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MIT BÜCHERN DURCH DAS JAHR // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL


Ich finde es grossartig, in einem Land zu leben, in dem wir die vier Jahreszeiten so ausgeprägt erleben dürfen. Ich liebe jede einzelne und habe die Vielfalt und ihren Zauber jeweils vermisst, wenn ich auf Reisen war (Nikolaus am Strand ist schön… aber Nikolaus im verschneiten Wald ist einfach nicht zu übertreffen!). 

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OSTERHASE MIT BURN-OUT // ODER WENIGER IST MEHR

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, kommt am grossen Verzicht, der Fastenzeit, nicht vorbei. Es wird gedetoxt, verzichtet und reduziert, gemeinsam oder ganz allein, aber immer mit der Community, die unterstützt, anspornt, bewundert und aber einem auch bei einem “Rückfall” gut zuredet.

Daumen hoch, I like trotzdem oder eben gerade deswegen!
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ST. MARTIN – EINE GESCHICHTE FÜR DIE KINDER

St. Martin steht vor der Türe und die Kinder sind aufgeregt. Sie freuen sich riesig darauf, mit den Lichtern durch die Dunkelheit zu gehen, gemeinsam Laternenlieder zu singen und sich danach ein Martinsgänschen zu teilen. Es ist ein zauberhafter Brauch und es bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, weshalb man am 11. November mit den Lichtern durch die Nacht zieht.  Aber manchmal kann so ein Anlass noch inniger erlebbar gemacht werden, wenn man die Kinder ein paar Tage vorher schon auf das Fest vorbereitet. Gemeinsames Laternen basteln, lecker Martinsgänschen backen und eben auch die Geschichte von St. Martin hören und den Kindern davon erzählen, wie es sich vor ganz langer Zeit begeben hat. 

Wenn ihr euren Kindern Geschichten erzählt, kann es leicht geschehen, dass ihr ihre Seele berührt. 
Und auch wenn sie nicht immer alle Worte einer Erzählung verstehen, ist es doch das Gefühl des Zusammenseins, das Spüren der Stimmung beim gemeinsamen Erleben, das was den Sinn einer Geschichte spürbar macht und das Kind nährt und berührt. Und das ist ja überhaupt das aller, aller Wichtigste. 

Hier findest du die Legende von St. Martin, so frei, wie ich sie meinen Kindern erzähle. 

Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann. Er hiess Martin und er war ein tapferer Ritter. Wie alle Ritter zu dieser Zeit trug Martin ein silbernes Schwert, einen Ritterhelm und einen roten, samtenen Mantel über seinen Schultern. 

Einmal, es war ein düsterer Novembernachmittag, war Martin mit seinem lieben Pferd auf dem Weg in eine ferne Stadt. Da kam der listige Nordwind und wollte die zwei Reisenden foppen. Er brachte Eiseskälte und Schneegestöber, liess die Wege gefrieren und pfiff Mensch und Tier durch Mark und Bein. Martins Pferd jedoch stapfte tapfer weiter und immer weiter. Es wollte Martin sicher in die Stadt bringen, bevor es dunkle Nacht wurde. Martin aber spürte, dass sein Pferd angestrengt war und liess es einen Moment ausruhen. Er strich ihm liebevoll über den Hals und sagte ruhig: “Na, wir gehen ganz langsam vorwärts. Keine Eile, wir werden ankommen und alles wird gut. Mein allerliebster Freund.” Das Pferd wieherte und schnaubte, was so viel bedeutete wie: “Danke.” 
Langsam wurde es Nacht und Pferd und Reiter trabten durch den Schnee. Der Wind pfiff und liess die Schneeflocken über die Welt sausen. Da erblickte Martin von weither ein Licht, die Lichter der Stadt. Das Pferd wurde schneller und schneller, jetzt wusste es, es ist nicht mehr weit. Es galoppierte durch den Schnee doch kurz bevor die zwei das Stadttor erreichten, blieb es plötzlich einfach stehen. “Was ist los? Wir sind gleich da. Nur noch ein kurzer Weg, komm, Pferdchen, komm.” sagte Martin. Doch sein Pferd blieb stehen und tat keinen Schritt. So stieg Martin aus dem Sattel, strich seinem Pferd über den Kopf und da sah er plötzlich vor sich auf dem Boden, dicht bei den Wurzeln eines alten Baumes, etwas im Schnee liegen. Als er näher kam, erblickte er in der Dunkelheit einen Bettler sitzen. Der war in Lumpen gewickelt und fror ganz fürchterlich. “Was tust du hier?” fragte Martin. “Ich versuche mich aufzuwämen, es ist so kalt”, erwiderte der Bettler. Martin nahm die Hände des Bettlers in die seinen und wärmte die kalten Finger. Dann zog er seinen roten Mantel aus, schwang sein Schwert und teilte damit den Mantel in zwei Teile. Den einen Teil legte er dem Bettler wärmend über die Schulter, den anderen Teil zog er sich selber über. Der Bettler war voller Glück. Und als er dann endlich “Danke” murmeln konnte, sass Martin schon wieder auf dem Pferd und ritt geschwind durch das Stadttor. 
In dieser Nacht hatte Martin einen Traum. Er träumte von Christus, der die Hälfte seines Mantels trug und zu den Engeln sagte: “Martin hat heute mit mir seinen Mantel geteilt und mir in dieser kalten Nacht Wärme geschenkt.”
Martin konnte diesen Traum nicht mehr vergessen. Er beschloss, von nun an nicht mehr als Ritter durch die Welt zu ziehen und stattdessen als Mönch im Kloster zu leben. Er half den Armen und war da für die Menschen, die einsam waren. Die Menschen spürten, dass Martin ein guter Mensch war, und sie alle mochten ihn sehr gerne. Sie wünschten sich, dass er zum Bischof gewählt würde. Ein Bischof zu sein ist eine grosse Anerkennung. Es ist ein bisschen so, wie wenn man Chef ist. Martin aber hatte Angst vor dieser grossen Aufgabe. Er wollte ein ganz einfacher, bescheidener Mönch bleiben. Da sprang er weit weg und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänschen aber schnatterten so laut vor Freude, dass es natürlich sehr einfach war, ihn in seinem Versteck zu finden. So wurde aus Martin, dem Rittersmann, St. Martin, der Bischof. Und er lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage. Sein Pferd? Ach so ja, das liebe Pferd durfte von nun an natürlich im Klostergarten weiden und wenn Martin ihm Hafer brachte, dann wieherte es voller Freude.

Euch allen wünsche ich eine wunderschöne St. Martinsnacht, mit goldenen Lichtern, roten Kinderwangen, feinen Martinsgänschen, und einem Nordwind, der nur von ganz weit her zuschaut. 
Alles Liebe, Sandra

Im Jahreszeitenbuch von Christiane Kubik und Eva-Maria Ott-Heilmann findet ihr die St.Martins-Legende, Lieder, Rezepte und viele Ideen. Ein grossartiges Buch, welches einem durch das ganze Jahr begleitet.
In meinem Pinterest-Ordner findest du viele wunderschöne Inspirationen rund um St. Martin.

Mit liebem Dank verlinkt mit naturkinder

GRUSELN FÜR ANFÄNGER (MIT OTFRIED PREUSSLER)

   

Gespenster durch die Strassen ziehen…

Es ist ja nicht jedermanns Sache, das Ding mit Halloween. Hätte ich keine Kinder, ich würde es glatt vergessen. Und zwar genau so lange, bis die vielen Nachbarskinder angeboohoot kämen und ich jedes einzelne mit einem Stückchen dunkler Schokolade (80%) abspeisen müsste, denn mehr Kindertaugliches wäre dann vermutlich nicht im Haus. Nun habe ich aber zwei zauberhafte Kinder und Halloween (im letzten Jahr beinahe vergessen…) dieses Jahr voll auf dem Radar. Wenn auch mehr wegen der Nachbarskinder, als wegen meinen Lütten, denn meine sind eher nicht so die Typen, die ausziehen, das Fürchten zu lehren. Und so stellt sich uns die Frage: 

Was wäre, wenn Halloween auf der Strasse stehen würde und wir gingen einfach nicht raus, weil es uns nicht nach blutunterlaufenen Vampiraugen und Gruselhexen im Dunkeln ist? 
Nur weil es ist, wie es ist, muss es für uns noch lange nicht so sein. 

Natürlich bereiten wir uns vor auf diesen Abend. Wir schmücken unsere Haustüre, sodass die Gespenster und Rabauken wissen, wo es was zu holen gibt. Sie sollen kommen, rufen, heulen, klopfen, denn wir freuen uns auf sie. Aber mit ihnen durch die Nacht ziehen, nö. Das dann doch lieber nicht. Wir machen es uns drinnen an der Wärme bei Kerzenschein extra ganz fein, kuscheln uns zusammen und schlagen dann ein Buch auf. Das Buch vom kleinen Gespenst, von Otfried Preussler. 

Eine spannende, liebevolle und perfekte Gespenstergeschichte für einen Halloween-Abend für Angsthasen kleine Kinder. 
Das kleine Gespenst würde die Welt so gerne mal bei Tag sehen und wünscht sich nichts sehnlicher, als bis zum Morgen wach zu bleiben. Was anfangs nicht gelingen will, wird irgendwann wahr. So wird das kleine weisse Nachtgespenst zu einem kleinen schwarzen Taggespenst und sorgt bei den Einwohnern des kleinen Städtchen Eulenberg für ganz schön viel Aufregung. Eine lustige, manchmal sogar ein bisschen unheimliche, freche und phantastische Geschichte, die mich an meine Kindheit erinnert. 
Das perfekte Alternativprogramm für alle, die noch nicht so mittendrin sind in dem ganzen Halloweentrallalla und die mit dem Gruselkram noch ein bisschen warten können. 

Ich wünsche euch allen ein gespenstisches, gemütliches und stimmungsvolles Fest. 
BOOHOO, eure Hallowiener.