DEN HERBST KONSERVIEREN // DIY

“Schau Mama, das alles habe ich heute gefunden”, sagt die Kleine und leert ihre kugelrund gefüllten Manteltaschen gleich beim Eingang aus. Herbstblätter in allen Farben und Formen, Kastanien, Eicheln und die obligaten Steine purzeln aus den Taschen, werden gleich stolz ausgebreitet und präsentiert. “Alles frisch und Bio. Was hättest du gerne?” fragt sie mich in diesem Marktfrauenton. “Ähm, tja, ich muss erst mal schauen, sie haben ja eine ganz schön grosse Auswahl”, sage ich und betrachte die Auslage. “Ich hätte gerne das hier”,  sage ich und zeige auf ein dunkelrotes Herbstblatt. “Oh”, sagt sie, “ausgerechnet das ist leider nicht zu verkaufen.” Hab ich mir schon fast gedacht…


Einige der gefundenen Herbstschätze wandern in den Fundus, die Herbstblätter aber legen wir gerne auf den Jahreszeitentisch oder auf den Esstisch, neben die Kerze, wo sie sich dann langsam einrollen, bis sie ganz ausgetrocknet zerfallen und dann zurück in den Garten kommen.
Es gibt eine einfache, sehr schöne Möglichkeit, die Herbstblätter zu konservieren, sodass sie lange ihre wunderschönen Farben und Formen behalten und man sich so, auch wenn der Herbst schon lange wieder verreist ist, daran freuen kann. Man gibt sie für einen Schwenker in Bienenwachs. Das ist auch schon alles.

Dazu braucht ihr:
– frische Herbstblätter, abgetrocknet
– Bienenwachs-Kerzenreste
– einen Kochtopf mit Wasser
– eine flache (Glas-) Schüssel, die ihr gut auf den Kochtopfrand stellen könnt, damit das Wachs im Wasserdampf schmelzen kann 
– ein Backpapier (ich habe in meiner Kerzenrestesammlung ein Backpapier, welches ich immer wieder brauche, wenn ich mit Wachs arbeite)
– Schaschlikspiesse, um die Blätter ins Wachs zu tauchen

So wird’s gemacht:
– Füllt den Kochtopf mit Wasser und stellt eure flache Schüssel auf den Topfrand.
– Gebt eure Wachsreste in die Schale und wartet, bis der Wasserdampf das Wachs geschmolzen hat. 

→ Wasserdampf ist heiss und kann zu Verbrennungen führen. Wenn eure Kinder beim Schmelzvorgang dabei sind, dann achtet unbedingt darauf, dass sie genügend Abstand zum Kochtopf haben, damit sie sich nicht verletzen. 

– Wenn das Wachs geschmolzen ist, könnt ihr die Schüssel vom Topf nehmen (mit Kochhandschuhen) und auf eine Unterlage stellen. 
– Taucht ein Herbstblatt nach dem anderen ins flüssige Wachs. Kinder können langstieliege Blätter gut selber durch das Wachs ziehen, falls ihr kurzstielige Blätter habt, die ihr tauchen möchtet, könnt ihr auch eine Pinzette zum Halten benutzen.
– Feine Spitzen der Ahornblätter könnt ihr gut mit Hilfe eines Schaschlikspiesses ins Wachs tauchen. Meine Waschsspiesse landen danach auch immer in der Kerzenreste-Kiste. Fürs nächste Mal.

– Wird das Wachs zäh, dann stellt es wieder auf den Kochtopf und lasst es erneut ganz flüssig werden. Vielleicht würde ein Stövchen mit Teelicht helfen, dass das Wachs nicht hart wird. Ich habe es selber nicht ausprobiert, denke aber, dass es gehen müsste und man einfach darauf achten sollte, dass das Bienenwachs nicht plötzlich kocht.
Wenn ihr ohne Kinder arbeitet, könnt ihr die Schale natürlich auch auf dem Kochtopf belassen und die Blätter direkt so eintauchen. Aufpassen auf den Dampf!
– Lasst die getauchten Blätter über dem Wachsbad abtropfen und legt sie dann auf das Backpapier zum Trocknen. 
Ein Tauchbad genügt übrigens, finde ich.

Die Wachsblätter am Fenster finde ich ganz wunderschön, weil die Sonne sie erleuchtet und das Gefühl entsteht, ein Goldregen kommt hinein ins Zimmer.


Vielleicht findet ihr am Wochenende Zeit, raus zu gehen und Herbstblätter zu sammeln, eure Manteltaschen kugelrund aufzufüllen und die allerschönsten Blattschätze dann zu konservieren. Alles frisch und Bio… Als Erinnerung an einen zauberhaften Herbst, an die goldene Sonne und das warme Licht.
Ich wünsche euch viel Freude beim gemeinsamen Tun, innige Momente und ein gemütliches Wochenende.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra

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