SchlagwortAlltag mit der Lieblingsbande

PFINGSTEN // TÄUBCHEN DIY


Pfingsten in meiner Kindheit war: Pfadfinderlager. Pfingsten in meiner Kindheit war auch immer verregnet und kalt. Schlechte Kombi? Tja, das finden wohl nur Menschen, die erwachsen sind. Tagsüber durch die Wälder gestreift und in jedes Schlammloch gehupft, verbrachten wir die Nächte in tropfenden Zelten, durchnässten Schlafsäcken und feuchten Klamotten. Und ja, wir fanden diese Pfingstcamps traumhaft.
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WIE VON ZAUBERHAND // SEEROSENPOST DIY

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Seit ich Kinder habe, feiere ich beinahe täglich Feste. Ich Glückspilz! Es vergeht nämlich kaum ein Tag, an dem nicht irgendwas geschieht, das gefeiert werden müsste. Der Teddy hat Geburtstag: Party! Der Wackelzahn, der nur noch ein einem Fädchen hing, ist endlich ausgefallen: Party! Ganz alleine ein supertolles Legoauto zusammenbebaut: Party! Schon lange kein Fest mehr gefeiert: Party! Nicht geheult beim Haarwaschen: Megaparty Weiterlesen“WIE VON ZAUBERHAND // SEEROSENPOST DIY”

SCHNEEBALLBOMMELN (DIY)

Schnee von morgen…

Die halbe Welt ist eingeschneit. Nur wir hier in Wien wurden mit einem lächerlichen Fläumchen abgespeist. 5 mm Schnee und alle Kinder voller Glück, schnell raus, Schneemänner bauen, Schlitten fahren, toben, johlen, juhu! Am nächsten Tag war der Zauber auch schon wieder vorbei. Weil verzweifeln in diesem Fall keine Option ist, haben wir uns Indoschneebälle gemacht und tun einfach bis auf Weiteres mal so als ob…

Für unsere Schneebälle haben wir Pompons oder Bommeln gewickelt. Das ist einfach und die Kinder lieben es, diese Wollbommeln herzustellen. Da wir passionierte Bommelmacher sind, haben wir vor längerer Zeit dieses Pompon-Set* gekauft. Eine gute Investition für uns, weil wir es wirklich oft brauchen und die Bommeln schneller gewickelt sind. Aber natürlich kann man die Pompons auch um zwei runde Kartonscheiben wickeln. Ganz einfach, genau so wie früher. Gute alte Zeit.

Ihr braucht dazu:
– Kartonreste
– Zwei Gläser für die Form
– Bleistift
– Schere
– dicke weisse Wolle, auch verschiedene Wollreste könnt ihr dazu benutzen
– dünnes, stabiles Baumwollgarn

Und dann so:
Zeichnet erst zwei grosse Kreise auf den Karton. Ich habe dazu ein Glas benutzt, damit das Runde auch rund wird. Dann zeichnet ihr in die Mitte der grossen Kreise je einen kleinen Kreis. (Mein grosses Glas hatte einen Umfang von 8.5 cm, das kleine 3,5 cm.)
Schneidet eure Bommelmacher aus. Damit ihr die Kartonreifen nach dem Wickeln gut von der Wolle lösen und wieder verwenden könnt, macht ihr einen Schnitt von der äusseren Kante nach innen. So fällt es auch einfacher, die Mitte auszuschneiden.

Dann legt ihr die Kartonreifen aufeinander. Achtet darauf, dass die Einschnitte dabei nicht aufeinanderliegen.
Beginnt nun mit dem Umwickeln der Kartonschneiben. Benutzt dazu bitte dicke Wolle, ihr könnt den Wollfaden gerne auch doppelt oder sogar vierfach nehmen, falls ihr nur dünne Wolle zu Hause habt. Schneebälle sehen auch sehr schön aus, wenn Wolle in verschiedenen Weisstönen gewickelt wird. Wir haben sogar einen Schneeball, der ein bisschen silbern glitzert… Elsa, eben.
Wickelt so lange, bis das Loch in der Mitte winzig klein geworden ist.

Mit einer spitzen Schere schlüpft ihr durch die Wolle zwischen die zwei Kartonscheiben. Da schneidet ihr nun die Wolle auf. Rundrum.
Nehmt einen dünnen, starken Wollfaden, fädelt ihn doppelt zwischen die Kartonringe und verknüpft ihn mit ein paar festen Knoten. Der Faden soll stark sein, weil er alle Wollfäden und somit euren Pompon zusammenhält. 

Erst wenn ihr gut verkntotet habt, löst ihr vorsichtig die Kartonscheiben vom Wollball. Ihr könnt die Scheiben immer wieder verwenden.
Zu guter Letzt wird der Wollball frisiert. Damit der Pompon schön regelmässig  und dicht wird, muss alles Zerzauste abgeschnitten werden. Das macht ihr am Besten mit einer kleinen Schere… und unbedingt über einem Eimer, denn das Trimmen ist wie ein Besuch beim Friseur. Fusseln überall.
Fertig! Die Schneeballschlacht kann beginnen! 

Die Schneebälle können geworfen, gerollt, auf dem Kopf balanciert, unter dem Pullover versteckt, auf den Handflächen über einen Parcours getragen, mit den Zehen gefasst, mit den Füssen transportiert, im Bett gekuschelt, geformt und geknetet werden. Ihr könnt jonglieren oder euren Kindern die Bälle auf dem Rücken rollen (eine Schneeballmassage), zuwerfen oder ein bestimmtes Ziel treffen, den Jahreszeitentisch schmücken oder ein kleines Bällebad für die Puppen einrichten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn, wider erwarten, mal ausgespielt ist, dann wird die Bommel mit ein paar Stichen ganz einfach an der Wollmütze befestigt.

Wir haben ein Schneemannspiel ausgetüftelt und haben so den Winter ins Wohnzimmer gezaubert. Auch wenn es toll ist: Schnee, kannst trotzdem kommen!

Ich wünsche euch viele Schneebälle und allen, die im Winterparadies zu Hause sind, lustige Schneeballschlachten. Wir sind ein bisschen neidisch.
Alles Liebe, Sandra

Danke.   

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HÄNDE HOCH! WENN KINDER MIT WAFFEN SPIELEN

  

PIFF, PAFF, PUFF

Oder was, wenn manchmal mehr Räuberhöhle als Puppenecke ist?
“Also wenn ich mal gross bin, dann werde ich James Bond. Einfach ohne küssen!” meinte damals ein Kindergartenkind zu mir. Anscheinend habe ich ihn entgeistert angeschaut, denn er fügte, so unter uns, noch hinzu: “Küsse, bäähhh.” Ich verstand. Mit ohne Küssen, dafür mit viel Knarre und Kampf. Gut.

Ehrlich gesagt, ich war als junge Kindergärterin unsicher im Umgang mit Waffen in der Kindergruppe. Kinder und Waffen passt nicht. Krieg, Gewalt, Kindersoldaten. Furchtbar. Schwerter gingen noch grad so, fand ich. Aber wenn die Kinder mit Pistolen und Gewehren hantierten, war bei mir aus die Maus. Kein gutes Gefühl, also habe ich mit den Kindern darüber gesprochen: Waffen sind nicht gut, sich erschiessen ist furchtbar und kämpfen nicht schön (piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb). “Spielt miteinander, baut eine Hütte zusammen, oder malt mit den Wasserfarben”, schlug ich ihnen stattdessen vor. Die Kinder aber haben mich angeschaut, als ob ich vom Mond käme. Sie hatten eben toll zusammen gespielt und konnten nicht verstehen, was mich daran störte. Und so untersagte ich ihnen das Spiel mit den Waffen im Kindergarten. Punkt. Klingt einfach, hat aber auch nicht geklappt.

Gefühlt jedes Stöckchen aus dem Wald, die Banane am Jausetisch, die gestreckten Zeige- und Mittelfinger und sogar Kartonreste wurden zu Pistolen, Schwertern oder Gewehren. 
Denn die Bilder in meinem Kopf sind eben meine Bilder. Und die Kinder gaben sich grosse Mühe, wollten mir zuliebe so sehr nicht mehr mit Waffen spielen und doch kam 007 irgendwie immer wieder ums Eck geschlichen…
Wenn also die Jungs mit einem Stöckchen Pistole spielten und ich an sie herantrat, sagten sie charmant und mich beruhigend: “Guck mal, n Akkubohrer… brrrrrrrr.” Und alle nickten wie die Wackeldackel. Dagegen kann man ja nichts sagen, denn Akkubohrer sind top! Oder, als sie bemerkten, wie ich sie beim Spielen mit den zum Gewehr zusammengesteckten Wäscheklammern beobachtete, sagten sie verschmitzt: “Schau, ein Haarföhn, extra für dich!” Und dann hab ich aus tiefstem Herzen gelacht. Gelacht ob der Kreativität und Gewitztheit und ob meiner Naivität. Und dann entschied ich mich, mich mit weisser, wehender Flagge zu ergeben und statt meine Ablehnung zu pflegen meine Vorstellungen und Bilder zu überdenken und einen Umgang damit zu finden. Widerstand zwecklos.

Räuber Hotzenplotz hat sieben Messer und seine Pfefferpistole, ein Indianer kommt mit Pfeil und Bogen daher, ein Cowboy hat eine Pistole bei sich und Michel aus Lönneberga liebt sein Gewehr. Genau. So. Ist. Es. 

Dann haben wir Regeln (immer wieder Regeln) ausgehandelt:

– Kämpfen nur mit selbstgemachten Waffen (kein gekaufter Plasitkschaass) oder Stöcken aus dem Wald. Und ja, sie durften sich an der Werkbank im Kindergarten eine Waffe (Pistole, Gewehr, Schwert, Messer) zimmern. Gleiche Chancen für alle.
– Nur mit den Kindern kämpfen, die beim Spiel mitmachen (nicht zielen auf andere Menschen und auch nicht auf Tiere).
– Sobald es ein Kind mit der Angst zu tun bekommt, ist der Kampf zu Ende.
– Beim Kämpfen gilt die Bauch-Beine-Po Regel (eine geniale Beschreibung der “Zielpunkte” meiner lieben Freundin Carmela). Es wird weder mit der Pistole noch sonst einer Waffengattung im Gesicht rumgefuchtelt.
– Keine zerstörerische Gewalt, heisst: es darf niemand verletzt werden und nichts darf mutwillig kaputt gehen.
– Wer die Regeln nicht einhält, gibt seine Waffe ins Waffenlager ab. Aber sicher.
Die Kinder waren zufrieden, sehr kooperativ und voller Freude, sich eine Waffe zu zimmern. Sie standen stundenlang an der Werkbank, geduldig sägten sie Holz, schliffen die Kanten, tüftelten, zeichneten Pläne auf Papier, diskutierten und halfen einander.

Das Anfertigen alleine fordert und fördert die Phantasie, die Feinmotorik, Geschicklichkeit, Durchhaltewillen, Teamgeist, Geduld und Experimentierfreude. Nur so, um auch mal die positiven Seiten der Waffenherstellung zu erläutern… 

Dann spielten sie Ritter, Indianer und zogen zusammen als Räuberbande los. Sie besiegten die fiesesten Ungeheuer und schrecklichsten Halunken. Sie fochten, schlichen sich an, zielten mit der Pfefferpistole und PENG! Gut gegen Böse. Und sie fühlten sich stark und mutig und selbstbewusst, mit ihren zusammengestiefelten Flinten und Messer. Selbst ängstliche Kinder konnten, mit einem Stöckchen in der Hand, mutige Kämpfer sein, die sich trauten, es mit dem schlimmsten Schuft aufzunehmen. Mutig blickten sie der Angst ins Gesicht.
Natürlich habe ich die Spiele beobachtet und begleitet, und manchmal musste ich schlichten und helfen, das Spiel neu aufzugleisen… Wenn ich nicht zwischenzeitlich ausgeraubt wurde. Sie spielten und es war ihnen allen klar, dass wenn die Spielzeit aus ist, die Waffen ins Waffenlager verräumt werden und die Kämpfe zu Ende sind. Und ich spürte weder mehr Aggressivität noch Unruhe oder gewalttätige Energie. Es war ausgespielt. Dann kamen auch wieder Zeiten, in denen die Räuberbande Bilderbücher anschaute oder in der Puppenecke Mittagessen kochte. Die Cowboys bauten sich eine Eisenbahn durch den Kindergarten, und die Indianer plastizierten sich aus Ton einen Berg bis unter die Zimmerdecke. 
Ausprobiert. Voll lässig war’s. Und gut ist. 

Nun, seit sechs Jahren bin ich Mama eines Jungen, und glaubt mir, das Ding mit den Waffen habe ich ihm bestimmt nicht auf die Nase gebunden. Im Sommer haben wir Wasser jeweils aus diesen süssen Wassertierchen gespritzt, weil ich  keine Pistole kaufen wollte. 
Aber dann waren wir mal für ein Wochenende in einer wunderhübschen Airbnb- Wohnung… Und da gab es ein Kinderzimmer, in dem normalerweise zwei Jungs hausen. Puhuhu, da lagen Schätze rum… Dem Grossen sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Nerf-Pistolen mit unendlich viel Munition, Plastikschwerter mit Totenköpfen, Cowboypistolen, für jeden Finger eine. PARADIESISCH! Fasziniert nahm unser Kind eine Pistole nach der anderen in die Hand und konnte sein Riesenglück kaum fassen. Ein Wochenende lang schwelgte er im Helden-Waffenparadies, und als wir wieder nach Hause kamen, wurde gleich aufgerüstet. Unsere Werkbank ist Produktionsstätte unzähliger Waffen, vom Schwert zur Pistole, vom Gewehr zur Armbrust (Wilhelm Tell, eben) und wieder zurück zum Pfeilbogen. Alles da. Und kaum konnte die Kleine sprechen, ging auch sie mit dem Säbel in der Wohnung umher und behauptete mit fiesem Blick, sie sei Räuber Hotzenplotz mit “Stoole” (Pistole). 

Ich will es nicht verherrlichen, ich mag es viel, viel lieber, wenn die Kinder Hütten bauen, als Hasen und Eichhörnchen durch den “Wald” springen und Abenteuer erleben. Aber das eine schliesst das andere nicht aus, es ist nun mal nicht jeder Tag ein Eichhörnchentag. Manchmal ist halt eher Räuberhöhle und dann, finde ich, soll das Kind wissen, dass das auch ok ist. Ich glaube, dass alles, was interessant ist und unterbunden wird, sich zu etwas noch viel Spannenderem aufbauscht. Auch wenn ich das Herumhantieren mit den Waffen manchmal anstrengend finde, gehört es doch irgendwie dazu, und bin ich froh, dass ich die Kinder beim Spiel mit den Waffen begleiten kann. Das ist eben nur dann möglich, wenn ich es erlaube und sie nicht hinter meinem Rücken oder im Geheimen fechten und schiessen. 

Ich habe sogar das Glück, dass ich meistens zu den Guten gehöre. Immerhin.

Irgendwo habe ich mal von einer Mutter gelesen, die erzählte, dass ihre drei kleinen Jungs nie ohne Waffen durch die Gegend gezogen seien. Jahre später waren alle drei Wehrdienstverweigerer… Gut. Dann entspanne ich mich mal, im Land der sieben Messer und dem Gewehr. 

Es ist eben manchmal, wie es ist. Und wenn wir liebevoll in Verbindung sind, ist alles gut. Ich wünsche euch und euren Liebsten eine feine, friedliche Zeit. Herzlich, Sandra 

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PFIRSICHMARMELADE (DIY)

Den Sommer konservieren

Der Herbst schleicht sich an, ganz leise, und ein bisschen habe ich getan, als würde ich ihn nicht bemerken. Ich freue mich jedes Jahr auf den Herbst, der so reich und bunt daher kommt. Mit ihm ist immer etwas los, und eigentlich gehört er zu meinen Lieblingskindern des Jahres. Und doch macht sich jedes Jahr, wenn der Sommer sich verabschiedet, auch ein bisschen Melancholie breit. Und mit ihr erwacht in mir das Eichhörnchen, das, noch immer mit reichlich Sommereis auf den Hüften im Bauch, sich plötzlich flink sammelnd auf die Suche macht. Auf die Suche nach Sommer-Leckereien, die ich einmachen, einfrieren, dörren oder trocknen könnte, um über den Winter zukommen. Den Sommer konservieren, so wie Frederik das gemacht hat. Klar, wir hier in Österreich haben ja das grosse Glück, dass wir immer über den Winter kommen.

ABER es ist ein anderes über den Winter kommen, wenn der Küchenschrank mit Sonne gefüllt ist.

Sonne im Glas, auf die man zugreifen kann, wenn der November mal so richtig fies auf die Stimmung drückt. 
In unserem Gemeinschaftsgarten steht ein Pfirsichbaum. Zugegeben, seine Früchte ähneln nicht annähernd seinen Kumpels aus Spanien, die gross, prall, süss und saftig rotbäckig rufen: “HOLA CHICA; DISFRUTA ME!” Unser Baum trägt Früchte, die eher ein bisschen bleich und klein daher kommen, deren Häute dicker sind und das Fleisch trockener und saurer, und die bescheiden flüstern: “Griess di. Probier doch mal. Gar nicht so übel.”

Und dieses Jahr konnte ich nicht widerstehen und habe die Früchte zu Marmelade eingekocht. Mit bisschen Vanille und Thymian von der Fensterbank. UND: Bescheiden ist, wie so oft, super leiwand!

Hier das Rezept für die Marmelade, die ruck zuck gemacht ist (etwa 30 Minuten):
1 kg Pfirsiche (geschält und entsteint) 
1 Zitrone, nur den Saft
3 Zweige Thymian, nur die Blättchen (ohne Stil)
1 TL Vanille 
500 g Bio-Gelierzucker 2:1

Und so wird’s gemacht: 

Pfirsiche waschen, ein Kreuz einschneiden und mit kochendem Wasser übergiessen. Dann kalt abschrecken, schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Thymian waschen und die Blättchen zusammen mit den Pfirsichen, der Vanille und dem Zitronensaft fein pürieren.
Dann das Fruchtmus mit dem Gelierzucker aufkochen und nach Anleitung auf der Zuckerpackung einkochen. 
Marmelade in saubere, vorgewärmte Gläser füllen und sofort verschliessen. Fertig. Lecker.

Hinweis für das Einkochen mit Kindern:

Marmelade kochen mit Kindern finde ich toll, aber auch immer etwas schwierig, weil die Frucht-Zuckermasse super heiss ist und gerne auch mal über den Topf blubbert. Aber beim Einschneiden und Zerkleinern der Früchte, beim Auspressen der Zitrone und beim Blättchen-Zupfen des Thymians können Kinder sehr gut mithelfen. Während ein Erwachsener die Marmelade einkocht, können die Kinder schon mal Etiketten gestalten, die Stoffstücke für den Deckel zuschneiden, bemalen oder bedrucken. Und ein bisschen Sonne im Glas ist auch ein wunderschönes Geschenk zu Weihnachten… (oh menno, eben waren wir noch im Freibad und jetzt das. Entschuldigt.)
Kommt fein durch den Herbst.

Dieser Beitrag ist verlinkt mit naturkinder

BÜCHER SIND LEBENSMITTEL / HERBST


„Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“
Jean Paul

Eben habe ich für euch unsere Herbstlieblinge zusammengestellt. So. Und jetzt kann es draussen bitte richtig ungemütlich werden, denn wir haben drinnen viel zu tun. Habt es lustig und spannend, innig und vor allem sehr heimelig.

von Oliver Jeffers

Leider, leider ist Floyds roter Drachen in eine Baumkrone geflogen und dort stecken geblieben. Erst versucht Floyd, seinen Lieblingsschuh nach dem Drachen zu werfen, um ihn aus den Ästen zu befreien. Leider aber bleibt auch dieser beim Drachen stecken und so bleibt dem Jungen nichts andres übrig, als nach mehr Gegenständen zu suchen, mit denen er seinen Drachen befreien könnte. Er wirft Stühle, den Milchmann, einen Leuchtturm und Nachbars Haus in den Baum, doch irgendwie will die Rettung einfach nicht gelingen.
Die Kinder und ich haben so gelacht. Die Geschichte ist voller Witz und Phantasie, und so haben wir das Buch mit Spannung gelesen und waren bei jedem Seitenumblättern von Neuem überrascht. Einfach toll. Und mein Grosser hat beim Einschlafen noch lachen müssen…

Der Herbstwind zupft zehn Blätter einer Weide und trägt diese weit davon. Jedes der Weidenblättchen erlebt eine andere Geschichte. Das eine wird zum Rettungsboot, ein anderes wird auf eine St. Martins Laterne geklebt, und eines wird von einem Wurm verspeist und wird so Dünger für die Weide. Der Kreis schliesst sich, und im Frühjahr wachsen am Ast der Weide wieder zehn Blättchen…
Ein hübsch bebildertes Buch mit einer ganz einfachen und deshalb grossartigen Geschichte. Die Kinder gehen gerne mit auf die luftige Reise. 
Mit schönen Ideen, die man mit den Kindern im Herbst gleich umsetzen kann.
von Petr Horacek

Was, wenn man einen leckeren Schatz gefunden hat, der aber leider so gross ist, dass man ihn nicht mit in seine Höhle nehmen kann? Richtig, man sucht sich ein neues Haus. Und dies tut die Maus, die mit ihrem grossen Apfel loszieht in die Welt. Weil die Höhlen, die sie unterwegs findet, immer schon besetzt sind und das Herumziehen ganz schön hungrig macht, wird der Apfel immer kleiner. Schlussendlich ist der Apfel so klein, dass er perfekt in ein Mauseloch passt…
Eine einfache, lustige und lebendige Geschichte für Gross und Klein, liebevoll bebildert und zum Nachspielen animierend.
von Leo Lionni
Eine wunderbare Geschichte, die Leo Lionni vor 50 Jahren für uns aufgeschrieben hat. Wir kennen es alle, das Mäuschen Frederik, das still sitzend Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, währenddem seine Brüder und Schwestern Weizen, Stroh und Nüsse zusammen tragen, um zu überwintern. Ein bezauberndes Kinderbuch über die Kraft der Geschichten, der Bilder und Träume. 

In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Kindern einen grossartigen Herbst mit vielen Geschichten, Bildern und Träumen, die das Überwintern einmalig machen. Wenn dir dieser Artikel gefällt, freue ich mich sehr, wenn du ihn mit deinen Freundinnen und Freunden teilst. Herzlich, Sandra von der Lieblingsbande

GASTFREUNDSCHAFT

 

Willkommen zu sein ist wohl eines der schönsten Gefühle überhaupt. Ich glaube sogar, dass jeder Mensch zur Welt kommt mit einem Herzen der Gastfreundschaft. Was aber, wenn sie hin und wieder verloren geht?


Wir waren eingeladen, zu Kaffee und Kuchen: Mamas und Papas quatschen, Kinder spielen zusammen, voilá. Wir wollten gemeinsamen einen feinen, gemütlichen Sonntagnachmittag verbringen. So war’s zumindest angedacht.
Wir kannten die Familie, bei der wir eingeladen waren, und all die anderen Familien, die auch dabei waren, nur flüchtig, und so haben wir uns locker flockig rein ins Kuchen-Spielparadies plumpsen lassen… Kuchen war lecker. Aber schnell stellte sich heraus, dass die Stimmung im Kinderzimmer am Nullpunkt war.
Der Junge mit dem Heimvorteil wollte nämlich seine Sachen nicht mit allen teilen. Fast alle durften mitspielen, nur ein geladener Junge nicht. Der durfte noch nicht mal was anfassen… Und warum nicht? Wegen einfach! Ok, kann passieren, finde ich. Seine Sachen mit Fremden zu teilen und miteinander zu spielen, erfordert tatsächlich ein hohes Mass an Kompetenz. ABER, einem sechs Jahre alten Jungen darf man zumuten, einen Nachmittag lang einige seiner Sachen anderen Kindern abzugeben. 

Niemand der beteiligten Erwachsenen sagte was dazu. Ja, man soll Kinder mal machen lassen, denn sie sind meist ganz gut darin, sich zurecht zu finden und sich was auszutüfteln.

Irgendwann aber schlich unser Grosser um mich herum. Seine Seelenlage hielt das Klima im Spielparadies schlecht aus. Er fühlte sich nicht wohl, fand es nicht schön, und er wollte nach Hause. Ich nahm ihn bei der Hand, und zusammen gingen wir ins Kinderzimmer.

Früher oder später kommt der Moment, an dem Unterstützung und Begleitung eines Erwachsenen gefragt ist. Jemand, der seinen Kaffee auf den Tisch stellt, hingeht, da ist und guckt, vermittelt und vielleicht auch mal erwähnt, wie schön es ist, miteinander zu spielen. 
Für jeden ist dieser Moment des Handlungsbedarfes woanders, für die Mutter des Häuptlings schien der Augenblick noch nicht gekommen zu sein, sie war beschäftigt mit den erwachsenen Gästen. Und Thema Kunst… 

Gut, ich ging ins Zimmer und spielte mit meinem Grossen in einer Ecke Lego. Wir beide kiebitzten immer wieder zu den zwei Burschen. Und da war es, das Gepiesake des Platzhirschen. Gerade, als ich mich einmischte mit “Hey, lasst uns alle zusammen was mit den Legos bauen”, schritt der Gastgeberpapa zur Tat und versuchte, sein Kind umzustimmen. “Lass die anderen mitspielen, das ist sonst nicht schön, und sei ein bisschen freundlich zu deinen “Freunden”…”. Sein Sohn aber liess nicht mit sich reden und spielte sich auf, in seinem Reich. So verliess der Papa achselzuckend das Kinderzimmer und ging zurück zu Kaffee, Kuchen und Kunst. Das war’s.

Lange noch haben wir über diesen Nachmittag gesprochen. Es war unseren Kindern unheimlich, und der Grosse musste noch ganz lange immer wieder davon sprechen. Nein, willkommen fühlte er sich nicht, auch wenn er ein paar Legos zum Spielen benutzen durfte.

Wir haben glücklicherweise viel Besuch. Und obwohl unsere Kinder manche Gäste vorher nicht kennen, sind sie doch immer sehr gespannt und freuen sich auf sie. Wir reden darüber, wer alles kommen wird, stellen Blumen auf und decken zusammen den Tisch. Immer richten wir was Leckeres her, das wir dann gemeinsam essen. Weil es einfach schön ist und Freude bereitet und weil wir unsere Gäste von Herzen willkommen heissen. Wenn Kinder dabei sind, überlegen wir, welche Spielsachen interessant wären, ob genug Holz für die Werkbank da ist, für den Fall… und wir räumen das Zimmer ein bisschen auf.

Gastfreundlich zu sein, kann man niemandem auferlegen. Gastfreundschaft wächst wohl im Herzen, jedes Mal ein Stück, wenn man jemandem die Türe öffnet und sich freut. 

Und auch jedes Mal beim gemeinsamen Vorbereiten, bei der gemeinsamen Vorfreude, wenn man sich gemeinsam einstellt auf jemand anders. Ich bin sicher, dass dieses Geschlossene, Verbindende viel Vertrauen und Freude schafft, so dass es vielleicht einfach wird, seine Sachen für einen Moment mit jemandem zu teilen.

Vor ein paar Tagen waren Freunde meines Mannes in Wien und haben uns mit ihren zwei Töchtern besucht. Die Mädchen sind schon etwas älter als unsere Kinder. Der Grosse hat den zweien sein Zimmer gezeigt und stolz seine Playmobil vorgeführt. Als er bemerkte, dass die Mädchen seine Sachen zwar toll fanden, aber nicht den Anschein machten, als wollten sie damit spielen, holte er die Holzeisenbahn hervor. Auch da: toll, aber er spürte, das Interesse war so la la. Dann zog er ein Buch nach dem anderen aus dem Regal, bis die Mädchen sich für eins entscheiden konnten. Und nach einer Weile war es ruhig im Zimmer. Nicht immer ein gutes Zeichen, klar, aber in diesem Fall war’s rührend: Da sassen vier Kinder, die sich nicht gekannt hatten, zusammengepfercht auf dem Sitzsack und lauschten aufmerksam, wie die Älteste eine Geschichte vorlas. ALLE GEMEINSAM. HERZLICH WILLKOMMEN… Und mein Herz ging auf.

SOMMERFÜSSE (DIY MIT VIDEO)

Schön ist’s, wenn’s schön ist. Das ist auch mit den Sommerfüssen so, finde ich. Ich hatte die Tage die Möglichkeit, ja das grosse Glück, sozusagen, dass ich von meinen Lütten eine hausgemachte Pediküre bekam. Jahaha, ich habe auch gestaunt. Der fleissige Pedikör und die tüchtige Pediköse haben sich ganz schön ins Zeug gelegt und mir meine Fussnägel liebevoll auf Sonntag getrimmt. Wie gut ist das denn!!!
Lustig war’s, geschäftig war’s, friedlich war’s und ja, der linke Fuss sieht bissl aus, als wäre er unter den Rasenmäher geraten. Und beim genauen Hinsehen tut es sogar ein kleines bisschen weh. Aber Liebe macht ja nicht nur blind, sondern auch tapfer. Auf in den Sommer!

WENN FÜSSE SPÜREN DÜRFEN / BARFUSSPFAD DIY

Wenn ich meinen Babys beim Spielen zugesehen habe, fand ich es zauberhaft und sehr spannend zu beobachten, wie sehr zu Beginn des Lebens die Füsse und die Hände doch zueinander gehören. Als würden sie sich das Tun, das Erspüren und Fühlen teilen, griffen Finger wie Zehen ganz natürlich gemeinsam nach dem Leben.
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