FRÖBELSTERNE FALTEN // EINE EINFACHE ANLEITUNG (ECHT JETZT) // DIY

Alle Jahre wieder: Gehirngymnastik, Level 35. Aber nach zehn mühsam gefalteten Sternen mit hundertmal rumprobieren, fluchen und zweifeln (Fröbel hat sich die Faltsterne für Kindergartenkinder ausgedacht….), bin auch ich jeweils wieder fit für die fröbelschen Gehirnwindungsverrenkungen, und meine Finger erinnern sich wieder, wo die Papierstreifen hingehören. Ein bisschen bin ich jedes Jahr froh, wenn ich’s wieder raus hab. Deshalb nutze ich jetzt die Gelegenheit, euch eine Anleitung dazu zu schreiben, eine einfache Anleitung, fast schon bubichegi (Schweizerdeutsch für babyleicht). Bevor das Jahr um ist und ich nächsten Dezember wieder von vorne beginne…

Gut. Für die Sterne brauchts lediglich:
– vier lange Papierstreifen (auch Flechtblätter) für Fröbelsterne, die ihr im Bastelgeschäft besorgen könnt, oder die ihr euch selber zuschneidet. Wenn ihr selber schneidet: Akkurat wäre fein, denn sonst wird das Gefalte zum Gefummel.
Meine Streifen sind 1.5cm mal 45cm
– eine Schere
– vier Buntstifte in den Farben rot, blau, grün und gelb
– falls ihr die Sterne aufhängen wollt, eine Nadel und Faden
– ein bisschen Zeit, ein bisschen Tatendrang und gute Laune ist immer gut.

Los gehts:
Schneidet alle Papierenden eurer Faltstreifen spitz zu.
Um das Anleiten zu vereinfachen, habe ich dann alle Papierenden mit farbigen Symbolen markiert. Vielleicht mögt ihr das bei eurem ersten Stern ebenfalls machen, damit wird es nämlich wirklich einfach. Die Markierungen werden nach dem Falten abgeschnitten und sind nicht mehr zu sehen. Gut wäre es, wenn wir es alle gleich machen würden.

Legt eure Streifen nebeneinander vor euch hin. Bezeichnet mit dem blauen Buntstift die Enden der Streifen jeweils mit einem Dreieck, einem Kreis, einem Viereck und einem Punkt. An den gegenüberliegenden Enden zeichnet ihr genau die gleichen Symbole in der grünen Farbe (blaues Dreieck liegt gegenüber dem grünen Dreieck…)
→ Zeichnet nicht zu nah am Papierrand, weil wir die Spitzen manchmal etwas zurückschneiden, falls sie verchrügeled (zerknautscht) sind.

Dann dreht ihr die Papierstreifen und zeichnet wieder die gleichen Symbole. Auf der Rückseite der blauen Markierungen zeichnet ihr die Symbole nun in Rot, da wo ihr grün eingezeichnet habt, werden die Symbole in der gleichen Reihenfolge in Gelb eingezeichnet.


Dann faltet ihr alle Streifen in der Mitte um, so, dass Blau und Grün auf der Aussenseite sind.

Legt dann die gefalteten Papierstreifen (blaue Symbole oben) in einem Viereck vor euch hin, so, dass das Ende mit dem blauen Dreieck nach rechts zeigt, der blaue Punkt zeigt nach unten, der blaue Kreis nach links und das blaue Quadrat nach oben.

Schlüpft mit beiden Papierspitzen mit dem blauen Quadrat durch die Lasche des blauen Dreiecks, die Spitzen des blauen Dreiecks durch die Lasche des blauen Punktes, usw. So, dass jeder Papierstreifen von einem anderen umfasst wird.

Schiebt die Laschen nun ordentlich zueinander, so, dass ein geflochtener “Knopf” entsteht. Wenn ihr nun an den Papierstreifen zieht, wird der “Knopf” ganz fest.

Nehmt den oberen Streifen mit dem blauen Quadrat und faltet ihn nach unten. Das gelbe und das rote Quadrat werden sichtbar.

Legt den Streifen mit dem blauen Kreis von links nach rechts, und den unteren Streifen mit dem blauen Punkt faltet ihr nach oben.

Den Streifen mit dem blauen Dreieck faltet ihr nach links, ABER schlüpft dabei durch die Lasche des Papierstreifens mit dem roten Quadrat. Euer “Flechtknoten” ist jetzt ganz fest geworden.

Nun falten wir die äusseren Sternenzacken:

Fasst den Streifen mit dem roten Quadrat so, dass der Daumen eurer linken Hand nach oben zeigt, und legt dann den Streifen “unten durch” nach links, parallel zum Streifen mit dem gelben Kreis. 
Dreht dabei eure Hand so, dass das rote Quadrat (mit dem Daumen) auf die Tischseite gedreht wird und der Zeigefinger mit dem blauen Quadrat oben zu liegen kommt.

Faltet den Steifen dann nach oben, parallel zum Steifen mit dem gelben Quadrat. Es entsteht ein umgekehrtes Schiffsegel. Achtet dabei darauf, dass eure beiden Segel einen Millimeter Abstand zueinander haben. Dann ist der nächste Faltschritt ein bisschen einfacher.
Das rote Quadrat ist nun sichtbar.

Dann klappt ihr den Streifen um, rotes Quadrat auf gelbes Quadrat, so, dass aus dem Segel eine Pfeilspitze (sagt mein Sohn) wird. Streicht jeweils die Faltkanten gut glatt. 

 

Hebt eure Papierstreifen hoch, klappt die kleine Pfeilspitze mit Daumen und Zeigefinger nach unten und schlüpft mit dem blauen Quadrat durch die Lasche (des gelben Kreises und des roten Kreises). Zieht den Streifen ganz durch. 

Die erste Sternenzacke ist gefaltet. Alle anderen äusseren Zacken funktionieren genau gleich. Nochmal:
Dreht eure Faltarbeit wie ein Windrad eine viertel Drehung nach links. Roter Kreis und gelbes Dreieck zeigen nach unten. 

Daumen auf den roten Kreis legen und nach links falten, parallel zum Streifen mit dem gelben Punkt. Dabei die Hand und den Streifen so drehen, dass der Daumen nach unten gedreht wird. Der blaue Kreis wird sichtbar. Dann den Streifen nach oben legen, damit das Schiffsegel entsteht (den Millimeterabstand nicht vergessen). Nach rechts klappen für die Pfeilspitze, diese dann nach unten legen und den blauen Punkt durch die Lasche fädeln. 

Die Faltarbeit wieder eine viertel Drehung nach links drehen, so, dass der rote Punkt und das gelbe Quadrat nach unten zeigen. Daumen auf dem roten Punkt, Streifen nach links falten, dann hoch zu einem Segel, von da zu einer Pfeilspitze, Pfeilspitze nach unten klappen und durch die Lasche fädeln.

Die letze Seite: rotes Dreieck und gelber Kreis zeigen nach unten. Fasst den Streifen mit dem roten Dreieck, der Daumen ist oben. Legt den Steifen nach links und dreht die Hand dabei, dass der Daumen nach unten zeigt. Legt den Steifen nach oben zu einem Segel, sodass das rote Dreieck nach oben zeigt. Dann klappt ihr den Streifen nach rechts zu einer Pfeilspitze und schlüpft mit dem blauen Dreieck durch die Lasche, die UNTER dem Papiersteifen mit dem blauen Quadrat liegt. Der Papierstreifen liegt hier darüber, weil dies die letzte Sternenzacke auf dieser Seite ist.


Die ersten vier der acht äusseren Zacken sind gefaltet! Ich hoffe, ihr seid bis jetzt mit dabei geblieben!

Dreht die ganze Falterei auf die andere Seite. Alle grünen Symbole sind sichtbar und nun falten wir, wie vorher, die äusseren Zacken auch auf dieser Seite.

Der grüne Kreis schaut nach oben. Daumen auf den grünen Kreis legen, nach links falten, parallel zum Streifen mit dem grünen Punkt. Zwischen den zwei Parallelstreifen liegt nun natürlich ein Abstand, da ihr hier ja schon eine Sternenzacke gefaltet habt.
Den Streifen nach oben zum Segel falten, nach rechts zur Pfeilspitze umklappen und dann durchfädeln.

Die Arbeit wieder eine viertel Drehung nach links und die restlichen drei Zacken falten.

Bei der letzten Sternenzacke fädelt ihr den Streifen mit dem gelben Punkt wieder in die Lasche, die UNTER dem Streifen mit dem gelben Kreis liegt.
Alle äusseren Sternenzacken sind gefaltet!

Der Sesseltanz der Streifen und das Falten der inneren Zacken:

Bevor wir nun die grossen, inneren Zacken falten, müssen wir die vier Streifen, die obenauf liegen (alle gelben Symbole), um eine Sitzposition verschieben. Ähnlich wie beim Sesseltanz nimmt jeder Streifen den nächsten Platz ein. Hebt dazu die vier Streifen mit Daumen und Zeigefinger hoch, stellt sie auf und schiebt sie ganz zusammen.

Dann legt ihr den Streifen, der nach unten zeigte, nach oben, so, dass das grüne Quadrat nach oben zeigt. Der rechte Streifen kommt nach links, so, dass das grüne Dreieck links zu liegen kommt, der Streifen mit dem gelben Punkt wird von oben nach unten gefaltet, so, dass der grüne Punkt sichtbar wird. Und den Streifen von links klappt ihr nach rechts, so, dass man den grünen Kreis sieht. Gut festdrücken!

Haltet den rechten Streifen mit dem grünen Punkt so, dass der DAUMEN OBEN ist und faltet ihn nach unten, parallel zum Streifen mit dem grünen Dreieck (nicht mehr “unten durch” falten wie vorher, sondern “oben drüber” ).

Der gelbe Punkt wird sichtbar.

Legt den Streifen nach links um, so, dass er ganz auf den Streifen mit dem grünen Dreieck zu liegen kommt. Der grüne Punkt wird sichtbar.
Haltet den Streifen nun so, dass der Zeigefinger auf dem grünen Punkt liegt, wendet den Streifen und schiebt die Spitze mit dem gelben Punkt in die Lasche mit dem grünen Kreis.

Falls das Durchziehen schwierig wird, weil die Spitzen schon abgebraucht sind, dann schneidet einfach noch ein Stück des Streifens ab, dass ihr wieder eine stabile Spitze habt. Schneidet lange Spitzen, damit es einfacher wird, die Streifen durch die Laschen zu ziehen.

  

Die Spitze des Streifens erscheint zwischen einer äusseren Sternenzacke. Zieht den Streifen so weit durch, bis die grosse Sternenzacke entsteht.

Die zweite Zacke falten:  

Dreht euere Faltarbeit eine viertel Drehung nach links, der grüne Kreis zeigt nach rechts. Haltet den Streifen so, dass der Daumen auf dem grünen Kreis liegt und legt den Streifen nach unten, parallel zum Streifen mit dem roten Punkt. Der gelbe Kreis ist zu sehen. Klappt den Streifen nach links, damit er auf dem Streifen mit dem roten Punkt zu liegen kommt. Haltet den Streifen nun so, dass der Zeigefinger auf dem grünen Kreis liegt, und schiebt die Spitze, indem ihr die Hand dreht, mit dem gelben Kreis in die Lasche des grünen Vierecks. Streifen durchziehen für die zweite Zacke.
Die Faltarbeit wieder drehen, Streifen nach unten falten, rüber legen und die Spitze durch die Lasche ziehen… u.s.w.
Bei der letzten Zacke führt ihr den Streifen mit dem gelben Dreieck durch die Lasche unter der erstgefalteten Zacke durch.


Wenn ihr eure vier Zacken habt, dann dreht ihr die Arbeit auf die andere Seite. Bevor ihr hier die Zacken faltet, startet ihr unbedingt mit dem Sesseltanz:

Mit Daumen und Zeigefinger alle Streifen mit blauem Symbol in die Mitte heben und dann den unteren nach oben, den oberen nach unten, den linken nach rechts und den rechten nach links legen.


Legt die Faltarbeit so vor euch hin, dass der Streifen mit dem roten Viereck nach oben schaut, und faltet dann die restlichen vier Zacken, indem ihr den Streifen mit dem roten Dreieck nach unten faltet, dann nach links legt und durch die Lasche zieht (analog wie ihr es auf der Vorderseite gemacht habt).

Natürlich ist das Falten hier ein bisschen umständlicher, da die eine Seite schon mit Zacken bestückt ist. Ich falte daher die zweite Seite in der Luft, damit ich die anderen Zacken nicht zerdrücke.

Wenn ihr die achte und letzte Sternenzacke gefaltet habt, braucht ihr nur noch die überstehenden Streifen zu kürzen. Schneidet diese bündig mit den äusseren Sternenzacken ab.

Tadaaaaa! Habt ihr durchgehalten bis jetzt? Dann haltet ihr sehr hoffentlich freudig, fasziniert und stolz euren ersten Stern in der Hand. Falls nicht, dann kommt schnell vorbei, dann falten wir gemeinsam. Aber ihr müsst gleich kommen, denn sonst hab ich wieder vergessen, wie es geht…

Übung macht den Sternenmeister. Wie gesagt brauche ich jedes Jahr zehn Sterne Anlauf, bis ich wieder freihändig falten kann, lange Leitung zweitausend. 

Ach übrigens: Ich habe gemeinsam mit meinem Sohn zwei Fröbelsterne gefaltet. Am nächsten Morgen um 7 Uhr (es war Wochenende, deshalb so spät…) steht der Liebe neben meinem Bett und flüstert aufgeregt: “Mama guck mal.”  Schlaftrunken blinzle ich ihn an und sehe seine beiden Hände, gefüllt mit wunderschönen, selbstgefalteten Sternen.
Kinder, Kinder. Fröbel hatte recht, die Leitungen sind da noch kurz und knackig!

Von Herzen wünsche ich euch und euren Liebsten ein zauberhaftes, funkelndes, sternenreiches Wochenende.
Habt’s fein und warm und wunderschön.

Alles Liebe, Sandra

Falls ihr Lust auf noch mehr Sternen-Ideen bekommen habt, dann guckt mal bei den Scherenschnitt-Schneesternen, den Butterbrottüten-Sternen oder bei den zauberhaften Transparent-Sternen, die ihr gut mit euren Kindern falten könnt und bei denen ihr auch das Märchen “die Sterntaler” findet. Ein wunderschönes Märchen zum Erzählen und Hören in der Vorweihnachtszeit.

 

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3 thoughts on “FRÖBELSTERNE FALTEN // EINE EINFACHE ANLEITUNG (ECHT JETZT) // DIY

  1. Liebe Sandra, es waren mal zwei Kindergärtnerinnen, die Faltanleitung, das Faltbuch, das Internet und ein freier Nachmittag im Kindergarten. Die Köpfe haben geraucht, die Kindergärtnerinnen an ihrer Hirnkapazität gezweifelt und jede Menge verchrugeleter Papierstreifen waren das Ergebnis. Aber eben, kein Stern, kein Sternchen. Ich werde es bei Gelegenheit wieder versuchen, mit deiner tollen Anleitung. Herzlichen Dank!!! Liebs Grüessli Carmela

    1. Liebe Carmela, waren das unsere beiden Hirnis, die damals geraucht haben? Oder hast du etwa fremdgefaltet?
      Also mit dieser Anleitung klappt das Sternefalten gehirnschonend. Und solltest du vor deinem Wienbesuch zum Falten kommen und sollte das, was ich nie und nimmer denke, nicht klappen… Dann falten wir gemeinsam Silvestersterne. Ich freue mich schon auf euch.
      Bussibaba und eine liebe Umarmung zu dir.

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