WILDES SÜSS // GEMEINSAME SACHE // GUNDERMANN-EIS UND LÖWENZAHNHONIG

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Wir waren über die Ostertage in der Schweiz. Die Wiesen da sind übersät mit goldgelbem Löwenzahn. Und immer wenn ich in die leuchtenden Felder schaue, denke ich daran, wie ich vor vielen Jahren mit meinem Vater durch die Gegend um unser Dorf getigert bin, auf der Suche nach Chrottepöschä (Löwenzahn auf Zürichdeutsch).
Ich hatte meinen Kindergartenkindern nämlich versprochen, Löwenzahnhonig zu kochen. Nun waren aber die Tage so warm, dass aus den gelben Feldern innert kürzester Zeit weisse Pusteblumen-Wiesen wurden, und wir suchten verzweifelt nach den gelben Blüten. An einem Bach im Schatten wurden wir schliesslich fündig und pflückten (viel zu wenig) von den kostbaren Blüten.
Es gab dann doch noch eine feine Honigkocherei und für jedes Kind ein Miniglas süsses, wildes Löwenzahngold, das sie stolz nach Hause trugen… 

Als Uli von lowredeyes für unsere gemeinsame Sache vom April die Idee vom “wilden Süss” aufbrachte und mir ihr schon voll konkretes Gundermann-Eis (Hä???) -Rezept-Konzept unterbreitete, wusste ich gleich: Mensch, ich brauch einen Plan! Guckt doch mal, wie lecker das Eischen ausschaut…


So machte ich mich, in der Zwischenzeit wieder zurück in Wien, mit den Kindern auf zur Löwenzahnsuche… Und VERFLIXT UND ZUGENÄHT, es war wie damals! Kaum mehr gelbe Blüten. Ausser natürlich an den Strassenrändern, wo die Autos… und die Hunde, hach, ihr wisst schon. Wieder tigerten wir, und wenn wir dann eine goldgelbe Blüte fanden, war sie bestimmt schon besetzt: Von einer Biene oder einem Käfer. Irgendwann, ziemlich bald, streikte die Kleine und meinte, ihre Leggins rutsche so blöd und sie möge eh keinen Honig. Aber der Grosse, unser Honigbär, liess sich nicht von unserem Löwenzahnplan abbringen. Und so fanden wir dann doch noch ein paar Blüten…

Ende gut, alles gut, aber bevor ihr nun also tatkräftig zur Ernte schreitet, solltet ihr folgendes wissen: Falls ihr euch vorgenommen habt, nach Ostern den Zuckerkonsum etwas einzuschränken, dann kocht diesen Honig NICHT… Sehr viel Zucker, süsse, süsse Sünde! Ich habe euch gewarnt.

Hier das Rezept:
– 100 g  Löwenzahnblütenblättchen (nur das Gelbe)
– 1 L Wasser
– 1 Kg Rohrzucker oder Gelierzucker (Mengenangaben auf der Packung beachten)
– 1 Zitrone, Saft und abgeriebene Schale 
– leere Marmelade- oder Einmachgläser

Sammelt zur Mittagszeit, wenn die Blüten trocken und geöffnet sind. Am besten (mit gutgelaunten Kindern…) auf einer ungedüngten Wiese, etwas weg von der Strasse und so. Wir haben dann die Löwenzahnköpfchen zu Hause auf dem Tisch ausgelegt und etwas liegen lassen, sodass auch kleine Käferchen, die wir beim Pflücken übersehen hatten, noch wegspazieren konnten. Dann haben wir die Blüten mit kaltem Wasser vorsichtig “abgeduscht”.

Zupft von euren gesammelten Löwenzahnblüten die gelben Blütenblätter ab und gebt sie in einen Topf. Zugegeben, das braucht ein bisschen Zeit, aber dies ist eine Tätigkeit, bei der Kinder wunderbar mithelfen können… Übergiesst dann die Blüten mit 1 Liter Wasser, kocht die Flüssigkeit auf und lasst sie dann langsam wieder auskühlen. Bedeckt den Topf mit einem Deckel und lasst die Flüssigkeit ein paar Stunden (oder über Nacht) ziehen.

Seiht den Saft durch ein Tuch ab und gebt den Zucker, den Zitronensaft und die abgeriebene Zitronenschale dazu. Kocht diesen auf, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Lasst ihn nach dem Aufkochen nur noch vor sich hin simmern, bis der Saft eine Honigkonsistenz bekommt. 
Macht, bevor ihr den Honig in die Gläser füllt, eine Gelierprobe: Gebt einen Klecks Honig auf einen flachen Teller. Lasst den Klecks auskühlen und überprüft dann die Konsistenz. Wenn sie passt, kann der Honig abgefüllt werden.
Das kann durchaus etwas länger dauern… 
Füllt dann den Honig in eure vorbereiteten, sauberen, sterilen und vorgewärmten Gläser.
→ Bitte beachtet, dass dieser Arbeitsschritt nichts für kleine Kinder ist. Der Sirup ist extrem heiss und klebrig!

Löwenzahnhonig ist ein veganer Honigersatz und schmeckt wunderbar auf einem Butterbrot, im Joghurt oder Müsli, ist fein zum Süssen von Tee, Nachspeisen (z.B. von Gundermann-Eis, hier gehts zum Rezept) oder, falls er eher flüssig geblieben ist, auch als sommerlicher Sirup im Sprudelwasser. 


Übrigens hat die Kleine dann doch noch ihr Fingerlein in den Honigtopf gesteckt. Und – wer hätte es gedacht – den Löwenzahnhonig als mmmmmhhhh, sehr gut befunden. Aber eben nur, weil es ja eh kein echter Honig ist… Pfff.
Wild und Süss ist unser Ding!

Ich wünsche euch und euren Liebsten ein süsswildes Wochenende mit Eis, Honig und Sirup. Und falls ihr gelbleuchtenden Löwenzahn findet, dann pflückt ihn gleich…

Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

 

Löwenzahn ist entgiftend und regt den Stoffwechsel an.
Die Rezeptur wurde sorgfältig erarbeitet, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr.

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vielen lieben Dank!

4 thoughts on “WILDES SÜSS // GEMEINSAME SACHE // GUNDERMANN-EIS UND LÖWENZAHNHONIG

  1. Gell, wenn man zack her und muss – dann wird es oft eng. Mein Eis war ja auch kein Zuckerschlecken 😉 Aber wie so oft: Ende gut, alles gut… und das es zeitenweise extrem strudelt, müssen wir ja keinem auf die Nase binden. Dicke Umarmung und euch ein schönes Wochenende, glg Uli

  2. Liebe Sandra,
    das klingt ja superlecker! Muss ich unbedingt mal ausprobieren! Das Problem wird am ehesten sein saubere Blüten zu finden… aber wenn man sie später kocht sind sie ja erhitzt worden.
    Ich freue mich schon das zu probieren. Vielen Dank für das Rezept!
    Liebe Grüße
    Birte

    1. Liebe Birte, ja, das ist tatsächlich eine Herausforderung, eine geeignete Wiese zu finden… Wenn man nicht grad auf dem Land wohnt. Wir haben unsere Blüten auch während eines Ausfluges gesammelt. Hier vor dem Haus gibt es zwar ein ganzes Blütenmeer, aber eben auch viele Spaziergänger mit Hunden.
      Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche und viel Freude beim Tun.
      Süsse Grüsse aus Wien
      Sandra

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