SchlagwortSeelennahrung

EINKAUFEN MIT KIND // AUF DEM BAUERNMARKT // GELDBÖRSEN DIY

Einkaufen und einkaufen mit Kind sind zwei völlig verschiedene Tätigkeiten.

Bei der ersten geht es ums Besorgen der Lebensmittel für eine Familie. Bei der zweiten geht es ums Besorgen der Lebensmittel für eine Familie, währenddem man zwischen den Regalen die Kinder sucht, die ausgeräumten Regale wieder ordentlich einräumt, die unnötige und ausnahmslos ungesunde Schmuggelware im Wagen entdeckt und wieder auspackt, man über warum-wieso und weshalb-nicht diskutiert und dabei den Überblick über die Leckereien zu bewahren versucht, die weggegessen sind, bevor sie jemals das Förderband bei der Kasse auch nur berührt haben. Weiterlesen“EINKAUFEN MIT KIND // AUF DEM BAUERNMARKT // GELDBÖRSEN DIY”

EIN BOHNENZELT IM GARTEN // NATURBEWUSSTSEIN

…oder die schnellste Bohne der ganzen Welt

Zugegeben, ich gehörte nicht zu den allergeduldigsten Gärtnerinnen dieses Planeten. Mir ist recht, wenn dann schon schnell mal was passiert. Noch rechter finde ich es, wenn das, was passiert, ein bisschen unempfindlich daher kommt. Deshalb bin ich im Team Bohne, denn die ist wunderbar auf Zack. Weiterlesen“EIN BOHNENZELT IM GARTEN // NATURBEWUSSTSEIN”

MIT BÜCHERN DURCH DAS JAHR // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL


Ich finde es grossartig, in einem Land zu leben, in dem wir die vier Jahreszeiten so ausgeprägt erleben dürfen. Ich liebe jede einzelne und habe die Vielfalt und ihren Zauber jeweils vermisst, wenn ich auf Reisen war (Nikolaus am Strand ist schön… aber Nikolaus im verschneiten Wald ist einfach nicht zu übertreffen!). 

Weiterlesen“MIT BÜCHERN DURCH DAS JAHR // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL”

OSTERHASE MIT BURN-OUT // ODER WENIGER IST MEHR

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, kommt am grossen Verzicht, der Fastenzeit, nicht vorbei. Es wird gedetoxt, verzichtet und reduziert, gemeinsam oder ganz allein, aber immer mit der Community, die unterstützt, anspornt, bewundert und aber einem auch bei einem “Rückfall” gut zuredet.

Daumen hoch, I like trotzdem oder eben gerade deswegen!
Weiterlesen“OSTERHASE MIT BURN-OUT // ODER WENIGER IST MEHR”

HOSENTASCHEN – OSTERHASEN // DIY

Als Kind bekam ich dieses in Glitzerpapier eingewickelte Schokoladen-Osterei geschenkt. Rasch steckte ich es in meine Hosentasche zu all meinen anderen gesammelten Kostbarkeiten. Sicher ist sicher, dachte ich mir. Irgendwann würde ich diesen Schatz genüsslich verspeisen. Klar schmolz das Schokoei dahin, und es blieb mir nichts als eine Hosentasche mit Schokopfütze und ein verschmiertes Glitzerpapier. Blitz und Donner!

Weiterlesen“HOSENTASCHEN – OSTERHASEN // DIY”

BESEELTE WOLLSCHÄFCHEN DIY

Seit vielen Jahrhunderten wickeln die Menschen Wolle. Vom Strang der Spindel zu handlichen Wollknäueln, die verstrickt werden. Seit immer schon sitzt man zusammen, redet und wickelt Wolle. Versunken in den Bewegungen der Hände gleitet die Wolle durch die Finger. Auch Kinder wickeln. Als wäre es in den Zellen, wickeln sie Wollfäden um ihre eigenen Hände, Schnüre um Stuhlbeine, Verbandszeug tausendmal um ihr Kuscheltier, wickeln ihre Schneckenbänder um Arme und Beine, und als ich letztens den Gürtel meines Bademantels vermisste, fand ich ihn zu einem Strang gewickelt im Kinderzimmer. Darin ein wunderschöner Schatz…

Weiterlesen“BESEELTE WOLLSCHÄFCHEN DIY”

HERZEN FÜLLEN – GEDANKEN ZUR VORWEIHNACHTSZEIT

 

Kekse knuspern, Kerzen anzünden, Geschichten erzählen und ab und zu was werkeln. 
Mehr braucht kein Mensch.

Mein Herz ist Beschützer wunderschöner Erinnerungen. In gewissen Zeiten halte ich mich an diese, weil sie mir helfen, zu erspüren, was wirklich zählt. Gedanken an warme, stimmungsvolle Adventstage meiner Kindheit, zum Beispiel. Wie einfach es war, voller Glück und Aufregung zu sein, aufgehoben in einem Zauber, der damals aus wenig bestand und doch jede Zelle meines Ichs berührte.

Ich erinnere  mich, wie ich ganz früh an einem Weihnachtsmorgen neben dem Christbaum am grossen Fenster stand, in die Schneelandschaft blickte, und wie ich tief in meinem Innern fühlte, dass es wohl nichts Schöneres auf der Welt geben kann wie dieser Schnee, dieser geschmückte Baum und ich in dieser Stille.

Viele Jahre später wünsche ich mir diese Empfindungen immer wieder zurück. In einer Zeit, in der alles anders ist (mal abgesehen davon, dass hier seit Jahren kein Schnee mehr liegt an Weihnachten….), mein Herz jedoch immer noch meinen Puls bestimmt.

Seit Jahren nehme ich mir jeden November vor, noch langsamer zu werden,  noch viel weniger im Aussen, stattdessen mehr im Innern zu weilen.
Und trotz guter Vorbereitung und einer Alltagsgestaltung in SloMo meinerseits, ist es doch eine ganz schöne Herausforderung, den Rhythmus der Welt mit meinen Bedürfnissen zu verbinden und die Zeit meiner Kinder mit dem Notwendigen zu füllen, nämlich: gemeinsame Zeit, eine Stimmung des Wohlbefindens, der Wärme und sonst nichts.
Klingt einfach, aber eben.
Als Kindergärtnerin habe ich die Tage im Dezember ganz, ganz einfach gehalten, weil mir bewusst war, welchem Stress und Überfluss manche Kinder ausgesetzt waren. Schon der Gang in den Supermarkt, wo bereits ab September Tausende Schokokläuse stramm stehen, ist ja eigentlich eine Herausforderung, die man den Kindern gerne ersparen würde. Wenn ich also meine Vorbereitungen dann so vor mir liegen sah, kam schon dann und wann das Gefühl auf, dass doch alles sehr Minimalistisch daher kam. Doch spätestens am ersten Dezember, wenn die Kinder das erste “Türchen” ihrer Adventskalender geöffnet hatten, Pferdehaargummi, Feuerwehrpflaster, das Schokoherz und das Bild mit der brennenden Kerze bestaunt hatten und sich schon auf die Geschenke vom nächsten Tag freuten, wusste ich: “Meine Planung ist genau richtig.”
Und ich wusste es allerspätestens am 7. Dezember, wenn der Kindergarten-Samichlaus (Nikolaus aus der Schweiz) mit seinen Geschichten aus dem Wald wieder gemütlich in sein Häuschen zurückgekehrt war (der Glückspilz!!!) und die Kinder in einem Eldorado aus Erdnüssen, Schokolade, Lebkuchen und kleinen Spielzeugen versanken, weil…
– auch der Nikolaus zu Hause die DVD von Rudolf das Rentier gebracht hatte…
– Oma einen Nikolausgruss per Post schickte…
– die Nachbarin von oben ein paar Leckereien, ein Bilderbuch und eine CD mit leider total prekär arrangierten Weihnachtsliedern im Namen von Nikolo an die Türklinke hängte…
– die Nachbarin von unten ein synthetisches Plüschrentier vorbeibrachte…
Allerallerspätestens ab dann war sichtbar, in was für einen Irrsinn manche Kinder katapultiert werden. 

Natürlich ging es weiter mit Basarbesuchen am Wochenende, Adventskaffee-Einladungen hier, vorweihnachtliches Kekse backen mit Kindern dort, gemeinsames Singen für die Weihnachtsstimmung in der Nachbarschaft, Besuch des Weihnachtspuppentheaters in der Stadt. Alles gut gemeint. Alles stimmungsvoll inszeniert. Alles untermalt mit Musik. Und Duft. Und Licht. Und Glitzer.
Ein Kind ist immer ein Kind. Mit allen Sinnen aufnehmend, Eindrücke sammelnd, Stimmungen empfindend, voller Neugierde. Alle Fühler sind ausgestreckt, bereit Neues zu erfahren. Das ist wunderschön und soll bitte unbedingt genährt werden. Aber man darf nicht vergessen, dass alles sinnlich Erfahrene Zeit und Ruhe braucht, um sich zu setzen, um geordnet und verarbeitet zu werden um dann internalisiert werden zu können. 
Sinnesüberforderung, diese aufgedrückte “Weihnachtsstimmung”, die doch so weit entfernt von der Stimmung ist, mit der ein kindliches Gemüt umgeben werden sollte, nährt jedoch die Seele niemals. Und auch nicht der Überfluss und die Masslosigkeit, die eine grosse Leere inmitten dieser Fülle hinterlässt.
Es ist eine grosse Aufgabe und braucht ein bisschen Mut, finde ich, das Draußen manchmal einfach draussen zu lassen und sein eigenes Ding zu machen. 
Liebevoll einen Schutzraum für die Familie zu gestalten, im Wissen, dass es lebensnotwendig ist, zur Ruhe kommen zu dürfen, weil es nur mit Musse möglich ist, hin zu spüren, zu fühlen, zu schauen, zu staunen, auszuprobieren, einfach nichts zu tun. Die Seele in Friede und Beschaulichkeit nähren. Vögel füttern, kuscheln, in den Wald gehen, singen, heimlich Keksteig naschen, einander Geschichten erzählen, zusammen sein, malen und werkeln, lümmeln und spielen. Zurück zu dem, was wirklich zählt. Zurück gehen von der leeren Fülle zu gefüllten Herzen.

Manchmal, wenn es mir schwer fällt, hilft es, mich zurück zu spüren, an früher. Zurück an den Weihnachtsmorgen, neben dem Christbaum am grossen Fenster. Wie ich in die Schneelandschaft blicke. Der Schnee, die geschmückte Tanne und ich in dieser Stille und dem grossen Glück.

Eine friedvolle, lebendige, glückliche und innige Adventszeit, euch allen.
Alles Liebe, Sandra

ST. MARTIN // EINE GESCHICHTE FÜR KINDER

St. Martin steht vor der Türe und die Kinder sind aufgeregt. Sie freuen sich riesig darauf, mit den Lichtern durch die Dunkelheit zu gehen, gemeinsam Laternenlieder zu singen und sich danach ein Martinsgänschen zu teilen. Es ist ein zauberhafter Brauch und es bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, weshalb man am 11. November mit den Lichtern durch die Nacht zieht. Aber manchmal kann so ein Anlass noch inniger erlebbar gemacht werden, wenn man die Kinder ein paar Tage vorher schon auf das Fest vorbereitet… Weiterlesen“ST. MARTIN // EINE GESCHICHTE FÜR KINDER”

KINDERTAGE IM WALD / GEDANKEN UND TIPPS


Erlaubt euren Kindern, sich in den Wald zu verlieben.

Jeder Tag ist ein Waldtag. Ok, ausser bei Sturm. Dann besser nicht. Aber sonst ist Wald das Beste überhaupt. Als Kindergärtnerin war ich einmal die Woche einen Vormittag im Wald. Bei Regen, bei Schnee, im Nebel, bei Sonnenschein, wenn es bewölkt war, wenn es hochsommerlich heiss und auch wenn es saukalt war, sind wir losgezogen, haben IMMER Feuer gemacht, Suppe oder Tee gekocht und sind im Gehölz rumgestreunt. Und es war jedes einzelne Mal ein wunderschönes Erlebnis. 

Der Wald ist nicht gemacht und deshalb gemacht für unsere Kinder. Man muss die Füsse heben, wenn man durch den Wald geht, denn hier ist nicht Parkett. Wenn man klettert, muss man bei jedem Schritt spüren, ob die Äste dick und stark genug sind, und man muss sich auf jeden Fall festhalten, denn kein Baum ist die Kletterspinne vom Spielplatz, die auf 1000kg getestet wurde, eingebettet in Fallschutzplatten. Der Waldboden ist weich, manchmal rutschig, ab und zu verwurzelt, das Dickicht ist stachelig und düster, und an vielen Stellen braucht man geschickte Füsse und starke Hände, um weiter zu kommen. Der Wald ist wild, zauberhaft und geheimnisvoll. Und er ist sehr ehrlich. In ihm finden wir Ruhe, aber still, nein still ist es nie, denn er ist voller Konzerte. Der Wald als Lebens- und Erfahrungsraum bietet uns alles, was wir brauchen. Er ist Spielplatz, Erholungszone, Atelier, Frischluft- und Energiespender, Turnhalle, Beobachtungsplatz, Mitmachmuseum, Klangwelt, Vorratskammer, ein weiches Bett, ein Platz für alle. Die Spiele, die die Kinder im Wald spielen sind voller Phantasie und Kreativität, sie nähren den Sinn für die Gemeinschaft und jede einzelne Kinderseele.

Und obschon man perfekt ohne nichts im Wald spielen kann, habe ich doch, wenn ich mit Kindern länger unterwegs bin, gerne einen Rucksack mit dabei. Hier also ein paar Tipps für das Packen des Waldrucksackes, wenn ihr mit den Lütten loszieht:

  

Kleidung
Auch wenn ein Waldbesuch keine Expedition zum Nordpol ist, ist es doch wichtig, dass die Kinder zweckmässig gekleidet sind.

In Flipflops und Tutu lässt es sich einfach sehr schlecht entspannt durch den Wald tigern und auf Entdeckungsreise gehen. 

Bitte zieht euren Kinder gutes Schuhwerk an, Turnschuhe, Wanderschuhe, Gummistiefel wenn es sehr matschig ist oder warme Winterstiefel bei Kälte. Eine lange Hose ist Schutz vor Kratzern und Zecken. Auf Bäume klettern oder sich im Dickicht zu verstecken ist gemütlicher, wenn die Beine eingepackt sind. Zudem kann die Hose in die Socken gesteckt werden. Sieht bescheuert aus, hält aber Zecken fern.
Weil ein Waldbesuch bei Regenwetter großartig ist, sollte euer Kind eine Regenhose und eine Regenjacke haben. Bitte schaut darauf, dass ihr diese Gummijacken besorgt, deren Nähte verschweisst sind und die trocken halten, auch wenn man ein paar Stunden draussen verbringt. Eine Schirmmütze unter der Kapuze schützt das Gesicht und die Augen vor dem Regen, vor allem für Brillenträger ist das eine Wohltat. 
Habt immer noch eine Fleecejacke mit dabei, welche ihr drunter oder drüber ziehen könnt, je nachdem. Zwiebeltechnik ist für den Wald optimal.

Wasser

In Flaschen abgefüllt, zum trinken und zum Hände waschen. Da ich jeweils mit den Kindern im Wald gegessen habe, wollte ich, dass sie vorher ihre Hände waschen. Nicht wegen dem Wald, der an den Händen haftet, aber wegen dem Fuchsbandwurm. Im Winter hatte ich eine PET Flasche mit heissem Wasser mit dabei. Wenn Händewaschzeit war, was das Wasser immer noch angenehm warm und die Kinder konnten ihre kalten Finger reinigen und gleich auch aufwärmen. Die Flasche habe ich in ein altes Handtuch eingewickelt, das Wasser blieb dadurch länger warm und die Kinder konnten ihre gewaschenen Hände trocknen. 

Sitzunterlage

Eine isolierende Sitzunterlage ist wichtig und sinnvoll, wenn man im Herbst/Winter in den Wald geht. Wir haben unsere immer mit dabei. Sie markieren die Sitzplätze der Kinder beim Jausnen am Feuer und bieten Wärme, auch wenn die Kinder in ihren Hütten sitzen.

 

Taschenmesser

Ein Taschenmesser ist eine feine Sache für einen Ausflug in den Wald. Auch mein Sohn trägt sein Kindertaschenmesser (mit abgerundeter Spitze) stets bei sich, um  Stöcke zu schnitzen und/oder zu schälen. In der Kindergruppe wollte ich nicht, dass die Kinder Messer mit in den Wald bringen. Die Kinder durften jedoch jederzeit, unter Aufsicht, mit meinem Messer schnitzen. Dann habe ich mich dazu gesetzt und war zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde. Wenn ihr für euer Kind ein Taschenmesser besorgt, schaut darauf, dass es eine abgerundete Spitze hat und dass es gut scharf ist. Ein stumpfes Messer braucht Druck beim Schnitzen und erhöht die Gefahr, dass man dabei ungünstig abrutscht und sich verletzt. Ein Taschenmesser mit Säge ist nicht notwendig, aber halt eben schon sehr lässig.

Toilettenpapier / Plastiktüte

Genau. Ihr kennt das. Kaum ist man draussen… Und die Plastiktüte dient dazu, um das Geschäft bitte aufzunehmen und auf dem Heimweg im nächsten Müll zu entsorgen.
 

Seil

Unsere Kinder lieben es, das Seil mit in den Wald zu nehmen. Unseres ist 5 Meter lang, das ist eine gute Länge für Kinder. Ein Seil im Wald ergibt unzählige Spielvarianten für das gemeinsame Spiel: Man kann das Seil von Baum zu Baum zu einem Parcours spannen und mit geschlossenen Augen daran gehen. Meine Kinder bauen sich gerne eine Baumschaukel, seilen sich an einem Waldhang ab oder ziehen sich daran hoch. Mit dem Seil kann man Wege legen oder Äste zusammenknüpfen, um Hütten zu bauen, man kann Gegenstände auf Bäume ziehen oder runterlassen, dicke Baumstämme gemeinsam transportieren und, und, und. 

Und auf dem Nachhauseweg, wenn alle schon ein bisschen müde sind, ist es hilfreich eine Seilschaft zu bilden, um all die müden Lütten nach Hause zu bringen…


Bitte: Wenn ihr ein Seil mit habt, dann muss ein Erwachsener das Spiel der Kinder im Auge behalten, damit kein Kind dabei verletzt wird!

 

Säge

Kinder sitzen gerne im Wald und sägen. Und ich finde, dass es eigentlich keinen besseren Ort dafür gibt. Sich einen Wanderstock, einen Stockbrot-Stock oder einen Säbel abzusägen, ist toll, und die Kinder lernen mit der Säge umzugehen und merken, ob ein Holz zu dick, zu hart oder schon morsch ist. Machmal ist ein Ast so dick, dass sich die Kinder abwechselnd an die Arbeit machen. Auch diese Erfahrungen sind wichtig für die Sinneswahrnehmung und die Gemeinschaftsbildung. Geeignet sind die Sägen der Taschenmesser, kleine Holzsägen, oder bei kleinen Kindern tut es auch eine Metallsäge. 
Wichtig: Nie an lebenden Ästen und auch nicht an Bäumen sägen. 

Natur aus dem Buch / Naturführer

Der Wald ist voller Schätze. Pilze wachsen, Tiere krabbeln, man findet Nüsse, Beeren, hört die Vögel singen. Ein Paradies für unsere Sinne. Oft reicht es, zu hören, zu beobachten, zu spüren, zu riechen und zu tasten und es braucht keine Erklärungen dazu. Doch ab und zu gibt es Momente, in denen die Kinder das Naturbuch aus dem Rucksack kramen und gemeinsam darin blättern, um zu erfahren, welcher Vogel da sitzt und Konzert für uns macht, oder welches hübsche Blümchen neben dem Zwergenhäuschen hervorlugt.

Verbandszeug

Immer mit dabei: Pflaster, eine Pinzette, eine Zeckenpinzette, etwas zum desinfizieren, ein Gel bei Verbrennungen, Taschentücher, Arnikasalbe, Zucker gegen Bienen- und Wespenstiche, Notfalldrops.

Sonstiges

Bitte kontrolliert euer Kind nach dem Besuch im Wald auf Zecken. 

Regeln
Ja, stellt euch vor, auch im Wald gibt es Regeln. Diese sind den Kindern schnell klar und helfen dabei, dass die Kinder ganz eintauchen können in ihren Wald.   
– Wir sammeln unseren Müll ein und nehmen ihn mit nach Hause. Nichts davon bleibt irgendwo im Wald liegen. 
– Wenn ich mit Kindergruppen in den Wald gehe, bin ich ganz streng, was das Naschen von Waldköstlichkeiten angeht. Schnell mal steckt sich wer was in den Mund, was ähnlich aussieht, wie das, was Mama erlaubt hat…. Wir essen weder Beeren noch Blüten, kosten keine Pflanzen und schon gar keine Pilze. Wie ihr das in der Familie handhabt, ist natürlich euch überlassen.
– Wenn ihr euren Kinder im Wald freies Spiel gewährt, dann ist es wichtig, den Waldplatz zuerst auszukundschaften, um sicher zu sein, dass das Kind nicht in Gefahr gerät. Ist da eine Schlucht, eine steile Böschung oder ein Steinbruch in der Nähe? Gibt es einen Teich oder einen Fluss? Wenn ihr den Waldplatz ergründet habt, ist es wichtig, mit den Kindern auszumachen, wie weit sie alleine gehen dürfen. Bis zu dem umgefallenen Baum, bis zum Busch mit den Beeren, bis zur kleinen Tanne, bis zum Ameisenhaufen. Legt gemeinsam ein paar Eckpunkte fest, innerhalb dieser sich das Kind gefahrlos frei bewegen kann. 

Es lohnt sich, sich einen feinen Waldplatz auszusuchen und immer wieder an den Platz zurück zu kehren. So erleben die Kinder die Jahreszeiten, die Veränderung der Natur, und ihr könnt eure Jahreszeitenfeste, Waldweihnachten oder Nikolaus an eurem bekannten Ort feiern.

-Falls ihr Feuer im Wald macht (Achtung, nicht erlaubt in Österreich!), gibt es dazu noch einiges zu beachten. Ich habe hier ausführlich darüber geschrieben. 

Es ist wichtig und notwendig, dass wir mit unseren Kindern hinausziehen, in den Wald, in die Natur. Mit Kindern diese grossartigen Welten zu entdecken, macht Freude, macht die Kinder zufrieden, lässt sie staunen und geniessen, ausprobieren, achtsam, mutig und ganz Kind sein. Der Wald ist Lehrmeister. Nirgendwo anders werden die Sinne der Kinder so vielfältig und lustvoll angesprochen wie im Wald. Erlaubt euren Kindern, sich in den Wald zu verlieben, denn das ist das schönste, was überhaupt passieren kann. 

Was wir lieben, behandeln wir mit Respekt. Wenn wir mit der Natur verbunden sind, tragen wir Sorge. Das Wertschätzen, Kümmern und Achtgeben nährt und wärmt die Kinderseele, in der so ein ganz kostbarer Schatz wachsen kann.

verlinkt mit naturkinder