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SCHNEEBALLBOMMELN (DIY)

Schnee von morgen…

Die halbe Welt ist eingeschneit. Nur wir hier in Wien wurden mit einem lächerlichen Fläumchen abgespeist. 5 mm Schnee und alle Kinder voller Glück, schnell raus, Schneemänner bauen, Schlitten fahren, toben, johlen, juhu! Am nächsten Tag war der Zauber auch schon wieder vorbei. Weil verzweifeln in diesem Fall keine Option ist, haben wir uns Indoschneebälle gemacht und tun einfach bis auf Weiteres mal so als ob…

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HÄNDE HOCH! WENN KINDER MIT WAFFEN SPIELEN

  

PIFF, PAFF, PUFF

Oder was, wenn manchmal mehr Räuberhöhle als Puppenecke ist?
“Also wenn ich mal gross bin, dann werde ich James Bond. Einfach ohne küssen!” meinte damals ein Kindergartenkind zu mir. Anscheinend habe ich ihn entgeistert angeschaut, denn er fügte, so unter uns, noch hinzu: “Küsse, bäähhh.” Ich verstand. Mit ohne Küssen, dafür mit viel Knarre und Kampf. Gut.

Ehrlich gesagt, ich war als junge Kindergärterin unsicher im Umgang mit Waffen in der Kindergruppe. Kinder und Waffen passt nicht. Krieg, Gewalt, Kindersoldaten. Furchtbar. Schwerter gingen noch grad so, fand ich. Aber wenn die Kinder mit Pistolen und Gewehren hantierten, war bei mir aus die Maus. Kein gutes Gefühl, also habe ich mit den Kindern darüber gesprochen: Waffen sind nicht gut, sich erschiessen ist furchtbar und kämpfen nicht schön (piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb). “Spielt miteinander, baut eine Hütte zusammen, oder malt mit den Wasserfarben”, schlug ich ihnen stattdessen vor. Die Kinder aber haben mich angeschaut, als ob ich vom Mond käme. Sie hatten eben toll zusammen gespielt und konnten nicht verstehen, was mich daran störte. Und so untersagte ich ihnen das Spiel mit den Waffen im Kindergarten. Punkt. Klingt einfach, hat aber auch nicht geklappt.

Gefühlt jedes Stöckchen aus dem Wald, die Banane am Jausetisch, die gestreckten Zeige- und Mittelfinger und sogar Kartonreste wurden zu Pistolen, Schwertern oder Gewehren. 
Denn die Bilder in meinem Kopf sind eben meine Bilder. Und die Kinder gaben sich grosse Mühe, wollten mir zuliebe so sehr nicht mehr mit Waffen spielen und doch kam 007 irgendwie immer wieder ums Eck geschlichen…
Wenn also die Jungs mit einem Stöckchen Pistole spielten und ich an sie herantrat, sagten sie charmant und mich beruhigend: “Guck mal, n Akkubohrer… brrrrrrrr.” Und alle nickten wie die Wackeldackel. Dagegen kann man ja nichts sagen, denn Akkubohrer sind top! Oder, als sie bemerkten, wie ich sie beim Spielen mit den zum Gewehr zusammengesteckten Wäscheklammern beobachtete, sagten sie verschmitzt: “Schau, ein Haarföhn, extra für dich!” Und dann hab ich aus tiefstem Herzen gelacht. Gelacht ob der Kreativität und Gewitztheit und ob meiner Naivität. Und dann entschied ich mich, mich mit weisser, wehender Flagge zu ergeben und statt meine Ablehnung zu pflegen meine Vorstellungen und Bilder zu überdenken und einen Umgang damit zu finden. Widerstand zwecklos.

Räuber Hotzenplotz hat sieben Messer und seine Pfefferpistole, ein Indianer kommt mit Pfeil und Bogen daher, ein Cowboy hat eine Pistole bei sich und Michel aus Lönneberga liebt sein Gewehr. Genau. So. Ist. Es. 

Dann haben wir Regeln (immer wieder Regeln) ausgehandelt:

– Kämpfen nur mit selbstgemachten Waffen (kein gekaufter Plasitkschaass) oder Stöcken aus dem Wald. Und ja, sie durften sich an der Werkbank im Kindergarten eine Waffe (Pistole, Gewehr, Schwert, Messer) zimmern. Gleiche Chancen für alle.
– Nur mit den Kindern kämpfen, die beim Spiel mitmachen (nicht zielen auf andere Menschen und auch nicht auf Tiere).
– Sobald es ein Kind mit der Angst zu tun bekommt, ist der Kampf zu Ende.
– Beim Kämpfen gilt die Bauch-Beine-Po Regel (eine geniale Beschreibung der “Zielpunkte” meiner lieben Freundin Carmela). Es wird weder mit der Pistole noch sonst einer Waffengattung im Gesicht rumgefuchtelt.
– Keine zerstörerische Gewalt, heisst: es darf niemand verletzt werden und nichts darf mutwillig kaputt gehen.
– Wer die Regeln nicht einhält, gibt seine Waffe ins Waffenlager ab. Aber sicher.
Die Kinder waren zufrieden, sehr kooperativ und voller Freude, sich eine Waffe zu zimmern. Sie standen stundenlang an der Werkbank, geduldig sägten sie Holz, schliffen die Kanten, tüftelten, zeichneten Pläne auf Papier, diskutierten und halfen einander.

Das Anfertigen alleine fordert und fördert die Phantasie, die Feinmotorik, Geschicklichkeit, Durchhaltewillen, Teamgeist, Geduld und Experimentierfreude. Nur so, um auch mal die positiven Seiten der Waffenherstellung zu erläutern… 

Dann spielten sie Ritter, Indianer und zogen zusammen als Räuberbande los. Sie besiegten die fiesesten Ungeheuer und schrecklichsten Halunken. Sie fochten, schlichen sich an, zielten mit der Pfefferpistole und PENG! Gut gegen Böse. Und sie fühlten sich stark und mutig und selbstbewusst, mit ihren zusammengestiefelten Flinten und Messer. Selbst ängstliche Kinder konnten, mit einem Stöckchen in der Hand, mutige Kämpfer sein, die sich trauten, es mit dem schlimmsten Schuft aufzunehmen. Mutig blickten sie der Angst ins Gesicht.
Natürlich habe ich die Spiele beobachtet und begleitet, und manchmal musste ich schlichten und helfen, das Spiel neu aufzugleisen… Wenn ich nicht zwischenzeitlich ausgeraubt wurde. Sie spielten und es war ihnen allen klar, dass wenn die Spielzeit aus ist, die Waffen ins Waffenlager verräumt werden und die Kämpfe zu Ende sind. Und ich spürte weder mehr Aggressivität noch Unruhe oder gewalttätige Energie. Es war ausgespielt. Dann kamen auch wieder Zeiten, in denen die Räuberbande Bilderbücher anschaute oder in der Puppenecke Mittagessen kochte. Die Cowboys bauten sich eine Eisenbahn durch den Kindergarten, und die Indianer plastizierten sich aus Ton einen Berg bis unter die Zimmerdecke. 
Ausprobiert. Voll lässig war’s. Und gut ist. 

Nun, seit sechs Jahren bin ich Mama eines Jungen, und glaubt mir, das Ding mit den Waffen habe ich ihm bestimmt nicht auf die Nase gebunden. Im Sommer haben wir Wasser jeweils aus diesen süssen Wassertierchen gespritzt, weil ich  keine Pistole kaufen wollte. 
Aber dann waren wir mal für ein Wochenende in einer wunderhübschen Airbnb- Wohnung… Und da gab es ein Kinderzimmer, in dem normalerweise zwei Jungs hausen. Puhuhu, da lagen Schätze rum… Dem Grossen sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Nerf-Pistolen mit unendlich viel Munition, Plastikschwerter mit Totenköpfen, Cowboypistolen, für jeden Finger eine. PARADIESISCH! Fasziniert nahm unser Kind eine Pistole nach der anderen in die Hand und konnte sein Riesenglück kaum fassen. Ein Wochenende lang schwelgte er im Helden-Waffenparadies, und als wir wieder nach Hause kamen, wurde gleich aufgerüstet. Unsere Werkbank ist Produktionsstätte unzähliger Waffen, vom Schwert zur Pistole, vom Gewehr zur Armbrust (Wilhelm Tell, eben) und wieder zurück zum Pfeilbogen. Alles da. Und kaum konnte die Kleine sprechen, ging auch sie mit dem Säbel in der Wohnung umher und behauptete mit fiesem Blick, sie sei Räuber Hotzenplotz mit “Stoole” (Pistole). 

Ich will es nicht verherrlichen, ich mag es viel, viel lieber, wenn die Kinder Hütten bauen, als Hasen und Eichhörnchen durch den “Wald” springen und Abenteuer erleben. Aber das eine schliesst das andere nicht aus, es ist nun mal nicht jeder Tag ein Eichhörnchentag. Manchmal ist halt eher Räuberhöhle und dann, finde ich, soll das Kind wissen, dass das auch ok ist. Ich glaube, dass alles, was interessant ist und unterbunden wird, sich zu etwas noch viel Spannenderem aufbauscht. Auch wenn ich das Herumhantieren mit den Waffen manchmal anstrengend finde, gehört es doch irgendwie dazu, und bin ich froh, dass ich die Kinder beim Spiel mit den Waffen begleiten kann. Das ist eben nur dann möglich, wenn ich es erlaube und sie nicht hinter meinem Rücken oder im Geheimen fechten und schiessen. 

Ich habe sogar das Glück, dass ich meistens zu den Guten gehöre. Immerhin.

Irgendwo habe ich mal von einer Mutter gelesen, die erzählte, dass ihre drei kleinen Jungs nie ohne Waffen durch die Gegend gezogen seien. Jahre später waren alle drei Wehrdienstverweigerer… Gut. Dann entspanne ich mich mal, im Land der sieben Messer und dem Gewehr. 

Es ist eben manchmal, wie es ist. Und wenn wir liebevoll in Verbindung sind, ist alles gut. Ich wünsche euch und euren Liebsten eine feine, friedliche Zeit. Herzlich, Sandra 

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HERBSTLICHES MARRONIMUFFIN-REZEPT (GLUTENFREI)

Herbstzeit ist Marronizeit und Lieblingszeit!

Der Geschmack der Marronis erinnert mich immer an meine Kindheit. Im Süden der Schweiz, im Tessin, findet man nämlich ganz viele Edelkastanien-Bäume. Viele Jahre galt dort die Kastanie als Grundnahrungsmittel, und die Familien waren im Winter auf eine gute Ernte angewiesen. Werden die Marronis getrocknet, können sie haltbar gemacht oder zu Mehl weiterverarbeitet werden. Eine Tessiner Marroniverkäuferin in Berlin hat mir einmal versichert, dass man ganz gesund bleibt, wenn man jeden Tag Marronis isst (und ein bisschen bin ich froh, hat sie keine Fitnessabos verkauft…).  Weiterlesen“HERBSTLICHES MARRONIMUFFIN-REZEPT (GLUTENFREI)”

DAS VERPLANTE KIND

       

“Und wir spielten und spielten und spielten, so daß es das reine Wunder ist, daß wir uns nicht totgespielt haben.” 

Aus: “Das entschwundene Land” von Astrid Lingdren
Ich habe in Berlin für ein paar Monate als Yogalehrerin in einer Privatschule Kinderyoga unterrichtet. In einer Randstunde. Und ein bisschen war es für mich, als wäre ich eine sinnvolle Übergangslösung in Leggings. 
In der ersten Stunde kam ein Junge zu mir und meinte: “Ich wollte ja zum Fussball und nicht zum Yoga, aber meine Mutter bestand darauf, denn ich kann mich so schlecht konzentrieren.” Ja dann, namaste. Ein anderer Junge kam im weissen Judodress… Scheisse! Yoga und Judo verwechselt! Tja, aber wenn du schon mal da bist: komm rein. Ein Mädchen kam und sagte, dass sie Yoga machen wolle, weil sie so schlecht abschalten könne. Schon das Wort “abschalten” aus dem Mund eines Kindes… Die Mädchen kamen gleich im Ballettkleidchen, denn nach der Yogastunde war noch eine Ballettsession und die Musicalprobe. Und wenn ich mir die Kinder so anschaute, wie sie vom Schachunterricht in die Violinenstunde und von der Physik-Experimentierwerkstatt zur English-Lecture hetzten, dachte ich:

Raus mit euch! An die frische Luft! Auf die Bäume! In die Pfützen! 

Aber gut, wir haben dann geyogt und zum Glück viel gelacht. Aber jedes Mal hat mich die Stunde ein bisschen nachdenklich gestimmt.

Warum verplanen Eltern ihre Kinder? Versteht mich nicht falsch, es ist voll in Ordnung, wenn Kinder im Fussballverein sind oder bei den Pfadfindern mitmachen. Aber falls ihr denkt, dass ihr eurem Kind jeden Nachmittag ein anderes Programm bieten müsst, damit euer Liebstes zu einem gesunden, zufriedenen, intelligenten und erfolgreichen Menschen heranwächst, kann ich euch beruhigen: Nein, kein Kind braucht das. Die Kindheit soll kein Trainingslager sein. 
Eltern wollen das Beste für das Kind. Weil sie nichts verpassen wollen. Das Angebot ist gross, und man will dem Kind ja schliesslich etwas bieten. Denn was, um Himmels willen, wenn man das Talent des Kindes zu spät entdeckt oder nicht adäquat fördert? Stellt euch vor, man verpasst den Schritt zum Mozart, nur weil man rumgedüdelt hat. Blöd, wäre das. Also, schnell ins Auto und los gehts mit dem Herumchauffieren der Kinder. Nachmittag für Nachmittag.
Und schliesslich das Killer-Argument: das Kind will das ja alles selber. Es will Reiten und Klavier spielen und es will in die Theaterwerkstatt, es will tanzen und an die Kinderuni.
Und weil Kunst ja auch sowas tolles ist, besucht man noch das Malatelier, wo das Kind verarbeitet, was es nicht zu verarbeiten hätte, würde man es einfach in Ruhe lassen.
“Mein Kind will das aber alles.” Ja und sie wollen auch viel Süsses essen, vor der Glotze sitzen, lange aufbleiben, Chips à discrétion knabbern und jeden Tag Geschenke bekommen und natürlich am liebsten an ihrem EIGENEN Tablet rummachen. Von Herzen gerne würden sie das wollen. Aber da sind wir Eltern uns unserer Verantwortung ganz bewusst und sagen: Nein, mein Schatz. Ich glaube dir, dass du dir das alles ganz traumhaft vorstellst. Aber das tut dir nicht gut.
Kinder möchten vieles ausprobieren und haben zu so vielem Lust – und das ist grossartig. Bitte unterstützt diese Lust und Freude und gebt ihnen die Möglichkeiten, dass sie diese Energien umsetzen können; in Freiheit. Geht raus mit den Kindern, schafft Platz und eine Umgebung, die es erlaubt, dass Kinder selbständig spielen können. Kleine Finger können voller Begeisterung auf der Trommel oder dem Topfboden die Tiere Afrikas trommeln oder die Gitarrensaiten zum klingen bringen, ohne dass sie vom allerbesten Musiklehrer der Stadt gefördert werden. Ganz einfach, nur so für sich. Und ja, die Kinder sollen unbedingt tanzen. Im Wohnzimmer oder in der Küche, zu Musik aus der ganzen Welt oder zu selbstgesungenen Liedern. Wild und ausgelassen, zusammen mit euch, im Kreis mit anderen und ruhig auch mal im Tutu das Padödö vom Schwanensö. Das ist so schön und so lustig, so frei und so simpel. Lasst die Kinder Fussball-WM spielen, mit den anderen aus der Strasse, vor dem Haus oder im Garten. Lasst die Kinder Yoga machen und auf der Matte ihre eigenen Asanas und Kunststücke erfinden. Aber lasst sie all das selber tun und selber gestalten. Ohne jemanden im Rücken zu haben, der sagt, wie es gehen würde, aussehen müsste oder eigentlich richtig wäre.
Die Freizeitgestaltung der Kinder ist wichtig und sehr einfach. Wenn die Kinder noch klein sind, dann gestaltet man die Freizeit so, dass die Zeit eben frei ist. 
In meinen Kindergartengruppen gab es Kinder, die so “früh-verfördert” waren, dass sie nichts mehr zu tun wussten, wenn ihnen niemand Aufgaben erteilte oder sie, wie im Kinderklub, bespielte. Sie hatten keine Zeit zum Spielen, weil ihre Freizeit für Effektivität genutzt wurde. Sie lernten Englisch und E-Gitarre und spielten Golf, aber leider standen sie dann ganz verloren da, wie in einem Vakuum, währenddem sich andere Kindergartenkinder sofort auskannten und freudig ins Tun kamen.
Die einzigste Aufgabe, die ein Kind hat, ist: Spielen und die Welt im Tun und Erleben zu erkunden und zu begreifen. Nicht am Tablet, nein, im Leben! Das freie Spiel ist Seelennahrung und genau so wichtig für die Entwicklung im Leben eines jungen Menschen wie bedingungslose Liebe, Wärme, gesundes Essen oder genügend Schlaf. Im freien Spiel verarbeiten die Kinder Erlebtes, und ihre Phantasie bekommt nirgendwo so grosse Flügel, wie wenn das Kind spielt, denn nur da ist der Ort, an dem alles möglich ist. 
Im Spiel lernen die Kinder alles, was sie fürs Leben brauchen, es bietet eine Vielfalt an lustvollen Sinnes-, Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob alleine gespielt wird oder mit anderen Kindern, im Wald oder im Park, ob in der Küche oder im Kinderzimmer, denn spielen kann man (beinahe) überall. Auch mit fast nichts.
Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.
Maria Montessori
Vertraut euren Kindern und euch. Habt den Mut, Platz zu schaffen für die Bedürfnisse der Kinder und dann einfach nichts zu arrangieren und stattdessen das Kind seinem natürlichen Spiel und Rhythmus zu überlassen. Wenn das Kind sich nicht gewohnt ist, frei zu Spielen, braucht es vielleicht etwas Zeit, ins Spiel zu kommen. Aber dann werdet ihr staunen, mit wieviel innerer Zufriedenheit und Lebendigkeit euer Kind auftauchen wird. 

Auch die notwendige Langeweile und die Zeit im Lümmelmodus, in dem die genialsten Einfälle für zukünftige Vorhaben wachsen können, darf den Kindern zugemutet werden. Langeweile ist ein Geschenk und eine Brutstätte für Ideen.
Könnt ihr euch erinnern, wie ihr gespielt habt? Euer Lieblingsspiel? Mit den Spielzeugautos stundenlang auf den Mustern des Teppichs herumchauffiert, perfekt eingeparkt und Autorennen gefahren? Euren Puppen liebevoll Brei aus geklauten Rosenblättern aus dem Garten gefüttert? Auf dem Fahrrad eure Runden gedreht und euch vorgestellt, das Rad wäre das Pferd (meins hiess übrigens Silberpfeil) und ihr würdet über die Prärie reiten? Erinnert ihr euch an eure Verstecke und die vielen Geheimnisse mit der liebsten Freundin oder dem liebsten Freund? Wie ihr auf die Bäume geklettert und durch Bäche gewatet seid, immer bereit, neue Abenteuer zu erleben und nie zu müde, was Spannendes auszuhecken? Und weit und breit kein Erwachsener. Ja, ist lange her. Aber wenn wir unsere Kinder beim Spielen betrachten, dann ist es so, als wäre all das eben erst gestern gewesen. Und, hey, das war doch das beste Leben überhaupt!
Ich wünsch euch und euren Kindern alles Liebe und innige Momente. Sandra

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POP UP SCHAUKEL / LIEBLINGSPLATZ GEFUNDEN

Eigentlich wollten wir einen Waldspielplatz in Wien erkunden, mal wieder Neuland ergründen. Aber dann kam der Regen und wir standen ohne Regenjacken da, denn eben wars doch noch warm und sonnig und der Himmel blau…
Also mussten wir flix umdisponieren und uns was in unserem Einzugsgebiet aushecken. Und als der Regen durch war, landeten wir irgendwo auf der Pötzleinsdorfer Höhe. So ohne Grund war ich noch nie da, aber weil wir es lieben, auf Entdeckungsreise zu gehen, zogen wir los. Und siehe da, ganz weit oben, am Hang, mitten in der Blumenwiese steht ein Baum mit einer Schaukel. Was aussieht wie eine Installation oder eine Filmkulisse mitten in der Natur, stellte sich schnell als Traumschaukelplatz heraus. Wir alle haben geschaukelt bis zum Himmel, haben uns durch die Lüfte schwingen lassen, weit über den Wienerwald und die Blumenwiese und waren voller Schaukelglück. Wir haben gejauchzt und gelacht. Was für eine Freude. Und als wir genug hatten vom hin und her, spazierten wir durch die Wiese zurück, pflückten Blumen und es fühlte sich an wie früher. Ausgeschaukelt, glücklich, unbeschwert und leicht, geerdet und voller Lebenslust.
Zu gerne möchte ich wissen, wer die Schaukel an diesem wunderschönen Baum festgemacht hat, um danke zu sagen, für diese Idee, diesen idyllischen Platz und dieses unvergessliche Erlebnis. Und vielleicht werde ich irgendwann losziehen, mit meiner Lieblingsbande, und da und dort ein paar Schaukeln anbringen. Für ein bisschen mehr Schaukelglück.
  
   

LANGOHR ODER GEDANKEN ZUM ROLLENSPIEL

Unsere Kinder lieben Rollenspiele. Mal schnell ein Tuch um die Schultern gelegt, ein Schneckenband um die Hüften gebunden und hej ho, stampft die Räuberbande durch den Wald. Es wird geräubert was das Zeug hält und dann werden die Schätze in die selbstgebaute Räuberhöhle geschleppt. Ha, ha, ha, Pech gehabt!

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