UMMANTELT // HYAZINTHEN IM WACHS // UPCYCLING

Das Päuschen ist vorbei.
Eigentlich, so war es angedacht, wollte ich ganz viel erledigen, vorbereiten und Pläne schmieden, To-Do-Listen abarbeiten und Ideen sortieren. Aber dann wurden wir hier im Flachland zwischenzeitlich eingeschneit, und der Alltag hat die Abzweigung “nach draussen” genommen. Und so genossen wir viele zufriedene Tage in der verschneiten Natur und die Stille und den Zauber, den die Flocken auf die Erde gelegt hatten.
Trotz Schneechaos in der Stadt schien mir, als hätte die weisse Pracht die Menschen dennoch milde gestimmt und einigen von ihnen ein Lächeln geschenkt, als ob sie so manch inneres Kind angestupst, es sachte geweckt hätte, um uns an diese unvergesslichen, ausgelassenen Momente voller Glück zu erinnern. An die Augenblicke purer Freude, wenn man regelrecht eintaucht, in die Decke des König Winters.
Nach ein paar Tagen Weiss hat der Regen den ganzen Zauber weggewischt. Aber nicht die Erinnerungen, die bleiben noch bissl in unseren Herzen.

Und nun blinzle ich schon sehnsüchtig Richtung Frühling. Auf dem Markt habe ich Hyazinthen entdeckt und die Frühlingsboten gleich mitgenommen. Zuhause haben ihre Knollen ein Wachsbad aus unseren weihnachtlichen Kerzenresten bekommen, und nach ein paar Tagen schon wurden wir mit duftenden Blüten überrascht.
Im Wachsmantel nämlich gedeihen die Blumen, faszinierenderweise, ganz ohne Wasser und Erde: Ein Tipp also für alle, mit ohne grünem Daumen. Und natürlich für alle anderen auch.


→ Vorneweg: Bitte beachtet, Hyazinthen sind giftig. Keine Teile der Pflanze dürfen gegessen werden, auch nicht von Haustieren! Zudem können bei Berührung Hautirritationen vorkommen. Gartenhandschuhe beim Arbeiten mit den Pflanzen bieten einen guten Schutz.

Für die Hyazinthen im Wachsmantel benötigst du folgendes:
– Hyazinthen im Topf
– Wachsreste
– ein hitzebeständiger Behälter, um darin das Wachs zu schmelzen (der Behälter sollte eine grosse Öffnung haben, sodass du die Zwiebel mit der Wachsschicht unversehrt wieder aus dem Glas bekommst…)
– eine Schere
– Zeitungpapier

Und so werden die Hyazinthen ummantelt:
Nehmt die Blumenzwiebeln aus dem Topf und entfernt die Erde vorsichtig.
Legt dann die Blumenzwiebeln über Nacht (mindestens 12 Stunden) ins Wasser, damit sie sich so richtig vollsaugen können.


Danach tupft ihr sie vorsichtig trocken und nehmt die losen Schalen ab. Die Wurzeln schneidet ihr, bis auf ein paar Millimeter, ab.


Gebt die Kerzenreste in das hitzebeständige Glas und stellt dieses in den Backofen, bei ca. 100 Grad (ihr könnt wunderbar die Restwärme vom Backen nutzen). 
Ist das Wachs flüssig, nehmt ihr das Glas aus dem Ofen (Vorsicht heiss!).


Bevor ihr die Hyazintenknollen ins Wachs taucht, wartet, bis sich das Wachs etwas ausgekühlt hat, damit die Knollen heil bleiben.
Dippt dann die Blütenknollen so oft ins Wachs, bis sich die gewünschte Wachsschicht darum gelegt hat.
Lasst die Knollen auf einem Zeitungspapier gut durchtrocknen und freut euch auf’s Erblühen.

Sind die Hyazinthen verblüht, könnt ihr das Wachs wieder abknubbeln und die Blumen in den Garten pflanzen. 

Der Winter ist so wunderschön… auch, weil man den Frühling vor sich weiss.

Von Herzen wünsche ich euch leichte, warme Gedanken und da und dort ein verheissungsvolles Vogelkonzert.
Habt’s fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

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