SPIELIDEEN MIT REISSÄCKCHEN // EINFACHES SPIELZEUG DIY

Der Lehrer meines Sohnes hat den Eltern die Aufgabe gegeben, Reissäckchen zu nähen, weil er mit den Kindern nach der Sommerpause jonglieren lernen möchte. Tolle Idee! Gleich haben wir in den Stoffen gewühlt und was Passendes rausgesucht, im Supermarkt Reiskörner verglichen und abgewägt, welcher Reis zur Jonglage wohl am geeignetsten ist. Wir haben uns praktischerweise für Rundkorn entschieden… Schlüpft dann vielleicht auch weniger aus den Nähten, denke ich.



Genäht sind die Säckchen blitzschnell, also auch ein geeignetes Projekt für Nähanfänger. Mein Sohn hat eifrig und voller Freude den Reis in die Stoffsäckchen gegeben, mit der Küchenwaage sogar gecheckt, dass jedes Kissen aufs Gramm genau gleich schwer ist.

Grossartig, wenn man ungezwungen, spielerisch und freudig Erfahrungen sammeln kann mit MEHR, WENIGER und GLEICHVIEL.

Kaum war das letzte Fädchen vom Nähstück abgeschnitten, ging die Spielerei auch schon los…


Die Kissen sind ein grossartiges Material, damit das Kind auf lustvolle Art und Weise sein Kraftempfinden verfeinern und das taktile Empfinden sowie die Entwicklung der Feinmotorik erweitern kann. Die Säckchen können wunderbar gehalten werden, auch mit nur einer Hand, denn die schwere Füllung passt sich perfekt an.

Spielideen für kleine und grosse Kinder


Tragen und Transportieren

Herumgehend das Kissen auf verschiedenste Art und Weise transportieren.
Auf dem Kopf, auf der Handinnenfläche oder auf dem Handrücken, auf der Schulter, auf der Nase, auf dem Fuss oder dem Knie, auf der Stirn, im Nacken oder auf dem Ohr… Auf dem Rücken auf allen Vieren, oder wie eine Schnecke auf dem Boden kriechend. Auf dem Bauch im Liegen oder in der Kniebeuge, beim Hüpfen.
Das Reissäckchen zwischen die Füsse packen, auf dem Rücken nach hinten rollen und hinter dem Kopf das Säckchen ablegen. Vorrollen, zurückrollen und das Säcken wieder mit nach vorne nehmen.
Was so leicht aussieht, ist nicht immer einfach in der Umsetzung. Probieren ist alles, die Freude am Experimentieren und Ausprobieren, das gemeinsame Tun und die Lebendigkeit beim Spiel stehen im Vordergrund.


Grössere Kinder können mit dem Säckchen balancierend über einen selbstgebauten Parcours gehen. Unterm Tisch durch, über den Stuhl, rückwärts, im Slalom oder auf einem Bein hüpfend. Ein Seil auf dem Boden dient zum Balancieren… Den Kindern werden 1000 Möglichkeiten einfallen.


Werfen und Fangen

Das Reissäckchen in die Luft werfen und wieder auffangen, vielleicht sogar einmal in die Hände klatschen, bevor man es wieder fängt, oder sich drehen. Jonglieren mit einem, zwei oder drei Säckchen. Einander das Säckchen zuwerfen und auffangen, auch mal mit den Füssen probieren.
Zielen und treffen: Die Säckchen in einen Seilkreis, auf ein Tuch oder in einen Korb werfen… Dann wär gleich auch alles wieder aufgeräumt.


Gemeinsam spielen

Sich das Kissen im Sitzen oder liegen mit den Füssen weitergeben und empfangen. Sind mehrere Kinder, kann man ein Reissäckchen durch die ganze Gruppe durchgeben. Nur mit den Füssen oder nur mit den Ellbogen weitergeben, oder zwischen den Beinen oder im Sitzen unter den Kniebeugen durchreichen, über dem Kopf oder nur über die Seite.
Das Kissen mit den Füssen übergeben und mit dem Nacken empfangen, mit dem Nacken dann weitergeben und mit den Ellbogen entgegennehmen.
Wenn ihr mehrere Reiskissen habt, dann können die Kinder einen “Packesel” beladen: Ein paar Reissäckchen auf dem Rücken eines Kindes aufeinanderlegen, dann darf das Eselchen auf den Weg… ohne seine Ware zu verlieren.
Wir haben beim gemeinsamen Spielen viel gelacht und uns ganz selbstverständlich gegenseitig geholfen und unterstützt.

Spüren
Ein Kind liegt mit geschlossenen Augen auf dem Boden. Das andere Kind legt sein Reiskissen behutsam auf einen Körperteil des liegenden Kindes. Dieses darf das Kissen spüren und dann versuchen, mit dem Körperteil, auf dem das Kissen liegt, das Kissen abzuschütteln.
Bei grösseren Kindern: wenn das Säckchen auf dem Fuss liegt, probieren, nur den Fuss zu bewegen und nicht das ganze Bein.
Auch eine feine Übung für das Kind, welches das Säckchen auflegt, denn es braucht Gefühl und Gespür, um das Kissen sanft aufzulegen. Das ist ebenso wichtig in diesem Spiel wie das Erspüren.


Entspannen

Die Reissäckchen können nicht nur sehr gut gehalten und herumgetragen werden, sondern durch das Gewicht dem Kind auch dabei helfen, sich selber getragen und gehalten zu fühlen. Legt man dem Kind das Kissen auf die Stirn, auf die Augenpartie (nur wenn das Kind das will) oder auf den Brustkorb oder je ein Kissen an die Fusssohlen, kann man das Kind darin unterstützen, ruhig und gelassen zu werden, sich tragen zu lassen. In der Bauchlage legt man das Kissen zwischen die Schulterblätter, auf das Kreuzbein oder auf die Fusssohlen. Am Ende eines Tages oder einer lebhaften Spielsequenz ist dies eine schöne Möglichkeit, für einen Moment zur Ruhe zu kommen, seinem Atem zuzuhören und seinen Puls zu spüren, um danach wieder auf den Weg zu gehen.
Reissäckchen können im Kühlfach gekühlt werden und so bei Insektenstichen, Kopfschmerzen oder Prellungen wie ein Coldpack verwendet werden. Zudem können die Säckchen, im Ofen erwärmt, Füsse, Hände, oder schmerzende Bäuchlein wärmen und entspannen (Bitte achtet beim Erwärmen der Kissen unbedingt darauf, dass ihr die Temperatur checkt, bevor ihr das Kissen dem Kind auflegt. Reis kann sehr heiss werden und zu Verbrennungen führen!!!)

Und hier noch die einfache Anleitung zu den Säckchen für euch:


Ihr braucht:
– festen, fein gewebter Baumwollstoff (übrigens ein perfektes DIY, um die Stoffreste zu minimieren!!!)
– Nähmaschine
– Schere
– Stecknadeln
– Faden
– Reis (oder, falls ihr keine Lebensmittel nehmen mögt, auch groben Sand)
– ev. Trichter


Und so wird’s gemacht:
– Schneidet den Stoff in eurer gewünschten Grösse zu. Unsere sollten 10 x 10cm sein, also habe ich sie 12 x 12cm zugeschnitten (inkl. Nahtzugabe).
–  Jedes Stoffstück auf einer Seite mit einem Zickzackstich versäubern


– Stoffstücke rechts auf rechts (die schönen Stoffseiten aufeinander) zusammenlegen, die verzsäuberten Kanten kommen aufeinander und bleiben offen, währenddem ihr die anderen drei Seiten zusammennäht. Achtet dabei darauf, dass ihr die Stichlänge klein einstellt… sonst schlüpft euch der Reis durch die Naht.
– versäubert dann die Kanten der drei geschlossenen Seiten mit einem Zickzackstich, verknüpft die Fäden und schneidet sie ab.
– Säckchen wenden und die Ecken mit einer Nadel vorsichtig nach aussen ziehen.


– Befüllt die Kissen mit dem Reis. Füllt nur so viel ein, dass ihr das Säckchen noch zunähen könnt.
– Den Stoffrand der Öffnung 1cm umlegen, mit Stecknadeln zusammenstecken und entweder von Hand mit einem festen Matratzenstich oder aber mit der Nähmaschine knappkantig abnähen.


Verschiedene Füllungen, für eine andere Haptik:
Reis
Traubenkerne
Kirschkerne
Sand
Dinkelspreu
Weizenspreu
Leinsamen

Mit dieser Anleitung könnt ihr auch Tast- oder Duft-Memorys herstellen. Dann alle Säckchen mit dem gleichen Stoff nähen und immer zwei Säckchen mit gleichem Material befüllen. Ertasten, welche Säckchen das gleiche Material enthalten, oder aber erschnuppern, welche Täschchen gleich riechen.
Bei den Duftsäckchen könnt ihr getrocknete Blüten und Kräuter einnähen. Eine Anleitung für Duftkräuterkissen findest du hier.
Falls du mehr Inspiration wünschst bezüglich lustvollen, sensomotorischen Übungen für Kinder, guck mal hier.


Nun wüsche ich euch viel Freude beim Tun und Spielen, beim Ausprobieren, lustig, wild und gesellig Sein.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, eure Sandra

 

Dieser Beitrag ist verlinkt mit
naturkinder // creadienstag
vielen lieben Dank

6 thoughts on “SPIELIDEEN MIT REISSÄCKCHEN // EINFACHES SPIELZEUG DIY

  1. Ein schöner Artikel mit schönen Ideen.
    Wir verwenden im Kindergarten solche Säckchen als Kühlkissen. Allerdings sind sie bei uns mittlerweile mit einem Plastikgranulat für Stofftiere gefüllt, da die Kinder sie häufig in den Mund nehmen oder auch mal auf eine blutende Schramme legen. So können die Säcke einfach mit in die Waschmaschine und man muss nicht so sehr aufpassen, ob die Füllung während des Trocknens keimt.
    Herzliche Grüße, Kerstin

    1. Liebste Kerstin, danke für deine Nachricht und den Tipp. Ja, für grosse Kindergruppen mit kleinen Kindern ist dies eine gute Möglichkeit, die Säckchen hygienisch zu halten. Ich hatte damals im Kindergarten Sandkissen, aber mit einem sehr festen Innenstoff und einem weicheren Stoff den man darüberziehen und auch mal waschen konnte.
      Ich wünsche euch wunderbare, verspielte und lustige Tage mit euren Kindern im Kindergarten.
      Herzliche Grüsse aus Wien.
      Sandra

  2. Die hab ich auch mal gemacht, mit Dinkel oder Weizen gefüllt und in der Mikro erwärmt ergeben sie super Handwärmer im Winter. Ich denke, Reis lässt sich auch erwärmen. Mein Haken an der Sache ist allerdings, dass wir keine Mikrowelle haben – hahaha, typisch ich halt, aber die Beschenkten haben sich gefreut.

    Jonglieren kann ich nur mit Tüchern, aber die anderen Spiele sind auch toll, ich werde wohl noch mal mein Stofflager minimieren, glg Uli

    1. Du, ich hab jahrelang Kirschkernkissen genäht und verschenkt. Super schnell wohlig warm in der Mikrowelle (die jeder hat, ausser du und ich) oder auf dem Kachelofen… Ich habe keines von beidem und deshalb für meine Kinder eine Wärmflasche gekauft.
      Jonglieren kann ich. Nicht ganz zuverlässig, also am Besten irgendwo auf dem Feld, aber wir üben fleissig, denn die Kinder wollen zum Zirkus.
      Alles Liebe und so schön, von dir zu hören!!!!

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