GEBURTSTAGSMONAT MAI // HEJHO PIRATENFEST FÜR KINDER!

Im Mai, ich sags euch, kommen wir aus dem Feiern gar nicht mehr raus… Denn nach dem “Tanz in den Mai”, dem Muttertag und diversen Schmankerln haben unsere zwei Kinder Geburtstag. Erst der Grosse, dann, nach einem Tag Muffin-Rutschpause, feiert die Kleine… Und so ist der Wonnemonat Mai im Hause Lieblingsbande immer feierlich, gefüllt mit Vorfreude, Aufregung, Kerzen und Kuchen, Konfetti, liebem Besuch und Geschenken. UND natürlich Kindergeburtstagen. Ganz wichtig und immer schon Jahre im Voraus kunterbunt ausgedacht, fein säuberlich geplant und gemeinsam mit viel Gekicher und Elan vorbereitet.

Gerne möchte ich euch in den nächsten Tagen von unseren letzten Kindergeburtstagen berichten. Vielleicht findet ihr da und dort eine Idee, die ihr mitnehmen mögt für eure nächste Kinderparty.

Pirat in Sicht!
Die Piratenparty war ein grosser Wunsch meines Sohnes. Damals wurde er 5 Jahre alt und er war wohl einer der tapfersten Kapitäne überhaupt. Seine Freunde und er hatten so viel Spass, dass das Fest ein Selbstläufer wurde und ich nur noch zusehen und Kuchen aufschneiden brauchte… 

Eine Flaschenpost
Die Einladungen für die geladenen Piraten wurden natürlich in eine Flaschenpost gelegt. Wir haben dazu Flaschen gesammelt, diese ausgewaschen und gut trocknen lassen. Die Einladung habe ich geschrieben und der Grosse hat sie verziert und unterzeichnet. Dann haben wir die Piratenpost kopiert und die Papierränder angezeuselt. Hinten im Garten, so ein bisschen geheim mit Zündhölzern und so. Das alleine war schon abenteuerlich. Als die Briefe so richtig schwarz und angekohlt waren, haben wir sie gerollt und mit einem Stück Schnur zusammengebunden. Die Schriftrolle kam dann, zusammen mit ein bisschen Sand und ein paar kleinen Muscheln, in die Flaschenpost.

Material für die Einladung:
– Plasitkflaschen mit Deckel
– Papier und Stifte
– Zündhölzer / Kerze (nur mit einer erwachsenen Person zündeln… es geht sauschnell und so ein Stück Papier ist in Flammen!!!!)
– Schnur 
– Sand und ev. kleine Muscheln

Piratenfest!
Wir haben im Garten einen Piratenparcours mit verschiedenen Stationen zusammengestellt. Als die Piratenbande bei uns eintraf, haben wir uns erst mal auf Deck (eine Picknickdecke im Schatten) getroffen und die Sachlage miteinander besprochen… Dann hat sich jeder Pirat ausgestattet mit einem Piratentuch!

Piratentuch (ankommen am Ort und in der Kindergruppe, sich einstimmen, sich ein Verkleidungsstück selber machen)
Ich habe für jedes Kind ein dreieckiges Stück Baumwollstoff vorbereitet, welches sie mit ihrem Namen beschriften durften… und natürlich mit all den gruseligen Piratendingen, die es überhaupt sonst noch gibt. Dann brauchte es dringend noch einen silbernen Ohrring, den wir an das Tuch annähten. Aber der musste erst aus den Tiefen des Meeres gefischt werden.

Material:
– Baumwoll-Stofftücher, dreieckig (unsere Tücher waren: 1m die lange Seite, 70cm die kurzen Seiten)
– Soffmalstifte

Schätze fischen (eine ruhige Hand trotz grosser Aufregung… und ein bisschen Geduld)
Tief im Ozean liegt ein versunkener Silberschatz. Mit einer Angelrute haben wir die Ohrringe für unser Kopftuch aus dem Wäschezuber meiner Grossmutter gefischt. Gar nicht so einfach, wenn man dazu mit der Rute in grösserem Abstand zum Wasserbecken steht.
Den Kindern, die ihren Schatz aus dem Wasser rausgefischt hatten, habe ich mit ein paar Nadelstichen den Silberring an den kurzen Rand des Kopftuches genäht… Beim Anziehen des Tuches kommen die Ringe genau über das Ohr. Hello Jack Sparrow!!!

Sehr fein ist es auch, wenn ihr verschiedene Wasserbehälter aufstellt, so dass sich die Kinder immer mal wieder die Füsse baden oder sich sogar ins Wasser setzen können (Badehosen!)
Falls ihr indoor feiert, könnt ihr die Silberschätze auch in ein Becken, ausgelegt mit blauen Tüchern, legen.

Material für die Piratenohrringe
– Faden und Nadel
– kleines Becken (Schwimmbecken oder Babywanne) gefüllt mit Wasser
– Metall-Vorhangringe als Ohrringe
– Fischerrute aus einem langen Holzstock, Schnur an der ein Magnet befestigt ist (gut ist es, wenn ihr einen Kühlschrankmagnet in einen unaufgeblasenen Luftballon gebt und diesen an die Schnur bindet).

Über den Steg an Deck gehen (balancieren, einander führen, Halt geben, sich gegenseitig aus dem Wasser ziehen)
Als Pirat ist es super wichtig, dass man gut balancieren kann. Wir haben ein langes Holzbrett auf zwei Holzkisten gelegt und unter die Planke ein Tuch, als Meer… Wer kann nun balancieren, ohne ins Meer zu plumpsen? Und wer kann sich aus dem Meer wieder auf den Steg hieven? Wer hilft bei der Rettung mit, ohne ebenfalls ins Meer zu fallen? Einige gingen rückwärts oder mit geschlossenen Augen. Die Kinder balancierten den ganzen Nachmittag hin und her!
Vom Steg konnte man sich über die Strickleiter direkt ins Piratenschiff (Schaukel) hangeln.

Material zum Balancieren:
– zwei stabile Hocker oder Holzkisten
– stabiles Holzbrett

Piratenschiff (sich gemeinsam ein “zu Hause” bauen)
Wir haben unser Schiff auf der Vogelnest-Schaukel gebaut. Super ist aber auch eine Decke auf dem Boden, das Sofa (falls man im Wohnzimmer feiert) oder einfach eine auf dem Boden ausgelegte Matratze. Auch ein grosser Pappkarton eignet sich ganz wunderbar für ein Schiff! 

Material fürs Schiff 
– Decken für Segel und zum Zudecken in der Nacht
– Wäscheklammern
– eventuell Schneckenbänder oder Seile (bitte nur unter Aufsicht!)

Haifischfütterung (zielen und werfen)
Wenn die Haie kommen, füttert man sie lieber, um sie bei Laune zu halten. Also mussten die Piraten das Futter in den Schlund werfen. Wir haben dazu die Filzfische aus dem Kaufmannsladen als Futter umfunktioniert und diese dann – mit Abstand – versucht, in das ausgeschnittene Haifischmaul zu werfen.
Das Stück Pappe haben meine Kinder und ich ein paar Tage vor dem Kindergeburtstag gemeinsam im Garten bemalt. Schon das war sehr lustig, weil natürlich plötzlich ganz viele Kinder mithelfen wollten. Also auch ohne Fest eine feine Aktivität… Gemeinsam ein Stück Pappe bemalen, Löcher einschneiden und damit spielen! 
Die mutigen Piraten durften natürlich in das Haifischmaul steigen, und wir haben von jedem Kind ein Erinnerungsbild gemacht. Das Bild war unser Mitgebsel, als Andenken an das Piratenfest.

Material:
– Pappreste
– Messer oder Schere
– Wasserfarben, Pinsel und Wasser
– Filzfische (aus dem Kaufmannsladen der Kinder), Reissäckchen (auch mit Reis gefüllte, vereinsamte Kindersocken) oder Bälle

Schatztüten (zielen)
Das Geburtstagskind hat vor dem Fest viele Piratenflaggen gezeichnet. Aus einem der Bilder habe ich eine Schablone gebastelt und damit ein paar Stofftüten bedruckt. Die Stofftaschen warteten in meinem Fundus schon lange… auf eine Piratenfete wie diese. Die bedruckten Taschen hingen, wie Piratenwäsche, an einer Schnur über dem Schiff. Bevor die Kinder verabschiedet wurden, durften sie mit einem mit Wasser gefüllten Spritztier (diese Plastik-Spritztierchen aus der Badewanne) eine Tasche für sich ertreffen. Darin konnten dann das Erinnerungsbild und das Kopftuch mit dem Ohrring verstaut und sicher nach Hause gebracht werden.

Material für die Schatztüten
– Schnur
– Wäscheklammern
– Stofftüten ev. bedruckt (Stoffmalfarbe)
– Spritztiere, Wasser

Piratenpause
Auch die wildesten Piraten brauchen ab und zu eine Pause. Es ist immer schön, wenn es einen Platz auf dem “Festivalgelände” gibt, an den sich die Kinder zurückziehen und zur Ruhe kommen können. Ich habe für die Kinder eine Picknickdecke am Schatten ausgebreitet, auf der man fein fläzen und ein paar Piratenbücher durchblättern konnte.
Auch den Geburtstagskuchen und geschnittene Früchte haben wir da gegessen, und zum Schluss haben wir uns auf der Decke getroffen, um eine Piratengeschichte zu hören.

Immer habe ich eine Geschichte bereit, wenn wir Kinderfeste feiern. Weil ich es sehr schön finde, wenn alle zusammenkommen und dabei jedes Kind zur Ruhe kommen kann, weil es eine schöne Erinnerung ist, zum gemeinsam Erlebten eine Geschichte zu hören. Und sollte so ein Fest aus dem Ruder laufen, ist eine Geschichte perfekt, um wieder ins Lot zu kommen.

Die Piratenspiele waren für alle anwesenden Kinder gut machbar, sodass jedes freudig mittun konnte. Kleinere Gäste standen bei der Haifischfütterung einfach ein bisschen näher am Schlund als die grossen Kinder, beim Balancieren brauchte das eine oder andere zu Beginn eine Hand zum Festhalten. Weil es bei solchen Parcours kein Gewinnen und Verlieren gibt, ist die Stimmung auch immer lustig und ausgelassen und entspannt. Am schönsten finde ich jedoch, dass daraus immer wieder eigene Spiele und Varianten entstehen, in denen die Kinder vollends aufgehen. 

Noch ein paar Ideen
Fernrohr:
Aus den Plastikflaschen der Einladungen hätte ich gerne noch Fernrohre mit den Kindern gebastelt. Boden abgeschnitten, mit buntem Klebeband versäubert, eine Schnur um den Flaschenhals und schwups, wäre das Fernrohr fertig gewesen. Wir hatten leider keine Zeit. Zu viel zu tun!
Schiffchen bauen:
Jeder Pirat darf aus Nussschalen, Baumrinden, Stöcken, Blättern… ein Schiffchen bauen. Sie fahren zu lassen in den Wasserbehältern ist sehr schön. 
Schwungtuch:
Ein grosses Schwung- oder Leintuch ist ein tolles Spielmaterial. Super ist es, weil alle Kinder sich an den Rändern halten können, sodass das Tuch gut gespannt wird. Wenn man dann seine Arme bewegt, entstehen im Tuch Wellenbewegungen. Ein schönes Erlebnis ist es, wenn einzelne Kinder unter das Tuch liegen dürfen. Oder aber man legt einen Gegenstand (ein Filzfisch von der Haifischfütterung) auf das Tuch und beginnt zu schwingen, sodass der Fisch auf und ab springt, aber nicht aus dem Wasser fällt… 
Piratenlieder singen:
Mit Gitarre auf Deck Piratenlieder singen! Gibt es was schöneres?
Schatz ausgraben:
Bei einem Piratenfest liegt es auf der Hand, einen Schatz zu finden oder zu verstecken. Ich wollte eigentlich heimlich eine Kiste mit Eislutschern in der Sandkiste verbuddeln, aber ich bin ganz und gar nicht dazu gekommen.
Tattoos:
Anker, Matrosen, Schwerter, Herzen, Totenschädel oder doch MAMA? Ein Piratentattoo-Platz auf der Picknickdecke ist eine feine Idee. Achtet bei den Tattoos darauf, dass sie hautfreundlich und speziell für Kinder geeignet sind.

Zuletzt noch das: Piraterie ist unschön und es ist so wie mit vielem. Man muss gar nichts beschönigen. Die Sonnenuntergangs-Romantik, die da mitschwingt, schwingt am völlig falschen Platz. Wir haben viel über Piraten gesprochen, darüber, dass es immer noch welche gibt, darüber, dass es überhaupt nicht geht, wenn andere ausgeraubt und gar bedroht werden… Dennoch erlebe ich seit vielen Jahren, dass die Kinder fasziniert davon sind. Von dieser abenteuerlichen, wilden, spannenden Welt, vom Hinausfahren auf dem Schiff, weit weg, ins weite Meer. Vom Wind und den Stürmen, von den Tieren und den Schätzen, die in den tiefsten Tiefen entdeckt werden wollen. Wenn ich Kinder beim Piratenspielen beobachte, erlebe ich ganz selten Halunken, sondern viel Gemeinschaft, Mut und Bewegung. 
Zudem: Alles eh nur ne Phase!!!

Hejho! Und eine zauberhafte, wilde, spannende und lustige Woche.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

Mehr über das Geburtstagefeiern mit Kindern erfahrt ihr hier: Kindergeburtstage ohne Klimbim

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