OSTEREIER AUF JAPANISCH // DIY

Wenn ich euch erzähle, dass ich eben in meinem “Atelier” war, um ein paar Materialien zum Gestalten rauszusuchen, dann klingt das sehr mondän. Klingt nach grossem Raum, Licht und Inspiration.

Ehrlich? Mein Kram liegt in einem prallgefüllten Kammerl, zwischen Waschmaschine, Wäschetrockner und Bergen voller Schmutzwäsche. Das “Atelier” ist vollgestellt mit Regalen, diese sind prallgefüllt mit Kisten, die, wiederum prallgefüllt mit Materialien, darauf warten, gelegentlich verarbeitet zu werden. Die gebastelten Laternen der letzten sieben Laternenumzüge der Kinder hängen da so praktisch, dass ich jedesmal, wenn ich Wäsche mache (ziemlich immer) mit den Haaren ein bisschen daran hängen bleibe. Ich betrete das “Atelier” meist seitwärts, da sich die Tür nicht ganz öffnen lässt. Weil: dahinter stapeln sich zu viele (super) Holzreste, eine Leiter, ein Bügelbrett und unendlich viele Zeichnungsmappen… Und last but not least, ist da auch noch das Katzenklo. Also tschüssi dann, Inspiration.

Trotzdem sage ich Atelier statt Rumpelkammer, weil da wenigstens Raum ist für unsere Sachen und immerhin das Material ein bisschen deluxe verdient, wie ich finde. Und weil es mich an früher erinnert, wenn ich “Atelier” sage.
Sodeli. Ich war da also, hab was gesucht und bin dabei auf eine alte Zeitung gestossen. Eine japanische Zeitung vom 10. April (oder 4. Oktober) 2004. Und weil ich in der Zwischenzeit eh vergessen hatte, nach was ich eigentlich gesucht hatte, nahm ich dieses Bündel und blätterte es durch. Natürlich verstehe ich rein gar nichts von dem, was in dieser Zeitung steht, aber die Schriftzeichen sind wunderschön. Und schwups, sind aus dem Zeitungspapier ein paar Ostereier gehüpft…

Für die Ostereier braucht ihr:
–  Zeitungen, Illustrierte, altes Geschenkpapier oder Kinderzeichnungen
– einen Bleistift
– eine Eivorlage (ich habe unseren Keksausstecher genommen, aber ihr könnt auch einfach eine Eiform auf ein dickeres Papier zeichnen und diese dann ausscheiden und als Vorlage benutzen)
– eine Schere
– eine Nähmaschine
– Klebestift


So einfach wird’s gemacht
Schneidet aus dem Papier 13 gleiche Eier aus. Natürlich ist Zeitungspapier dünner als Zeichnungspapier. Je dicker das Papier, desto weniger Schichten braucht ihr. Wichtig ist nur, dass ihr eine ungerade Anzahl zuschneidet, dass das mit dem Verkleben aufgeht… 
Ich habe, damit ich nicht jedes Ei einzeln ausschneiden musste, Zeitungsstreifen geschnitten, diese gefaltet und so immer gleich 6 Eier auf einen Streich gefertigt…

Legt dann die zugeschnittenen Papiereier aufeinander. Am Besten befestigt ihr diese mit einer Büroklammer und zeichnet auf dem obersten Papierei die Mitte längs mit einem Stift ein, bevor ihr mit der Nähmaschine durch alle Papierschichten durchnäht. Ich habe dafür einen grossen Stich (5) gewählt, sodass die Eier gut zusammenhalten, ohne dass sie gleich, superperforiert, zu Abreisszetteln werden…
Zudem habe ich von unten nach oben genäht (vom stumpfen Eiteil zum spitzen Eiteil) und dabei nach dem Nähen genügend Faden zugegeben, damit ich diesen gleich als Aufhänger benutzen kann. Nach dem Nähen habe ich die Fäden gleich verknüpft.

Eigentlich könnt ihr dann einfach  die Zeitungsseiten ein bisschen auseinander falten und dann das Papierei auch gleich so aufhängen. Fertig. Oder aber…


…ihr macht auf Wabeinei und klebt die Papierseiten aneinander. Das braucht etwas Zeit, ist aber ganz einfach:


– Legt das zusammengenähte Papierei quer vor euch hin und gebt ein bisschen Kleber auf die Seite unten rechts (erste kleine Abbildung). 
– Legt dann die obere Seite nach unten auf den Klebepunkt, drückt kurz fest und gebt dann gleich hier Kleber auf die untere linke Seite (zweite kleine Abbildung).
– Blättert wieder von oben nach unten um, drückt an und klebt wieder unten rechts (letzte kleine Abbildung)… 
– Also immer Klebepunkt links oder rechts auf der unteren Eihälfte anbringen, von oben nach unten blättern und weiterkleben…
Irgendwann geht es sich nicht mehr aus, das Ei auf dem Tisch liegen zu haben, wenn ihr klebt. Denn sobald es rund wird, müsst ihr “in der Luft” weiterarbeiten…. Rundrum.

Übrigens wird in Japan das Osterfest nicht gefeiert. Aber zum Osterei sagen sie anscheinend Easteregg, was japanisch ausgesprochen wird wie iiisutaeggu. Eh klar, wenn man’s weiss ; )

Natürlich wollte die Kleine gleich auch Papiereier werkeln. Sie fand in ihrem “Atelier” (eine Schuhschachtel mit ihrem Bastelmaterial) ein paar hübsche Tapetenreste. Der Grosse fand eine Aquarellzeichnung, die er passend fand, und dann wurde eine Papiereiproduktion eröffnet. Sobald ich die Bilder davon zusammengestellt habe, werde ich euch die Kinderversion der Papiereier beschreiben.

Vor meinem Fenster zwitschern die Vögel. Ich sollte raus gehen, in den Garten, mich in die Sonne setzen, dem Vogelkonzert lauschen, mit meinen Nachbarinnen quatschen und schöne Garten-Pläne schmieden. Erst aber geh ich ins Atelier… ihr wisst schon… Wäsche waschen.

Einen zauberhaften Tag, euch allen.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

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