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POP UP SCHAUKEL / LIEBLINGSPLATZ GEFUNDEN

Eigentlich wollten wir einen Waldspielplatz in Wien erkunden, mal wieder Neuland ergründen. Aber dann kam der Regen und wir standen ohne Regenjacken da, denn eben wars doch noch warm und sonnig und der Himmel blau…
Also mussten wir flix umdisponieren und uns was in unserem Einzugsgebiet aushecken. Und als der Regen durch war, landeten wir irgendwo auf der Pötzleinsdorfer Höhe. So ohne Grund war ich noch nie da, aber weil wir es lieben, auf Entdeckungsreise zu gehen, zogen wir los. Und siehe da, ganz weit oben, am Hang, mitten in der Blumenwiese steht ein Baum mit einer Schaukel. Was aussieht wie eine Installation oder eine Filmkulisse mitten in der Natur, stellte sich schnell als Traumschaukelplatz heraus. Wir alle haben geschaukelt bis zum Himmel, haben uns durch die Lüfte schwingen lassen, weit über den Wienerwald und die Blumenwiese und waren voller Schaukelglück. Wir haben gejauchzt und gelacht. Was für eine Freude. Und als wir genug hatten vom hin und her, spazierten wir durch die Wiese zurück, pflückten Blumen und es fühlte sich an wie früher. Ausgeschaukelt, glücklich, unbeschwert und leicht, geerdet und voller Lebenslust.
Zu gerne möchte ich wissen, wer die Schaukel an diesem wunderschönen Baum festgemacht hat, um danke zu sagen, für diese Idee, diesen idyllischen Platz und dieses unvergessliche Erlebnis. Und vielleicht werde ich irgendwann losziehen, mit meiner Lieblingsbande, und da und dort ein paar Schaukeln anbringen. Für ein bisschen mehr Schaukelglück.
  
   

HALLO BIBER

Vergangenes Wochenende waren wir auf Entdeckungsreise im Nationalpark Donau-Auen. Der Park liegt zwischen Wien und Bratislava und verbindet die zwei Städte beinahe mit seiner riesigen Flussauen-Landschaft. Dieses wunderschöne Stück Natur bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Und es liegt fast vor unserer Haustüre. Spannend, die Umgebung rund um unser Zuhause zu erkunden… 
Natürlich haben wir an diesem Nachmittag nur einen klitzekleinen Teil des prächtigen Naturschutzparkes ergründet. Sozusagen nur der “Eingangsbereich”. Bei Aprilwetter sind wir durch den Park gewandert, haben beobachtet, wie der Wind die Wasseroberfläche kräuselt und gelauscht, wie er, zusammen mit den Bäumen, Blättermusik macht. Der Wind hat die dunklen Wolken am Himmel auf Reise geschickt und hin und wieder die Sonne aufgedeckt. Dann hat es ein paar Tropfen geregnet, bis gleich darauf die Schmetterlinge wieder im Sonnenschein getanzt haben. Ein Nachmittag mit allem.

Beim Jausnen auf der grossen Wiese haben wir uns vor das Holztipi gesetzt. Mein Grosser hat ein Stück Rinde gefunden und sich daraus natürlich gleich ein Handy geschnitzt… Voll kompostierbar, schadstoffarm, mega okö, der neueste Trend, würde ich sagen. 
Unsere SMS an die Biber: “Liebe Biber, wir kommen euch beim nächsten Mal besuchen. Am Besten treffen wir uns dann am Ufer, dort unten links. Wir machen uns jetzt wieder auf den Heimweg. Ihr habt es sehr schön. Bis bald. Liebe Grüsse von der Lieblingsbande.”

Österreichisch für Neulinge: Teil zwoa

 
Mein Grosser hatte einen Freund zum Spielen eingeladen. Nach einer Weile im Kinderzimmer kam sein Spielkamerad (der ist 5 Jahre alt…) zu mir in die Küche und sagte stolz: Ich kenne ein ur schlimmes Wort. Soll ich´s dir sagen?

Ich so: Ou, also eigentlich mag ich keine ur schlimmen Worte bei uns zu Hause (kurze Pause, schliesslich will man ja ernst genommen werden…).
Dann ich: Ok, ausnahmsweise.

Er: FACK! (gespannt wartet er meine Reaktion ab)
Ich (so naiv wie irgendwie möglich): Ist das schlimm?

Er (siegessicher, denn eigentlich hat er ja schon gewusst, dass die Muddi keine Ahnung hat): Ja, ur schlimm, aber ich brauch´s nur, wenn´s gar nicht anders geht.

Ich: Oweia.

Herr Gscheit zu mir: Na ja, du kannst das Wort ja nicht kennen! Es ist österreichisch, weisst du.
Tja, schon wieder was gelernt, die Muddi!

ANGEKOMMEN ODER ÖSTERREICHISCH FÜR NEULINGE

Wenige Wochen nach unserem Umzug von Berlin nach Wien sass mein Grosser in der Garderobe im Kindergarten, hielt seine Wikinger-Hausschuhe in den Händen und meinte nachdenklich:
Mama, das sind jetzt keine Hausschuhe mehr.
Ich so: Ach ja?
Er: Das sind Batschen.
Ich: Was?
Er: Baaaatschen
Ich: Oh.
Batschen? Klingt nicht wirklich gluschtig. Na ja, tun Finken ja irgendwie auch nicht…
Dann neulich auf dem Weg in den Kindergarten.
Er: Oh nein mama, wir (WIR???) haben meine Haube vergessen.
Ich: Ach, dein Hut haben wir zu Hause liegen lassen. Nicht schlimm.
Er: Ur schlimm!
Ich: Vielleicht haben die Tanten einen Ersatz.
Er: Passt.
Ich: Wie passt?
Er: Na, kenn mich aus!
Ich: Ok…
So ist es mit dieser Sprache, die ja, ach, so gleich ist wie unsere. Hab ich mich doch vom Occasions-Velo erst gerade an das gebrauchte Fahrrad gewohnt, kommt jetzt nochmal alles anders… und die Batschen sind nur der Anfang.
Omelett heisst nicht Pfannkuchen, auch nicht Crepe, sondern Palatschinken (ich so: nö, danke, ich esse kein Fleisch… Peinlich, ich meine natürlich ur peinlich). Lecker heisst leiwand, Tüte heisst Sackerl, Scheisse heisst Gackerl, Pipi heisst Lulu (echt jetzt!!!), und Tschüss heisst nicht Tschüss und auf gar keinen Fall Tschüsi, sondern BABA (ich habe mich lange geweigert, dieses Wort zu benutzen, irgendwie klang es in meinen Ohren nach sehr fremd… Na ja, wenn sich der Grosse morgens mit einem Bussi von der Kleinen verabschiedet und liebevoll “baba, bis später” sagt, dann schmilzt mein Herz…). 
Schlagrahm ist nicht mehr Sahne, sondern Schlagobers, Kietz ist Grätzl, Quark ist unbedingt Topfen, das Unterhemd das Leiberl, Cappuccino ist Melange (ausgesprochen: Melaaaangsch). 
Der Schpiiise nicht mehr der Holzsplitter im Fuss, sondern der Schiefer, Januar ist Jänner, Sprechstunde ist Ordination oder unter Insidern auch „Ordi“, Tomaten sind Paradeiser, Trüübeli oder Johannisbeeren sind Ribisel, Aprikose ist Marille, Schorle ist Spritzer, Wiener Würstchen sind Frankfurter und Hefe ist Germ. Nur Schnitzel ist irgendwie Schnitzel… Ich würd sagen: WIR BLEIBEN DRAN!
PS: Nicht vorzustellen, was mit mir passiert wäre, wäre mein Liebster nach Frankreich versetzt worden…