SchlagwortAlltag mit der Lieblingsbande

SOMMERFÜSSE (DIY MIT VIDEO)

255BUNSET255D.png
Schön ist’s, wenn’s schön ist. Das ist auch mit den Sommerfüssen so, finde ich. Ich hatte die Tage die Möglichkeit, ja das grosse Glück, sozusagen, dass ich von meinen Lütten eine hausgemachte Pediküre bekam. Jahaha, ich habe auch gestaunt. Der fleissige Pedikör und die tüchtige Pediköse haben sich ganz schön ins Zeug gelegt und mir meine Fussnägel liebevoll auf Sonntag getrimmt. Wie gut ist das denn!!!
Lustig war’s, geschäftig war’s, friedlich war’s und ja, der linke Fuss sieht bissl aus, als wäre er unter den Rasenmäher geraten. Und beim genauen Hinsehen tut es sogar ein kleines bisschen weh. Aber Liebe macht ja nicht nur blind, sondern auch tapfer. Auf in den Sommer!

WENN FÜSSE SPÜREN DÜRFEN / BARFUSSPFAD DIY

255BUNSET255D.png
Wenn ich meinen Babys beim Spielen zugesehen habe, fand ich es zauberhaft und sehr spannend zu beobachten, wie sehr zu Beginn des Lebens die Füsse und die Hände doch zueinander gehören. Als würden sie sich das Tun, das Erspüren und Fühlen teilen, griffen Finger wie Zehen ganz natürlich gemeinsam nach dem Leben.
Weiterlesen“WENN FÜSSE SPÜREN DÜRFEN / BARFUSSPFAD DIY”

UND TÄGLICH GRÜSST DAS MUTTERTIER

255BUNSET255D.png
 

Die Morgenroutine bei uns zu Hause ist ein Chaos. Ich weiss, wenn ich selber entspannt durch die Routine flowen würde, wärs halb so schlimm. Ooohhhmmm! Stattdessen stehe ich in einem Flohzirkus und verfalle tagtäglich meiner ewig gleichen Morgen-Leier. Es ist, als würde ich jeden Tag von Neuem das gleiche Tape einlegen. Ich brauche ganz dringend einen Plan.

Das Stück beginnt um Sieben in der Früh. Hier unser Schlamassel in vier Akten.

1. Akt: DAS FRÜHSTÜCK 
Der Grosse wacht auf und ist gleich schon sehr umtriebig. Einen ganzen Stapel Bücher will er sich anschauen, in den Garten gehen, die Becherlupe suchen, und er braucht eine Gummilitze für seine Steinschleuder… und er hat Hunger.
Ich umarme ihn, küsse ihn auf die Stirn und fahre ihm durch das zerzauste Haar. Er sucht ganz dringend die klitzekleine Spiralfeder. Leider habe ich keine Ahnung, wo die hinverschwunden ist.
Die Kleine schläft noch wie ein Murmeltier… Würde sie das am Wochenende tun, hach, das wäre toll.
Mein Liebster hat Frühstück gemacht, Honigstullen gestrichen, Mili für die Kleine vorbereitet und KÄFFCHEN für Muddi gemacht. Kaffee; schon der Geruch ist ein Trost! Endlich, die Kleine wacht auf, tappt schlaftrunken in die Küche, muss erst noch bissl wachgekuschelt werden. Wir sitzen alle am Frühstückstisch. Immerhin.
…der Schein trühügt!
Es ist halb Acht, wir sind gut dran und ich traue mich zu glauben, dass alles wie am Schnürchen läuft… 
2. Akt: DAS ANZIEHEN
Die Kinder sind lustig. Sie erfinden Rätsel und lachen und ich freue mich. So, jetzt gehts ans Anziehen. Und ich, vorausschauend wie ein Adler, habe die Klamotten für die Kinder schon am Vorabend generalstabsmässig griffbereit hingelegt. Man müsste theoretisch “nur” noch reinschlüpfen…
Mama Motivator heizt der Bande ein, los gehts, anziehen.
Grosser: Wo sind meine Kleider?
Ich: “Da, wo sie immer sind…”
Grosser: “Aber da liegt keine Unterhose.”
Ich: “Oh ja, da liegt eine Unterhose.”
Grosser lacht: “Ach ja, die hat sich unter der Hose versteckt. Lustig, guck, ich kann die Unterhose in die Hose stecken, dann kann die keiner finden…”
Das Unterhosen-Versteckspiel beginnt… Alle finden es lustig, ich höre die Kinder lachen und die Uhr ticken. Die Kleine will den Pulli, den ich ihr vorschlage, nicht anziehen. Gut, ich lasse sie auswählen: den oder den. Super Plan. Noch bin ich gut dran, mit Energie. Kaffee sei Dank. Sie sucht aus, ist zufrieden, zieht den Pullover ihrer Wahl dennoch nicht an. Und sie will ohne Hosen raus.
Ich: “Es ist noch viel zu kalt für ohne Hosen. Bald ist Sommer, dann können wir bluttfuss (barfuss) und in kurzer Hose raus. Das wird schön, ich freue mich schon.”
Ich stimme ein Liedchen vom Sommer an und hoffe sehr, dass ich die Kleine dabei “unbemerkt” anziehen kann… “La, la, la, der Sommer ist bald da…” Schwups, Unterhemd übergezogen. Überlisten. Das gilt ja eigentlich nicht, ich weiss, ich weiss, pädagogisches No-go. Aber ich erlaube mir das trotzdem. Das Liedchen ist zu kurz, die Strumpfhose fliegt in weitem Bogen durchs Zimmer. Und die Kleine ist weg. Noch eine Runde turnen auf Mama-Papa Bett. Das lässt sich auch der Grosse nicht entgehen. Juhu, eine Rolle vorwärts, eine Rolle rück… AUA! MAAAAMAAAAA! 
Ich bin schon leicht angenervt. “Ach, muss das sein? Ich möchte, dass ihr euch jetzt anzieht, wir müssen los!”
  

Der Grosse flucht über den Reissverschluss der Hose, Papa kommt zur Hilfe. Der Grosse ist angezogen. Juhu!
3. Akt: DAS ZÄHNEPUTZEN
Die Kleine rennt ohne Strumpfhose rum, singt lauthals, tanzt und packt tausend Sachen in ihren Rucksack. Im Wohnzimmer hat sie eben Teile von vier verschiedenen Puzzles miteinander gemischt. Alles für mich!!!
Der Grosse ist im Bad angekommen, fummelt an der Pinzette rum und nölt, dass er ein T-Shirt unterm Pulli anziehen will.
Ich: “Es ist nicht warm heute (und ich habe noch mehr Wäsche, wenn noch eine Lage dazu kommt…). Komm, Zähne putzen, gleich müssen wir los. Kleine, du auch, komm, wir putzen alle zusammen die Zähne”. 
Grosser: “Bei uns im Kindergarten schwitze ich immer.”
Ich: “Ok, dann nimm dir eins aus dem Schrank. Aber jetzt ein bisschen schwuppdiwupp. Und büütte nicht das, was zuunterst liegt.”
Das mit dem “nicht das was zuunterst liegt” schicke ich leider zu spät nach. Schade um die zusammengefaltete Wäsche, die jetzt zerknittert in der Lade liegt…
Papa hat die Kleine eingefangen und ins Badezimmer gebracht. Sie will nicht Zähne putzen, lässt sich nach hinten fallen, nach unten fallen, nach vorne fallen. Phuuu. 
Ich gebe mein Bestes: “Komm, ich helfe dir, wir putzen die Zähne gemeinsam, komm her. Bitte komm jetzt zu mir, du kannst dich zu mir setzen. Mach mal n Tigermaul… AAAaaaa. Singen wir das Zahnputzlied? Bitte, jetzt musst du zu mir kommen.”
Klar kommt sie nicht. Sie kommt erst, wenn sie kommt. Also später. 
Ich überlege mir kurz, ob wir den Teil mit dem Zänneputzen für heute einfach mal überspringen sollen. Energiesparentscheidung. Aber dann doch: nö! Wir putzen die Zähne! Fertig, aus!
Im Badezimmer treffe ich auf meinen Liebsten: “Wir müssen reden, so geht das nicht. Nach der Sommerpause muss der Grosse vor acht in der Schule sein… das schaffen wir NIE. Ich brauche einen Plan.” 
Er nickt bissl bedrückt und meint: “Oh ja, das wird hart. Aber bis dann ist noch ein halbes Jahr… Da geht noch was.” 
Meine Zuversicht schrumpelt zu einem Nichts. 
Ich höre die Stimme meines Vaters aus dem Off: “Das ist alles nur eine Frage der Organisation…” 
Ja, das nützt mir jetzt auch nichts.
Die Kleine ist nun im Bad angekommen. Die Zahnpasta auf der Bürste ist schon abgegessen, nun knabbert sie lustlos auf den Borsten rum. ABER sie ist da. Ich ziehe ihr die Strumpfhose an, den Rock will sie selber anziehen. Gut, auch wenn dies dauert… Tick, tack, tick, tack…
Wo ist der Grosse? Ich rufe: “Kommst du? Wir müssen lohos! Hast du die Zähne geputzt?” 
Schelmisch lachend guckt er durch die Türe ins Bad und meint: “Ich hab mir n Schnauzer aufgemalt.” 
Mit rotem Filzer! Um viertel nach Acht! Ich hab Anzeichen von Schnappatmung, nehme einen Lappen und versuche, das kreative Morgen-Make-up meines Sohnes zu beheben. Mir ist plötzlich höllisch warm und ich spiele mit dem Gedanken, auszuwandern. Nordpol wäre schön. Dabei erhasche ich leider einen kurzen Blick meines Gesichtes im Badezimmerspiegel: oh Gott. So seh ich also aus, in Momenten wie diesen. Ein bisschen wie gefriergetrocknet. So kann ich nicht raus, so wird das nichts. Wo gehts hier zum Nordpol? Ich atme ein, atme aus und – greife zu Wimperntusche, das muss für jetzt reichen. Für grössere Renovationen ist keine Zeit.
4. AKT: AUS DEM HAUS GEHEN
Wir könnten entschleunigen, denn wir sind eh schon zu spät. Es ist halb neun und den Bus haben wir soeben verpasst. Aber ich bin zu ungemütlich, um runterzufahren. Und ich bin genervt.

Meine Morgenleier geht weiter mit: schnell, schnell, Gummistiefel und Jacken anziehen. 

Die Kleine will nicht: “Nein Gummistiefel.” Klar, alles andere hätte mich heute Morgen überrascht.
Immerhin, Käptn Rotschnauzer ist fertig angezogen. 
Meine Stimme wird lauter und um eine Oktave höher. Und ich höre mich reden und weiss: Du kannst aufhören damit, das bringt rein gar nichts. 
“Du ziehst dir jetzt die Stiefel an! Wir müssen los, zacki, zacki, in die Stiefel!”
Die Kleine umarmt mich und will küssen. Ich küsse so gerne mit ihr… Ok, die Zeit muss sein.
Dem Grossen ist warm und die Katze kratzt an der Türe.
Papa, mit Geduld a discretion, zieht der Kleinen die Stiefel an, die Jacke und Schal. Obwohl sie schreit, dass Mama das machen soll.
Jetzt aber, los gehts. Haben wir den Apfel für den Grossen? Ich nicht. Du? Hast nicht du…?
Wie, um Himmelswillen, machen das andere Familien… Mit noch mehr Kindern? Um vier Uhr aufstehen? Schon in den Schulklamotten ins Bett? Frühstück to go?
Kurz vor neun haben wir es geschafft. Alle aus dem Haus, Mama aus dem Häuschen. Der nächste Bus kommt erst in einer Ewigkeit, aber die frische, kühle Luft tut gut. Ich brauche einen Moment um anzukommen, da draussen in der Welt. Mein Grosser klettert an mir hoch. Ich schaue ihm in die Augen und kraule seinen Rotbart. Er sieht aus, als hätte er ne fiese Allergie im Gesicht. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen. Dann springt er weit voraus, blickt lachend zurück und ruft: Fang mich doch, du Eierloch! Eierloch. Die Kleine stiefelt zufrieden an Papas Hand, auf dem Rücken einen super schweren Rucksack mit… ach, weiss ich was. Und so gehen wir los. 
Der Vorhang fällt und für heute ist das Spiel aus. Aber Morgen, gleiche Zeit, gleiches Theater und ich fürchte leider, genau das gleiche Stück. Wenigstens kann ich den Text schon auswendig.

Bis dann. Liebe Grüsse vom Nordpol, euer Eierloch

BLUMENKINDER

255BUNSET255D.png

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.
Dante Alighieri


Am Samstag sind wir über den Markt gebummelt. Diese Farben, diese Düfte… Der dargebotene Flieder hat so opulent gerochen, dass ich nicht vorbei gehen konnte, ohne mir davon ein paar Zweige mitzunehmen. 
Unsere Kinder suchen gerne Blumen für sich aus. Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als mit Farben und Blütenformen zu liebäugeln, an den Blüten zu riechen, dann abzuwägen und sich für das Allerschönste zu entscheiden. Und manchmal entstehen überaus interessante Sträusse… Während unseres letzten Bummels hat sich die Kleine für eine rosarote Gerbera entschieden und diese glücklich und stolz nach Hause getragen. Nun gut, der Weg war lang und aufregend und wie das so ist; als wir zu Hause ankamen, war der Stiel der Blume, na ja, sehr kurz halt. Zudem bestand die Kleine darauf, den Blumenstiel noch anzuschneiden, wie man das halt macht. Gut, mit ihrer Schere hat sie den kurzen Stiel noch etwas gekürzt und danach haben wir die ganz kleinen Vasen aus dem Schrank geholt. Vorsichtig hat die Lütte Wasser eingefüllt, dann konnte die Blume endlich trinken. 
Ich betrachte meine Kinder so gerne, wenn sie geschäftig sind. Die Art, wie sie sich kümmern, wie behutsam die kleinen Finger mit den Blumen umgehen können, wie sie neugierig die Blüten betrachten, sie ertasten und schweigsam erfassen, was da ist.
In dieser Versunkenheit der Kinder kann man beinahe sehen, wie das Gehirn die Botschaft der kleinen Hände aufnimmt. Die Hingabe und Konzentration im Tun von Alltäglichem zu beobachten erfüllt mich immer wieder mit Wohlsein und Zufriedenheit (und es bestätigt mich, als Mama, die ab und zu zweifelt…). Dabei scheint es manchmal, als bliebe die Zeit für einen kurzen Moment einfach stehen. 
Den ganzen Nachmittag hat die Kleine ihr Väschen mit der Gerbera mit sich rumgetragen. Ihr Blumenglück wollte sie stets bei sich haben. 
Der Flieder ist inzwischen verwelkt, doch die Gerbera steht noch stolz und schön im Wasser. Das Wochenende steht schon wieder vor der Türe. Dann drehen wir unsere Bummelrunde auf dem Markt, gucken dort und schauen da und gönnen uns einen frischen Strauss Blumen. Blumen für die Kinder.
Dieser Beitrag ist verlinkt mit 

KREN DE LA KREN

255BUNSET255D.png

Unser Grosser durfte sich auf dem Biomarkt einen Bienenhonig aussuchen. Er entschied sich für den “crème de la crème”, mit dem goldgelben Etikett. Heute morgen, als wir den Honig das erste mal kosteten fragte er: “Mama, was steht denn da auf dem Etikett?” 
Ich: “Naturreiner Bio-Honig, crème de la crème.” 
Er: “Was soll denn das heissen?” 
Ich: “Na ja, crème de la crème bedeutet: das Beste vom Besten.” 
Sichtlich zufrieden ass er seine Honigstulle. 
Am Abend dann umarmte er mich und sagte zu mir: “Ach Mama, du bist auch so Kren de la Kren.” 
Ich glaube, das war ein Kompliment.
Für alle Nicht-Österreicher: Kren ist Meerrettich.

POP UP SCHAUKEL / LIEBLINGSPLATZ GEFUNDEN

255BUNSET255D.png
Eigentlich wollten wir einen Waldspielplatz in Wien erkunden, mal wieder Neuland ergründen. Aber dann kam der Regen und wir standen ohne Regenjacken da, denn eben wars doch noch warm und sonnig und der Himmel blau…
Also mussten wir flix umdisponieren und uns was in unserem Einzugsgebiet aushecken. Und als der Regen durch war, landeten wir irgendwo auf der Pötzleinsdorfer Höhe. So ohne Grund war ich noch nie da, aber weil wir es lieben, auf Entdeckungsreise zu gehen, zogen wir los. Und siehe da, ganz weit oben, am Hang, mitten in der Blumenwiese steht ein Baum mit einer Schaukel. Was aussieht wie eine Installation oder eine Filmkulisse mitten in der Natur, stellte sich schnell als Traumschaukelplatz heraus. Wir alle haben geschaukelt bis zum Himmel, haben uns durch die Lüfte schwingen lassen, weit über den Wienerwald und die Blumenwiese und waren voller Schaukelglück. Wir haben gejauchzt und gelacht. Was für eine Freude. Und als wir genug hatten vom hin und her, spazierten wir durch die Wiese zurück, pflückten Blumen und es fühlte sich an wie früher. Ausgeschaukelt, glücklich, unbeschwert und leicht, geerdet und voller Lebenslust.
Zu gerne möchte ich wissen, wer die Schaukel an diesem wunderschönen Baum festgemacht hat, um danke zu sagen, für diese Idee, diesen idyllischen Platz und dieses unvergessliche Erlebnis. Und vielleicht werde ich irgendwann losziehen, mit meiner Lieblingsbande, und da und dort ein paar Schaukeln anbringen. Für ein bisschen mehr Schaukelglück.
  
   

APRIL, APRIL

 
Eben war’s doch grad noch sommerlich und vielversprechend und ich hab mein Leben sozusagen schon wieder nach draussen verlegt. Und jetzt das… Ja, ja, ich weiss schon, April, April… Aber grad so war das doch gar nicht ausgemacht.
Heute wusste das Wetter tatsächlich nicht, was es will. Aber wir wussten es, zum Glück. Wir haben Wasserfarbe auf Papier gelegt. Mit jedem Pinselstrich entstanden spannende Bilder-Geschichten, die weitergesponnen und ausgestaltet wurden. Die Kinder haben erzählt und gelacht und einander voller Lebendigkeit die Bilder veranschaulicht. Die Welt wurde bunt und SEHR spannend. Und als ausgemalt war, blinzelte die Sonne für einen Moment müde zwischen den Wolken durch und lud uns ein, im Garten zu verweilen… Und als wir dann im Garten standen, hat’s auch schon wieder geregnet. April, April!

BULLERBÜ FÜR ALLE!

 
Der Sommer war zu Besuch!!! Das letzte Wochenende war warm und sonnig und es war barfussig und kurzärmlig und wir alle waren voller Freude.
Gibt es Schöneres, als mit lieben Freunden die Tage draussen in der Natur zu verbringen, am Waldrand ein Feuer zu entfachen (in der Schweiz darf man das… noch…), Stockbrot und Würste zu braten, Bäume zu erklettern, Stöcke zu suchen und es miteinander fein zu haben? Nö, denn das ist für uns das Allerbeste überhaupt!
Und wenn der Mond schon am Himmel steht und die Sonne auf ein Schwätzchen trifft, bevor sie untergeht, rumpumpeln die Kinder im Leiterwagen nach Hause. Gefüllt mit Glück, Wärme, und frischer Luft, laut singend! Sonnengeküsst, das Kichern und die Geschichten des Tages, wie Musik, noch immer im Ohr, fallen unsere Kinder zufrieden ins Bett. Und beim gemeinsamen Flüstern, bevor der Tag dann wirklich zu Ende ist, haucht mein Grosser: “Gell Mama, das war ein sooo schöner Tag.” Ja, Bullerbü für alle! 
  

KLING, GLÖCKLEIN, KLINGELINGELING

 
An diesem Sonntagmorgen, als die Sonne uns die Nasenspitze küsste und unsere Seele zum jauchzen brachte, kramten wir die Kiste mit den Ostersachen hervor. Einfach mal so, um zu gucken, was da alles so drinnen liegt. Die Kinder öffneten den Karton und hoben mit glänzenden Augen und leuchtenden Herzen unsere Osterreichtümer ans Licht. 

Da war das Holzhäschen im Auto von Grami, die drei gepunkteten Stoffhasen, die mein Grosser zu seinem allerersten Osterfest von seiner Patentante geschenkt bekommen hat (statt Schokolade… hach, wie gut wir die Schokolade fürs Kind damals noch umgehen konnten… Wir haben sie einfach verschwiegen oder selber gegessen und gut war. Gute, alte Zeit!). Die Papierschmetterlinge, die seit Jahren unseren Osterstrauch schmücken, flatterten aus der Kiste, die bunten Stoffhühner vom Tausendschön und ein kleiner Weidekätzchen-Ast vom Arkonaplatz in Berlin kamen hervor. All die feinen Sachen, die wir jedes Jahr wieder an unseren Osterstrauch hängen, mit denen wir unseren Jahreszeitentisch schmücken und mit denen Ostern zum Fest wird. 
Die Kinder betrachteten alle Schätze, hielten sie in den Händen, erzählten davon und legten sie dann wieder zurück. Mit ein paar Kleinigkeiten schmückten die Kinder ihr Zimmer. Zur Vorfreude wurden am Ast mit den Weidekätzchen ein paar kleine Holzeier und ein Schmetterling aufgehängt und das Bienenwachskörbchen mit den roten Wachseiern dazu gestellt. Dann noch ein bisschen grüne Schafwolle. Fertig.
Als ich etwas später ins Kinderzimmer kam, sassen der Grosse und die Kleine ganz nah beieinander im österlich dekorierten Zimmer, hörten sich andächtig Weihnachtslieder an und waren selig. “Kling, (Oster-)Glöckchen, klingelingeling…” trällerten sie und ich stand da und dachte: wouuuww, die schaffen den Spagat ohne mit der Wimper zu zucken. Sie hatten es sehr feierlich und es war ganz ruhig, freudig und schön. Und obschon es für meinen Geschmack etwas unpassend schien, muss ich zugeben, dass diese gemeinsam erschaffene Stimmung etwas Heiliges an sich hatte. 
Auf Zehenspitzen schlich ich davon, nichts von der Stimmung wollte ich stören. 
Kinder können das. Einfach so. Wie wunderbar!