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WEIHNACHTEN IM WALD

Ich gebe zu, ich gehörte früher zu den klassischen Weihnachtsmüffelern. Ich hab zwar mitgemacht – dem Frieden zuliebe – aber gemocht habe ich Weihnachten viele Jahre lang nicht wirklich. Zu viel Konsum, zu viel Gesinge wo sonst nie Gesinge war, zu viel Lametta und für meinen Geschmack zu wenig Fleisch am Knochen (schweizerische Redewendung für substanziell). Heute glaube ich, dass mein Unbehagen ein Glück war. Denn, wie sonst hätte ich mein eigenes Weihnachtsding finden können? 

Spätestens, wenn man Eltern wird, kommt man ins Nachdenken, wie man mit sich und dem Dezember ins Reine kommt. 

Entweder man lässt die Feierlichkeiten und ignoriert das ganze Trallalla oder man findet einen Weg zu Traditionen, die stimmig sind und zu einem passen. Tja, und da ich Kinder habe, habe ich mich entschieden, geliebte Bräuche beizubehalten und überdies neue zu finden, die ich gerne zu meinen werden lasse. So sind daraus meine Lieblingsbande-Traditionen entstanden. Eine davon ist das Verbringen der Weihnachtstage rumlümmelnd im Schlafanzug… Eine ganz besonders schöne aber ist die Waldweihnacht: 

Schon mit meinen Kindergartenkindern habe ich jeweils im Wald gefeiert und diese Abenteuer als so glücksbringend, natürlich und unvergesslich erlebt, dass ich es einfach nicht mehr missen will.

Wenn man, wie wir, verliebt, versunken und immer auftankend durch den Wald streicht, ist es klar, dass man auch Weihnachten im Wald verbringt. Es ist feierlich, in Ruhe und Stille die mitgebrachten Gaben auszubreiten. Die Kinder haben Vogelfutter vorbereitet, welches wir an die Äste hängen und natürlich auch welches für die gefiederten Naschkatzen, die gerne vom Waldboden picken. Nüsse für das Eichhörnchen, Heu für die Rehe, Äpfel für die Amseln, die Rotkehlchen und die Hasen. Der Grosse hätte gerne noch Speck und Wurst für den Fuchs und Käse für die Krähe mitgebracht… Ein Weihnachtsbuffet, sozusagen. Nun gut, in diesem Jahr werden sich die zwei mit dem begnügen müssen, was wir hergerichtet haben.
Wenn alles bereit ist, rufen wir die Tiere: Kommt, ihr Hasen, Rehe und Vögel, komm Fuchs und Eichhörnchen. Wir lauschen in die Stille. War da nicht ein Rascheln? Ein Knacken? 

Wir stimmen Weihnachtslieder an und es ist feierlich, an diesem bescheidenen Ort, der so vollkommen ist, zu singen.

Dann essen wir selber ein Plätzchen, verspeisen es mit roten Wangen, trinken einen Schluck Tee, und sehr zufrieden machen wir uns dann wieder auf den Heimweg. Es dunkelt schon, und als wir aus dem Wald kommen sehen wir die Lichter der Stadt. Von der Waldluft erfrischt und geerdet kommen wir nach Hause. “Das war die beste Waldweihnacht”, meint der Grosse. Ja, das war Weihnachten.

Übrigens: Wenn kein Wald weit und breit bei euch in der Nähe ist, kann man auch im Park oder im Garten ein kleines Weihnachtsfest abhalten. Es sind die Natur, die frische Luft, der Wind, das geheimnisvolle Eindunklen und das gemeinsame Erleben, die so massgeblich zu dieser feierlichen Stimmung beitragen. Und im Garten dürfen die Kinder sogar den Strauch oder die Tanne mit Kerzen schmücken und diese entzünden. Das ist das Allerschönste überhaupt. 

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich in meine weihnachtliche Blogpause.

Von Herzen wünsche ich euch und euren Liebsten warme, lichterfüllte, glückliche und gemütliche Weihnachtstage. Dass die Augen und die Herzen leuchten.
Alles Liebe und bis bald.
Sandra

Mehr zum Waldbesuch in der Vorweihnachtszeit gibt es hier.

Verlinkt mit freutag / naturkinder
Danke.

BÜCHER SIND LEBENSMITTEL – DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE

Still, still, still,
weil’s Kindlein schlafen will.
Die Englein tun schön jubilieren,
bei dem Kripplein musizieren.
Still, still, still,
weil’s Kindlein schlafen will.
(Wiegenlied aus dem Salzkammergut)

Wir haben die Weihnachtsbücher vorgekramt. Auch dies gehört, nebst Kekse knuspern und die Kerzen des Adventskranzes zu entzünden, zu den Dingen, die die Adventszeit ausmachen. Wir gehören ja praktisch ganzjährig zu den “Bilderbuchfamilien” (haha), dennoch finde ich, dass das gemeinsame Lesen in der Adventszeit noch inniger und gemütlicher ist als sonst im Jahr.
Beim Durchblättern der wiederentdeckten Bücher ist mir einerseits aufgefallen, wie viele tolle Weihnachtsbücher sich über die Jahre in meiner Kinderbibliothek angesammelt haben, und anderseits, wie wenige davon tatsächlich DIE Weihnachtsgeschichte erzählen. Es gibt so viele wunderbare Bücher über Weihnachten mit den Waldtieren, Weihnachtsvorbereitungen bei den Hexen, Erzählungen von Trollen, die Weihnachtszauber vollbringen oder darüber, wie Menschen zusammen kommen um zu feiern. Aber Geschichten, die über die Reise von Maria und Josef und die Geburt Jesu erzählen, und deren Bildsprache ich kindgerecht und ansprechend finde, sind eigentlich ganz schön rar. 

Ich glaube, ich mochte die lustigen Geschichten bisher immer lieber und hatte mein Augenmerk tatsächlich nicht auf der Weihnachtsgeschichte. Dafür spüre ich bei meinen Kindern das Bedürfnis nach eben dieser ganz klar. Gespannt und fasziniert hören sie den Erzählungen der Reise von Nazareth nach Betlehem zu, sie bangen und sie sind voller Glück, als das Kindlein im Stall geboren wird und die Engel es der Welt verkünden.

Ein Kind wird geboren und die Welt ist voller Freude. Was könnte einem Kind näher sein als dieser Segen?

Die Geschichte ist Ursprung des Festes und gehört zu den Feierlichkeiten oder in die Vorbereitungen einfach dazu, finde ich. Hier sind die Weihnachtsgeschichten, die ich gerne mag. 

“Die Weihnachtsgeschichte”* von Eleonore Schmid

Die Weihnachtsgeschichte nach dem originalen Bibeltext aus Lukas 2, Vers 1 – 20, in der Übersetzung von Martin Luther.
Lange habe ich das Buch den Kindern vorenthalten, weil ich dachte, dass der Bibeltext zu schwierig sei für sie. Ich erzähle meinen Kindern oft auf Schweizerdeutsch, so findet automatisch nicht nur eine sprachliche, sondern auch eine inhaltliche Übersetzung statt und meine Interpretation schwingt mit. Ich glaube aber auch, dass die Kinder das Vorgelesene verstehen, weil sie die Gabe haben, das Grosse Ganze zu spüren und so die Geschichte in ihrem Herzen zu fühlen.
Die Geschichte wird von wunderschönen und sehr eindrücklichen Bilder von Eleonore Schmid unterstrichen.

“Die Geschichte vom Weihnachtsglöckchen”* von Rolf Kreuzer und Maja Dusíková

Ein kleines Mädchen aus Betlehem findet ein silbernes Glöckchen. Als in einem nahen Stall ein Kind geboren wird, und die Engel das himmlische Ereignis überall verkünden, weiss es, wofür es das Glöckchen gefunden hat. Es schenkt es dem Kind. Seit diesem Tag klingelt immer in der Weihnachtszeit das feine Glöckchen, um an das wunderbare Geschehen zu erinnern.
Die Geschichte vom Glöckchen umrahmt die Weihnachtsgeschichte mit stimmungsvollen Bildern und schlägt einen Bogen bis in unsere Zeit. Sogar bis hinein in unsere Stuben.

“Weihnachten im Stall”* von Astrid Lindgren und Harald Wiberg

Eine Mutter erzählt ihrem Kind wie es war, vor langer Zeit, als eine Frau und ein Mann in der Dunkelheit Unterschlupf in einem Stall fanden. Mitten in der Nacht bekam die Frau dort ihr Kind. Alle Sterne leuchteten am Himmel, der hellste und grösste aber strahlte über dem Stall, in dem das neugeborene Kind in der Krippe lag.
Es ist wenig Text, der die eher dunkel gehaltenen Bilder beschreibt. Es wird weder von Maria und Josef gesprochen, noch kommt ein Esel in der Geschichte vor. Keine Suche nach einer Herberge und auch keine Engel. Ganz wunderbar still, ganz einfach und stimmig beschreibt Astrid Lindgren ihre Weihnachtsgeschichte. Ich glaube, dass ich sie gerade deshalb so gerne mag.

“Marias kleiner Esel, eine Weihnachtslegende”* von Gunhild Sehlin

Kein Bilberbuch, aber ein wunderschönes Taschen-Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Esel ist faul, struppig und bockig. Doch nur eine erkennt, dass er der prächtigste Kerl ist, den man sich vorstellen kann: Maria.
Und der kleine Esel, der dankt es ihr – mehr als einmal. Ohne ihn wären Maria und Josef nämlich wohl kaum heil bis nach Bethlehem gekommen. Und nicht nur das…
Die Reise nach Betlehem mit all den Wundern und der grossen Zuversicht ist so liebevoll beschrieben, dass die Geschichte sehr gut ohne detaillierte Bilder auskommt. Die Kinder lieben den kleinen Esel, der doch so schlau und flink und zauberhaft durch diese Erzählung führt. Die Geschichte kann nicht an einem Tag erzählt werden. Sie ist perfekt, um in der Adventszeit oder über die Weihnachtstage immer wieder zusammen zu sitzen und ein Stück der Geschichte zu hören.

Es ist unglaublich, wie viele Bilderbücher über Weihnachten in der Bücherei hier ums Eck aufliegen. Aber in den wenigsten ist die Weihnachtsgeschichte beschrieben oder aber ich fand die Bilder irgendwie mau. Habt ihr ein Lieblingsbuch mit der Weihnachtsgeschichte? Und welches ist das? Ich bin sehr gespannt und immer offen für neue Buchempfehlungen.

Auf ein schönes, inniges 3. Adventswochenende. Mit den liebsten Grüssen aus dem schon wieder eindunkelnden Wien… 
Sandra

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STERNTALER (DIY)

Am Adventsbazar der Waldorfschule wird aus einem Schulzimmer jedes Jahr ein Sternenzimmer. Dort werden in aller Ruhe und in stimmungsvoller Atmosphäre Sterne gefaltet. Die letzten Jahre habe ich immer nur einen schnellen Blick geworfen und bin dann mit meinen kleinen Kinder weiter auf den Weg. Ruhe war ja eher nicht so… Dieses Jahr aber wollte der Grosse da unbedingt hin. Und als wir in das Sternenzimmer eintraten, war es, als hätte sich der Himmel aufgetan und als würde gleich das kleine Mädchen der Sterntaler aus dem Nichts kommen und die Sterne in seinem Hemdchen auffangen.

Wunderschön leuchteten die filigranen Papiersterne von den Fenstern, und so friedlich war die Stimmung in diesem Raum, dass der Grosse beschloss, sich einen Stern zu falten. Ich war erst ein bisschen unsicher. Schwierig… sieht kompliziert aus… hach, mit dem dünnen Papier… das dauert bestimmt voll lange. Eigentlich wollte ich es ihm so ein bisschen ausreden. Das wäre wirklich sehr schade und auch ein bisschen blöd gewesen, denn er war sehr entschieden. Er suchte sich Papier und eine einfache Sternenvorlage aus, und eine falterfahrene, geduldige Schülerin half ihm Schritt für Schritt, Falt für Falt. Und so entstand sein (unser) erster Faltstern. Mit Begeisterung, Freude, und auch ein bisschen verzaubert hielt er seinen Stern an das Fenster und liess ihn staunend leuchten.

In der Zwischenzeit bin ICH dem Sternenfieber verfallen. Wieder ist es für mich das Einfache, Ursprüngliche, was mich berührt und was ich so ganz wunderschön finde, eben gerade in einer Zeit mit viel Blingbling. Ich habe nach unkomplizierten Faltanleitungen gesucht, für die Kinder, aber auch für mich. Denn, ehrlich gesagt, meditativ und stimmig ist ja das Falten nur dann, wenn die Projekte dem Können entsprechen und so simpel erklärt werden, dass man einfach folgen kann (ohne zwischenzeitlich durchzudrehen). Falls ihr also zu den Superfaltern gehört, wird euch mein Tutorial noch nicht mal ein müdes Lächeln entzaubern können. Für alle anderen habe ich drei GANZ einfache Anleitungen gefunden, für die es pro Sternzacke nur 3-4 Faltungen braucht. Die Anweisungen möchte ich gerne mit euch teilen. Weil es grossartig ist, “nur” aus Papier, Zeit, ein bisschen Geduld und Freude wunderschöne Weihnachtsstimmung zu zaubern.

Ihr braucht:
– Papier (Ich habe quadratisches Transparentpapier 15cm x 15cm benutzt, das ich im Bastelladen gefunden haben. Ihr bekommt es aber auch hier
– eine Schere oder ein Messer, um einige der Faltpapiere zu teilen
– einen Klebestift 
→ und unbedingt genügend Licht
Wenn ihr mit Kindern faltet, ist es hilfreich, neben ihnen zu sitzen. Zu Beginn faltet ihr mit ihnen zusammen, Schritt für Schritt, jedoch jeder seine eigene Sternenzacke. Wichtig ist, dass die Kinder mit ihren Fingernagelbettchen die Faltkanten ganz gut glätten, denn dann gelingt das Weiterfalten viel einfacher. Wir erzählen beim Falten gerne Geschichten (statt Erklärungen): Die Papierspitze von unten besucht die obere Spitze… in der Mitte treffen sich die zwei Seiten und kuscheln sich ganz nah zueinander, wir falten ein Hausdach u.s.w.

Der erste Stern ist der einfache Segelstern:
Ihr braucht dazu 8 quadratische Faltpapiere.
1. Faltet euer Papier in der Mitte zu einem Dreieck
2. Öffnet das Dreieck wieder
3. Faltet die oberen Seiten nun auf die mittlere Faltlinie zu einem “Segel”
4. wenn ihr alle acht Zacken gefaltet habt, klebt ihr sie mit einem Klebestift zusammen. Achtet darauf, dass die unteren Spitzen aufeinander liegen und dass immer die kurze Seite des oberen Zackens auf die Mittellinie des unteren Zackens zu liegen kommt.
→Kommt ihr zum Befestigen der letzten Zacke, wird sie sowohl auf der vorherigen Sternenzacke aufgeklebt, wie auch unter die erste Zacke. Ihr könnt die erste Papierzacke einfach hochheben und dann festkleben. Dieser Schritt wiederholt sich bei jedem Stern, den ihr euch faltet.
Der zweite Stern ist unser Weihnachtsstern:
Für diesen Stern halbiert ihr 4 eurer quadratischen Papiere längs. Ihr könnt diese mit der Schere oder auch mit einem Messer schneiden. Ihr braucht 8 Hälften.
1. Faltet das Papier längs in die Mitte
2. öffnet das Gefaltete wieder.
3. Faltet nun die oberen, kurzen Seiten auf die Mittellinie (Hausdach), die unteren, kurzen Seiten ebenfalls (umgekehrtes Hausdach).
4. das obere “Hausdach” wird nun nochmals auf die Mittellinie gefaltet.
5. Wenn ihr alle Zacken gefaltet habt, dann klebt ihr diese mit dem Klebestift zusammen. Gebt auch wieder die Spitzen zusammen und jeweils die “Giebel des unteren Hausdaches” auf die Mittellinie der unteren Sternenspitze.
Und der Schneestern:
Ihr benötigt 8 quadratische Faltblätter
1. Faltet das Papier zu einem Dreieck
2. Öffnet das Dreieck wieder und faltet es über die andere Seite ebenfalls nochmals zu einem Dreieck
3. Wenn ihr nun das Papier wieder aufgefaltet vor euch liegen habt, ist ein Kreuz zu sehen.
4. Die äusseren beiden Ecken treffen sich in der Mitte
5. Die “Giebel des oberen Hausdaches” werden auf die Mittellinie gelegt
6. Klebt nun all eure Zacken zu einem Stern zusammen. Wieder treffen alle Spitzen aufeinander, wieder liegt der “Giebel des unteren Daches” auf der Mittellinie des unten liegenden Sternenzackens.

Ihr könnt eure Faltblätter auch vierteln, um kleinere Sterne zu falten und eine Vielfalt zu bekommen. Ich habe meine Sterne aus weissem Papier gefaltet, weil ich diese wunderschön finde. Meine Kinder jedoch sind eher auf bunt, und so haben sie hellgrün, blau, violett und pinke Sterne an ihr Fenster geklebt. Und wenn die Sonne reinleuchtet ist es, als wäre man in einem Kaleidoskop zu Hause… 

Zu guter Letzt hier noch eines meiner Lieblingsmärchen der Gebrüder Grimm für euch. Um vor dem Falten zu lesen, während dem Falten zu erzählen und um nach dem Falten nochmals zu hören… Viel Freude.

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.
Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: “Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.” Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: “Gott segne dir’s” und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: “Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.” Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: “Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben,” und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.
Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.   

danke

24 TAGE VOLLER LICHT – DER UMGEKEHRTE ADVENTSKALENDER


Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne dass ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.
Siddhartha Gautama Buddha
Noch 24 Tage bis Weihnachten… Und bestimmt haben sich viele von euch Gedanken darüber gemacht, wie ihr den Kindern das Warten und das sich Sehnen bis zum Weihnachtsfest versüssen könnt. Denn die 24 Tage würden einfach viel zu lange dauern und das Warten einem wahnsinnig machen, würde man nicht jeden Tag ein Türchen öffnen dürfen, eine Geschichte hören, eine Kerze anzünden, ein kleines Päckchen auspacken oder nach und nach das Adventsgärtlein aufbauen. 
Der Adventskalender ist aber auch eine ganz zauberhafte Erfindung, die Kinder auf das grosse Fest vorzubereiten und die Vorfreude zu nähren. Meine Kinder stehen in der Adventszeit jedenfalls leichter und viel lieber auf als an den Morgen der restlichen 11 Monate… Tja.
Vor ein paar Tagen bin ich auf das Projekt des umgekehrten Adventskalenders von Streetlife Wien gestossen und beschloss, dass wir dieses Jahr mitmachen bei der Aktion. Ein tolles Projekt, wie ich finde, bei dem man jeden Tag etwas verschenkt, statt was zu bekommen. Die Idee ist: Ab dem 1. Dezember jeden Tag ein neues, haltbares Produkt in eine Kiste zu packen und an Weihnachten zu einer Sachspenden-Annahmestelle zu bringen. Wir haben uns entschieden, dass unser gefüllte Adventskalender zur Caritas gebracht wird. Hier findet man die Listen, was in welchem Haus an aktuellen Sachspenden am dringendsten benötigt wird. Denn, nicht alle Mamas und Papas machen sich Gedanken über stimmige Weihnachtsvorbereitungen ihrer Kinder. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht dazu kommen. Weil die Kraft fehlt, die Musse, die Mittel. Weil die Sorgen gross sind, Ängste und Trauer sie erdrücken, weil Not herrscht und weil sich manche fragen, wie sie den nächsten Tag überstehen.
Es ist richtig, sich die Adventszeit schön zu gestalten. Es ist wichtig, sich auf Weihnachten freuen zu dürfen, auf ein Fest, welches man in Gemeinschaft verbringt, sich nah ist, es sich fein macht.
Vorbereitungen sind gut und sinnvoll und pflegen die Seele der Kinder, wenn wir ganz einfach, aber voller Liebe, jeden Tag etwas Kleines für sie bereit haben. Das ist auch gar nicht materiell gemeint. Eine Geschichte, ein Lied, währenddem man gemeinsam die Kerze anzündet, können Momente des grossen Glücks sein. 
Aber es ist einfach schön, wenn dabei die anderen nicht vergessen werden. Die Kinder eben, deren Eltern jetzt grad nicht können.
Meine Lütten mögen ja immer nicht mitgehen zum Einkaufen. Grosses Gemaule und Zeitlupentempo, wenn wir los wollen. Aber diesmal waren sie voller Freude und haben mit viel Herzblut eingekauft. Der Grosse meinte: “Ich weiss eben am Besten, was Kinder so brauchen.” Und das stimmt ja so sehr.
Ab Freitag dürfen die Kinder jeden Tag eines der ausgewählten Produkte in die vorbereitete Geschenkeschachtel legen. Sie freuen sich jetzt schon aufs Herrichten der Kiste. Wenn sie gefüllt ist, vor Weihnachten, überbringen wir unser Paket der Caritas und hoffen fest darauf, dass wir so etwas Licht und Wärme überbringen dürfen.
 
Ha, ha, ich höre die Kritiker denken: “Das bringt doch nüscht. Eine Kiste reicht doch niemals.” Stimmt, da habt ihr vollkommen recht. Es braucht ne ganze Menge Kisten. Mitmachen ist pipileicht! Hier findet ihr alle Listen der aktuellen Sachspenden der Caritas.
Weil es einfach noch viel schöner ist, mit der Familie und den liebsten Freunden Weihnachten zu feiern, wenn man weiss, dass es andere auch gut haben.
Viel Licht und Liebe, euch und euren Liebsten.
Sandra
Vielleicht mögt ihr diesen Post teilen. Ich würde mich sehr freuen.

Der umgekehrte Adventskalender gibt es übrigens auch in Deutschland. Hier findet ihr Infos dazu.

Übrigens: Ja, auch meine Kinder haben Adventskalender. Abwechselnd dürfen sie ein kleines Päckchen öffnen und/oder ein Schnürchen am Holzkalender ziehen, bei dem ein Tier in die Schneelandschaft huscht. Am 24. Dezember wird dann der Weihnachtsbaum zum Vorschein kommen. Der Holzkalender ist meine Diplomarbeit, die ich als Kindergärtnerin im Werkunterricht geschaffen habe. Adelheid Schait hat den genialen “Bauplan” gefertigt, und zusammen mit meinem Vater habe ich Wochenende um Wochenende gesägt, geschliffen, getüftelt und gemalt. 

Den Adventskalender hängen wir jeden Dezember in unsere Stube. Seit gefühlten hundert Jahren. Und noch immer finde ich ihn wunderschön.

HERZEN FÜLLEN – GEDANKEN ZUR VORWEIHNACHTSZEIT

 

Kekse knuspern, Kerzen anzünden, Geschichten erzählen und ab und zu was werkeln. 
Mehr braucht kein Mensch.

Mein Herz ist Beschützer wunderschöner Erinnerungen. In gewissen Zeiten halte ich mich an diese, weil sie mir helfen, zu erspüren, was wirklich zählt. Gedanken an warme, stimmungsvolle Adventstage meiner Kindheit, zum Beispiel. Wie einfach es war, voller Glück und Aufregung zu sein, aufgehoben in einem Zauber, der damals aus wenig bestand und doch jede Zelle meines Ichs berührte.

Ich erinnere  mich, wie ich ganz früh an einem Weihnachtsmorgen neben dem Christbaum am grossen Fenster stand, in die Schneelandschaft blickte, und wie ich tief in meinem Innern fühlte, dass es wohl nichts Schöneres auf der Welt geben kann wie dieser Schnee, dieser geschmückte Baum und ich in dieser Stille.

Viele Jahre später wünsche ich mir diese Empfindungen immer wieder zurück. In einer Zeit, in der alles anders ist (mal abgesehen davon, dass hier seit Jahren kein Schnee mehr liegt an Weihnachten….), mein Herz jedoch immer noch meinen Puls bestimmt.

Seit Jahren nehme ich mir jeden November vor, noch langsamer zu werden,  noch viel weniger im Aussen, stattdessen mehr im Innern zu weilen.
Und trotz guter Vorbereitung und einer Alltagsgestaltung in SloMo meinerseits, ist es doch eine ganz schöne Herausforderung, den Rhythmus der Welt mit meinen Bedürfnissen zu verbinden und die Zeit meiner Kinder mit dem Notwendigen zu füllen, nämlich: gemeinsame Zeit, eine Stimmung des Wohlbefindens, der Wärme und sonst nichts.
Klingt einfach, aber eben.
Als Kindergärtnerin habe ich die Tage im Dezember ganz, ganz einfach gehalten, weil mir bewusst war, welchem Stress und Überfluss manche Kinder ausgesetzt waren. Schon der Gang in den Supermarkt, wo bereits ab September Tausende Schokokläuse stramm stehen, ist ja eigentlich eine Herausforderung, die man den Kindern gerne ersparen würde. Wenn ich also meine Vorbereitungen dann so vor mir liegen sah, kam schon dann und wann das Gefühl auf, dass doch alles sehr Minimalistisch daher kam. Doch spätestens am ersten Dezember, wenn die Kinder das erste “Türchen” ihrer Adventskalender geöffnet hatten, Pferdehaargummi, Feuerwehrpflaster, das Schokoherz und das Bild mit der brennenden Kerze bestaunt hatten und sich schon auf die Geschenke vom nächsten Tag freuten, wusste ich: “Meine Planung ist genau richtig.”
Und ich wusste es allerspätestens am 7. Dezember, wenn der Kindergarten-Samichlaus (Nikolaus aus der Schweiz) mit seinen Geschichten aus dem Wald wieder gemütlich in sein Häuschen zurückgekehrt war (der Glückspilz!!!) und die Kinder in einem Eldorado aus Erdnüssen, Schokolade, Lebkuchen und kleinen Spielzeugen versanken, weil…
– auch der Nikolaus zu Hause die DVD von Rudolf das Rentier gebracht hatte…
– Oma einen Nikolausgruss per Post schickte…
– die Nachbarin von oben ein paar Leckereien, ein Bilderbuch und eine CD mit leider total prekär arrangierten Weihnachtsliedern im Namen von Nikolo an die Türklinke hängte…
– die Nachbarin von unten ein synthetisches Plüschrentier vorbeibrachte…
Allerallerspätestens ab dann war sichtbar, in was für einen Irrsinn manche Kinder katapultiert werden. 

Natürlich ging es weiter mit Basarbesuchen am Wochenende, Adventskaffee-Einladungen hier, vorweihnachtliches Kekse backen mit Kindern dort, gemeinsames Singen für die Weihnachtsstimmung in der Nachbarschaft, Besuch des Weihnachtspuppentheaters in der Stadt. Alles gut gemeint. Alles stimmungsvoll inszeniert. Alles untermalt mit Musik. Und Duft. Und Licht. Und Glitzer.
Ein Kind ist immer ein Kind. Mit allen Sinnen aufnehmend, Eindrücke sammelnd, Stimmungen empfindend, voller Neugierde. Alle Fühler sind ausgestreckt, bereit Neues zu erfahren. Das ist wunderschön und soll bitte unbedingt genährt werden. Aber man darf nicht vergessen, dass alles sinnlich Erfahrene Zeit und Ruhe braucht, um sich zu setzen, um geordnet und verarbeitet zu werden um dann internalisiert werden zu können. 
Sinnesüberforderung, diese aufgedrückte “Weihnachtsstimmung”, die doch so weit entfernt von der Stimmung ist, mit der ein kindliches Gemüt umgeben werden sollte, nährt jedoch die Seele niemals. Und auch nicht der Überfluss und die Masslosigkeit, die eine grosse Leere inmitten dieser Fülle hinterlässt.
Es ist eine grosse Aufgabe und braucht ein bisschen Mut, finde ich, das Draußen manchmal einfach draussen zu lassen und sein eigenes Ding zu machen. 
Liebevoll einen Schutzraum für die Familie zu gestalten, im Wissen, dass es lebensnotwendig ist, zur Ruhe kommen zu dürfen, weil es nur mit Musse möglich ist, hin zu spüren, zu fühlen, zu schauen, zu staunen, auszuprobieren, einfach nichts zu tun. Die Seele in Friede und Beschaulichkeit nähren. Vögel füttern, kuscheln, in den Wald gehen, singen, heimlich Keksteig naschen, einander Geschichten erzählen, zusammen sein, malen und werkeln, lümmeln und spielen. Zurück zu dem, was wirklich zählt. Zurück gehen von der leeren Fülle zu gefüllten Herzen.

Manchmal, wenn es mir schwer fällt, hilft es, mich zurück zu spüren, an früher. Zurück an den Weihnachtsmorgen, neben dem Christbaum am grossen Fenster. Wie ich in die Schneelandschaft blicke. Der Schnee, die geschmückte Tanne und ich in dieser Stille und dem grossen Glück.

Eine friedvolle, lebendige, glückliche und innige Adventszeit, euch allen.
Alles Liebe, Sandra

FEUERANZÜNDER ZU WEIHNACHTEN (DIY)

Auf dem Nachhauseweg von der Kita fragt die Kleine: “Mama, wo sind meine Bokal?” Bokal? Ich verstehe kein Wort und frage: “Was suchst du?” Sie, ein bisschen ungeduldig: “Meine Bokal.” Ich tu so, als ob ich überlegen würde, schaue nach links und nach rechts, aber in Wahrheit habe ich keine Ahnung, was Bokal sind… Bokal, Bokal… Dann zieht sie aus ihrer Jackentasche zwei kleine Tannenzapfen und sagt freudig. “Hier, schau, so schöne Bokal!” Ach so… DIE (eigentlich Pockerln, Föhrenzapfen).  Österreichisch für Dummies Mamis…

Der Novemberwind war stürmisch. Er hat Äste von den Bäumen gerissen, den Garten mit Laub zugedeckt und uns mit vielen Föhrenzapfen/Pockerln beschenkt. In einem grossen Korb haben wir diese gesammelt und getrocknet, damit gespielt, gebastelt und unseren Jahreszeitentisch geschmückt. Es sind heuer so viele, dass uns einige von ihnen als hübsche Feueranzünder dienen werden. Eingegossen in Sojawachs und mit einem Kerzendocht versehen, sind sie wunderschöne Anzünder für das Kamin- oder das Lagerfeuer im Garten.

Sie sind einfach gemacht, und wie immer ist es eine Arbeit, bei der Kinder viel mithelfen können. Bei der Herstellung und dann natürlich beim Entfachen des Feuers

Um eure eigenen Feueranzünder herzustellen braucht ihr: 

– gut getrocknete Föhrenzapfen
– kleine Kuchenformen oder Giessformen, in denen die Zapfen Platz haben
– Kerzendocht
– (Bio-) Sojawachs
– Zeitungspapier als Arbeitsunterlage
– einen Topf mit Wasser
– Einen feuerfesten Topf/Krug in dem ihr das Sojawachs schmelzt
– etwas Olivenöl
– einen Backpinsel
– ein altes Tuch (einfach so, für den Fall…)
– eine Schere

Und so wird’s gemacht:

Schmelzt das Sojawachs nach Anleitung des Herstellers.
(Füllt einen Krug oder einen Topf mit den Sojawachsflocken und stellt diesen dann in einen zweiten Topf mit Wasser auf den Herd. Erwärmt das Wasser, sodass das Wachs langsam schmelzen kann. Das Wasser soll bitte nicht kochen. Es brauch einen Moment, bis das ganze Wachs geschmolzen ist. Die Kinder beobachten gerne, wie das Wachs schmilzt. Bitte beaufsichtigt die Kinder dabei immer, denn das Wasserbad wird doch sehr heiss.)
 
In der Zwischenzeit bereitet ihr euren Arbeitsplatz vor. Deckt eine hitzebeständige Oberfläche mit reichlich Zeitungspapier ab und lasst eure Kinder schöne Zapfen aussuchen, die gut in die Formen passen und drinnen stehen können. 

Dann bepinselt ihr die Formen mit Hilfe des Backpinseln sparsam mit Olivenöl. Auch dabei können die Kinder sehr gut mithelfen. 

Schneidet die Kerzendochten 3cm länger zu als die Höhe der Formen und gebt in jede Form einen Docht.
  
Dann giesst ihr das flüssige Wachs vorsichtig in die Formen. Lasst zum Rand einen kleinen Abstand, sodass das Wachs nicht über die From schwappt, wenn ihr die Zapfen hinein setzt. 

Wichtig: Das flüssige Wachs ist sehr heiss und nichts für Kinder!!!
Sobald das Wachs ein bisschen erkaltet ist (bevor das Wachs undurchsichtig wird!) könnt ihr die Tannenzapfen in die Formen stellen. Mit eurer Unterstützung können die Kinder dabei gut mithelfen.

Lasst das Wachs in den Formen ganz aushärten. Das braucht ein bisschen Geduld, aber es lohnt sich, zu warten…
Wenn ihr die Formen ein bisschen biegt, könnt ihr das Wachs nun sehr leicht daraus lösen. 

Fasziniert und voller Freude haben wir ganz viele Feueranzünder hergestellt und waren angetan von den vielen kleinen Tannenbäumchen im Winterwald, die aussehen wie Weihnachtspatisserie aus dem Märchenland. So haben wir nun für dieses Weihnachtsfest reichlich Wärme und Gemütlichkeit zu verschenken und freuen uns jetzt schon, unsere Familie und all unsere lieben Freunde damit zu überraschen.
Euch wünsche ich von Herzen eine freuderfüllte, innige Zeit.
Alles Liebe, Sandra
Die Idee zu diesen Tannenzapfen-Feueranzündern habe ich im wunderschönen Buch “Natürlich selbstgemacht” von Nicola Gouldsmith und Jacqueline Mann gefunden. Ein tolles Buch voller Inspirationen!

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Vielen Dank

Wünschereien

Ich habe sie als Kind geliebt, diese Kataloge in der Vorweihnachtszeit. Voller Spielsachen, voller Sehnsüchte. Ich konnte stundenlang darin blättern, abwägen, aussuchen. Und wenn meine Eltern auch sagten, dass in diesen Prospekten eigentlich nur Mist drinnen sei, es war mir egal, denn ich fand es einfach nur traumhaft. 
Klar, da ist hauptsächlich Schrott drin. Und trotzdem; meine Kinder stöbern die Hefte durch, diskutieren, wägen ab, was sie ausschnippeln, besprechen, zu wem was passen würde, wer sich was wünschen könnte, kleben all die wichtigen Schnipsel fein säuberlich auf und beschriften, für wen dann was ist. Sie verbünden sich, freuen sich; und sie träumen…
Mal abgesehen vom Schrott klingt das alles doch einfach grossartig! 
Na dann; her mit den ollen Magazinen!