SchlagwortSeelennahrung

EINKAUFEN MIT KIND // AUF DEM BAUERNMARKT // GELDBÖRSEN DIY

Einkaufen und einkaufen mit Kind sind zwei völlig verschiedene Tätigkeiten.

Bei der ersten geht es ums Besorgen der Lebensmittel für eine Familie. Bei der zweiten geht es ums Besorgen der Lebensmittel für eine Familie, währenddem man zwischen den Regalen die Kinder sucht, die ausgeräumten Regale wieder ordentlich einräumt, die unnötige und ausnahmslos ungesunde Schmuggelware im Wagen entdeckt und wieder auspackt, man über warum-wieso und weshalb-nicht diskutiert und dabei den Überblick über die Leckereien zu bewahren versucht, die weggegessen sind, bevor sie jemals das Förderband bei der Kasse auch nur berührt haben. Weiterlesen„EINKAUFEN MIT KIND // AUF DEM BAUERNMARKT // GELDBÖRSEN DIY“

EIN BOHNENZELT IM GARTEN // NATURBEWUSSTSEIN

…oder die schnellste Bohne der ganzen Welt

Zugegeben, ich gehörte nicht zu den allergeduldigsten Gärtnerinnen dieses Planeten. Mir ist recht, wenn dann schon schnell mal was passiert. Noch rechter finde ich es, wenn das, was passiert, ein bisschen unempfindlich daher kommt. Deshalb bin ich im Team Bohne, denn die ist wunderbar auf Zack. Weiterlesen„EIN BOHNENZELT IM GARTEN // NATURBEWUSSTSEIN“

MIT BÜCHERN DURCH DAS JAHR // BÜCHER SIND LEBENSMITTEL


Ich finde es grossartig, in einem Land zu leben, in dem wir die vier Jahreszeiten so ausgeprägt erleben dürfen. Ich liebe jede einzelne und habe die Vielfalt und ihren Zauber jeweils vermisst, wenn ich auf Reisen war (Nikolaus am Strand ist schön… aber Nikolaus im verschneiten Wald ist einfach nicht zu übertreffen!). 

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OSTERHASE MIT BURN-OUT // ODER WENIGER IST MEHR

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, kommt am grossen Verzicht, der Fastenzeit, nicht vorbei. Es wird gedetoxt, verzichtet und reduziert, gemeinsam oder ganz allein, aber immer mit der Community, die unterstützt, anspornt, bewundert und aber einem auch bei einem „Rückfall“ gut zuredet.

Daumen hoch, I like trotzdem oder eben gerade deswegen!
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HOSENTASCHEN – OSTERHASEN // DIY

Als Kind bekam ich dieses in Glitzerpapier eingewickelte Schokoladen-Osterei geschenkt. Rasch steckte ich es in meine Hosentasche zu all meinen anderen gesammelten Kostbarkeiten. Sicher ist sicher, dachte ich mir. Irgendwann würde ich diesen Schatz genüsslich verspeisen. Klar schmolz das Schokoei dahin, und es blieb mir nichts als eine Hosentasche mit Schokopfütze und ein verschmiertes Glitzerpapier. Blitz und Donner!

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EIN NIGELNAGELNEUES JAHR / FRAU HOLLE, BITTE KOMMEN

  
Euch allen ein sonniges, glückerfülltes, purlimunteres funkelnigelnagelneues Jahr voller zauberhaften Augenblicken, herzlichen Begegnungen und Ideen, die eure Augen zum leuchten bringen.
Wir haben unsere Feiertage in Wien verbracht (mit zwischenzeitlich nicht so feierlicher Magen-Darm… ach, ihr wisst schon…), zusammen mit Familie und lieben Freunden. Gemütlich, fröhlich, aufregend und doch wunderbar unspektakulär. Jetzt, wo alle Feierlichkeiten vorbei sind und uns der Alltag von Weitem wieder zuzwinkert, merke ich erst, wie ruhig und gelassen wir in dieses völlig unverplante, neue Jahr aufgebrochen sind. 
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 

Die Ruhe und Leere nach der aufregenden Zeit sind es auch, die einem wieder näher zusammenrücken lassen und die „Langeweile“ kostbar und zauberhaft machen. Es scheint, als würden die Sinne, nach dieser Zeit der Fülle, wieder neu geschärft und als hätten sie wieder die Möglichkeit, sich neu zu entfalten. Der Blick auf das Wesentliche, das Ursprüngliche und wirklich Wichtige wird klarer, und es fällt mir nach den reichen Dezembertagen leichter, Altes gehen zu lassen, um Platz zu schaffen für das, was kommt, oder einfach Platz zu schaffen für die Leere, die mich manchmal so inspiriert. 
Die Kinder haben noch Schulferien und so geniessen wir die Vormittage im Schlafanzug beim Spielen und Lümmeln, Pläne schmieden und schöne Sachen aushecken, währenddem wir sehnsüchtig auf Schnee warten. Leider will der einfach überhaupt nicht kommen. Da hilft auch das Flehen und aus dem Fenstergegucken nichts. Auch ich wünschte mir ein paar Flocken, die das Braun-Dunkelgrün mit Weiss und Stille bedecken und uns hinaus locken würden, in den leuchtenden Glitzerschnee. Ja, das wäre wunderbar. Es scheint aber gerade, als hätte hier in Wien die megafaule Marie die tüchtige Goldmarie abgelöst.
Und weil es grade ist, wie es ist, erwische ich mich immer wieder, wie ich an Tulpen auf dem Küchentisch denke, und hätte ich einen Jahreszeitenregler, ich würde ihn gleich hier und jetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, auf Frühling drehen. Mit dem neuen Jahr und dem schneefreien Januar ist die Lust gekommen, alles wieder wachsen und gedeihen zu sehen…
Ja, ich werde geduldig warten, Geschichten vom Schnee erzählen und das Märchen von Frau Holle vorlesen. Denn der Januar war und ist auch immer ein Märchenmonat. Ganz nah beieinander, so, wie schon vor vielen Jahren während der Rauhnächte, ist es am allerschönsten, Märchen zu lauschen und von verschneiten Welten zu träumen. 
Wenn bei euch auch kein Schnee liegt und ihr euch danach sehnt, oder ihr euch tagtäglich im Schnee vergnügt, euch mit roten Wangen und eisiger Nasenspitze  bei einem Märchen wieder aufwärmen wollt, habe ich für euch das Märchen von Frau Holle hier angefügt.

  
Frau Holle
Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleissig, und die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die hässliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die grosse Strasse bei einem Brunnen setzen, und musste so viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang.
Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen; sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, dass sie sprach „hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.“
Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte: und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viel tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief : „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich – ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es herzu, und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Äpfel und rief ihm zu: „Ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter.
Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so grosse Zähne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: „Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll dir’s gut gehn. Du musst nur acht geben, dass du mein Bett gut machst und es fleissig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.“
Weil die Alte ihm so gut zusprach, so fasste sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit, und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf, dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort, und alle Tage Gesottenes und Gebratenes.
Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wusste anfangs selbst nicht, was ihm fehlte, endlich merkte es, dass es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser ging als zu Hause, so hatte es doch Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr: „Ich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muss wieder hinauf zu den Meinigen.“
Die Frau Holle sagte: „Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst, und weil du nur so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“
Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein grosses Tor. Das Tor ward aufgetan, und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen. so dass es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleissig gewesen bist“, sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf ward das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus; und als es in den Hof kam, sass der Hahn auf dem Brunnen und rief:

„Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“
Da ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen.
Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu dem grossen Reichtum gekommen war, wollte sie der andern hässlichen und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen. Sie musste sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stiess sich die Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Pfad weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder: „Ach zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber antwortete: „Da hätt ich Lust, mich schmutzig zu machen“, und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: „Ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Sie antwortete aber: „Du kommst mir recht, es könnte nur einer auf den Kopf fallen“, und ging damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren grossen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr.
Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleissig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon zu faulenzen an, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich’s gebührte, und schüttelte es nicht, dass die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf.’ Die Faule war das wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen; die Frau Holle führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein grosser Kessel voll Pech ausgeschüttet. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste“, sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu.
Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief:
„Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“
Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen. 

(Kinder- und Hausmärchen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm))

Übrigens: Falls ihr beim Erzählen immer mal wieder zum Weihnachtsbaum schielt und ihr euch im Geheimen denkt: Was wird wohl aus dir werden… So habe ich eine feine Weihnachtsbaum-Upcycling-Idee, die perfekt zu Frau Holle passt und die ich euch nächste Woche gerne vorstellen möchte.

Bis dann wünsche ich euch, dass euch euer Anfang in Ruhe und Gelassenheit gelingen mag, sodass auch der kleinste Alltags-Zauber spürbar wird.
Alles Liebe, Sandra 

Über Schnee- und Winterbilderbücher habe ich hier bereits geschrieben. Schaut rein, falls ihr mehr literarischen Schnee braucht.

Das zauberhafte Märchenbuch „Die 100 schönsten Märchen der Gebrüder Grimm“ mit den Bildern von Daniela Drescher findet ihr hier.*

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WEIHNACHTEN IM WALD

Ich gebe zu, ich gehörte früher zu den klassischen Weihnachtsmüffelern. Ich hab zwar mitgemacht – dem Frieden zuliebe – aber gemocht habe ich Weihnachten viele Jahre lang nicht wirklich. Zu viel Konsum, zu viel Gesinge wo sonst nie Gesinge war, zu viel Lametta und für meinen Geschmack zu wenig Fleisch am Knochen (schweizerische Redewendung für substanziell). Heute glaube ich, dass mein Unbehagen ein Glück war. Denn, wie sonst hätte ich mein eigenes Weihnachtsding finden können? 

Spätestens, wenn man Eltern wird, kommt man ins Nachdenken, wie man mit sich und dem Dezember ins Reine kommt. 

Entweder man lässt die Feierlichkeiten und ignoriert das ganze Trallalla oder man findet einen Weg zu Traditionen, die stimmig sind und zu einem passen. Tja, und da ich Kinder habe, habe ich mich entschieden, geliebte Bräuche beizubehalten und überdies neue zu finden, die ich gerne zu meinen werden lasse. So sind daraus meine Lieblingsbande-Traditionen entstanden. Eine davon ist das Verbringen der Weihnachtstage rumlümmelnd im Schlafanzug… Eine ganz besonders schöne aber ist die Waldweihnacht: 

Schon mit meinen Kindergartenkindern habe ich jeweils im Wald gefeiert und diese Abenteuer als so glücksbringend, natürlich und unvergesslich erlebt, dass ich es einfach nicht mehr missen will.

Wenn man, wie wir, verliebt, versunken und immer auftankend durch den Wald streicht, ist es klar, dass man auch Weihnachten im Wald verbringt. Es ist feierlich, in Ruhe und Stille die mitgebrachten Gaben auszubreiten. Die Kinder haben Vogelfutter vorbereitet, welches wir an die Äste hängen und natürlich auch welches für die gefiederten Naschkatzen, die gerne vom Waldboden picken. Nüsse für das Eichhörnchen, Heu für die Rehe, Äpfel für die Amseln, die Rotkehlchen und die Hasen. Der Grosse hätte gerne noch Speck und Wurst für den Fuchs und Käse für die Krähe mitgebracht… Ein Weihnachtsbuffet, sozusagen. Nun gut, in diesem Jahr werden sich die zwei mit dem begnügen müssen, was wir hergerichtet haben.
Wenn alles bereit ist, rufen wir die Tiere: Kommt, ihr Hasen, Rehe und Vögel, komm Fuchs und Eichhörnchen. Wir lauschen in die Stille. War da nicht ein Rascheln? Ein Knacken? 

Wir stimmen Weihnachtslieder an und es ist feierlich, an diesem bescheidenen Ort, der so vollkommen ist, zu singen.

Dann essen wir selber ein Plätzchen, verspeisen es mit roten Wangen, trinken einen Schluck Tee, und sehr zufrieden machen wir uns dann wieder auf den Heimweg. Es dunkelt schon, und als wir aus dem Wald kommen sehen wir die Lichter der Stadt. Von der Waldluft erfrischt und geerdet kommen wir nach Hause. „Das war die beste Waldweihnacht“, meint der Grosse. Ja, das war Weihnachten.

Übrigens: Wenn kein Wald weit und breit bei euch in der Nähe ist, kann man auch im Park oder im Garten ein kleines Weihnachtsfest abhalten. Es sind die Natur, die frische Luft, der Wind, das geheimnisvolle Eindunklen und das gemeinsame Erleben, die so massgeblich zu dieser feierlichen Stimmung beitragen. Und im Garten dürfen die Kinder sogar den Strauch oder die Tanne mit Kerzen schmücken und diese entzünden. Das ist das Allerschönste überhaupt. 

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich in meine weihnachtliche Blogpause.

Von Herzen wünsche ich euch und euren Liebsten warme, lichterfüllte, glückliche und gemütliche Weihnachtstage. Dass die Augen und die Herzen leuchten.
Alles Liebe und bis bald.
Sandra

Mehr zum Waldbesuch in der Vorweihnachtszeit gibt es hier.

Verlinkt mit freutag / naturkinder
Danke.

BESEELTE WOLLSCHÄFCHEN DIY

Seit vielen Jahrhunderten wickeln die Menschen Wolle. Vom Strang der Spindel zu handlichen Wollknäueln, die verstrickt werden. Seit immer schon sitzt man zusammen, redet und wickelt Wolle. Versunken in den Bewegungen der Hände gleitet die Wolle durch die Finger. Auch Kinder wickeln. Als wäre es in den Zellen, wickeln sie Wollfäden um ihre eigenen Hände, Schnüre um Stuhlbeine, Verbandszeug tausendmal um ihr Kuscheltier, wickeln ihre Schneckenbänder um Arme und Beine, und als ich letztens den Gürtel meines Bademantels vermisste, fand ich ihn zu einem Strang gewickelt im Kinderzimmer. Darin ein wunderschöner Schatz… 

Als wir für das Kinderlädchen des Waldorfbazars nach geeigneten Produkten Ausschau hielten, stiess Sofia auf die Idee der zauberhaften Wollschafe. Diese fertigten wir dann auch gleich mit der ganzen ersten Klasse an und waren begeistert von der wollenen Schafherde, die in so kurzer Zeit auf einfache und lustvolle Art und Weise entstanden ist.
Die Herde ist so hübsch geworden, dass ich euch gerne daran teilhaben lassen möchte.

Ihr braucht: 
– ein Stück Wellkarton einer Kartonkiste 
– einen Stift
– eine Schere
dicke Wolle
– einen Klebestift
– ev. Klebesterne 

So wird’s gemacht:
Zeichnet auf dem Karton euer Schaf vor. Falls eure Kinder die Schafe vorzeichnen, dann zeichnet die Kontouren so nach, dass Hals und Beine dick genug sind, dass die Schafe gut ausgeschnitten werden und, wenn sie umwickelt sind, gut stehen können.
Schneidet die Schäfchen doppelt aus und benutzt einen Kartonrest, um einen Distanzhalter für den Bauch zu falten:
Damit die Schafbeine beim Wickeln nicht zu nah zusammen kommen, braucht ihr ein Stück Karton, den ihr ein paar mal faltet und dem Schäfchen in den Bauch (zwischen die beiden Bäuche) klebt. Das gibt ein bisschen Luft und lässt die Schäfchen nach dem Umwickeln besser stehen.
Ein Gedanke, bevor ihr nun das Schaf in die feine Wolle wickelt:  Es ist ein sehr schönes Ritual, einem selbstgebastelten Tier, einer genähten Puppe oder einem selbstgemachten Wesen eine Seele einzuhauchen. Ein Wesen zu beseelen heisst, es lebendig zu machen. Für die Kinder bedeutet das auch, sich noch mehr zu verbinden mit dem was sie fertigen. Ihre Werkarbeit wird dadurch noch wertvoller, individueller und noch einzigartiger.
Ein Wesen zu beseelen heisst, in Verbindung zu treten, ihm Leben einzuhauchen und es ganz seins werden zu lassen. Ein gedanklicher Herzschlag.
Für einen kurzen Moment halten wir inne. Das Kind sucht sich einen goldenen Stern aus und gemeinsam überlegen wir uns einen Wunsch, einen Gedanken, ein Gefühl. Manchmal ist es nicht möglich oder nötig, dies in Worte zu fassen. Es geht alleine um die Stimmung, in die die Kostbarkeit und die Kraft der Beseelung eingepackt wird.
Dann kleben wir den Stern, mit dem Anfangsstück des Wollfadens auf den Bauch oder auf das Herz des Schafes und besiegeln unsere Gedanken.  
Die Kleine liess ihren Blick vom nackten Kartonschaf auf die warme Wolle gleiten. Dann nahm sie einen goldenen Stern und sagte: „Ich wünsche dir, dass dir ganz warm ist.“ 
Dann beginnen wir mit dem Umwickeln. Zuerst werden die Schafe von der Brust zum Po umwickelt, dann vom Bauch zum Rücken bis um den Hals und zum Kopf. Das Gesicht des Schafes bleibt frei. Wickeln und reden, wickeln und entstehen lassen, so lange, bis das Schaf wollig und wohlig ist. Schön ist es auch, wenn wir mit Gesang oder mit einem Vers das rhythmische Wickeln unterstützen. Dabei wird die Feinmotorik und die Hand- Hand- Augenkoordination auf lustvolle und sinnliche Art und Weise geübt. 
Am Schluss stecken wir das Ende des Wollfadens unter das Gewickelte, biegen die Beinchen etwas auseinander und dann kann es los gehen, auf die Schafweide, in den Stall zu Maria und Josef und auf Entdeckungsreise.
In ein paar Tagen ist Weihnachten. Die Zeit rennt… 
Ich wünsche euch bis dahin entspannte, warme und wohlige Tage und immer wieder ein bisschen Zeit um durchzuatmen und den Boden unter den Füssen zu spüren.
Habts fein. Sandra
     
Lieben Dank.           

HERZEN FÜLLEN – GEDANKEN ZUR VORWEIHNACHTSZEIT

 

Kekse knuspern, Kerzen anzünden, Geschichten erzählen und ab und zu was werkeln. 
Mehr braucht kein Mensch.

Mein Herz ist Beschützer wunderschöner Erinnerungen. In gewissen Zeiten halte ich mich an diese, weil sie mir helfen, zu erspüren, was wirklich zählt. Gedanken an warme, stimmungsvolle Adventstage meiner Kindheit, zum Beispiel. Wie einfach es war, voller Glück und Aufregung zu sein, aufgehoben in einem Zauber, der damals aus wenig bestand und doch jede Zelle meines Ichs berührte.

Ich erinnere  mich, wie ich ganz früh an einem Weihnachtsmorgen neben dem Christbaum am grossen Fenster stand, in die Schneelandschaft blickte, und wie ich tief in meinem Innern fühlte, dass es wohl nichts Schöneres auf der Welt geben kann wie dieser Schnee, dieser geschmückte Baum und ich in dieser Stille.

Viele Jahre später wünsche ich mir diese Empfindungen immer wieder zurück. In einer Zeit, in der alles anders ist (mal abgesehen davon, dass hier seit Jahren kein Schnee mehr liegt an Weihnachten….), mein Herz jedoch immer noch meinen Puls bestimmt.

Seit Jahren nehme ich mir jeden November vor, noch langsamer zu werden,  noch viel weniger im Aussen, stattdessen mehr im Innern zu weilen.
Und trotz guter Vorbereitung und einer Alltagsgestaltung in SloMo meinerseits, ist es doch eine ganz schöne Herausforderung, den Rhythmus der Welt mit meinen Bedürfnissen zu verbinden und die Zeit meiner Kinder mit dem Notwendigen zu füllen, nämlich: gemeinsame Zeit, eine Stimmung des Wohlbefindens, der Wärme und sonst nichts.
Klingt einfach, aber eben.
Als Kindergärtnerin habe ich die Tage im Dezember ganz, ganz einfach gehalten, weil mir bewusst war, welchem Stress und Überfluss manche Kinder ausgesetzt waren. Schon der Gang in den Supermarkt, wo bereits ab September Tausende Schokokläuse stramm stehen, ist ja eigentlich eine Herausforderung, die man den Kindern gerne ersparen würde. Wenn ich also meine Vorbereitungen dann so vor mir liegen sah, kam schon dann und wann das Gefühl auf, dass doch alles sehr Minimalistisch daher kam. Doch spätestens am ersten Dezember, wenn die Kinder das erste „Türchen“ ihrer Adventskalender geöffnet hatten, Pferdehaargummi, Feuerwehrpflaster, das Schokoherz und das Bild mit der brennenden Kerze bestaunt hatten und sich schon auf die Geschenke vom nächsten Tag freuten, wusste ich: „Meine Planung ist genau richtig.“
Und ich wusste es allerspätestens am 7. Dezember, wenn der Kindergarten-Samichlaus (Nikolaus aus der Schweiz) mit seinen Geschichten aus dem Wald wieder gemütlich in sein Häuschen zurückgekehrt war (der Glückspilz!!!) und die Kinder in einem Eldorado aus Erdnüssen, Schokolade, Lebkuchen und kleinen Spielzeugen versanken, weil…
– auch der Nikolaus zu Hause die DVD von Rudolf das Rentier gebracht hatte…
– Oma einen Nikolausgruss per Post schickte…
– die Nachbarin von oben ein paar Leckereien, ein Bilderbuch und eine CD mit leider total prekär arrangierten Weihnachtsliedern im Namen von Nikolo an die Türklinke hängte…
– die Nachbarin von unten ein synthetisches Plüschrentier vorbeibrachte…
Allerallerspätestens ab dann war sichtbar, in was für einen Irrsinn manche Kinder katapultiert werden. 

Natürlich ging es weiter mit Basarbesuchen am Wochenende, Adventskaffee-Einladungen hier, vorweihnachtliches Kekse backen mit Kindern dort, gemeinsames Singen für die Weihnachtsstimmung in der Nachbarschaft, Besuch des Weihnachtspuppentheaters in der Stadt. Alles gut gemeint. Alles stimmungsvoll inszeniert. Alles untermalt mit Musik. Und Duft. Und Licht. Und Glitzer.
Ein Kind ist immer ein Kind. Mit allen Sinnen aufnehmend, Eindrücke sammelnd, Stimmungen empfindend, voller Neugierde. Alle Fühler sind ausgestreckt, bereit Neues zu erfahren. Das ist wunderschön und soll bitte unbedingt genährt werden. Aber man darf nicht vergessen, dass alles sinnlich Erfahrene Zeit und Ruhe braucht, um sich zu setzen, um geordnet und verarbeitet zu werden um dann internalisiert werden zu können. 
Sinnesüberforderung, diese aufgedrückte „Weihnachtsstimmung“, die doch so weit entfernt von der Stimmung ist, mit der ein kindliches Gemüt umgeben werden sollte, nährt jedoch die Seele niemals. Und auch nicht der Überfluss und die Masslosigkeit, die eine grosse Leere inmitten dieser Fülle hinterlässt.
Es ist eine grosse Aufgabe und braucht ein bisschen Mut, finde ich, das Draußen manchmal einfach draussen zu lassen und sein eigenes Ding zu machen. 
Liebevoll einen Schutzraum für die Familie zu gestalten, im Wissen, dass es lebensnotwendig ist, zur Ruhe kommen zu dürfen, weil es nur mit Musse möglich ist, hin zu spüren, zu fühlen, zu schauen, zu staunen, auszuprobieren, einfach nichts zu tun. Die Seele in Friede und Beschaulichkeit nähren. Vögel füttern, kuscheln, in den Wald gehen, singen, heimlich Keksteig naschen, einander Geschichten erzählen, zusammen sein, malen und werkeln, lümmeln und spielen. Zurück zu dem, was wirklich zählt. Zurück gehen von der leeren Fülle zu gefüllten Herzen.

Manchmal, wenn es mir schwer fällt, hilft es, mich zurück zu spüren, an früher. Zurück an den Weihnachtsmorgen, neben dem Christbaum am grossen Fenster. Wie ich in die Schneelandschaft blicke. Der Schnee, die geschmückte Tanne und ich in dieser Stille und dem grossen Glück.

Eine friedvolle, lebendige, glückliche und innige Adventszeit, euch allen.
Alles Liebe, Sandra

ST. MARTIN – EINE GESCHICHTE FÜR DIE KINDER

St. Martin steht vor der Türe und die Kinder sind aufgeregt. Sie freuen sich riesig darauf, mit den Lichtern durch die Dunkelheit zu gehen, gemeinsam Laternenlieder zu singen und sich danach ein Martinsgänschen zu teilen. Es ist ein zauberhafter Brauch und es bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, weshalb man am 11. November mit den Lichtern durch die Nacht zieht.  Aber manchmal kann so ein Anlass noch inniger erlebbar gemacht werden, wenn man die Kinder ein paar Tage vorher schon auf das Fest vorbereitet. Gemeinsames Laternen basteln, lecker Martinsgänschen backen und eben auch die Geschichte von St. Martin hören und den Kindern davon erzählen, wie es sich vor ganz langer Zeit begeben hat. 

Wenn ihr euren Kindern Geschichten erzählt, kann es leicht geschehen, dass ihr ihre Seele berührt. 
Und auch wenn sie nicht immer alle Worte einer Erzählung verstehen, ist es doch das Gefühl des Zusammenseins, das Spüren der Stimmung beim gemeinsamen Erleben, das was den Sinn einer Geschichte spürbar macht und das Kind nährt und berührt. Und das ist ja überhaupt das aller, aller Wichtigste. 

Hier findest du die Legende von St. Martin, so frei, wie ich sie meinen Kindern erzähle. 

Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann. Er hiess Martin und er war ein tapferer Ritter. Wie alle Ritter zu dieser Zeit trug Martin ein silbernes Schwert, einen Ritterhelm und einen roten, samtenen Mantel über seinen Schultern. 

Einmal, es war ein düsterer Novembernachmittag, war Martin mit seinem lieben Pferd auf dem Weg in eine ferne Stadt. Da kam der listige Nordwind und wollte die zwei Reisenden foppen. Er brachte Eiseskälte und Schneegestöber, liess die Wege gefrieren und pfiff Mensch und Tier durch Mark und Bein. Martins Pferd jedoch stapfte tapfer weiter und immer weiter. Es wollte Martin sicher in die Stadt bringen, bevor es dunkle Nacht wurde. Martin aber spürte, dass sein Pferd angestrengt war und liess es einen Moment ausruhen. Er strich ihm liebevoll über den Hals und sagte ruhig: „Na, wir gehen ganz langsam vorwärts. Keine Eile, wir werden ankommen und alles wird gut. Mein allerliebster Freund.“ Das Pferd wieherte und schnaubte, was so viel bedeutete wie: „Danke.“ 
Langsam wurde es Nacht und Pferd und Reiter trabten durch den Schnee. Der Wind pfiff und liess die Schneeflocken über die Welt sausen. Da erblickte Martin von weither ein Licht, die Lichter der Stadt. Das Pferd wurde schneller und schneller, jetzt wusste es, es ist nicht mehr weit. Es galoppierte durch den Schnee doch kurz bevor die zwei das Stadttor erreichten, blieb es plötzlich einfach stehen. „Was ist los? Wir sind gleich da. Nur noch ein kurzer Weg, komm, Pferdchen, komm.“ sagte Martin. Doch sein Pferd blieb stehen und tat keinen Schritt. So stieg Martin aus dem Sattel, strich seinem Pferd über den Kopf und da sah er plötzlich vor sich auf dem Boden, dicht bei den Wurzeln eines alten Baumes, etwas im Schnee liegen. Als er näher kam, erblickte er in der Dunkelheit einen Bettler sitzen. Der war in Lumpen gewickelt und fror ganz fürchterlich. „Was tust du hier?“ fragte Martin. „Ich versuche mich aufzuwämen, es ist so kalt“, erwiderte der Bettler. Martin nahm die Hände des Bettlers in die seinen und wärmte die kalten Finger. Dann zog er seinen roten Mantel aus, schwang sein Schwert und teilte damit den Mantel in zwei Teile. Den einen Teil legte er dem Bettler wärmend über die Schulter, den anderen Teil zog er sich selber über. Der Bettler war voller Glück. Und als er dann endlich „Danke“ murmeln konnte, sass Martin schon wieder auf dem Pferd und ritt geschwind durch das Stadttor. 
In dieser Nacht hatte Martin einen Traum. Er träumte von Christus, der die Hälfte seines Mantels trug und zu den Engeln sagte: „Martin hat heute mit mir seinen Mantel geteilt und mir in dieser kalten Nacht Wärme geschenkt.“
Martin konnte diesen Traum nicht mehr vergessen. Er beschloss, von nun an nicht mehr als Ritter durch die Welt zu ziehen und stattdessen als Mönch im Kloster zu leben. Er half den Armen und war da für die Menschen, die einsam waren. Die Menschen spürten, dass Martin ein guter Mensch war, und sie alle mochten ihn sehr gerne. Sie wünschten sich, dass er zum Bischof gewählt würde. Ein Bischof zu sein ist eine grosse Anerkennung. Es ist ein bisschen so, wie wenn man Chef ist. Martin aber hatte Angst vor dieser grossen Aufgabe. Er wollte ein ganz einfacher, bescheidener Mönch bleiben. Da sprang er weit weg und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänschen aber schnatterten so laut vor Freude, dass es natürlich sehr einfach war, ihn in seinem Versteck zu finden. So wurde aus Martin, dem Rittersmann, St. Martin, der Bischof. Und er lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage. Sein Pferd? Ach so ja, das liebe Pferd durfte von nun an natürlich im Klostergarten weiden und wenn Martin ihm Hafer brachte, dann wieherte es voller Freude.

Euch allen wünsche ich eine wunderschöne St. Martinsnacht, mit goldenen Lichtern, roten Kinderwangen, feinen Martinsgänschen, und einem Nordwind, der nur von ganz weit her zuschaut. 
Alles Liebe, Sandra

Im Jahreszeitenbuch von Christiane Kubik und Eva-Maria Ott-Heilmann findet ihr die St.Martins-Legende, Lieder, Rezepte und viele Ideen. Ein grossartiges Buch, welches einem durch das ganze Jahr begleitet.
In meinem Pinterest-Ordner findest du viele wunderschöne Inspirationen rund um St. Martin.

Mit liebem Dank verlinkt mit naturkinder