SELBSTFÜRSORGE // KÖRPERBUTTER & SEELENFUTTER // GEMEINSAME SACHE

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“Heb der Sorg” ist ein gängiger Ausdruck, den wir Deutschschweizer oft zueinander sagen, wenn wir uns verabschieden. Achte auf dich, trage dir selber Sorge. Ein schöner Wunsch, den man sich auf den Weg gibt, bis man sich wieder sieht.
Uli von thelowredeyes hatte die Idee, die GEMEINSAME SACHE vom Februar dem Thema der Selbstfürsorge zu widmen. “Super”, dachte ich und war dann auch gleich etwas ratlos. Wie geht denn das eigentlich, das mit “sich-selber-Sorge-tragen? 

Ein Geben und Geben
Wir können nicht nur geben, manchmal müssen wir auch nehmen und zurückbekommen. Jeder Mensch braucht Selbstfürsorge, aber ich glaube, dass Mamas und Papas eine Extraportion bekommen sollten…
Wir streicheln, liebkosen, hören zu, trösten, schlichten und pflegen, unterstützen mit bestem Wissen und Gewissen und machen den Tormann auch dann noch, wenn wir im Stehen einschlafen könnten. Von Herzen tragen wir all unsere Liebsten in unseren Gedanken durch den Tag, und haben immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil wir vielleicht etwas zu zackig und ungeduldig waren. Wir suchen den Lieblingspulli und nähen den Puppenarm wieder an, impfen die Katze termingenau und backen Kuchen für den Elternabend. Und viele von uns haben einen Job, bei dem sie ebenfalls einfach alles geben. 7/24, ohne Übertreibung.
Wir können bewundernswert lange funktionieren, sogar Tag und Nacht, weil wir voller Liebe sind und es gerne tun, auch wenn der Tank schon ewig leer ist. Die Frage ist nur: Was macht dies mit mir und meinen Mitmenschen, wenn ich so durch den Alltag strauchle? Und wo bleibt dabei die Freude?

Seine eigene Quelle finden
Oft denken ich an meine Grossmutter. Sie war Gemüsebäuerin und hat ihr Leben lang geschuftet. Leider habe ich sie nie gefragt, wie sie sich Sorge getragen hat. Wie sie sich genährt hat, in schwierigen Zeiten. Sicher ist, dass sie niemals im Leben eine Körperbutter verwendet hat (Nivea forever!) und auch schon nur beim Hauch von “höre auf den Atem” in Lachen ausgebrochen wäre. Aber vielleicht war es die Natur, in der sie, trotz vieler Arbeit, Kraft geschöpft hat? Vielleicht war es ihr Humor, der sie genährt hat, denn wenn sie gelacht hat, wurde alles ganz leicht. Ich bin ganz sicher, da war eine Quelle, bei der sie sich laben konnte, um danach wieder weiterzugehen.
Und so glaube ich, dass jeder Mensch seine Quelle hat, zu denen er hingehen und sich nähren kann. Quellen, die die Seele nähren, den Körper, das Herz, den Intellekt, und die Spiritualität, sie auffüllen, mit Lebendigkeit, Kraft, Energie und Liebe.


Ob wir Joggen oder uns auf die Yogamatte stellen, einen Kaffee trinken oder Musik hören, Bücher verschlingen oder uns ans Klavier oder die Nähmaschine setzen, beten, meditieren oder mit Freundinnen quatschen. Oder eben dem Körper was besonders Gutes tun und ihn mit einer selbstgerührten Lotion a la lowredeyes verwöhnen… Quellen, so individuell und einzigartig, wie der Mensch selbst, die aber alle etwas gemeinsam haben: Sie geben zurück, was fehlt, und füllen auf, um wieder aus dem Vollen schöpfen und liebevoll geben zu können.

Ich erlaube mir, das zu nehmen, was ich brauche
Selbstfürsorge hat nichts mit Egoismus zu tun. Es ist eine Gabe, tief in sich hinein zu spüren, mutig nein sagen zu können, wenn was zu viel ist, und liebevoll ja zu sich selber zu sagen. Es ist ein Glück, wenn man seine innere Stimme hören kann, und eine Chance für alle, wenn man danach handelt. Auf sich und somit auch auf seine Umwelt zu achten heisst auch, das Leben und die Menschen darin wertzuschätzen.

„So lange der Atem im Leibe wohnt, ist Leben da. Schwindet der Atem, so schwindet das Leben. Daher lenke deinen Atem.“
Hatha Yoga Pradīpikā, II, 3.

Manchmal ist man erledigt, doch fern von einer Rückzugsmöglichkeit. Eine der wundervollsten, belebenden, beruhigendsten und nährendsten Quellen jedoch haben wir in uns. Unseren Atem.

Hier ist meine Erste-Hilfe-Selbstfürsorge für immer und überall!
– Setze dich in einen glücklichen, aufrechten Sitz, oder stehe fest, mit beiden Füssen auf dem Boden.
– Atme durch die Nase ein…. Fülle damit langsam deinen Bauch (und ja, er wird gross, vielleicht musst du den Hosenknopf öffnen), atme weiter bis in deine Brust, und noch weiter bis hoch unter das Schlüsselbein. Stelle dir dabei vor, dass du ein Gefäss füllst mit deinem Atem. Mach es ganz voll und halte einen kurzen Moment inne.
– Und dann atmest du alles ganz langsam durch den Mund wieder aus. Öffne die Lippen dabei nur einen Spalt, etwa so, als würdest du sachte eine Kerze ausblasen.
– Atme alles, alles aus und ziehe dabei deinen Bauchnabel leicht zur Wirbelsäule.
– Wenn du ganz leer bist, halte nochmals einen kurzen Moment inne.
– Wiederhole diese Atmung. Langsam und achtsam. Atme ein durch die Nase und aus durch den Mund.
– Lausche, wie dein Atem kommt und geht, wie die Wellen im Ozean, tragend und immerwährend. Vielleicht kannst du dir erlauben, deine Augen dabei zu schliessen.
Es ist ein Sich-selber-Beatmen, ein sich Auffüllen mit Lebensenergie und Leichtigkeit, ein Aufnehmen und Abgeben, und es kann passieren, dass wir dabei ganz bei uns selbst ankommen.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderschönes Wochenende, einen langen, tiefen Atem, ein bisschen Zeit für euch und vielleicht dürft ihr euch sogar ein bisschen verwöhnen lassen?

Habts fein und schön und wunderbar.
Heb Sorg.
Alles Liebe, Sandra

Ps: Falls ihr auf was Energetisierendes für Zwischendurch Lust habt, guckt mal hier. Bestens geeignet für eine kleine, stärkende Auszeit.

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2 thoughts on “SELBSTFÜRSORGE // KÖRPERBUTTER & SEELENFUTTER // GEMEINSAME SACHE

  1. Wunderschöner Text, gerade der Teil mit deiner Oma hat mich sehr berührt, ich hatte auch so eine… ein Leben lang Entbehrung, harte Arbeit und sehr viele Sorgen – trotzdem: 15 Jahre nach ihrem Tod nie mehr einen so optimistischen, fröhlichen und weltoffenen Menschen getroffen – aber wie gestern, so auch heute gilt: wer durch den Monsun muss, sollte zwischendurch auch mal gscheid durchschnaufen 😉 liebste Grüße Uli

  2. Liebe Uli, ja, ich frage mich manchmal, wie unsere Grossmütter das alles gewuppt haben. Und noch besser ist es, wenn man durch den Monsun geht und sich vorher mal gut eingeschmiert hat… Alles Liebe, Sandra

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