachsen kann.

verlinkt mit naturkinder

EINMAL NASE IM WIND UND WIEDER ZURÜCK…

Wir waren nämlich unterwegs. Einen Monat lang sind wir durch Spanien getingelt und das war sehr fein. Das erste Mal war die ganze Lieblingsbande im Camper unterwegs auf Entdeckungsreise. Schön war’s, unvergesslich, eindrücklich, gemütlich, abenteuerlich, manchmal auch anstrengend, aber immer aufregend und lustig und vor allem war es innig und nah.

 
Angedacht war, von Barcelona nach Santiago de Compostela zu reisen, dann zurück nach Barcelona zu tuckern, um noch ein paar Tage auf Mallorca zu verbringen. 
Vor Ort haben wir ziemlich schnell gemerkt, dass unsere Reisepläne grösser waren als es unser Zeitplan erlaubte, dass sich unsere Kinder natürlich viel lieber draussen in der Natur herumtrieben als im fahrenden Wagen zu sitzen, und dass wir Zeit und Musse haben wollten, um einzutauchen in den Camperalltag. Und so haben wir Santiago auf “das nächste Mal” verschoben. 
Unter uns: ich bin nicht so die Reisebericht-Leserin. Solche Texte überfliege ich gerne und bleibe lieber bei den Fotos hängen. Deshalb möchte ich gerne Bilder  unserer Reise, Impressionen vom Camperleben und unseren Eindrücken aus Spanien mit euch teilen. Einen Monat lang, jeden Tag ein Bild auf Instagram.

Über den Link https://www.instagram.com/frau_lieblingsbande/ kannst du unseren Nomaden-Alltag nachverfolgen. Ich freue mich, wenn du reinschaust, und strecke dann mal in Gedanken genüsslich meine Nase in den Wind.

POP UP SCHAUKEL / LIEBLINGSPLATZ GEFUNDEN

Eigentlich wollten wir einen Waldspielplatz in Wien erkunden, mal wieder Neuland ergründen. Aber dann kam der Regen und wir standen ohne Regenjacken da, denn eben wars doch noch warm und sonnig und der Himmel blau…
Also mussten wir flix umdisponieren und uns was in unserem Einzugsgebiet aushecken. Und als der Regen durch war, landeten wir irgendwo auf der Pötzleinsdorfer Höhe. So ohne Grund war ich noch nie da, aber weil wir es lieben, auf Entdeckungsreise zu gehen, zogen wir los. Und siehe da, ganz weit oben, am Hang, mitten in der Blumenwiese steht ein Baum mit einer Schaukel. Was aussieht wie eine Installation oder eine Filmkulisse mitten in der Natur, stellte sich schnell als Traumschaukelplatz heraus. Wir alle haben geschaukelt bis zum Himmel, haben uns durch die Lüfte schwingen lassen, weit über den Wienerwald und die Blumenwiese und waren voller Schaukelglück. Wir haben gejauchzt und gelacht. Was für eine Freude. Und als wir genug hatten vom hin und her, spazierten wir durch die Wiese zurück, pflückten Blumen und es fühlte sich an wie früher. Ausgeschaukelt, glücklich, unbeschwert und leicht, geerdet und voller Lebenslust.
Zu gerne möchte ich wissen, wer die Schaukel an diesem wunderschönen Baum festgemacht hat, um danke zu sagen, für diese Idee, diesen idyllischen Platz und dieses unvergessliche Erlebnis. Und vielleicht werde ich irgendwann losziehen, mit meiner Lieblingsbande, und da und dort ein paar Schaukeln anbringen. Für ein bisschen mehr Schaukelglück.
  
   

HALLO BIBER

Vergangenes Wochenende waren wir auf Entdeckungsreise im Nationalpark Donau-Auen. Der Park liegt zwischen Wien und Bratislava und verbindet die zwei Städte beinahe mit seiner riesigen Flussauen-Landschaft. Dieses wunderschöne Stück Natur bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Und es liegt fast vor unserer Haustüre. Spannend, die Umgebung rund um unser Zuhause zu erkunden… 
Natürlich haben wir an diesem Nachmittag nur einen klitzekleinen Teil des prächtigen Naturschutzparkes ergründet. Sozusagen nur der “Eingangsbereich”. Bei Aprilwetter sind wir durch den Park gewandert, haben beobachtet, wie der Wind die Wasseroberfläche kräuselt und gelauscht, wie er, zusammen mit den Bäumen, Blättermusik macht. Der Wind hat die dunklen Wolken am Himmel auf Reise geschickt und hin und wieder die Sonne aufgedeckt. Dann hat es ein paar Tropfen geregnet, bis gleich darauf die Schmetterlinge wieder im Sonnenschein getanzt haben. Ein Nachmittag mit allem.

Beim Jausnen auf der grossen Wiese haben wir uns vor das Holztipi gesetzt. Mein Grosser hat ein Stück Rinde gefunden und sich daraus natürlich gleich ein Handy geschnitzt… Voll kompostierbar, schadstoffarm, mega okö, der neueste Trend, würde ich sagen. 
Unsere SMS an die Biber: “Liebe Biber, wir kommen euch beim nächsten Mal besuchen. Am Besten treffen wir uns dann am Ufer, dort unten links. Wir machen uns jetzt wieder auf den Heimweg. Ihr habt es sehr schön. Bis bald. Liebe Grüsse von der Lieblingsbande.”

BULLERBÜ FÜR ALLE!

 
Der Sommer war zu Besuch!!! Das letzte Wochenende war warm und sonnig und es war barfussig und kurzärmlig und wir alle waren voller Freude.
Gibt es Schöneres, als mit lieben Freunden die Tage draussen in der Natur zu verbringen, am Waldrand ein Feuer zu entfachen (in der Schweiz darf man das… noch…), Stockbrot und Würste zu braten, Bäume zu erklettern, Stöcke zu suchen und es miteinander fein zu haben? Nö, denn das ist für uns das Allerbeste überhaupt!
Und wenn der Mond schon am Himmel steht und die Sonne auf ein Schwätzchen trifft, bevor sie untergeht, rumpumpeln die Kinder im Leiterwagen nach Hause. Gefüllt mit Glück, Wärme, und frischer Luft, laut singend! Sonnengeküsst, das Kichern und die Geschichten des Tages, wie Musik, noch immer im Ohr, fallen unsere Kinder zufrieden ins Bett. Und beim gemeinsamen Flüstern, bevor der Tag dann wirklich zu Ende ist, haucht mein Grosser: “Gell Mama, das war ein sooo schöner Tag.” Ja, Bullerbü für alle! 
  

FRÜHLING IM WALD

 
Vor ein paar Wochen noch sind wir über Eis und Schnee durch den stillen Winterwald gewandert. Das, was noch tief und fest zu schlafen schien, ist nun mit ganzer Lebenskraft erwacht und zeigt sich uns in seiner vollen Schönheit. Fasziniert entdecken wir die Naturschätze, die vor unseren Füssen wachsen, wuseln und gedeihen. Noch immer sind sie geduldig umarmt vom schützenden Herbstlaub, dessen Blätter vor einem Jahr zu spriessen begonnen haben und nun noch immer dienend auf Mutter Erde liegen. 
Wir stehen da und betrachten die Eicheln auf dem Waldboden. Im Herbst haben wir viele Eicheln und Eichelhütchen gesammelt und damit gespielt. Nun liegen die Samen da, die Wurzeln sind durchgebrochen und suchen sich einen Weg in die Erde. Wir sehen hoch, zu diesen stämmigen Eichen. Bis in den Himmel stehen sie da, uralt und weise. Und dann blicken wir zurück zu den Samen. Einen ganz kurzen Moment sind alle sprachlos. Mein Grosser nimmt ein Samen in seine Hand, dreht ihn und beobachtet die Wurzel. Dann springt er zur ausgewachsenen Eiche und meint: “Schau dir den Baum an, den kann ich ja nicht mal mehr umarmen!” 
Jedes Frühjahr bin ich berührt und von Herzen dankbar, dass wir diesen Neubeginn in der Natur miterleben dürfen und Teil haben können an der Frühlingsgeschichte und ihren zauberhaften Bildern. Neues Leben beginnt mit so viel Nachdruck, so viel Entschlossenheit und dieser unermüdlichen Kraft, immer wieder von Neuem. Und wenn ich in der Natur stehe, mittendrin in dieser Stärke, dann nehme ich sie mit jedem Atemzug auf, speichere sie in meinen Zellen und nehme sie mit in unseren Alltag. 
Frühling, yeah!

Väterchen Raureif

Nichts vorzuhaben ist grossartig! Wir geniessen die Zeit in der Natur, stapfen über die gefrorenen Schneefelder, spüren den eisigen Wind auf den Wangen und  wandern, immer der (triefenden) Nase nach, durch das Grau-Schwarz-Weiss, das ich eigentlich sehr mag. Und dabei vergesse ich ganz, dass wir die Sonne tatsächlich seit Tagen nicht mehr gesehen haben und ich deshalb ab und an auch schon vor hatte, alles ein bisschen blöd zu finden…
Am Waldesrand finden wir Kunstwerke, die uns Väterchen Raureif beschert hat. Zart hat er die Natur in kristallene, glitzernde Kunstwerke gezaubert und den Wald in eine fragile Märchenlandschaft verwandelt. Staunend stehen wir da, berühren hie und da ganz vorsichtig die feinen Objekte, und prompt rieselt  Väterchen Raureifs Winterhauch in unsere Finger. Lange bewundern wir den Märchenwald, erblicken immer wieder noch Eindrücklicheres. 
Nichts vorzuhaben ist toll, weil man ganz frei ist, die Welt neu zu entdecken.   

WALD MEIN WALD

  
In den Wäldern gibt es Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos
 liegen könnte. 
(Franz Kafka)
Vorweihnachtszeit ist schön. Spannend und aufregend und auch ganz schön unruhig und anstrengend. Und weil ich schon seit eh und je in die Wälder gehen muss, um Kraft zu tanken und um wieder zu mir zu kommen, tun wir das als Familie natürlich auch. 
Durch den Wald gehen, einatmen, ausatmen, ruhig werden. Und alles ist gut.
Ein Eichhörnchen sucht nach den vergrabenen Nüssen und ein paar Krähen fliegen aufgescheucht in die Luft. Mein Grosser entdeckt einen Baumstamm, zugedeckt mit Moos. Auf der Waldwippe, die wir finden, singen wir: “gigampfe, wasserstampfe”. Die Kleine balanciert über einen umgefallenen Stamm, Papa führt sie. Wir stapfen durch das viele Laub, es geht ein kalter Wind und es nieselt, aber unsere Herzen sind froh, warm und wir sind zu Hause hier. Nirgendwo anders gibt es so viel zu entdecken und zu erleben wie im Wald. Die Natur bezaubert all unsere Sinne, überfordern diese aber nie. Sie nährt und lässt unsere Seele ruhig und gelassen werden. Der Wald gibt immer Milde, Ermutigendes und Tröstendes. Und rötet die Wangen glücklicher Kinder!
Als Kindergärtnerin war ich einmal die Woche mit meiner Kindergruppe im Wald. Bei jedem Wetter. Und zugegeben, manchmal musste ich mich überwinden, zwanzig Kinder wettertauglich anzuziehen und den langen Weg zum Wald zurückzulegen, bei Regen und Kälte. ABER, wenn wir zwischen den Bäumen wanderten, ein Feuer entfachten und uns dieser Duft von Wald und Rauch umgab, dann war da nichts anderes als Zufriedenheit, Freiheit und Platz für jedes Kind. Und je mehr sich das einzelne Kind im Wald zurecht fand, desto mehr Hingabe und Gelassenheit war zu spüren.
Ich erinnere mich daran, dass wir einen ganzen Morgen im “Regen-Wald” verbracht hatten. Voller Glück, vom Regen triefend, traten wir aus dem Wald und die Regentropfen klatschten auf unsere durchnässte Kleidung. Da meinte ein Mädchen, währenddem es versuchte, mit dem Mund einige Regentropfen zu erhaschen: DAS ist mein Lieblingswetter. 

Danke Wald, mein Wald.