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MIT BÜCHERN DURCH DAS JAHR // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL


Ich finde es grossartig, in einem Land zu leben, in dem wir die vier Jahreszeiten so ausgeprägt erleben dürfen. Ich liebe jede einzelne und habe die Vielfalt und ihren Zauber jeweils vermisst, wenn ich auf Reisen war (Nikolaus am Strand ist schön… aber Nikolaus im verschneiten Wald ist einfach nicht zu übertreffen!). 

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NESTER UND KINDER // NILS-UDO // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL

Wenn man gelegentlich umzieht, weiss man, dass es wichtig und richtig ist, sich von Dingen zu verabschieden. So haben wir bei unserem letzten Umzug auch einige Bücherkisten gepackt und diese weitergegeben. Schon auch bisschen schweren Herzens, denn Bücher sind Welten. Aber, trägt man die wirklich guten Geschichten in sich, braucht es meist kein Buch mehr dazu. Weiterlesen“NESTER UND KINDER // NILS-UDO // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL”

STEINSUPPE / BÜCHER SIND LEBENSMITTEL

Wo Menschen sich begegnen, wird geredet und ausgetauscht. Wo Menschen sich begegnen und gemeinsam Feuer machen, wird gleich gewerkelt, ausprobiert, in die Glut gepustet, den Flammen zugesehen, gefachsimpelt und sich aufgewärmt. Wo Menschen sich um ein Feuer begegnen und Geschichten hören, entsteht eine Gemeinschaft. Weil alle einer Stimme lauschen, weil man sich von den Worten wegtragen lässt, in eine andere Welt. Weil zusammen gestaunt, gebangt und gelacht wird.

Wenn nach einer Geschichte gemeinsam vom Feuer in einem grossen Topf gekocht und zusammen gegessen wird, entsteht Wärme im Bauch und überall, Glück und Freude und vielleicht ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt, für immer.
Es ist Nacht.
Es herrscht Winter.
Ein alter Wolf nähert sich dem Dorf der Tiere.

So beginnt die Geschichte der Steinsuppe*,  aus dem gleichnamigen Bilderbuch von Anais Vaugelade (Moritz Verlag). 

Der Wolf ist hungrig. Er trägt einen Sack mit einem schweren Stein auf seinem Rücken. Er klopft bei der Henne, denn er will auf ihrem Feuer eine Steinsuppe kochen. Die Henne erschrickt, öffnet aber die Türe, weil sie neugierig ist und weiss, dass der Wolf nur noch einen Zahn hat. Steinsuppe. Wasser und Stein in den Topf und dann übers Feuer. Die Henne ist skeptisch und fragt: “Ist das alles? Also ich tu ja in meine Suppen immer ein bisschen Sellerie.” Und der Wolf meint: “Das kann man, das gibt einen gewissen Geschmack.” 
Und so kochen die zwei, bis weitere Tiere an die Türe klopfen und eines nach dem anderen noch was dazugibt in die Suppe, für den gewissen Geschmack. Schlussendlich sitzen alle, essen, reden, bis der Wolf den Stein aus der Suppe nimmt “ah, noch nicht ganz durch” und diesen wieder in seinen Sack packt. Für das nächste Abendessen.
Eine zauberhafte Geschichte über das Zusammenkommen, das Teilen und gemeinsame Essen, das Überwinden von Ängsten und Verwerfen von Vorurteilen, die Lust, was Gemeinsames zu schaffen und die Bereitschaft, Zeit miteinander zu verbringen. Sie war für mich der Anlass, eine Steinsuppe vom Feuer in unserem Garten zu kochen. Zusammen mit Nachbarn und Freunden. Und alle sind gekommen und haben von Herzen mitgetan. 
Zuerst habe ich den Kindern und grossen Menschen die Geschichte vorgelesen, dann haben wir gemeinsam gekocht. Wir hatten Feuer, einen grossen Topf mit Wasser, einen Stein von den Alpen und jeder hat etwas geschnippeltes Gemüse mitgebracht. Für den Geschmack. 
Und nach einer Stunde wurde eine Suppe gegessen, die war so fein und herzhaft und reich, dass wir heute noch davon träumen. Bis es dunkel wurde standen wir ums Feuer, redeten, tranken, assen. Die Kinder spielten, lachten, warfen ab und zu wieder ein Stock ins Feuer. 

Manchmal reicht ein Feuer, ein Topf, ein paar Karotten und eine Geschichte, damit Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas Schönes erleben. 

Übrigens: Der Stein aus unserer Suppe war noch nicht ganz durch. Was für ein Glück, so können wir noch einmal Steinsuppe damit kochen.

Bitte nachmachen, teilen und weitererzählen, denn gute Dinge machen das Leben noch viel feiner.
Alles Liebe 
Sandra

In unserem Topf sind übrigens Zwiebeln, Sellerie, Broccoli, Süsskartoffeln, Karotten, Zucchini, Rosmarin, ein Lorbeerblatt, Fenchel, rote Rüben und Kürbis zusammengekommen. Ich sags euch; das alles und noch eine Prise Feuer… so, so LEIWAND. 

Ein anderes Bilderbuch der Steinsuppe “Stone Soup” von Jon j. Muth ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Die Geschichte ist die selbe. Drei Mönche kommen in ein chinesisches Dorf, in dem niemand miteinander spricht. Dann kochen sie Steinsuppe, den Rest könnt ihr euch denken. Ein traumhaft illustriertes Bilderbuch. Gibt es hier*.

Verlinkt mit naturkinder
Danke.

     

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BÜCHER SIND LEBENSMITTEL – DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE

Still, still, still,
weil’s Kindlein schlafen will.
Die Englein tun schön jubilieren,
bei dem Kripplein musizieren.
Still, still, still,
weil’s Kindlein schlafen will.
(Wiegenlied aus dem Salzkammergut)

Wir haben die Weihnachtsbücher vorgekramt. Auch dies gehört, nebst Kekse knuspern und die Kerzen des Adventskranzes zu entzünden, zu den Dingen, die die Adventszeit ausmachen. Wir gehören ja praktisch ganzjährig zu den “Bilderbuchfamilien” (haha), dennoch finde ich, dass das gemeinsame Lesen in der Adventszeit noch inniger und gemütlicher ist als sonst im Jahr.
Beim Durchblättern der wiederentdeckten Bücher ist mir einerseits aufgefallen, wie viele tolle Weihnachtsbücher sich über die Jahre in meiner Kinderbibliothek angesammelt haben, und anderseits, wie wenige davon tatsächlich DIE Weihnachtsgeschichte erzählen. Es gibt so viele wunderbare Bücher über Weihnachten mit den Waldtieren, Weihnachtsvorbereitungen bei den Hexen, Erzählungen von Trollen, die Weihnachtszauber vollbringen oder darüber, wie Menschen zusammen kommen um zu feiern. Aber Geschichten, die über die Reise von Maria und Josef und die Geburt Jesu erzählen, und deren Bildsprache ich kindgerecht und ansprechend finde, sind eigentlich ganz schön rar. 

Ich glaube, ich mochte die lustigen Geschichten bisher immer lieber und hatte mein Augenmerk tatsächlich nicht auf der Weihnachtsgeschichte. Dafür spüre ich bei meinen Kindern das Bedürfnis nach eben dieser ganz klar. Gespannt und fasziniert hören sie den Erzählungen der Reise von Nazareth nach Betlehem zu, sie bangen und sie sind voller Glück, als das Kindlein im Stall geboren wird und die Engel es der Welt verkünden.

Ein Kind wird geboren und die Welt ist voller Freude. Was könnte einem Kind näher sein als dieser Segen?

Die Geschichte ist Ursprung des Festes und gehört zu den Feierlichkeiten oder in die Vorbereitungen einfach dazu, finde ich. Hier sind die Weihnachtsgeschichten, die ich gerne mag. 

“Die Weihnachtsgeschichte”* von Eleonore Schmid

Die Weihnachtsgeschichte nach dem originalen Bibeltext aus Lukas 2, Vers 1 – 20, in der Übersetzung von Martin Luther.
Lange habe ich das Buch den Kindern vorenthalten, weil ich dachte, dass der Bibeltext zu schwierig sei für sie. Ich erzähle meinen Kindern oft auf Schweizerdeutsch, so findet automatisch nicht nur eine sprachliche, sondern auch eine inhaltliche Übersetzung statt und meine Interpretation schwingt mit. Ich glaube aber auch, dass die Kinder das Vorgelesene verstehen, weil sie die Gabe haben, das Grosse Ganze zu spüren und so die Geschichte in ihrem Herzen zu fühlen.
Die Geschichte wird von wunderschönen und sehr eindrücklichen Bilder von Eleonore Schmid unterstrichen.

“Die Geschichte vom Weihnachtsglöckchen”* von Rolf Kreuzer und Maja Dusíková

Ein kleines Mädchen aus Betlehem findet ein silbernes Glöckchen. Als in einem nahen Stall ein Kind geboren wird, und die Engel das himmlische Ereignis überall verkünden, weiss es, wofür es das Glöckchen gefunden hat. Es schenkt es dem Kind. Seit diesem Tag klingelt immer in der Weihnachtszeit das feine Glöckchen, um an das wunderbare Geschehen zu erinnern.
Die Geschichte vom Glöckchen umrahmt die Weihnachtsgeschichte mit stimmungsvollen Bildern und schlägt einen Bogen bis in unsere Zeit. Sogar bis hinein in unsere Stuben.

“Weihnachten im Stall”* von Astrid Lindgren und Harald Wiberg

Eine Mutter erzählt ihrem Kind wie es war, vor langer Zeit, als eine Frau und ein Mann in der Dunkelheit Unterschlupf in einem Stall fanden. Mitten in der Nacht bekam die Frau dort ihr Kind. Alle Sterne leuchteten am Himmel, der hellste und grösste aber strahlte über dem Stall, in dem das neugeborene Kind in der Krippe lag.
Es ist wenig Text, der die eher dunkel gehaltenen Bilder beschreibt. Es wird weder von Maria und Josef gesprochen, noch kommt ein Esel in der Geschichte vor. Keine Suche nach einer Herberge und auch keine Engel. Ganz wunderbar still, ganz einfach und stimmig beschreibt Astrid Lindgren ihre Weihnachtsgeschichte. Ich glaube, dass ich sie gerade deshalb so gerne mag.

“Marias kleiner Esel, eine Weihnachtslegende”* von Gunhild Sehlin

Kein Bilberbuch, aber ein wunderschönes Taschen-Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Esel ist faul, struppig und bockig. Doch nur eine erkennt, dass er der prächtigste Kerl ist, den man sich vorstellen kann: Maria.
Und der kleine Esel, der dankt es ihr – mehr als einmal. Ohne ihn wären Maria und Josef nämlich wohl kaum heil bis nach Bethlehem gekommen. Und nicht nur das…
Die Reise nach Betlehem mit all den Wundern und der grossen Zuversicht ist so liebevoll beschrieben, dass die Geschichte sehr gut ohne detaillierte Bilder auskommt. Die Kinder lieben den kleinen Esel, der doch so schlau und flink und zauberhaft durch diese Erzählung führt. Die Geschichte kann nicht an einem Tag erzählt werden. Sie ist perfekt, um in der Adventszeit oder über die Weihnachtstage immer wieder zusammen zu sitzen und ein Stück der Geschichte zu hören.

Es ist unglaublich, wie viele Bilderbücher über Weihnachten in der Bücherei hier ums Eck aufliegen. Aber in den wenigsten ist die Weihnachtsgeschichte beschrieben oder aber ich fand die Bilder irgendwie mau. Habt ihr ein Lieblingsbuch mit der Weihnachtsgeschichte? Und welches ist das? Ich bin sehr gespannt und immer offen für neue Buchempfehlungen.

Auf ein schönes, inniges 3. Adventswochenende. Mit den liebsten Grüssen aus dem schon wieder eindunkelnden Wien… 
Sandra

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NIKOLAUS UND DAS HUNGRIGE FÜCHSLEIN

Was, wenn die frischgebackenen Lebkuchen für den Nikolaustag von einem gefitzten Fuchs stibitzt werden? Weil das hungrige Schlitzohr diesem Duft nach “Wald und nach Honig, nach Holz und nach Zimt und nach Glück” einfach nicht widerstehen kann? Was, wenn nach dem “nur mal ein kleines Bisschen probieren” dann doch plötzlich der ganze Lebkuchen aufgegessen ist? Armer Fuchs. Armer Arne, der dem Nikolaus beim Backen hilft und jetzt nochmals neuen Teig anrühren muss, damit alle Kinder einen Lebkuchen bekommen. 

So beginnt die zauberhafte Geschichte “Wer hat den Lebkuchen stibitzt”* von Maria Stadler, die uns der Samichlaus heuer im Sack vor die Türe legen wird.

 
Und weil es ist, wie es ist, wird uns der Nikolaus dieses Jahr nicht die gebackenen Lebkuchen mitbringen, sondern den Lebkuchenteig, den er gerade noch schnell, schnell vorbereiten konnte, bevor er aus dem Haus musste. 
Für uns ist das natürlich ganz prima, denn wir werden am 6. Dezember aus dem Teig von Nikolaus liebend gerne unsere eigenen Kreationen backen. Was kann es Schöneres geben, als Samichlausteig zu verbacken und dabei über das freche Füchslein zu plaudern. Es wird toll riechen in der Küche und wir werden den Fuchs um so mehr verstehen. 
Übrigens nimmt die Geschichte ein gutes Ende, weil der Fuchs sich von Herzen auf seine Art und Weise bei Arne entschuldigt… 

     

Unser Samichlaus-Lebkuchenrezept geht so:

2 Eier
170 g Rohrzucker
zu einer hellen Masse aufschlagen 

170 g flüssiger Honig
50 g Butter
4-6 TL Lebkuchengewürz
1 unbehandelte Zitrone (Schale fein abgerieben)
alles beifügen

500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
gut mischen und dann dazusieben und locker unter die Masse heben. 

Dann alles zu einem Teig zusammenfügen und zugedeckt ein paar Stunden (oder über Nacht) bei Zimmertemperatur stehen lassen. Vor dem Verarbeiten 1 Stunde kalt stellen und dann naschen zu Keksen oder Knusperhäuschenteilen verarbeiten. 
Backen: Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad 10 – 20 Minuten backen. Nach dem Backen auskühlen lassen, gleich aufessen oder die Kekse/Knusperhäuschen zusammenbauen und mit Zuckerglasur (Zitronensaft und Puderzuckermischung), Nüssen und gedörrten Früchten verzieren. 
Ihr mögt einen Glanz auf euren Lebkuchen? Dann bepinselt die Kekse vor dem Backen mit Milch oder gleich nach dem Backen, noch heiss, mit Kaffeesahne.
Ganz viel Freude und gutes Gelingen.

Von Herzen wünsche ich euch morgen einen friedlichen Nicolo, Samichlaus und Nikolaus und übermütige, glückserfüllte Kinderherzen.
Alles Liebe, Sandra

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BÜCHER SIND LEBENSMITTEL – SAMICHLAUS UND SEINE BRÜDER

Nun wollte ich euch heute ein paar wirklich tolle Bilderbücher vorstellen, weil ich dachte, dass diese sich auch gut machen in einem Nikolaussack. Schoggi schmausend und Nüsse knackend Samichlausgeschichten hören ist nämlich besonders gemütlich und stimmungsvoll. Aber gerade als ich anfangen wollte zu schreiben, fiel mir auf, dass ich eigentlich “nur” Bilderbücher in meinem Bücherregal stehen habe, die vom rot gekleideten Samichlaus aus dem Wald erzählen…

Aber was ist denn nun der Unterschied zwischen dem roten Samichlaus aus dem Häuschen im Wald und dem St. Nikolaus mit dem Bischofsgewand?
Ein bisschen ist es auch verwirrend, denn im Dezember ziehen so viele nette Gabenbringer durchs Land, dass es sehr leicht passieren kann, dass die Bilder übereinandergeraten und ineinander verschwimmen. Von Gegend zu Gegend wird anders gefeiert, und eine jede Familie hat ihre eigene Tradition. Also habe ich versucht aufzuräumen in meinem Oberstübchen. Ui, ui, ui.
In Teilen der Schweiz sowie in Teilen Österreichs und Deutschlands kommt St. Nikolaus im reich geschmückten Bischofsgewand zu den Kindern. Er zieht von Haus zu Haus und bringt den Kindern gute Sachen. Auch gerne in Begleitung  seiner Gehilfen, dem Schmutzli, Knecht Ruprecht, oder, wie hier in Wien, dem Krampus. Aber eben, der St. Nikolaus heisst hier ja eh Nicolo. Passt.
In Zürich, wo ich aufgewachsen bin, besucht der Samichlaus (St. Nikolaus) am 6. Dezember die Kinder. Er trägt einen roten Mantel, Stiefel an den Füssen und einen schweren Jutesack mit Nüssen, Mandarinen und Lebkuchen, gefüllt für die Kinder. Er lebt, zusammen mit Schmutzli und dem Esel in einem Häuschen im Wald. Sehr einfach, sehr unkompliziert. 

AUF GAR KEINEN FALL ZU VERWECHSELN mit dem Weihnachtsmann, der nämlich auch eine rote Arbeitskleidung trägt (gleiches Gewand, völlig anderer Job), aber erst an Weihnachten zu den Kindern kommt, im Jobsharing mit dem Christkind, sozusagen… 
Und Santa Claus? Arbeitet der eigentlich mit dem Weihnachtsmann im gleichen Haus? Der eine im Rentierschlitten, der andere im Truck? Das ist eine andere Geschichte.
Nun, zurück zum 6. Dezember: St. Nikolaus, Nicolo und Samichlaus tragen zwar unterschiedliche Gewänder, haben aber alle den gleichen Urururururgrossvater, nämlich der erste Nikolaus von Myra, der Schutzpatron war für ganz viele. Vor allem aber der, der den hungrigen Kindern Essen brachte und die armen Menschen  beschenkte.
Und deshalb machen wir es heute einfach so: Ich stelle euch meine Lieblings-Samichlaus-Bücher vor – und ihr schickt mir bitte, bitte Tipps eurer liebsten Bilderbücher von St. Nikolaus im Bischofsgewand. Ich würde mich über einen Austausch riesig freuen. Dann mal los:

Dieses Buch habe ich letztes Jahr erst entdeckt, und es ist einfach ganz zauberhaft. Ein Must-Have, sozusagen.
Mandarinen und Organgen, Datteln und Feigen, Erdnüsse, Baumnüsse, Mandeln und Zimt – all die guten Sachen bringt der Nikolaus! Einmal möchte er aber selber in die Länder reisen, aus denen diese Köstlichkeiten kommen. Und so macht er sich auf den Weg. Unterwegs begegnet er den Menschen anderer Sprachen und Kulturen – und lernt nebenbei so einiges über die Geschichte des Nikolaus, seine eigene Geschichte. Wir können ihn auf seiner Reise begleiten… 
Wunderschön, witzig und informativ, mit Versen und Sprüchen aus der ganzen Welt. Danke Silvia Hüsler!
Aus der Schweiz hier zu bestellen.

Seit zwanzig (!!!!) Jahren mein Lieblingsbuch:
Schon im Herbst erzählen die Tiere im Wald von Sankt Nikolaus. Auch Glisglis, der Siebenschläfer, möchte ihm dieses Jahr einmal begegnen. Doch er hat Mühe, wach zu bleiben. So verpasst er ihn beinahe, doch die aufmerksame Eule weckt ihn noch rechtzeitig. Wie alle Waldtiere bekommt auch Glisglis von Sankt Nikolaus etwas Leckeres zu essen.
Zauberhafte Bilder, und eine so liebe Geschichte… Dass Nikolaus auch für die Tiere da ist, ist für die Kinder sonnenklar, und sie hoffen und bangen mit dem müden, lieben Siebenschläfer. 
Nikolaus und der dumme Nuck” von Luise von der Crone und Heidi Schait

Nuck, der Esel von Samichlaus, ist verunsichert. Der Fuchs hat ihm eingeredet, dass er dumm sei: “Nuck, du bist dumm. Du musst dem Niklaus den schweren Sack tragen. Wenn er aber zu den Kinder ins Haus hineingeht, lässt er dich draussen im kalten Schnee warten. Willst du nicht selber einmal Nikolaus sein?”, fragt der Fuchs. “Eigentlich hat Rotschwanz recht”, findet Nuck und lässt sich vom Fuchs den Nikolausmantel überziehen und macht sich auf den Weg zu den Kindern. Die Waldtiere freut’s – sie lachen und bekommen erst noch einen Festschmaus.
Ein Esel lässt sich verführen und bringt die Kinder zum Lachen. Und doch versteht man ihn auch, den “dummen” Esel und seinen Traum vom Nikolausleben.
Liebevoll erzählt und illustriert. Alle Kinder lieben Nuck!
Samichlous” Barbara von Arx-Haller
Kein Bilderbuch, aber eine reiche Sammlung von Versen, Sprüchen, Liedern, Bastelanleitungen und Ideen rund um den Chlousetag. Leider nur auf Schweizerdeutsch.
Und, egal ob im Bischofsgewand oder im roten Mantel: Wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass Nikolaus der Schutzpatron der Kinder ist, dass sie gesehen werden von dem Mann, der für die armen Kinder da war und auch, dass er ab und an mal mit der “Fitze” winkt…

Einen schönen Chlausetag euch und alles Liebe aus dem Land des Nicolo.

GRUSELN FÜR ANFÄNGER MIT OTFRIED PREUSSLER // BUCHEMPFEHLUNG*

Gespenster durch die Strassen ziehen…
Es ist ja nicht jedermanns Sache, das Ding mit Halloween. Hätte ich keine Kinder, ich würde es glatt vergessen. Und zwar genau so lange, bis die vielen Nachbarskinder angeboohoot kämen und ich jedes einzelne mit einem Stückchen dunkler Schokolade (80%) abspeisen müsste, denn mehr Kindertaugliches wäre dann vermutlich nicht im Haus.  Weiterlesen“GRUSELN FÜR ANFÄNGER MIT OTFRIED PREUSSLER // BUCHEMPFEHLUNG*”

BÜCHER SIND LEBENSMITTEL / HERBST


„Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“
Jean Paul

Eben habe ich für euch unsere Herbstlieblinge zusammengestellt. So. Und jetzt kann es draussen bitte richtig ungemütlich werden, denn wir haben drinnen viel zu tun. Habt es lustig und spannend, innig und vor allem sehr heimelig.

von Oliver Jeffers

Leider, leider ist Floyds roter Drachen in eine Baumkrone geflogen und dort stecken geblieben. Erst versucht Floyd, seinen Lieblingsschuh nach dem Drachen zu werfen, um ihn aus den Ästen zu befreien. Leider aber bleibt auch dieser beim Drachen stecken und so bleibt dem Jungen nichts andres übrig, als nach mehr Gegenständen zu suchen, mit denen er seinen Drachen befreien könnte. Er wirft Stühle, den Milchmann, einen Leuchtturm und Nachbars Haus in den Baum, doch irgendwie will die Rettung einfach nicht gelingen.
Die Kinder und ich haben so gelacht. Die Geschichte ist voller Witz und Phantasie, und so haben wir das Buch mit Spannung gelesen und waren bei jedem Seitenumblättern von Neuem überrascht. Einfach toll. Und mein Grosser hat beim Einschlafen noch lachen müssen…

Der Herbstwind zupft zehn Blätter einer Weide und trägt diese weit davon. Jedes der Weidenblättchen erlebt eine andere Geschichte. Das eine wird zum Rettungsboot, ein anderes wird auf eine St. Martins Laterne geklebt, und eines wird von einem Wurm verspeist und wird so Dünger für die Weide. Der Kreis schliesst sich, und im Frühjahr wachsen am Ast der Weide wieder zehn Blättchen…
Ein hübsch bebildertes Buch mit einer ganz einfachen und deshalb grossartigen Geschichte. Die Kinder gehen gerne mit auf die luftige Reise. 
Mit schönen Ideen, die man mit den Kindern im Herbst gleich umsetzen kann.
von Petr Horacek

Was, wenn man einen leckeren Schatz gefunden hat, der aber leider so gross ist, dass man ihn nicht mit in seine Höhle nehmen kann? Richtig, man sucht sich ein neues Haus. Und dies tut die Maus, die mit ihrem grossen Apfel loszieht in die Welt. Weil die Höhlen, die sie unterwegs findet, immer schon besetzt sind und das Herumziehen ganz schön hungrig macht, wird der Apfel immer kleiner. Schlussendlich ist der Apfel so klein, dass er perfekt in ein Mauseloch passt…
Eine einfache, lustige und lebendige Geschichte für Gross und Klein, liebevoll bebildert und zum Nachspielen animierend.
von Leo Lionni
Eine wunderbare Geschichte, die Leo Lionni vor 50 Jahren für uns aufgeschrieben hat. Wir kennen es alle, das Mäuschen Frederik, das still sitzend Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, währenddem seine Brüder und Schwestern Weizen, Stroh und Nüsse zusammen tragen, um zu überwintern. Ein bezauberndes Kinderbuch über die Kraft der Geschichten, der Bilder und Träume. 

In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Kindern einen grossartigen Herbst mit vielen Geschichten, Bildern und Träumen, die das Überwintern einmalig machen. Wenn dir dieser Artikel gefällt, freue ich mich sehr, wenn du ihn mit deinen Freundinnen und Freunden teilst. Herzlich, Sandra von der Lieblingsbande

LANGOHR ODER GEDANKEN ZUM ROLLENSPIEL

Unsere Kinder lieben Rollenspiele. Mal schnell ein Tuch um die Schultern gelegt, ein Schneckenband um die Hüften gebunden und hej ho, stampft die Räuberbande durch den Wald. Es wird geräubert was das Zeug hält und dann werden die Schätze in die selbstgebaute Räuberhöhle geschleppt. Ha, ha, ha, Pech gehabt!

Der Grosse sprüht voller Ideen, was sie hätten und würden und müssten, und die Kleine ist voller Begeisterung mittendrin. Immer häufiger trägt auch sie ihre Ideen bei und ich bin so erfreut darüber, wie das Spiel von beiden belebt und gelenkt wird. Als wichtiger, mitgestaltender Teil der Bande voll und ganz im Spiel aufzugehen, in dieser innigen Geschäftigkeit zu versinken, das zaubert nicht nur rote Wangen auf Kindergesichter, sondern beschert ihnen auch eine tiefe Glückseligkeit. Die Kinderherzen werden mit Wärme gefüllt. So geht Erleuchtung im Kinderzimmer!
“Saisonbedingt” habe ich den Kindern die Geschichte vom kleinen Häschen erzählt, das auf Ostern wartet und von den Tieren im Wald immer wieder vertröstet wird mit den Worten: 
“Erst wenn der volle Mond erwacht,
und so rund wie die Sonne lacht,
kann es hier auf Erden
wieder Ostern werden.”* 
Die Geschichte kann Inspiration sein, um ein Rollenspiel entstehen zu lassen. 
Schwupps hat der Grosse ein Tuch über ein paar Stühle gelegt und mit Wäscheklammern sturmsicher gemacht. Mit Kissen weich ausgestattet, mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet und mit zwei Büchern dekoriert, wird dies die perfekte Hasenhöhle. Ganz wichtig, denn wenn die Nacht hereinbricht, braucht jedes Tier sein Plätzchen UND Schutz vor dem Fuchs… Der Höhleneingang ist eng… Besser so, Füchse überall. Ein blaues Tuch wird das Bächlein (gegen den Hasendurst, auch sehr wichtig!), und los geht das Spiel. 
Ach ja, schnell noch die einfachen Hasenschlappohren aus Filz übergezogen, und schon ist man Häsin und Mümmelmann. Die Tücher fürs Hasenfell mussten wohl überlegt ausgesucht werden. Die Kleine wollte pink, klar, das war schnell entschieden. Der Grosse hingegen überlegte. Braun oder Grün? Braun sind die Hasen, aber Grün ist besser wegen Tarnung und so… Schlauer Hase. Dann hoppelten sie heiter los, der rosa und der grüne Hase, hätten, würden und könnten. Und wenn sie nicht eingeschlafen sind, in ihrem kuscheligen Hasenbau, dann mümmeln sie noch heute!

*Die ganze Geschichte vom Ostermond findet ihr hier diesem wundervollen Buch (Partnerlink)