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STEINSUPPE / BÜCHER SIND LEBENSMITTEL

Wo Menschen sich begegnen, wird geredet und ausgetauscht. Wo Menschen sich begegnen und gemeinsam Feuer machen, wird gleich gewerkelt, ausprobiert, in die Glut gepustet, den Flammen zugesehen, gefachsimpelt und sich aufgewärmt. Wo Menschen sich um ein Feuer begegnen und Geschichten hören, entsteht eine Gemeinschaft. Weil alle einer Stimme lauschen, weil man sich von den Worten wegtragen lässt, in eine andere Welt. Weil zusammen gestaunt, gebangt und gelacht wird.

Wenn nach einer Geschichte gemeinsam vom Feuer in einem grossen Topf gekocht und zusammen gegessen wird, entsteht Wärme im Bauch und überall, Glück und Freude und vielleicht ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt, für immer.
Es ist Nacht.
Es herrscht Winter.
Ein alter Wolf nähert sich dem Dorf der Tiere.

So beginnt die Geschichte der Steinsuppe*,  aus dem gleichnamigen Bilderbuch von Anais Vaugelade (Moritz Verlag). 

Der Wolf ist hungrig. Er trägt einen Sack mit einem schweren Stein auf seinem Rücken. Er klopft bei der Henne, denn er will auf ihrem Feuer eine Steinsuppe kochen. Die Henne erschrickt, öffnet aber die Türe, weil sie neugierig ist und weiss, dass der Wolf nur noch einen Zahn hat. Steinsuppe. Wasser und Stein in den Topf und dann übers Feuer. Die Henne ist skeptisch und fragt: “Ist das alles? Also ich tu ja in meine Suppen immer ein bisschen Sellerie.” Und der Wolf meint: “Das kann man, das gibt einen gewissen Geschmack.” 
Und so kochen die zwei, bis weitere Tiere an die Türe klopfen und eines nach dem anderen noch was dazugibt in die Suppe, für den gewissen Geschmack. Schlussendlich sitzen alle, essen, reden, bis der Wolf den Stein aus der Suppe nimmt “ah, noch nicht ganz durch” und diesen wieder in seinen Sack packt. Für das nächste Abendessen.
Eine zauberhafte Geschichte über das Zusammenkommen, das Teilen und gemeinsame Essen, das Überwinden von Ängsten und Verwerfen von Vorurteilen, die Lust, was Gemeinsames zu schaffen und die Bereitschaft, Zeit miteinander zu verbringen. Sie war für mich der Anlass, eine Steinsuppe vom Feuer in unserem Garten zu kochen. Zusammen mit Nachbarn und Freunden. Und alle sind gekommen und haben von Herzen mitgetan. 
Zuerst habe ich den Kindern und grossen Menschen die Geschichte vorgelesen, dann haben wir gemeinsam gekocht. Wir hatten Feuer, einen grossen Topf mit Wasser, einen Stein von den Alpen und jeder hat etwas geschnippeltes Gemüse mitgebracht. Für den Geschmack. 
Und nach einer Stunde wurde eine Suppe gegessen, die war so fein und herzhaft und reich, dass wir heute noch davon träumen. Bis es dunkel wurde standen wir ums Feuer, redeten, tranken, assen. Die Kinder spielten, lachten, warfen ab und zu wieder ein Stock ins Feuer. 

Manchmal reicht ein Feuer, ein Topf, ein paar Karotten und eine Geschichte, damit Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas Schönes erleben. 

Übrigens: Der Stein aus unserer Suppe war noch nicht ganz durch. Was für ein Glück, so können wir noch einmal Steinsuppe damit kochen.

Bitte nachmachen, teilen und weitererzählen, denn gute Dinge machen das Leben noch viel feiner.
Alles Liebe 
Sandra

In unserem Topf sind übrigens Zwiebeln, Sellerie, Broccoli, Süsskartoffeln, Karotten, Zucchini, Rosmarin, ein Lorbeerblatt, Fenchel, rote Rüben und Kürbis zusammengekommen. Ich sags euch; das alles und noch eine Prise Feuer… so, so LEIWAND. 

Ein anderes Bilderbuch der Steinsuppe “Stone Soup” von Jon j. Muth ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Die Geschichte ist die selbe. Drei Mönche kommen in ein chinesisches Dorf, in dem niemand miteinander spricht. Dann kochen sie Steinsuppe, den Rest könnt ihr euch denken. Ein traumhaft illustriertes Bilderbuch. Gibt es hier*.

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Danke.

     

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ST. MARTIN – EINE GESCHICHTE FÜR DIE KINDER

St. Martin steht vor der Türe und die Kinder sind aufgeregt. Sie freuen sich riesig darauf, mit den Lichtern durch die Dunkelheit zu gehen, gemeinsam Laternenlieder zu singen und sich danach ein Martinsgänschen zu teilen. Es ist ein zauberhafter Brauch und es bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, weshalb man am 11. November mit den Lichtern durch die Nacht zieht.  Aber manchmal kann so ein Anlass noch inniger erlebbar gemacht werden, wenn man die Kinder ein paar Tage vorher schon auf das Fest vorbereitet. Gemeinsames Laternen basteln, lecker Martinsgänschen backen und eben auch die Geschichte von St. Martin hören und den Kindern davon erzählen, wie es sich vor ganz langer Zeit begeben hat. 

Wenn ihr euren Kindern Geschichten erzählt, kann es leicht geschehen, dass ihr ihre Seele berührt. 
Und auch wenn sie nicht immer alle Worte einer Erzählung verstehen, ist es doch das Gefühl des Zusammenseins, das Spüren der Stimmung beim gemeinsamen Erleben, das was den Sinn einer Geschichte spürbar macht und das Kind nährt und berührt. Und das ist ja überhaupt das aller, aller Wichtigste. 

Hier findest du die Legende von St. Martin, so frei, wie ich sie meinen Kindern erzähle. 

Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann. Er hiess Martin und er war ein tapferer Ritter. Wie alle Ritter zu dieser Zeit trug Martin ein silbernes Schwert, einen Ritterhelm und einen roten, samtenen Mantel über seinen Schultern. 

Einmal, es war ein düsterer Novembernachmittag, war Martin mit seinem lieben Pferd auf dem Weg in eine ferne Stadt. Da kam der listige Nordwind und wollte die zwei Reisenden foppen. Er brachte Eiseskälte und Schneegestöber, liess die Wege gefrieren und pfiff Mensch und Tier durch Mark und Bein. Martins Pferd jedoch stapfte tapfer weiter und immer weiter. Es wollte Martin sicher in die Stadt bringen, bevor es dunkle Nacht wurde. Martin aber spürte, dass sein Pferd angestrengt war und liess es einen Moment ausruhen. Er strich ihm liebevoll über den Hals und sagte ruhig: “Na, wir gehen ganz langsam vorwärts. Keine Eile, wir werden ankommen und alles wird gut. Mein allerliebster Freund.” Das Pferd wieherte und schnaubte, was so viel bedeutete wie: “Danke.” 
Langsam wurde es Nacht und Pferd und Reiter trabten durch den Schnee. Der Wind pfiff und liess die Schneeflocken über die Welt sausen. Da erblickte Martin von weither ein Licht, die Lichter der Stadt. Das Pferd wurde schneller und schneller, jetzt wusste es, es ist nicht mehr weit. Es galoppierte durch den Schnee doch kurz bevor die zwei das Stadttor erreichten, blieb es plötzlich einfach stehen. “Was ist los? Wir sind gleich da. Nur noch ein kurzer Weg, komm, Pferdchen, komm.” sagte Martin. Doch sein Pferd blieb stehen und tat keinen Schritt. So stieg Martin aus dem Sattel, strich seinem Pferd über den Kopf und da sah er plötzlich vor sich auf dem Boden, dicht bei den Wurzeln eines alten Baumes, etwas im Schnee liegen. Als er näher kam, erblickte er in der Dunkelheit einen Bettler sitzen. Der war in Lumpen gewickelt und fror ganz fürchterlich. “Was tust du hier?” fragte Martin. “Ich versuche mich aufzuwämen, es ist so kalt”, erwiderte der Bettler. Martin nahm die Hände des Bettlers in die seinen und wärmte die kalten Finger. Dann zog er seinen roten Mantel aus, schwang sein Schwert und teilte damit den Mantel in zwei Teile. Den einen Teil legte er dem Bettler wärmend über die Schulter, den anderen Teil zog er sich selber über. Der Bettler war voller Glück. Und als er dann endlich “Danke” murmeln konnte, sass Martin schon wieder auf dem Pferd und ritt geschwind durch das Stadttor. 
In dieser Nacht hatte Martin einen Traum. Er träumte von Christus, der die Hälfte seines Mantels trug und zu den Engeln sagte: “Martin hat heute mit mir seinen Mantel geteilt und mir in dieser kalten Nacht Wärme geschenkt.”
Martin konnte diesen Traum nicht mehr vergessen. Er beschloss, von nun an nicht mehr als Ritter durch die Welt zu ziehen und stattdessen als Mönch im Kloster zu leben. Er half den Armen und war da für die Menschen, die einsam waren. Die Menschen spürten, dass Martin ein guter Mensch war, und sie alle mochten ihn sehr gerne. Sie wünschten sich, dass er zum Bischof gewählt würde. Ein Bischof zu sein ist eine grosse Anerkennung. Es ist ein bisschen so, wie wenn man Chef ist. Martin aber hatte Angst vor dieser grossen Aufgabe. Er wollte ein ganz einfacher, bescheidener Mönch bleiben. Da sprang er weit weg und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänschen aber schnatterten so laut vor Freude, dass es natürlich sehr einfach war, ihn in seinem Versteck zu finden. So wurde aus Martin, dem Rittersmann, St. Martin, der Bischof. Und er lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage. Sein Pferd? Ach so ja, das liebe Pferd durfte von nun an natürlich im Klostergarten weiden und wenn Martin ihm Hafer brachte, dann wieherte es voller Freude.

Euch allen wünsche ich eine wunderschöne St. Martinsnacht, mit goldenen Lichtern, roten Kinderwangen, feinen Martinsgänschen, und einem Nordwind, der nur von ganz weit her zuschaut. 
Alles Liebe, Sandra

Im Jahreszeitenbuch von Christiane Kubik und Eva-Maria Ott-Heilmann findet ihr die St.Martins-Legende, Lieder, Rezepte und viele Ideen. Ein grossartiges Buch, welches einem durch das ganze Jahr begleitet.
In meinem Pinterest-Ordner findest du viele wunderschöne Inspirationen rund um St. Martin.

Mit liebem Dank verlinkt mit naturkinder

RÄBELIECHTLIUMZUG ODER EIN LICHTERDANK AN DIE NATUR (DIY)

  
Lueg mis Räbeliechtli aa
ich hans sälber gmacht
und jetzt lüchteds hell und schön
dur die dunkli Nacht
Ruhig trägä, nöd umäfägä und nöd aafaa rännä
somä Liecht muess glueged sii, wänns söll richtig brännä
(Gerda Bächli)

Wenn sich der November anschleicht, dann kommt diese stille Freude auf den Räbeliechtliumzug, eines der schönsten Feste im Jahr überhaupt. In den deutschsprachigen Kantonen der Schweiz ist der Räbeliechtliumzug eine Tradition, die jedes Kind kennt. Anfang November ziehen sie mit ihren selbstgeschnitzten Räbeliechtli singend durch die Dunkelheit. 
Obschon ich seit vielen Jahren im Ausland lebe, kann ich die Stimmung ganz genau spüren, den Herbstwald und die angebrutzelten Räbeliechtlis riechen, und  ich sehe die erleuchteten Kindergesichter vor mir. Es ist wunderschön mystisch, wenn man mit Kindern durch die dunkle Natur zieht, die beleuchteten Räben vor sich hertragend, Licht bringend in die Dunkelheit, zu den Tieren, den Bäumen, und all den anderen zauberhaften Wesen, die da auf uns warten. Wenn unsere Lieder die Stille erfüllen und wir mit langsamen Schritten in die Nacht hinaus gehen, sich an den Händen haltend, weil es doch links und rechts seeeehr dunkel ist, spürt man das grosse Glück der Einfachheit.

Im Mittelalter zählte die Räbe zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen. Die Rübe war die letzte Feldfrucht, die vor dem Winter geerntet wurde, und schon damals haben die Frauen und Kinder nach dem Einbringen der Ernte aus den Rüben zauberhafte Lichter geschnitzt. Diese Lichter erhellten den Familien den Weg, wenn sie in die Kirchen zum Erntedank-Gottesdienst wanderten. Heute noch ziehen im November Schweizer Kinder in Gruppen hinaus in die Nacht und tragen, beim gemeinsamen Singen, die kerzenbeleuchteten Räben (Rüben) durch die Nacht. 

Falls ihr nun Lust bekommen habt, ebenfalls eine Räbe zu schnitzen, findet ihr hier die Anleitung dazu.

Ihr braucht:

– Räbe (bedenke; je grösser die Räbe, desto schwerer ist sie zum Tragen…)
– ein grosses und ein kleines Messer (ev. Taschenmesser)
– Schneidebrett
– Apfelaushöhler, Apfelentkerner oder Löffel
– Schnitzwerkzeug (Rüstmesser oder Linolschnitzwerkzeug)
– Schüssel (für das Räbenfleisch)
– ev. Keksausstecher
– Stabkerze

   

Und so wird’s gemacht:

– Den Deckel (da wo die Wurzeln sind) der Räbe mit einem grossen Messer abschneiden. (ca. 3-5cm)

– Nun beginnt ihr, mit dem Aushöhler oder dem Löffel, die Räbe auszuhöhlen. Die Wand sollte ca 1/2 cm dick sein. Am einfachsten geht dies, wenn ihr von der Mitte aus zum Rand aushöhlt. Achtet darauf, dass die Räbenwände nicht zu dünn werden, ansonsten fällt die Räbe in sich zusammen. Falls ihr unsicher seid, ob die Räbe schon genug gehöhlt ist, haltet sie gegen eine Lichtquelle. Schimmert das Licht durch, hat das Aushöhlen ein Ende.

– Jetzt kann die Räbe geschnitzt werden. Am Schönsten ist es wohl, wenn die Kinder ihre Formen mit einem spitzen Bleistift vorzeichnen, man dann gemeinsam mit der Messerspitze  oder dem Schnitzwerkzeug die Formen einritzt und dann nur die dunkle Räbenhaut abzieht. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch Keksformen nehmen, diese leicht in die Räbe drücken, sodass die Räbenhaut eingeritzt ist, und dann mit dem Messer die Haut abschälen.
Achtet darauf, dass ihr mit dem Ausstecher nicht durch die Räbenwand durchstecht. 
Um das Schnitzmesser kindersicher zu machen, könnt ihr die Klinge, bis ca. 1cm vor die Spizte mit Klebeband umwickeln. 

– nun bohrt ihr in der Mitte der Räbenunterseite ein Loch, durch das die Stabkerze gestossen wird. 

GANZ WICHTIG: DAS LOCH MUSS GANZ KNAPP AUSFALLEN. DIE STABKERZE MUSS SCHWER DURCH DAS LOCH DURCHGEDREHT WERDEN, ANSONSTEN WACKELT DIE RÄBE AN DER KERZE.

Dieser Schritt ist der kniffligste von allen, und es kann tatsächlich passieren, dass das Loch mal zu gross gerät. Dann umwickelt ihr die Stabkerze so oft mit Aluminiumfolie, bis sie dick genug ist und wackelfrei in die Räbe passt. Sieht nicht superschön aus, aber erfüllt den Zweck… Und niemand sieht das in der Nacht!

Achtet darauf, dass die Flamme der Kerze nicht über den Räbenrand züngelt. Sobald die Kerze bis zur Räbe abgebrannt ist, könnt ihr die Kerze wie eine Schraube wieder ein kleines Stück nach oben drehen.

Nun ist euer Räbenliechtli fertig. Bevor ihr auf den Weg geht, beachtet bitte noch folgendes:

-Es hilft, wenn man mit den Kindern eine Proberunde bei Tageslicht macht und ihnen zeigt, wie man die Kerze mit der Räbe gerade hält, genug Entfernung zur Nasenspitze hält und mit dem Kerzenlicht in Händen nicht hastet. Besser ist es, zu stolzieren. 

– Zieht Kindern mit langen Haaren eine Mütze auf oder bindet ihre Haare gut zurück. 

– In der Nacht tendieren wir dazu, schnell zu gehen, statt langsam zu schreiten. Mit dem Räbenliechtli in der Hand soll man jedoch langsam gehen, Schritt für Schritt. Dabei hilft es, wenn ihr die Lieder bewusst langsam singt und euer Schritttempo dem Rhythmus der Gesänge anpasst.

– Bitte begleitet und beaufsichtigt euer Kind, wenn es mit dem Räbenliechtli herumgeht. Helft dem Kind auch draussen, die Räbe aufrecht und in genügend Abstand zum Gesicht zu halten und führt es an der Hand, damit es in der Dunkelheit nicht hinfällt. In der Nacht draussen zu sein, selber ein Kerzenlicht in den Händen zu halten, die eigene Stimme in der Stille zu hören, die Geräusche und Düfte wahrzunehmen ist so stimmungs- und geheimnisvoll, dass die Kinder manchmal einfach vergessen, auf ihr Licht zu achten. 
– Nach dem Umzug stellen die Familien ihre Räbenliechtlis vor die Haustüre, auf den Balkon, in die Gärten oder auf die Fensterbretter. Entfernt dazu die Stabkerze und stellt stattdessen ein Teelicht in die Räbe. Die Räbe kann so lange beleuchtet werden, bis sie schrumpelig ist. Dann übergibt man sie dankbar dem Kompost.

– Übrigens: Ganz traditionell sind an den geschnitzten Lichtern Schüre befestigt, an denen die Kinder die Räbe tragen. Ich fand diese Art ungünstig, weil die Lichter beim hin und her schaukeln immer an die Kinderbeine schlugen und auslöschten und weil die Kinder ihre eigenen Schnitzereien so nicht sehen können. Zudem mag ich es so gerne, wenn das warme Licht die Kindergesichter erleuchtet. Ich finde, dass sich die Variante mit der Stabkerze sehr bewährt hat.

Ich bin mit miim Räbeliechtli
underwägs hüt Znacht
und ich lüüchtä wie das Liecht
wo alles heller macht
(Andrew Bond)
Ich geh mit dem Rübenlichtlein
auf den Weg heut Nacht
und ich leuchte wie das Licht
das alles heller macht 
Ich wünsche euch viel Freude, viel Licht und stimmungsvolle Momente mit euren Kindern. 
Alles Liebe, Sandra
mit liebem Dank verlinkt mit creadienstag / HoT / createinaustria / lemonddekitchi / naturkinder

FEUER MACHEN MIT KINDERN

Draussen in der Natur ein Feuer zu entfachen gehört wohl zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen. Sich daran zu wärmen, dem Knistern zu lauschen, das Feuer zu riechen, darauf zu kochen und seinen Flammen zuzusehen, übt seit jeher eine grosse Faszination auf den Menschen aus. Die Kraft des Feuer lässt einem ruhig werden, zu sich kommen, sie erdet und fordert unsere volle Aufmerksamkeit, ohne die Sinne zu überfordern. Und ausserdem ist es einfach total romantisch, wenn ums Feuer Geschichten erzählt werden, Gespräche entstehen oder Lieder gesungen werden! Was gibt es also Besseres, als mit den Kindern ein Feuer zu machen?
Es war schon da, lange bevor es uns gab und es ist ein mächtiges Element der Natur wie der Wind, das Wasser oder die Erde.
Als Kind war es mir erlaubt Feuer zu machen und wir haben früh gelernt, wie man damit umzugehen hat. Als Kindergärtnerin habe ich mit meinen Kindergruppen regelmässig im Wald Stöcke gesucht, Tannenzapfen gesammelt und dann ein Feuerchen entfacht. Die Kinder sind dabei konzentriert, fasziniert und hellwach. Und wenn man sie dabei liebevoll begleitet, sie anleitet, ihnen zeigt und gemeinsam mit ihnen das Feuer machen übt, wissen sie ganz bald, wie und wo man ein Feuer entfachen kann und auf was sie dabei achten müssen. 
Bitte lasst eure Kinder immer nur unter Aufsicht eines Erwachsenen Feuer machen.
Wenn ihr nun also mit euren Kindern auf den Weg geht, um Feuer zu machen, habe ich euch hier ein paar Dinge aufgelistet, die vorab zu beachten sind, damit das gemeinsame Feuererlebnis zu einem grossartigen Abenteuer wird

Klärt ab, wo ihr Feuer machen dürft 

In der Schweiz gibt es kein Gesetz, das das Feuer machen in der Natur verbietet. Nur wenn es längere Zeit nicht regnet, oder wenn es im Sommer sehr heiss und trocken ist, ist das Entfachen von Feuer verboten. In Österreich hingegen (und ich konnte das wirklich kaum glauben!) ist Feuer machen in der Natur nicht gestattet. Ausser man hat eine schriftliche Genehmigung des Eigentümers des Grundstückes… Aber ehrlich gesagt, wer hat das schon. Natürlich gibt es Feuerstellen, aber “wild” Feuer machen gibts nicht. Klärt also vorher ab, wo es erlaubt ist.
Ein offenes Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen
Feuer machen braucht Zeit. Schnell, schnell geht nicht. Man muss sich um das Feuer kümmern, und die Feuerstelle soll stets gut beaufsichtigt sein. Sie darf erst dann verlassen werden, wenn das Feuer vollständig gelöscht ist. Wie man ein Feuer löscht, lest ihr weiter unten im Text.

Bläst ein starker Wind, dann verschiebt bitte eure Pläne und macht das Feuer an einem anderen Tag. Wind und Feuer ist eine heikle Kombi!!!
Eine Feuerstelle errichten
Oft gibt es errichtete Feuerstellen, die man nutzen darf. Falls ihr “wild” Feuer machen wollt, müsst ihr euch eine eigene Stelle einrichten.
– Errichtet die Feuerstelle in grösserer Entfernung von Büschen, Bäumen,  Pflanzen oder etwaigen Gegenständen. Die Flammen können hoch in die Luft züngeln, also achtet darauf, dass ihr die Feuerstelle nicht unter einem Baum errichtet.
– Der Grund eurer Feuerstelle soll flach sein und frei von Gras oder Pflanzen.
– Sammelt Steine und bildet einen Steinkreis um die Stelle, an der ihr das Feuer errichten wollt. Die Steine grenzen nicht nur die Feuerstelle ein, sondern bieten auch eine Stütze, falls ihr Stöcke mit Wurst oder Brot ins Feuer halten wollt. 
– Benetzt die Stelle ums Feuer mit Wasser

Das braucht ihr, um ein Feuer zu entfachen

– Streichhölzer
– Rinde, getrocknete Tannenzapfen oder trockenes Gras (Zunder)
– trockenes Holz, dünne Äste (feuchtes Holz räuchert euch ein….)
– dicke Äste, Holzscheite
– Wasser um das Feuer/Glut zu löschen
– Ein Teelicht ohne Aluminiumbecher (falls ihr bei Regen Feuer machen wollt)
Bitte beachtet unbedingt: Brandbeschleuniger hat NICHTS an einem Lagerfeuer mit Kindern zu suchen!

So wird ein Feuer entfacht
Bevor es losgehen kann, muss genügend Holz und Zunder gesammelt werden. Auch das gehört zum Feuer machen und ist notwendig, damit man das Feuer nicht verlassen muss, um für Holznachschub zu sorgen.
– Macht euch mit trockener Rinde, trockenem Gras und feinen Ästchen ein “Feuernestchen”, das schnell Feuer fängt.
– Sobald die ersten Flammen züngeln, gebt ihr die feinen Äste auf das Feuer. Nicht zu viel, damit das Feuer nicht erstickt, aber genau so viel, dass ihr das Feuer nährt.
– Wenn das Feuer nicht recht zünden will, hilf das “Feuerflüstern” (ins Feuer pusten). Dabei pustet ihr mehrmals von seitlich-unten in die Glut, um euer Feuer zu schüren.
– Nach und nach könnt ihr die dickeren Scheite und Äste ins Feuer legen, denkt dabei jedoch immer auch daran, wie lange ihr am Lagerfeuer verweilen möchtet. 

Das Feuer löschen

Wie bereits erwähnt, darf eine Feuerstelle erst verlassen werden, wenn das Feuer vollständig gelöscht ist. Lasst das Feuer komplett herunterbrennen und legt kein Holz mehr nach. Löscht die Glut so lange mit Wasser, bis es nicht mehr zischt. Erst wenn die Asche komplett durchnässt und erkaltet ist, ist das Feuer aus. Falls ihr kein Wasser zur Hand habt, könnt ihr das Feuer auch mit Sand ersticken.

Feuer-Regeln, die mir stets wichtig sind
Feuer machen ist grandios, aber nicht ganz ungefährlich. Deshalb ist es mir wichtig, dass sich die Kinder und Begleitpersonen an die Regeln halten, damit ein so spannendes Vorhaben zu einem unvergesslich schönen Erlebnis werden kann.
– Kinder lieben es, Stöcke ins Feuer zu halten, darin zu stochern und sie dann wieder aus dem Feuer zu ziehen. Stöcke, die im Feuer waren, sollen nicht mehr aus dem Feuer genommen werden. Oft glühen sie schon an der Spitze oder sind bereits sehr heiss 
– Am Feuer sitzen oder stehen. Hüpfen, Hampeln und Balgen ist ums Feuer nicht erlaubt 
– Wenn wir ums Lagerfeuer sitzen, gehen die Kinder nie innerhalb des Kreises ums Feuer, sonder immer ausserhalb; dass, falls man stolpert, niemand ins Feuer fällt.
– Stöcke und Scheite ins Feuer legen, nicht werfen.
Ein Erwachsener bleibt immer am Feuer
Feuer machen im Schnee oder im Regen
Ein Feuer im Schnee ist etwas Wunderschönes. Sich daran zu wärmen ist wohltuend und sehr gemütlich. 
Ihr braucht dazu ebenfalls ein trockenes “Feuernestchen”, das ihr vielleicht zu Hause zusammen vorbereitet. Im Regen habe ich ab und zu auch ein Teelicht dabei, das ich anzünde und dann das Feuernest draufgebe. Da die Kerze eine längere Brenndauer hat als ein Streichholz, ist das feuchte Holz leichter entzündbar. Wenn die Flammen züngeln, könnt ihr auch mehrere feuchte Äste aufschichten. Schaut jedoch, dass diese einen guten Abstand zu den Flammen haben. Die Wärme der Flammen trocknet die nassen Äste und entzündet diese schliesslich.
Das Erlebnis des Feuers im Regen oder im Schnee bleibt unvergesslich. Und wenn die Kinder des Kindergartens zu Hause davon erzählt haben, musste manch Erwachsener staunen.
Nun wünsche ich euch und euren Kindern stimmungsvolle, eindrückliche und glückliche Stunden rund ums Feuer. Den Geruch, den man danach mit sich nach Hause nimmt, nennen meine Kinder übrigens das “Waldparfum”.

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