FUNDSTÜCKE VOM WOCHENENDE // UNSERE KINDER, HASENPOST UND SCHOKOTHERAPIE

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Ferien
“Yeah! Letzter Schultag!” jauchzte der Grosse freudig, bevor er voll Karacho durch den Flur schlitterte. Das waren sie also, die ersten Wohnzimmerschulwochen – und wohl auch das letzte Paar Socken ohne Loch.

Das “Yeah endlich Osterferien” klingt in der momentanen Situation vielleicht etwas schräg. Aber es ist tatsächlich fein, ein paar schulstofffreie Tage vor uns zu haben. 

Die Kinder, finde ich, haben die letzten Wochen grandios gemeistert. Von einem Tag auf den anderen wurden sie herausgerissen aus ihrem Rhythmus, ihrem Alltag und aus ihrer eigenen, wichtigen und geschätzten Welt, ausserhalb der Familie. Durch die Interventionen wurden Unsicherheiten und Kummer von uns und der Welt für die Kinder spür- und sichtbar. Bei allem, was wir im neuen Alltag anzettelten und ausprobierten, zusammenstiefelten und verwarfen: Die Kinder waren stets mittendrin, gemeinschaftlich, kooperativ und eigentlich meistens sehr gut gelaunt. Viele Stunden haben sie für sich gespielt, Schulaufgaben erledigt, sich ruhig beschäftigt, damit die Grossen lernen konnten, mit den Geschwistern oder alleine Sachen ausgetüftelt und sich mit der neuen Normalität arrangiert. Das ist eine grossartige Leistung. Die Kinder dürfen spüren, dass wir froh darüber sind, wie wunderbar sie diese Situation gehandhabt haben und dass wir glücklich sind, dass es ihnen so gut gelungen ist, obwohl es nicht einfach ist. Das muss hier einfach mal gesagt sein.

Nun freuen wir uns auf das gemeinsame Vor-uns-hin-Plätschern-ohne-was-zu-müssen und auf die Ostervorbereitungen für unser kleines Familien-Osterfest. 

Hasenpost
Das Wochenende war sonnig und gutlaunig. Natürlich sind unsere Gedanken ab und zu weggewandert. Zu Menschen, die wir hätten besuchen wollen über die Ostertage und von denen wir nicht wissen, wann wir sie das nächste Mal wieder sehen werden.
Wir haben gemeinsam Hasenpost geschrieben, die wir nun in alle Welt hinausschicken und hoffen, dass sie Freude bereitet und unsere lieben Gedanken überbringt. Liebe Post zu bekommen ist in den letzten Tagen noch kostbarer geworden.

Die einfache Anleitung zu den süssen Falthäschen habe ich bei Johanna entdeckt und gleich mit den Kindern losgefaltet. Johanna klebt die Hasenbäckchen übrigens mit Washi-Tape, wir haben gestempelt, das schien mir für uns einfacher und für die Kinder war’s eine Freude. 

Hasenkekse oder therapeutisches Schokoschmelzen
Donnerstagnacht habe ich dem Grossen noch eine Extra-Aufgabe in sein Schulheft geschrieben. Ein Hasenkeks-Rezept, nach dem er ganz alleine einen Keksteig zubereiten durfte. Er kennt sich in der Küche bestens aus und wägt die Mengen aufs Gramm ab. Es kann also nichts schief gehen. Beflügelt und genüsslich haben die zwei Kinder später Kekse ausgestochen, und als diese gebacken waren, durften sie die Plätzchen mit Schoko und Streuseln verzieren. Was sich hier so lapidar dahinschreibt (Schoko, Streusel, Kekse), ist für unsere Kinder pures Glück.


Eine ganz wunderbare Empfehlung, schon vielfach angewendet und immer wieder höchst wirksam, ist das therapeutische Schokoladeschmelzen.
Die Erfinderin dieser “Kur” habe ich in einem Kinderheim, in dem ich vor Jahren gearbeitet habe, kennengelernt. Sie war unsere Köchin, eine warmherzige, schlaue und lebenslustige Frau. Nun, wenn die Kinder Heimweh, schlechte Laune oder Kummer hatten, dann durften sie Barbara in der Küche einen Besuch abstatten und mit ihr zusammen Schoki schmelzen.
Der Duft geschmolzener Schokolade, das Eintauchen der Finger in der warmen Schokosauce, das Schmatzen und Geniessen, das war grosses Glück. Aber die wichtigste Ingredienz war natürlich die Geborgenheit, die Wärme und die Zeit, das Erzählen, Zuhören, Trösten und das Lachen in dieser grossen Küche mit Barbara.
Ich habe es nie vergessen, wie glückselig und lebensgestärkt so manches Kind wieder aus der Küche stiefelte, dekoriert mit einem zufriedenen Schokoschnauzer.
Die Schokoschmelz-Methode habe ich natürlich in all meine Kindergruppen und in meine Familie mitgenommen. Ab und zu, wenn alles doof ist oder unrund läuft, versammeln wir uns also um den Herd, schmelzen Schoko, naschen, erzählen, sind uns nah und umarmen unsere Seelen mit warmer Schokolade.
Es hilft! Nur nicht übertreiben. Und beste Schoggi nehmen! Denn: wenn schon, denn schon.

Die Regenbogenmacher in dieser Zeit
Vielleicht habt ihr ja bereits vom Regenbogen-Projekt gehört, bei dem die Kinder einen selbstgemalten Regenbogen ans Fenster hängen. Dabei können andere Kinder, beim Vorbeigehen, die Regenbogen entdecken und wissen dann, dass hinter diesem Fenster ebenfalls ein Kind wohnt, das jetzt oft in der Wohnung bleiben muss und seine Freunde nicht zum Spielen treffen kann. Ich finde es ein wunderbares Zeichen für Friede, Vertrauen und Sehnsucht.
Habt ihr mit euren Kindern bereits ein Regenbogenfenster gestaltet? Und wenn ja, würdet ihr mir ein Bild davon senden? Ich würde mich sehr freuen und hier bei der Lieblingsbande gerne eine Regenbogensammlung machen, das stelle ich mir wunderschön vor. Bilder könnt ihr senden an: sandragenzel(at)miou.ch

Nun wünsche ich euch und euren Kindern von Herzen wunderschöne, freudige und ausgelassene Sonnentage.
Habt’s fein und schön und wunderbar.
Bleibt gesund.
Alles Liebe, Sandra

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